EGMR verurteilt Italien: Warten auf den neuen Namen

11.10.2018

Eine transsexuelle Person wollte nach einer Geschlechtsumwandlung einen anderen Namen annehmen, musste darauf allerdings zweieinhalb Jahre warten. Zu lange, wie der EGMR entschied. Er verurteilte das Land.

Eine transsexuelle Person aus Italien, die mehrere Jahre auf die offizielle Änderung ihres Namens warten musste, hat sich vor Gericht gegen den italienischen Staat durchgesetzt. Die unverhältnismäßig lange Wartezeit sei geeignet gewesen, bei der Frau ein Gefühl der Verletzlichkeit und Erniedrigung auszulösen, urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Donnerstag (Beschw.-Nr.: 55216/08).

Die Person wurde laut Gericht nach der Geburt als männlich eingetragen, lebt aber seit vielen Jahren als Frau und wollte auch einen weiblichen Vornamen annehmen. Im Jahr 2001 erteilte ein italienisches Gericht die Erlaubnis für die operative Geschlechtsumwandlung. Der Antrag, den männlichen Vornamen in einen weiblichen zu ändern, wurde jedoch im selben Jahr abgewiesen. Zur Begründung führte das Gericht an, nach der OP müsse noch ein anderes Gericht das neue Geschlecht bestätigen. Erst zweieinhalb Jahre nach dem Antrag durfte der Name schließlich geändert werden.

Die Straßburger Richter sahen dadurch das Menschenrecht auf Achtung des Privatlebens verletzt und verurteilten Italien zu einer Entschädigungszahlung von 2.500 Euro. Das Urteil kann innerhalb von drei Monaten angefochten werden.

Mittlerweile habe Italien seine Gesetze geändert, teilte der EGMR mit. Seit 2011 muss demnach die Geschlechtsumwandlung nach der OP nicht mehr per Richterspruch bestätigt werden, damit eine Namensänderung möglich wird.

dpa/tik/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

EGMR verurteilt Italien: Warten auf den neuen Namen . In: Legal Tribune Online, 11.10.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/31461/ (abgerufen am: 11.12.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Mitreden? Schreiben Sie uns an leserbrief@lto.de

Eine Auswahl der Leserbriefe wird in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Bitte beachten Sie dazu unsere Leserbrief-Richtlinien.

Fehler entdeckt? Geben Sie uns Bescheid.

TopJOBS
Rechts­an­wäl­te (m/w/x) für das Fach­ge­biet EU-Recht, ins­be­son­de­re Kar­tell- und Bei­hil­fe­recht

Gleiss Lutz Berlin, Brüs­sel

Rechts­an­walt (m/w/d) Kar­tell­recht

DLA Piper UK LLP, Frank­furt/M.

Rechts­an­walt (m/w/d) Kar­tell­recht/En­er­gie­recht

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Düs­sel­dorf

Re­fe­ren­dar (An­walts-/Wahl­sta­ti­on) (m/w/d) Wirt­schafts­straf­recht

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Mün­chen

Rechts­an­walt (m/w/d) Wirt­schafts­straf­recht & Com­p­li­an­ce

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Mün­chen

Pro Bo­no-Re­fe­ren­dar (m/w/d)

DLA Piper UK LLP, Ham­burg

Re­fe­ren­dar (An­walts-/Wahl­sta­ti­on) (m/w/d) Im­mo­bi­li­en­wirt­schafts­recht

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Mün­chen

Rechts­an­walt (m/w/di­vers) für den Be­reich Cor­po­ra­te/M&A

Simmons & Simmons, Mün­chen

Rechts­an­walt (m/w/d) Kar­tell­recht

DLA Piper UK LLP, Köln

Neueste Stellenangebote
Ma­na­ger (m/w) in der steu­er­li­chen Grund­satz­ab­tei­lung, Schwer­punkt Eu­ro­pa­recht
Er­fah­re­ner Rechts­an­walt / Voll­ju­rist (w/m) En­er­gie­recht
Voll­ju­rist / Syn­di­kus­rechts­an­walt (w/m)
Prak­ti­kant (w/m) Glo­bal In­cen­ti­ves Ad­vi­so­ry mit Schwer­punkt Bei­hil­fen­recht / Ber­lin
Rechts­an­wäl­te (m/w/x) für das Fach­ge­biet EU-Recht, ins­be­son­de­re Kar­tell- und Bei­hil­fe­recht
Ju­rist (w/m) für öf­f­ent­li­ches Recht und Rechts­st­rei­tig­kei­ten
Syn­di­kus­rechts­an­walt (m/w/d) Wirt­schafts­recht Ab­tei­lung Recht