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Regino-Preis für Tagesspiegel-Journalist: Aufarbeitung der Beschneidungsdebatte gewürdigt

22.11.2013

Zum 13. Mal wurde am Freitag der Regino-Preis für herausragende Justizberichterstattung verliehen. Die ausgezeichneten Journalisten hatten sich mit der Beschneidungsdebatte, dem zweiten Völkerstrafrechtsprozess in Deutschland sowie dem "Fall Peggy" beschäftigt.

Der Artikel "Die herrschende Meinung…" im Tagesspiegel bescherte dem Journalisten Jost Müller-Neuhof den Preis in der Kategorie Print. Mit seinem Beitrag arbeitete er die juristischen und medialen Hintergründe der Beschneidungsdebatte in Deutschland nach dem Urteil des Landgerichts Köln auf.  

In der Kategorie Hörfunk konnte David Hecht mit seinem Beitrag im Deutschlandfunk "Afrikas Lumpen – Deutschlands Gerechtigkeit" überzeugen, der sich mit dem zweiten Völkerstrafrechtsprozess auf deutschem Boden beschäftigte.

Alexander Harbi erhielt den Preis in der Kategorie Fernsehen für seinen Beitrag "Der Fall Peggy" bei Stern TV. Interviewpartner in seinem Bericht waren unter anderem der zu lebenslanger Haft verurteilte Ulvi Kulac und die Mutter der verschwundenen Peggy, Susanne Knobloch.

Bei der Verleihung des mit 750 Euro dotierten Preises in den Räumlichkeiten des Bundesfinanzhofes (BFH) würdigte der Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung, der Präsident des Bundesfinanzhofs Rudolf Mellinghoff, die Leistung der Preisträger bei der Aufarbeitung schwieriger juristischer Themen.

Die Auszeichnung, die seit 2000 jährlich von der Fachzeitschrift Neue Juristische Wochenschrift sowie dem Gründer des Preises, dem Koblenzer Rechtsanwalt Wolfgang Ferner, verliehen wird, würdigt besondere journalistische Leistungen zu Justizthemen in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen.

mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Regino-Preis für Tagesspiegel-Journalist: Aufarbeitung der Beschneidungsdebatte gewürdigt . In: Legal Tribune Online, 22.11.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/10142/ (abgerufen am: 23.04.2021 )

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Kommentare
  • 23.11.2013 19:59, MB

    Es gibt ja durchaus guten Boulevardjournalismus. Aber der Artikel von Herrn Müller-Neuhof war voller Verschwörungstheorien, dass man sich wundert, wenn ein Textschreiber für solchen aus den Fingern gesaugten Humbug auch noch einen Preis erhält.

  • 24.11.2013 13:21, F. Kahlo

    Als Juristin kann ich über so einen Beitrag nur mit dem Kopf schütteln. Eigentlich hätte den Preisverleihern doch auffallen müssen, wie wenig der Journalist von der Justizpraxis versteht. So läuft es einfach nicht, wie der Journalist Müller-Neuhof sich das vorstellt. Wenn Halbwahrheiten und offensichtliche Kompetenzdefizite auszeichnungswürdig sind, dann ist es mit Qualitätsjournalismus nicht mehr weit her.

  • 24.11.2013 13:30, Gast

    Entschuldigen Sie mal: Müller-Neuhof ist ein bekennender Beschneidungsfreund und zudem ein mehr oder weniger gescheiterter Jurist. Was erwarten Sie von einer solchen Person an Berichterstattung? Das hätte allerdings auch den Juroren auffallen müssen. Die NJW ist auch nicht mehr das, was sie mal war.

  • 14.12.2013 02:55, Liz

    Ein einziger Professor soll mit seinem Aufsatz den Ausschlag gegeben haben, dass ein Gericht tätig wird und sogar der Deutschen Bundestag ein Gesetz macht? Was für ein Blödsinn! Müller-Neuhof hat einen substanzlosen Wichtigtuer-Artikel geschrieben.

  • 15.12.2013 18:51, Karola

    Ein weiteres erschreckendes Beispiel für den Niedergang des Qualitätsjournalismus. Bei der FAZ, der FAS, dem Spiegel, der ZEIT oder sogar bei den Stuttgarter Nachrichten hätten sich ausgezeichnete KandidatInnen für einen solchen Preis finden lassen. Stattdessen wird ausgerechnet ein unterkomplexer Artikel eines Journalisten bepreist, der es mit den journalistischen Sorgfaltspflichten offenkundig nicht besonders ernst genommen hat.