Eine Gruppe junger Menschen am Tisch, Frau lächelt im Vordergrund.
Nach viel Kritik an den Kürzungen

NRW will Refe­ren­da­riats­plätze wieder auf­sto­cken

von Pauline Dietrich, LL.M.29. Januar 2026, Lesedauer: 2 Minuten

2024 kürzte NRW die Zahl der angebotenen Referendariatsplätze aus Geldgründen massiv und kassierte dafür sehr viel Kritik. Für 2026 soll der Trend nun wieder nach oben zeigen – aber nicht so hoch, wie es in den "Coronajahren" der Fall war.

Nordrhein-Westfalen (NRW) will im Jahr 2026 wieder mehr Plätze für Referendar:innen anbieten als in den beiden Jahre davor. Das bestätigte ein Pressesprecher des Landesjustizministeriums gegenüber LTO. Zuvor hatte die CDU-Fraktion NRW einen kryptischen Instagram-Post abgesetzt und darin die Erhöhung der Zahl der Referendariatsplätze "wieder auf 100 Prozent" angekündigt. 

Kryptisch ist der Instagram-Post deshalb, weil NRW zwar ab Juli 2024 trotz heftiger Kritik deutlich weniger Plätze angeboten hatte als in den Vorjahren. Doch wie viele Plätze das Land jedes Jahr zur Verfügung stellt, schwankt und hängt vom Geld ab, das im Landeshaushalt für die Unterhaltsbeihilfe der Nachwuchsjurist:innen eingeplant ist. Eine pauschale "100 Prozent"-Quote gibt es also nicht, der Haushalt wird jedes Jahr neu verabschiedet.

Nun steht jedenfalls fest: Für 2026 ist mehr Geld für die Nachwuchsjurist:innen im Haushalt eingeplant. Das Justizministerium nannte LTO folgende konkrete Zahlen: Man wolle wieder so viele Referendar:innen wie im Jahr 2023 einstellen, wie ein Sprecher erklärte. Das entspricht nach Ministeriumsangaben bis zum Jahresende 3.200 Referendar:innen. Im Jahr 2025 stand noch nur eine Gesamtkapazität von 3.039 zur Verfügung, nachdem ab Juli 2024 die Kapazitäten stark begrenzt wurden.*

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Hohe Zahlen vor 2024 waren der Coronapandemie geschuldet

Die Kritik, die sich das Land damals wegen der Kürzungen gefallen lassen musste, rührte von der vergleichsweise sehr hohen Anzahl an angebotenen Plätzen in den Jahren 2020 bis 2022 her. In diesen "Coronajahren" lag die Kapazität zwischen 3.956 und 4.306 Plätzen. Aufgrund der Erschwernisse durch die Pandemie sei es häufiger zu längeren Ausbildungszeiten gekommen, erklärte das Ministerium seinerzeit. "Dementsprechend befanden sich mehr Personen im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis als dies regulär gewesen wäre", so ein Pressesprecher des Justizministeriums damals. Eine Beibehaltung dieser erhöhten Stellenanzahl sei nach Beendigung der Pandemie aber nicht mehr realistisch gewesen.

Dass sich NRW deshalb an der Anzahl der angebotenen Plätze aus dem Jahr 2023 orientiert, kann man damit durchaus als eine Art Normalisierung interpretieren. Offen ist aber, ob sich das in den Jahren ab 2027 bestätigen wird, denn das Bundesland ist nach wie vor recht klamm.

Übrigens ist NRW Spitzenreiter bei der Zahl der Einstellungen, auch bei der Zahl der Einstellungstermine. Jeden Monat gibt es die Möglichkeit, in das Referendariat zu starten. Dennoch kommt es teilweise zu langen Wartezeiten.

*Absatz am 30.01.2026, 14:25 präzisiert. Vorher war die Rede davon, dass wieder Gesamtkapazität aus dem Jahr 2023 in Höhe von 3.776 Plätzen erreicht werden soll. Tatsächlich geht es aber um die im Jahr 2023 eingestellten Referendar:innen und damit 3.200.

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