Nachdem sie auf Demonstranten losgingen: Erdogan nennt US-Anklage gegen seine Leib­wächter "Skandal"

01.09.2017

Bei der Demo gegen einen Staatsbesuch von Erdogan in den USA gingen Sicherheitsleute des türkischen Staatspräsidenten auf Demonstranten los. Nun wurde in Washington Anklage gegen sie erhoben, Erdogan wittert darin einen Skandal.

 

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Anklageerhebung gegen seine Sicherheitsleute in den USA scharf kritisiert. "Das ist ein Skandal für sich. Das ist ganz klar ein skandalöser Ausdruck dessen, wie die Justiz in Amerika arbeitet", sagte er am Freitag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vor Journalisten in Istanbul.

Am Dienstag war in Washington Anklage gegen 15 türkische Sicherheitskräfte erhoben worden. Sie werden beschuldigt, im Mai bei einem Besuch von Erdogan in der US-Hauptstadt Demonstranten angegriffen zu haben. Der Zwischenfall hatte sich vor der Residenz des türkischen Botschafters ereignet. Gegner Erdogans hatten dort nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump mit Sprechchören auf den Staatschef gewartet. Auf Videos ist zu sehen, wie türkische Sicherheitsleute daraufhin auf die Demonstranten losgingen und auf sie eintraten. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Erdogan sagte weiter, seine Sicherheitsleute hätten ihn vor Anhängern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK geschützt. "Natürlich haben sie ihre Aufgabe gegenüber diesen Angriffen erfüllt." Die Anklage interessiere die Türkei nicht. Der verantwortliche Staatsanwalt sei noch aus der Ära des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obamas, betonte er.

Die PKK sowie die Gülen-Bewegung stünden in den USA "unter Schutz", sagte Erdogan. Die türkische Führung macht letztere für den Putschversuch in der Türkei vom vergangenen Jahr verantwortlich. Ihr Gründer Fethullah Gülen lebt im US-Bundesstaat Pennsylvania.

dpa/acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Nachdem sie auf Demonstranten losgingen: Erdogan nennt US-Anklage gegen seine Leibwächter "Skandal". In: Legal Tribune Online, 01.09.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/24277/ (abgerufen am: 24.11.2017)

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Kommentare
  • 02.09.2017 10:12, Tja

    Kennt man ja alles schon. War hat sich der Herr Röhm damals beim Putsch ebenso geärgert. War halt auch ne Erfindung. Oder der als Verteidigung getarnte Überfall auf Polen. Immer die gleichen Muster. Dem politischen Gegner eine mutmaßliche Revolution unterheben, niederschlagen, erstarrt hervorgehen. Adolfogan...

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    • 07.09.2017 21:56, Günther Bauer

      Ja ja, ist ja schon recht und im Wesentlichen stimme ich mit Ihnen überein - auf der politischen Basis.
      Ich stimme ja auch #Heinrich V. zu und #Passt.
      Aber ich dachte, dass es sich hier um eine juristische Plattform handelt.
      Ihre Meinungsäußerungen sind ja nett, aber äußern Sie sich doch dann bitte auf Spiegel-online, ZEIT-online (da passt es einigermaßen hin) oder FAZ-net oder gar FOCUS-online.
      Hier erscheint es mir deplatziert.

      Aber gut: Dann auch von mir noch eine Bemerkung:
      Erinnert man sich an die "Jubel-Perser"?
      Da hätte ich mir einen Berliner Staatsanwalt gewünscht, der ...

    • 09.09.2017 15:03, @Günter

      Der Artikel ist politisch und nicht juristisch. Dann sind es die Kommentare darunter auch. Soll ja zusammenpassen.
      Es gibt offenbar immer noch ver(w)irrte Menschen, die bei lto juristische Inhalte vermuten. Das hier ist maximal die Online-Bild-Zeitung für Referendare. Höher hinaus geht das hier juristisch nur ganz selten - und das auch ausschließlich nur wenn gute Gastbeiträge veröffentlicht werden.

      Genau so gut könnte man dem "Biete/Suche/Tausche" - Brett im Supermarkt vorwerfen, nicht auf der Höhe der aktuellen Erkenntnisse zur Quantenphysik zu sein.

  • 02.09.2017 17:51, Heinrich V.

    AfD-Zustände. Die AfD-Anhänger wollen genau so jemanden an der Spitze unseres Landes sehen. Einen ungebildeten, selbstverliebten und größenwahnsinnigen Taugenicht, der sich für einen starken Mann hält. Das ist das Holz, aus dem AfDler geschnitzt sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    RA Heinrich V

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    • 03.09.2017 19:38, Passt

      Björn-Bernd kommt doch diesem Ideal schon fast nahe. Gut, er ist nicht so ein härter Kerl wie zum Beispiel Beatrix. Die hat meterdick Haare auf den Reisszähnen. Und Alice und Frauke erst. Powerfrauen. Da ist ne ganze Menge Haar am Start. Komisch,dass das dennoch so populär ist. Deren durchschnittlicher Wähler wünscht sich doch sicher sein Bier-holendes Muttchen möglichst platinblondgehübscht und ansonsten überwiegend haarfrei....?

      Widersprüche, wo man hinschaut... Eine einzige Farce dieser ganze Verein.

      Aber so ist das in der Geschichte eben. Das erste Mal passiert es als Tragödie, das zweite Mal als Farce... Das erste Mal hat gefühlte "1000 Jahre" gedauert... Dieses Mal ist Gott - und der 5 Prozent Hürde -
      sei Dank am 24. September vorbei.

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