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AG Lichtenberg zu Ohrringen für Dreijährige: Staatsanwaltschaft soll Körperverletzung prüfen

31.08.2012

Ein dreijähriges Mädchen, dessen Eltern Schmerzensgeld für das Stechen von Ohrlöchern verlangt haben, bekommt 70 Euro von der Inhaberin eines Tattoo-Studios. Mit diesem Vergleich wurde am Freitag ein Zivilprozess vor dem AG Lichtenberg (Berlin) gütlich beendet.

Die Eltern des kleinen Mädchens hatten ihrer Tochter zum Geburtstag das Stechen von Ohrlöchern geschenkt. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn das Durchstechen des Ohrläppchens war für das Kind wohl äußerst schmerzhaft und traumatisch. Daraufhin verklagten die Eltern das Tattoo-Studio auf Zahlung von Schmerzensgeld. Die Parteien einigten sich schließlich auf einen Vergleich und vermeiden so ein Urteil (Az. 14 C 58/12).

Das Gericht erwägt aber, den Fall der Staatsanwaltschaft vorzulegen um prüfen zu lassen, ob sich die Eltern oder die Studio-Inhaberin wegen einer Körperverletzung strafbar gemacht haben. Der Fall hatte nach der heftigen Debatte um das Kölner Beschneidungsurteil vorab Kontroversen ausgelöst.

mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

AG Lichtenberg zu Ohrringen für Dreijährige: Staatsanwaltschaft soll Körperverletzung prüfen . In: Legal Tribune Online, 31.08.2012 , https://www.lto.de/persistent/a_id/6972/ (abgerufen am: 25.05.2019 )

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Kommentare
  • 06.09.2012 18:33, Karin Stutz

    Das Urteil ist völlig absurd und die Klage hätte abgewiesen werden sollen,schließlich wurden die
    Eltern des betroffenen Kindes nicht gezwungen in diesen Laden zu kommen.....in Zukunft sollten
    Geschäftsleute sich eine Erklärung unterschreiben lassen die sie von solchen Klagen freistellt.
    Hat denn In Deutschland niemand mehr Verantwortung für sein eignes Handeln?!!!!
    Waere diese Ohrenstecherei ein religiöses Ritual müsste der Geschaeftsmann keine Strafe oder
    schmerzensgeld zahlen....

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