Feuilleton

Völkerrecht in Bürgerkriegszeiten

Kein Markttag in Vermont

Nach der Schlacht von Gettysburg gefangengenommene konföderierte Soldaten ( 1863, unbekannter Fotograf)

Vierzehn, möglicherweise bis zu 25 junge Männer überfielen am 19. Oktober 1864 drei Banken in St. Albans, einer beschaulichen Kleinststadt im US-Bundesstaat Vermont, 25 Kilometer südlich der kanadischen Grenze. Ein Bürger der Stadt starb. Der Versuch, die Stadt niederzubrennen, scheiterte. Das juristische Nachspiel hätte das Ende der USA, wie wir sie heute kennen, nach sich ziehen können. mehr

Der erste deutsche Juraprofessor

Johannes Teutonicus – aus Bologna in den Harz?

Johannes Teutonicus

In Rom diskutieren derzeit 191 Bischöfe und Kardinäle über die Vereinbarkeit von kirchlicher Lehre und Lebenswirklichkeit sowie über das kirchliche Recht. Letzteres prägte der bedeutende Rechtsgelehrte und zugleich erste deutsche Juraprofessor Johannes Teutonicus. Von dessen Biografie ist zwar vergleichsweise wenig überliefert. Im Harz stößt André Niedostadek dennoch auf eine Spur. mehr

Mythen der Rechtspolitik

Die Trümmerfrau war ein Mann

Gruppenbild eines Trümmerbeseitigungstrupps

Die Trümmerfrau (m/w) hat etwas vom "Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Sie ist eine Forrest-Gump-Figur auch der juristischen Fachliteratur, die durch einige Jahrzehnte wild bewegter staats-, straf- und sozialrechtlicher Zeiten führen könnte, würde sie nicht langsam aus der Wahrnehmung verschwinden. Eine Fährtenlese von Martin Rath. mehr

Juristenpsychologie

Angst macht dumm

Brain chillen

Ein populäres Kinderlied behauptet: "Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt, dass Marmelade Fett enthält". Dank boulevardjournalistischer Aufbereitung werden vor allem die Ergebnisse US-amerikanischer Wissenschaft oft als besserer Witz dieser Art wahrgenommen. Die US-Forschung zur Angst unter Juristen hat dies vielleicht nicht verdient. mehr

Zum Tag der Deutschen Einheit

Verbrecherlehrbuch

Auszug aus den Gerichtsreden

Der 3. Oktober ist heute ein Volksfest in der Hauptstadt, kaum mehr. Man genießt die Freizeit. Von dem, was sich in der früheren DDR als Recht ausgab, ist wenig geblieben. Im Gedenken vieler Ex-SED-Untertanen verklärt sich der Blick, als habe man in Schweden gelebt, nur mit einer Mauer. Mit einem bösen Relikt aus dem Bücherschrank zeigt Martin Rath die finstere Seite des 1990 beendeten Staats. mehr

Kodifikationsstreit oder der lange Weg zum BGB

Als Thibaut und von Savigny aneinander vorbei redeten

Thibaut (l.) und Savigny

Das BGB ist heute in Deutschland ein Bestseller, andere Nationen haben sich davon einiges abgeschaut. Vor zweihundert Jahren war daran noch gar nicht zu denken. 1814 stritten die Juristen, ob Deutschland ein einheitliches Gesetz brauchte. Beim Blick zurück kommt André Niedostadek vieles bekannt vor. mehr

Merkwürdige Verfassungsinterpretation

US-Juristen gut deitsch in den Wahnsinn treiben

Die Unterzeichnung der Verfassung der Vereinigten Staaten (Howard Chandler Christy)

Ein alter Philosophen-Scherz geht so: Deutsche Philosophen schrieben so kompliziert, ja dunkel-raunend, dass man sie durch eine Übersetzung ins Englische erst verständlich machen (Immanuel Kant) oder als Scharlatan (Martin Heidegger) überführen sollte. Ein neuer Juristen-Scherz geht so: Um ihre eigene Verfassung verstehen zu können, müssen US-Juristen wohl Deutsch lernen. Von Martin Rath. mehr

