Düsseldorfer Tabelle 2015 inkl. Änderungen ab 01.08.2015

Die aktuelle Düsseldorfer Tabelle 2015 wurde am 28.07.2015 vom OLG Düsseldorf veröffentlicht. Sie gilt vom 01.08.2015 bis voraussichtlich 31.12.2016. Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Leitlinie für die Höhe des Kindesunterhalts nach einer Trennung bzw. Scheidung der Eltern. Aus ihr kann abgelesen werden, wie viel Unterhalt der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, mindestens zahlen muss.

Düsseldorfer Tabelle ab 01.08.2015

Nettoeinkommen / € Altersstufen in Jahren (§ 1612 a Abs. 1 BGB) / € % Bedarfskontrollbetrag / €
  0-5 6-11 12-17 ab 18    
bis 1.500 328 376 440 504 100 880/ 1.080
1.501-1.900 345 395 462 530 105 1.180
1.901-2.300 361 414 484 555 110 1.280
2.301-2.700 378 433 506 580 115 1.380
2.701-3.100 394 452 528 605 120 1.480
3.101-3.500 420 482 564 646 128 1.580
3.501-3.900 447 512 599 686 136 1.680
3.901-4.300 473 542 634 726 144 1.780
4.301-4.700 499 572 669 767 152 1.880
4.701-5.100 525 602 704 807 160 1.980
Bei Einkommen über 5.101 Euro netto wird einzelfallabhängig ermittelt

Zahlbeträge für das erste und zweite Kind ab 01.08.2015

Nettoeinkommen / € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.500 236 284 348 320
1.501-1.900 253 303 370 346
1.901-2.300 269 322 392 371
2.301-2.700 286 341 414 396
2.701-3.100 302 360 436 421
3.101-3.500 328 390 472 462
3.501-3.900 355 420 507 502
3.901-4.300 381 450 542 542
4.301-4.700 407 480 577 583
4.701-5.100 433 510 612 623

Zahlbeträge für das dritte Kind ab 01.08.2015

Nettoeinkommen / € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.500 223 281 345 314
1.501-1.900 250 300 367 340
1.901-2.300 266 319 389 365
2.301-2.700 283 338 411 390
2.701-3.100 299 357 433 415
3.101-3.500 325 387 469 456
3.501-3.900 352 417 504 496
3.901-4.300 378 447 539 536
4.301-4.700 404 477 574 577
4.701-5.100 430 507 609 617

Zahlbeträge für das vierte Kind bis ab 01.08.2015

Nettoeinkommen / € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.500 220,50 268,50 332,50 289
1.501-1.900 237,50 287,50 354,50 315
1.901-2.300 253,50 306,50 376,50 340
2.301-2.700 270,50 325,50 398,50 365
2.701-3.100 286,50 344,50 420,50 390
3.101-3.500 312,50 374,50 456,50 431
3.501-3.900 339,50 404,50 491,50 471
3.901-4.300 365,50 434,50 526,50 511
4.301-4.700 391,50 464,50 561,50 552
4.701-5.100 417,50 494,50 596,50 592

Düsseldorfer Tabelle bis 31.07.2015

Diese Tabelle 2015 wurde im Dezember 2014 vom OLG Düsseldorf veröffentlicht. Sie gilt vom 1.1.2015 bis voraussichtlich 31.07.2015.

Nettoeinkommen / € Altersstufen in Jahren (§ 1612 a Abs. 1 BGB) / € % Bedarfskontrollbetrag / €
  0-5 6-11 12-17 ab 18    
bis 1.500 317 364 426 488 100 880/ 1.080
1.501-1.900 333 383 448 513 105 1.180
1.901-2.300 349 401 469 537 110 1.280
2.301-2.700 365 419 490 562 115 1.380
2.701-3.100 381 437 512 586 120 1.480
3.101-3.500 406 466 546 625 128 1.580
3.501-3.900 432 496 580 664 136 1.680
3.901-4.300 457 525 614 703 144 1.780
4.301-4.700 482 554 648 742 152 1.880
4.701-5.100 508 583 682 781 160 1.980
Bei Einkommen über 5.101 Euro netto wird einzelfallabhängig ermittelt

