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Nach mehr als zwei Jahren: Zschäpe will im NSU-Pro­zess aus­sagen

09.11.2015

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, hat offenbar vor, ihr Schweigen zu brechen. Bereits für Mittwoch rechne die Strafkammer mit einer umfassenden Aussage.

Nach Informationen von Spiegel Online will Zschäpe am Mittwoch eine Aussage machen. Ursprünglich rechnete das Oberlandesgericht (OLG) München mit der Aussage bereits Ende Oktober, der Termin wurde jedoch verschoben, berichtet das Magazin in seine Online-Ausgabe. Die Richter sollen schon vor einiger Zeit darüber informiert worden sein, dass Zschäpe umfassend aussagen möchte.

Laut Bericht wird die Hauptangeklagte dabei ihre Aussage von ihrem erst später hinzugekommenen vierten Pflichtverteidiger, Mathias Grasel, verlesen lassen. Zu den übrigen drei Verteidigern Anja Sturm, Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer hat Zschäpe kein gutes Verhältnis. Insbesondere deren Strategie, ihre Mandantin vollumfänglich schweigen zu lassen, soll zu dem persönlichen Zerwürfnis geführt haben.

Der Prozess, bei dem Zschäpes Mitwirkung an den Taten der rechtsextremen Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) geklärt werden soll, dürfte, nachdem er zuletzt wegen eher peinlicher Possen wie etwa der nicht existierenden Nebenklägerin Schlagzeilen machte, durch Zschäpes Aussage eine bedeutende Wende nehmen. 

ms/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Nach mehr als zwei Jahren: Zschäpe will im NSU-Prozess aussagen . In: Legal Tribune Online, 09.11.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/17486/ (abgerufen am: 30.10.2020 )

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Kommentare
  • 09.11.2015 17:26, Bernd

    Mal sehen, ob es dazu kommt. Wäre ja nicht das erste Mal, dass eine aussagebereite Person im Geheimdienstumfeld einen bedauerlichen Unfall hat.