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Bürgermeisterwahl in Guben: Streit um Wahl­be­ein­flus­sung: Ex-Bür­ger­meister erwirkt EV

06.06.2016

Der wegen Bestechlichkeit verurteilte Ex-Bürgermeister von Guben, Klaus-Dieter Hübner, hat gegen den Landrat des Spree-Neiße-Kreises eine einstweilige Verfügung wegen Wahlbeeinflussung erwirkt. Hübner steht gerade erneut im Wahlkampf.

Bis zur Schließung der Wahllokale am 26. Juni 2016 um 18.00 Uhr darf Landrat Harald Altekrüger (CDU) eine Äußerung nicht mehr gegenüber Medienvertretern wiederholen. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts (VG) Cottbus hatte sein Statement den Antragsteller in seinem Recht auf Chancengleichheit im politischen Wettbewerb verletzt, entschied das Gericht in einem jetzt bekannt gewordenen Beschluss (Beschl. v. 31.05.2016, Az.: VG 1 L 215/16). Altekrüger hatte gegenüber der Lokalzeitung Lausitzer Rundschau sinngemäß gesagt, er werde Klaus-Dieter Hübner wieder vom Dienst suspendieren, sollte er gewählt werden.

Hintergrund ist die Bürgermeisterwahl am 26. Juni in Guben, einer Kleinstadt an der Grenze zu Polen, zu der Hübner wieder antreten will. Hübner war bereits Bürgermeister, bis das Landgericht Cottbus ihn im Februar 2015 zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren wegen Bestechlichkeit und Untreue verurteilte. Demnach hatte der FDP-Politiker dafür gesorgt, dass eine Gartenbaufirma städtische Aufträge bekam. Im Gegenzug pflegte das Unternehmen jahrelang kostenlos sein Privatgrundstück. Hübner hat die Vorwürfe stets bestritten.

Während der Wahlzeit hätten staatliche und kommunale Organe das Gebot staatlicher Neutralität zu beachten, so das VG. Wahlrechtsrelevante Stellungnahmen, die zur Einwirkung auf den Meinungs- und Willensbildungsprozess der Wähler geeignet seien, seien deshalb in Form und Inhalt auf ein unerlässliches Maß zu beschränken. Dem sei Altekrüger mit der genannten Äußerung nicht gerecht worden.

Weitere Anträge des Antragstellers, etwa das Begehren, den Landrat zu verpflichten, die Äußerung gegenüber der Lausitzer Rundschau zu widerrufen, hat die Kammer zurückgewiesen. Die Beteiligten können Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.

Verwaltungsrechtler Dr. Robby Fichte von der Berliner Kanzlei FPS, der Hübner vertritt, begrüßte die Entscheidung: "Das Bundesverfassungsgericht hat schon vor Jahrzehnten festgestellt, dass das Urteil darüber, von wem die Interessen der örtlichen Gemeinschaft am besten wahrgenommen werden, in einer freiheitlichen Demokratie dem Bürger überlassen bleiben muss. Die Ankündigung staatlicher Stellen, gegen einen Bewerber im Falle der Wahl vorgehen zu wollen, kannte man dagegen bisher nur aus anderen Weltgegenden."

ah/LTO-Redaktion mit Material von dpa

Zitiervorschlag

Bürgermeisterwahl in Guben: Streit um Wahlbeeinflussung: Ex-Bürgermeister erwirkt EV . In: Legal Tribune Online, 06.06.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/19559/ (abgerufen am: 16.09.2019 )

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Kommentare
  • 06.06.2016 19:10, Das gab's noch nie

    Ein bestechlicher FDP-Politiker? Nein!!! Was erfinden die als nächstes? Nasses Wasser? Heisses Feuer? Rechte AfDler? Neoliberale BWLer? Einfältige Skinheads?

    Un-fucking-fassbar, was hierzulande als News durchgeht...

  • 13.07.2016 08:07, Nicole

    Klaus Dieter Hübner hat alles richtig gemacht !
    Die Allianz der Schande in Guben gegen Klaus Dieter Hübner und gegen und Wähler ist ein Haufen voller Nichtskönner.
    Die SED Nedoma stellt sich hin spricht von : „Unserem Schönen Guben“ und vergisst dabei, dass dieses schöne Guben von Hübner in seiner Amtszeit erschaffen wurde mit vielen Visionen mit Ausdauer und Fleiß.
    Die ganze Welt ist verschuldet und Kramer wirft Hübner vor er hätte Schulden gemacht , welch ein Mist Herr Kramer von sich gibt bemerkt er offensichtlich gar nicht.
    Selber ist Kramer hoch verschuldet und nimmt die Annehmlichkeiten von Schulden wahr.
    Nein es war richtig Schulden zu machen und es gibt ja auch einen Gegenwert für die Schulden nämlich die von Hübner erschaffene schöne Stadt.
    Mahro versucht nun in den letzten Zügen vor der Wahl seine Amtszeit positiv im Stadtfernsehn darzustellen und sich für sein Verwalten der Stadt zu rechtfertigen.
    Nein es gibt nichts zu berichten es war Stillstand und vor allem hat der Schlendrian wieder im Rathaus Einzug gehalten.
    Alle gegen einen Macher wie Hübner so stellt sich die Allianz der Schande in Guben dar.
    Man fragt sich ob diese Allianz der Schande überhaupt mit einem starken Anführer umgehen kann.

  • 15.07.2016 13:48, U.Schmidt

    Ich wünsche mir über 60 Prozent der Stimmen für Hübner. Wenn die Wähler es so wollen, dann muss man das akzeptieren. Freie Wahlen nennt man das. Die Linken kennen wir aus DDR Zeiten. Nein Danke. Wenn immer mehr Rechts wählen muss man sich nicht wundern. Wie kann man denn mit den Linken koalieren. Nein Danke.