Zahlbeträge für das erste und zweite Kind bis 31.07.2015

Nettoeinkommen / € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.500 225 € 272 € 334 € 304 €
1.501-1.900 241 € 291 € 356 € 329 €
1.901-2.300 257 € 309 € 377 € 353 €
2.301-2.700 273 € 327 € 398 € 378 €
2.701-3.100 289 € 345 € 420 € 402 €
3.101-3.500 314 € 374 € 454 € 441 €
3.501-3.900 340 € 404 € 488 € 480 €
3.901-4.300 365 € 433 € 522 € 519 €
4.301-4.700 390 € 462 € 556 € 558 €
4.701-5.100 416 € 491 € 590 € 597 €

Zahlbeträge für das dritte Kind bis 31.07.2015

Nettoeinkommen / € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.500 222 € 269 € 331 € 298 €
1.501-1.900 238 € 288 € 353 € 323 €
1.901-2.300 254 € 306 € 374 € 347 €
2.301-2.700 270 € 324 € 395 € 372 €
2.701-3.100 286 € 342 € 417 € 396 €
3.101-3.500 311 € 371 € 451 € 435 €
3.501-3.900 337 € 401 € 485 € 474 €
3.901-4.300 362 € 430 € 519 € 513 €
4.301-4.700 387 € 459 € 553 € 552 €
4.701-5.100 413 € 488 € 587 € 591 €

Zahlbeträge für das vierte Kind bis 31.07.2015

Nettoeinkommen / € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.500 209,50 € 256,50 € 318,50 € 273 €
1.501-1.900 225,50 € 275,50 € 340,50 € 298 €
1.901-2.300 241,50 € 293,50 € 361,50 € 322 €
2.301-2.700 257,50 € 311,50 € 382,50 € 347 €
2.701-3.100 273,50 € 329,50 € 404,50 € 371 €
3.101-3.500 298,50 € 358,50 € 438,50 € 410 €
3.501-3.900 324,50 € 388,50 € 472,50 € 449 €
3.901-4.300 349,50 € 417,50 € 506,50 € 488 €
4.301-4.700 374,50 € 446,50 € 540,50 € 527 €
4.701-5.100 400,50 € 475,50 € 574,50 € 566 €

Änderungen in der Düsseldorfer Tabelle ab dem 01.08.2015

Mindestunterhalt steigt

Unter Berücksichtigung des neuen Kinderfreibetrags von 4.512,00 Euro steigt der Mindestunterhalt eines Kindes bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres (1. Altersstufe) von bisher mtl. 317,00 Euro auf mtl. 328,00 Euro, der eines Kindes vom siebten bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres (2. Altersstufe) von mtl. 364,00 Euro auf mtl. 376,00 Euro und der eines Kindes ab dem 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit (3. Altersstufe) von bisher mtl. 426,00 Euro auf mtl. 440,00 Euro.

Der Unterhalt volljähriger Kinder berechnet sich nach dem Bedarfssatz der 3. Altersstufe zuzüglich der Differenz zwischen der 2. und 3. Altersstufe. Er steigt daher von mtl. 488,00 Euro auf mtl. 504,00 Euro. Zwar wird der steuerliche Kinderfreibetrag rückwirkend zum 1. Januar 2015 erhöht, die Unterhaltssätze steigen jedoch erst ab dem 1. August 2015.


Kindergeld steigt um vier Euro

Das Kindergeld wird rückwirkend zum 1. Januar 2015 um jeweils 4,00 Euro erhöht, und zwar von monatlich 184,00 Euro auf 188,00 Euro für ein erstes und zweites Kind, von monatlich 190,00 Euro auf 194,00 Euro für ein drittes Kind und von monatlich 215,00 Euro auf 219,00 Euro für das vierte und jedes weitere Kind.

Das Kindergeld ist in der Regel zur Hälfte auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen. Aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Regelung ist für das Jahr 2015 bei der Berechnung des Zahlbetrages jedoch nicht von den erhöhten, sondern von den bisherigen Kindergeldbeträgen (184,00 Euro, 190,00 Euro und 215,00 Euro) auszugehen.

