Feuilleton

Rechtsgeschichten 1913

Katz, Maus und Rhetorik für Stoiber

Symbolbild: Bayerischer Dampflokführer und Heizer um 1913

Von Eisenbahnern, die nach den Regeln der juristischen Kunst an einem "Schreck" sterben, über militärischen Richter-Verstand zum Reichsgerichtssound auf Schlagzeug – auch im Mai 1913 hatte das Justizwesen Unterhaltsames zu bieten. Mit einer Rhetorik, die Edmund Stoibers Augen zum Leuchten brächte, sinniert Martin Rath. mehr

Kuppelei und Sodomie

Wandel des Sexualstrafrechts

Küssende Männer

In den 1950er-Jahren konstruierte der BGH eine "objektive Sittenordnung", die bewusst weltfremd sein will. Als oberste Sittenwächter bestraften die Karlsruher Richter eine alleinerziehende Mutter, weil der Verlobte ihrer Tochter in der gemeinsamen Wohnung übernachtet hatte. Martin Rath über Strafsenate im moralischen Größenwahn und die talibanesken Zeiten des deutschen Rechts. mehr

Humor und Witz unter Juristen

Weltlachtag für den Frieden

Hausesel

Menschen, die öffentlich Selbstgespräche zu führen scheinen, müssen nicht verrückt sein. Es kann ja ein Freisprech-Apparat dahinterstecken. Kaum hat man sich daran gewöhnt, droht die nächste Mode-Torheit: Zum heutigen "Weltlachtag" wird zu einem unmotivierten 3-Minuten-Lachen aufgerufen. Martin Rath versucht, mit etwas juristischem Ernst dagegen anzukommen. mehr

Heinisch spitzt die Feder

Ab in die Schweiz, Steuerzahler

Uli Hoeneß und die Offshore-Leaks haben das Thema zurück in die Schlagzeilen gebracht. Was wollen wir machen mit den Steuerflüchtlingen? Sie mit Straffreiheit bei Selbstanzeige locken, ihnen mit strengeren Verjährungsfristen und Haftstrafen drohen oder die Schuld auf die anderen schieben - auf all die Steuerparadiese, gleich ob nun in der Südsee oder in den Bergen? mehr

Doku über den Internationalen Strafgerichtshof

Nur die Wahrheit

Luis Moreno-Ocampo mit Angelina Jolie

"Du wüsstest nie, wann man dich verhaftet." Mit "The Court" kommt eine Dokumentation ins Kino, die eigentlich ein Politthriller ist. Über ein außergewöhnliches Gericht, einen juristischen Versuchsaufbau zwischen Den Haag, Kongo und Palästina, seine Ankläger und Richter. Von Markus Sehl. mehr

Rechtsgeschichte des 1. Mai

Bismarcks Idee vom weltweiten "Normarbeitstag"

Titelseite der Volksstimme vom 1. Mai 1901

Otto von Bismarck hatte eine hellsichtige Idee, die ihren Weg um die Welt leider nicht antreten sollte. Ein Friseur in der preußischen Festungsstadt Cöln am Rhein tat 45 Minuten zu viel des Guten und wurde womöglich hart bestraft. Und schon Friedrich Naumann wusste, wozu man den 1. Mai gebrauchen kann. Ein Feiertagsfeuilleton von Martin Rath.

mehr

Juristen und die Neurowissenschaften

Überall Willensbildungsgestörte

Mann denkt angestrengt nach

"Des Menschen Willen ist sein Himmelreich?" Neurobiologen beunruhigen mit der Botschaft, dass es mit dem freien Willen nicht weit her sein könnte. Juristen verteidigen das Himmelreich, ist der Wille doch Voraussetzung von Schuld und Haftung. Bis zur Klärung der Angelegenheit hilft vielleicht eine Übung in Willensbildungsstörungen. Ein Versuch von Martin Rath. mehr

Gegen die "Unsittlichkeit" im Theater

Mit Thomas Mann als Hilfszensor

Postkartenmotiv: Nationaltheater in München um 1900

In seinem Bestseller "1913. Sommer des Jahrhunderts" führt Florian Illies allerlei Ereignisse an, die vor 100 Jahren die Kunstwelt erschütterten. Die Juristerei kommt nur sparsam vor. Dabei tauchte eine bemerkenswerte Einrichtung zwischen Recht und Kunst im April 1913 auf: In Bayern beteiligte man die Bürger über Beiräte an der autoritären Staatspraxis der Theaterzensur, erzählt Martin Rath. mehr

Die neue StVO

Gender-politisch state of the art

Highe Heals und Herrenschuh

Um die dreißig Jahre sind vergangen, bis die feministische Linguistik zum 1. April Eingang fand in die erste geschlechtsneutrale Straßenverkehrsordnung Deutschlands. Die Zeiten haben sich schon geändert, sinniert Roland Schimmel. Kohl heißt jetzt Merkel, es gab mal einen schwulen Vizekanzler* und die Familienministerin neutralisiert beim Vorlesen Kinderbücher. Eine Bestandsaufnahme. mehr

Ingo Lenßens "Die Lücke im Gesetz"

TV-Anwalt vermisst Unrechtsbewusstsein

Ingo Lenßen

In seiner Rolle als "Lenßen" löst er täglich knifflige Fälle. Im richtigen Leben hat Ingo Lenßen mal wieder ein Buch geschrieben. Hinter dessen Titel "Die Lücke im Gesetz - wie man ungestraft davon kommt" steckt Nachdenkliches. Außerdem erzählte der Anwalt LTO, woher der Zwirbelbart kommt und warum er nur noch regionale Mandate annimmt. mehr

23

Veranstaltungen und Seminare

LTO-Quiz: Einstellungstests bei Journalistenschulen

© stillkost - Fotolia.com

Heribert Prantl, Claus Kleber und Ulrich Wickert sind nur drei Beispiele für Juristen, die vor allem durch ihre journalistische Tätigkeit bekannt wurden. Genau wie sie damals liebäugeln auch heute viele Rechtswissenschaftler mit einem Job im Bereich der Medien. Doch der Arbeitsmarkt in diesem Sektor ist hart umkämpft. Ohne eine journalistische Zusatzausbildung bleibt vielen der Zugang versperrt. Dementsprechend bietet sich der Besuch einer der renommierten Journalistenschulen an. Der Pferdefuß: Diese nehmen längst nicht jeden Bewerber! Prüfen Sie anhand von 15 teilweise geringfügig modifizierten Fragen aus den vergangenen Einstellungstests der Henri-Nannen-Schule und der Axel-Springer-Akademie, ob Sie wissenstechnisch mit den Nachwuchsredakteuren mithalten können. Übrigens: Einige der folgenden Fragen waren in den Originaltests reine Wissensfragen ohne Ankreuzmöglichkeit!

Die LTO App - jetzt kostenlos für Apple und Android
LTO-Newsletter
kostenlos abonnieren