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Netzwerk oder Headhunter?

von Johanna StrohmLesedauer: 4 Minuten
Für eine erfolgreiche juristische Karriere gibt es kein Patentrezept. Man sollte nicht nur wissen, was man eigentlich will, sondern auch aktiv bleiben: die Möglichkeiten von Online-Jobbörsen nutzen, ein Netzwerk aufbauen und vielleicht auch den Kontakt zu einem Personalberater suchen.

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Jeder Jurastudent versucht, sich durch zwei gute Examen, Praktika und Zusatzqualifikationen einen bestmöglichen Start ins Berufsleben zu verschaffen. Angekommen im Job ist es erst einmal wichtig Fuß zu fassen, doch dann gilt es, nicht zu lange mit der Planung weiterer Karriereschritte zu warten. Ob in der Kanzlei, einem Unternehmen oder im öffentlichen Dienst, Juristen sollten immer wieder momentane und zukünftige Möglichkeiten innerhalb ihres aktuellen Arbeitsplatzes hinterfragen. Falk Schornstheimer war lange Human-Resources-Manager in großen Wirtschaftskanzleien und ist seit Jahren spezialisiert auf das Coachen von Juristen. "Karrieren sind keine Selbstläufer und jeder sollte seine eigene Entwicklung immer gut im Auge behalten", rät der Coach.

Was will ich?

Wenn bei der Planung der weiteren Karriereschritte viele Fragen und Unsicherheiten entstehen, kann externe Hilfe die Lösung sein. Für Schornstheimer ist der erste entscheidende Schritt die genaue Analyse der eigenen Situation: "Jeder sollte sich die Zeit nehmen, sich zu fragen: Wo stehe ich in meiner Karriere und noch viel wichtiger, wo will ich wirklich hin?" Für Anwälte in größeren Kanzleien lassen sich auf dem Weg zur Partnerschaft einige wichtige Phasen bestimmen. Jeder Associate kann so selber kritisch prüfen, ob er die notwendigen Schritte – etwa die Übernahme eigener Mandate – vollzogen hat. Unternehmen wiederrum legen bei der Besetzung von Führungspositionen neben der fachlichen Qualifikation Wert auf Branchen- bzw. erste Führungserfahrung, Managementfähigkeiten und Kompetenz in interdisziplinärer Zusammenarbeit. Neben der Bewertung der aktuellen beruflichen Position sind auch die ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und die Gewichtung des Privatlebens entscheidend für die weitere Karriereplanung. Möchte ich als Syndikusanwalt eine Führungsposition übernehmen? Oder halte ich die inhaltliche juristische Arbeit für spannender? Will ich Partner werden? Oder reicht mir eine Festanstellung, weil mir eine geringere Arbeitsbelastung mehr Wert ist? Ebenso wichtig ist es, regelmäßig ein Gespräch mit seinem Chef zu suchen. Im Zweifel muss man sich rechtzeitig nach Alternativen umschauen, um bei der weiteren Karriereentwicklung nicht in eine Sackgasse zu geraten.

Online-Jobbörsen

Der klassische Weg zu einer neuen Stelle führt immer noch über eine Stellenanzeige, aber die Suche hat sich von Zeitungen und Fachzeitschriften ins Internet verlagert. Auch traditionelle Fachzeitschriften wie die Neue Juristische Wochenschrift veröffentlichen Stellenanzeigen mittlerweile online. Daneben haben sich originäre Online-Jobbörsen als Standard etabliert. Die größten Jobbörsen sind die Generalisten StepStone und Monster. Je spezieller die gesuchte Funktion ist, desto eher eignen sich allerdings spezialisierte Jobbörsen wie der Stellenmarkt von Legal Tribune Online in Kooperation mit Monster. Auch für Kanzleien und Unternehmen, die juristische Fachkräfte suchen, wird es immer wichtiger, sich in den Online-Stellenanzeigen attraktiv zu präsentieren. Interaktive Anzeigen geben die Möglichkeit, potentiellen Kandidaten nicht nur die vakante Position sondern auch das Unternehmen zu präsentieren. Zudem bieten immer mehr große Jobbörsen und Unternehmen eine mobile Stellensuche per Smartphone-App an. Online kann eine Jobsuche nach Stichworten, regionalen Präferenzen oder Kategorien optimiert werden, interessante Jobs werden in der Favoritenliste gespeichert und man kann sich auch von unterwegs bewerben. Bernd Kraft, der Vice President General Manager von Monster Worldwide Deutschland, ist von dem Erfolg der neuen Wege überzeugt: "Auch im Legal Bereich sind Themen wie Mobile Recruiting und interaktive Stellenanzeigen aus unserer Perspektive keine Seltenheit mehr und haben sich bei dieser anspruchsvollen und hochqualifizierten Zielgruppe bewährt." Doch trotz der Zunahme von modernen Kommunikationsmitteln sind nicht alle juristischen Stellen im Netz zu finden. Der Geschäftsführer von StepStone Deutschland, Sebastian Dettmers, berichtet von Unterschieden zwischen den Branchen: "Während etwa im Bereich IT oder Ingenieurwesen heute praktisch sämtliche Stellen online ausgeschrieben werden, ist dies beispielsweise bei Ärzten oder Juristen nicht der Fall." So werden bei Juristen viele Positionen über persönliche Netzwerke oder Mitarbeiterempfehlungen vergeben.

Eigenes Netzwerk und Headhunter

Auch ohne Entscheidung zu einer aktiven Suche ist es wichtig, die Augen offen zu halten. Einige Jobbörsen bieten Newsletter an mit ausgewählten Jobangeboten und Tipps für eine erfolgreiche Karriereplanung. Wichtig ist auch der Aufbau und Ausbau eines eigenen beruflichen Netzwerkes. Hilfreich kann dabei der frühzeitige Kontakt zu einem Headhunter sein. "Dieser vereinfacht eine spätere Stellensuche", bestätigt Eva-Maria Emsinghoff von dem juristischen Personalberater Schollmeyer & Steidl. "Denn der Kandidat muss uns nur seinen Lebenslauf schicken und spart sich später so diverse Anschreiben und das immer neue Zusammenstellen der Unterlagen." Zudem haben Personalberater meist Stellenangebote, die in keiner Stellenbörse auftauchen. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, mit einem anonymisierten Profil des Kandidaten Stellen anzufragen: "Dies ist besonders für Kandidaten, die schon im Berufsleben stehen eine interessante Möglichkeit", so Emsinghoff. Es gibt kein Patentrezept für eine ideale Karriere, aber mit einer aktiven Planung, viel Einsatz und ein bisschen Glück lassen sich die eigenen beruflichen Ziele erreichen.

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