Von weiteren Änderungen wie etwa einer Erhöhung des Bedarfs für Studenten von derzeit 670,00 Euro zunächst abgesehen. Diese sollen Anfang 2016 folgen. Die Erhöhung der Bedarfssätze unterhaltsberechtigter Kinder beruht auf dem am 22. Juli 2015 verkündeten Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrages, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags. Der steuerliche Kinderfreibetrag für das Jahr 2015 steigt von bisher 4.368,00 Euro um 144,00 Euro auf 4.512,00 Euro.

Änderungen in der Düsseldorfer Tabelle von 2014 nach 2015

Die Kindesunterhaltsbeträge haben sich im Vergleich zur Düsseldorfer Tabelle 2013/2014 zunächst nicht geändert. Sie können zum 01.01.2015 aufgrund der gesetzlichen Regelungen nicht erhöht werden, da sie sich nach dem durch das Bundesfinanzministerium festzusetzenden steuerlichen Kinderfreibetrag richtet. Eine Anhebung des Kinderfreibetrages durch das Bundesfinanzministerium soll voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres erfolgen. Bis zu einer Anhebung muss es daher bei den derzeitigen Kindesunterhaltsbeträgen bleiben.

Was ist der Ursprung der Düsseldorfer Tabelle?

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Richtlinie für Unterhaltszahlungen, die zwischen dem Oberlandesgericht Düsseldorf in Abstimmung mit dem Deutschen Familienrechtstag und anderen Oberlandesgerichten veröffentlicht wird. Das Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf ist das jüngste von insgesamt drei Oberlandesgerichten im Bundesland Nordrhein-Westfalen und Namensgeber der Unterhaltstabelle. Der Deutsche Familienrechtstag (DFGT) wurde 1977 in Brühl im Rheinland gegründet mit dem Zweck, das Familienrecht weiterzuentwickeln und interdisziplinären Erfahrungsaustausch zu praktizieren.

Was ist das Ziel der Düsseldorfer Tabelle?

Ziel der vereinheitlichten Unterhaltstabelle ist, die Rechtsprechung in Bezug auf Unterhaltszahlungen gerechter zu gestalten und zu standardisieren. Sie wird ergänzt durch Unterhaltsleitlinien mit Erläuterungen der verschiedenen Oberlandesgerichte und besteht aus insgesamt vier Teilen, zu denen der Ehegattenunterhalt, der Kindesunterhalt, der Verwandtenunterhalt und die Mangelfallberechnung gehören. Die Düsseldorfer Tabelle reicht zurück in das Jahr 1962 und hat ihren Ursprung in einer Verhandlung vor der 13. Zivilkammer des OLG Düsseldorf. Damals reichte eine Mutter Beschwerde ein gegen die Ablehnung ihrer Forderung, den Kindesunterhalt aufzustocken und neu zu berechnen. Der damalige Vorsitzende nahm diesen Sachverhalt zum Anlass, eine erste Version der Unterhaltstabelle zu verfassen.

Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder

Die Düsseldorfer Tabelle wird alle zwei Jahre überarbeitet. Die letzte Änderung erfolgte zum 01.01.2015. Die Tabelle nennt beispielsweise beim Kindesunterhalt den Kindermindestunterhalt bis zum 21. Lebensjahr, den bei getrennt lebenden Eltern der Elternteil zahlen muss, in dessen Haushalt das minderjährige Kind nicht lebt.

Wie wird der Unterhalt mit der Düsseldorfer Tabelle berechnet?

Minderjährige Kinder leben nach der Scheidung der Eltern in der Regel bei nur einem Elternteil. Der betreuende Elternteil leistet seine Unterhaltspflicht durch Betreuungsunterhalt in Form von Verpflegung und Obdach. Der andere Elternteil, oft der Vater, erfüllt seine Unterhaltspflicht durch Barunterhalt, also in Form von Geld. Wie viel Unterhalt er zahlen muss, hängt von seinem Einkommen ab.  Außerdem berücksichtigt die Düsseldorfer Tabelle auch das Alter des Kindes durch Einordnung in eine Altersgruppe. Das Einkommen des betreuenden Elternteils hat hingegen in der Regel keinen Einfluss.

