Justizministerin Thüringens Beate Meißner
Nach Verbesserung des juristischen Vorbereitungsdienstes

Thüringen stellt so viele Refe­ren­dare ein wie nie zuvor

2. November 2026, Lesedauer: 2 Minuten

Die Verbesserungen im Rechtsreferendariat zahlen sich offenbar aus: Das Bundesland hat im aktuellen Durchgang 90 Personen eingestellt. Neben besserer Bezahlung hat das Land nämlich auch für eine attraktive Nebentätigkeit gesorgt.

Thüringen ist offenbar den richtigen Weg gegangen, um seinen juristischen Vorbereitungsdienst attraktiver zu machen: Das Justizministerium ernannte kürzlich 90 neue Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare. Sie beginnen ihren Dienst an den Landgerichten in Erfurt, Gera, Mühlhausen und Meiningen.

Damit übertrifft Thüringen seinen bisherigen Höchstwert von 59 Ernennungen aus dem vergangenen November deutlich. Die Zahl der Bewerbungen sei ebenfalls "deutlich gestiegen", heißt es dazu erfreut aus dem Ministerium. Während es für den Novembertermin 2024 noch 76 waren, bewarben sich für den aktuellen Einstellungstermin im November 2026 129 Menschen. Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl damit um rund 70 Prozent.

"Wir haben die Rahmenbedingungen für den juristischen Vorbereitungsdienst gezielt attraktiv gestaltet", sagte Justizministerin Beate Meißner (CDU) dazu. Sie hob besonders die verbesserte Bezahlung (Thüringen zahlt im bundesweiten Vergleich gut und verbeamtet seine Referendarinnen und Referendare) und "flexible Möglichkeiten für die Ausbildung" hervor.

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30 Euro brutto die Stunde: Acht zusätzliche Stellen als "Justizassistenz"

Außerdem können Referendarinnen und Referendare seit diesem Jahr während des Referendariats als sogenannte Justizassistentinnen und -assistenten arbeiten. Für die Nebentätigkeit erhalten sie rund 30 Euro brutto pro Stunde. Zusätzlicher Vorteil: Sie sammeln dadurch praktische Erfahrung und unterstützen Gerichte sowie Staatsanwaltschaften eigenständig. Zunächst hat das Land dafür acht Stellen am Standort Erfurt eingerichtet, wie LTO berichtete. 

Das Referendariat ist für die Bundesländer eine gute Gelegenheit, den juristischen Nachwuchs von sich zu überzeugen. Nicht alle Länder machen dabei aber eine gute Figur. 

Volljuristen mit entsprechenden Noten sind heiß begehrt, etwa weil auch in der Thüringer Justiz die Pensionierungswelle rollt: In den kommenden Jahren gehen zahlreiche Richterinnen und Staatsanwälte in den Ruhestand. Eine weitere Idee des Bundeslandes ist, seine Richter und Staatsanwältinnen freiwillig bis 70 arbeiten zu lassen.

dpa/tas/ms/LTO-Redaktion

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