Um den Unterhalt zu berechnen, wird zunächst das Nettoeinkommen nach speziellen Vorschriften ermittelt. Auf dieses Nettoeinkommen wird dann die Düsseldorfer Tabelle angewendet.

Bei der dem Nettoeinkommen entsprechenden Einkommensstufe kann die Höhe des Kindesunterhalts  abgelesen werden. Die Düsseldorfer Tabelle geht von einer Unterhaltspflicht für zwei Personen, z.B. für Kind und geschiedenen Ehepartner, aus. Bei weniger oder mehr Unterhaltsberechtigten ist eine höhere oder niedrigere Einkommensstufe anzuwenden und es ergibt sich entsprechend ein höherer oder niedrigerer Unterhalt.

Für den unterhaltspflichtigen Elternteil gilt ein Mindestunterhalt. Weniger als diesen Betrag kann er nur dann zahlen, wenn sein Nettoeinkommen geringer ist als die Summe aus Selbstbehalt und Mindestunterhalt und er sich erfolglos bemüht, seine finanzielle Situation zu verbessern. Der Mindestunterhalt orientiert sich am doppelten Kinderfreibetrag nach dem Einkommensteuergesetz
Beträgt das Einkommen des Unterhaltspflichtigen mehr als die obere Grenze der höchsten Einkommensstufe, kann im Einzelfall ein höherer Unterhalt festgesetzt werden.

Was ist der Selbstbehalt?

Damit demjenigen, der den Kindesunterhalt zahlen muss, selbst genug Einkommen bleibt, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, verbleibt ihm der Selbstbehalt. Der Selbstbehalt ist jedoch kein fester Betrag, sondern seine Höhe hängt vom Empfänger des Unterhalts ab bzw. dessen Rang im Unterhaltsrecht. So ist der Selbstbehalt beim Ehegattenunterhalt höher als beim Kindesunterhalt.  Beim Kindesunterhalt für (nicht erwerbstätige) Unterhaltspflichtige beträgt der Selbstbehalt zum Beispiel 880 Euro (ab 01.01.2015).

Was ist der Bedarfskontrollbetrag?

Die letzte Spalte der Düsseldorfer Tabelle weist den Bedarfskontrollbetrag aus. Der Bedarfskontrollbetrag soll sicherstellen, dass der Elternteil mit Unterhaltspflicht nicht schlechter gestellt ist als der Unterhaltsberechtigte und somit die finanziellen Mittel gleichmäßig verteilt sind. Verbleibt dem Unterhaltspflichtigen nach Abzug des zu zahlenden Unterhalts weniger als der Bedarfskontrollbetrag, wird er in die nächst niedrigere Einkommensstufe herabgesetzt und muss dementsprechend weniger Kindesunterhalt leisten. 

Der Bedarfskontrollbetrag ist nicht identisch mit dem Selbstbehalt. Ausnahme: Beim Mindestunterhalt haben Bedarfskontrollbetrag und Selbstbehalt die gleiche Höhe.

Was ist der Zahlbetrag?

Im Anhang der Düsseldorfer Tabelle sind Zahlbeträge aufgelistet. Dabei handelt es sich jeweils um den Betrag, der sich ergibt, wenn man den Anspruch des Empfängers auf Unterhalt um den Anspruch des Unterhaltspflichtigen auf Kindergeld kürzt.

Download Düsseldorfer Tabelle ab 01.08.2015

Das PDF beinhaltet neben den Unterhaltsbeträgen auch die Zahlbeträge nach Verrechnung des Kindergeldes.

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Ausführliche Erläuterungen und Anmerkungen zu diesem Muster-Dokument finden Sie in den Tabellen zum Familienrecht.

Weitere Informationen gibt es im Formularbuch des Fachanwalts Sozialrecht.

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