Dekolonisation im Recht

Wem der Tabak gehört, dem gehört das Land

Kolonialherr fasst sich an seinen Ziegenbart

Den Briten, Franzosen, Belgiern und Niederländern gingen die Kolonien abhanden. Auch die Justiz des kleinen Bremen hatte über die Folgefragen der Dekolonisation zu richten. Derweil stritten sich  fortschrittliche mit besonders fortschrittlichen Juristen darüber, wer sich den indonesischen Tabak aneignen darf – während sich fortschrittliche Journalisten die übelsten Exzesse leisteten. mehr

Juristische Dissertationen aus deutschen Landen

Das Recht der Avatare und der Hausväter

Deutscher Kolonialherr ca. 1885  (Urheber unbekannt)

Vor drei Jahren führten die akademischen Machenschaften eines bayerischen Ex-Politikers dazu, dass der Ruf geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Doktorarbeiten Schaden nahm. Seither stellen wir von Zeit zu Zeit neue juristische Doktorarbeiten vor. Nicht mit dem Anspruch einer Bestenauslese oder der Repräsentativität – aber hoffentlich ein wenig unterhaltsam. Von Martin Rath. mehr

August und Peter Reichensperger

Das P-Problem des OLG Köln

Oberlandesgericht Köln (1910)

Für die Bediensteten der bayerischen Justiz dürfte es aufgrund eines landestypischen Sprachproblems ziemlich normal sein, erklären zu müssen, ob ein Wort mit "b" oder "p" ausgesprochen wird. In Köln stellt sich das Problem bei der Adresse des Oberlandesgerichts auch: "Reichensperger Platz? – Wo liegt denn der Reichensberg?" Eine gar nicht lokalpatriotische Geschichte von Martin Rath. mehr

Tumultschadensrecht

Wenn schon dulden, dann liquidieren

Proteste auf dem Majdan-Platz in Kiew (Januar 2014, Ukraine)

Früher war Krieg, wenn Peter Scholl-Latour einflog, um dem deutschen Pantoffel-Strategen zu erklären, wer schuld ist. Syrien, Ukraine, Ost-Kongo, Nord-Mexiko, West-China: Das könnte heute niemand mehr leisten. Interessanter als journalistische Kriegs-Erklärungen ist vielleicht: Wer haftet eigentlich den Geschädigten all dieser Tumulte? Ein Blick auf die preußische Lösung von Martin Rath. mehr

Postmortale Rechtsfragen

Gespensterehen

Betende Braut

Im letzten Krieg erweiterte ein unsympathischer Österreicher das Eherecht um standesamtliche Vorgänge zwischen Lebenden und Toten. Das wurde für die Überlebenden zu einer mitunter sehr traurigen, weil nicht sonderlich gut geordneten juristischen Problematik. Freundet man sich aber erst einmal mit rechtlichen Bindungen zur Geisterwelt an, finden sich auch komische Seiten. Von Martin Rath. mehr

Buch "Millionäre fahren nicht auf Fahrrädern"

Als Richter wurde, wer eine Schreibmaschine hatte

Cover "Millionäre fahren nicht auf Fahrrädern", Ernst Reuß

Hand aufs Herz: Wer kein Berliner ist, hat dieser Tage kaum an den Jahrestag des Mauerbaus gedacht. Martin Rath hat für die Hauptstadt wenig übrig – für ein Buch  des Juristen Ernst Reuß, das eine ganz andere Art von Gedenken nicht nur an die Hauptstadt nach 1945 ermöglicht, umso mehr. Eine Leseempfehlung. mehr

Das BVerfG zieht um

2,4 Kilometer Akten

Ein Restaurator reinigt den Bundesadler des Bundesverfassungsgerichts

Ein Gericht zieht um. Na und? - mag mancher denken. Von wegen! Wenn das Bundesverfassungsgericht an seinen Stammsitz in die Karlsruhe Innenstadt zurückkehrt, müssen kilometerweise Akten mit. mehr

Verkehrsampel wird 100

Zwischen Fortschritt und Gotteslästerung

Ampelanlage in Berlin (Potsdamer Platz um 1930)

Vor 100 Jahren wurde in den USA die erste elektrische Verkehrsampel in Betrieb genommen. Was nach einem dankbaren Sommerlochthema klingt, führt auf die Fährte juristischer Ampelfeinde deutscher Herkunft sowie zu den Verwicklungen des Fortschritts. Natürlich ist auch das ein dankbares Sommerlochthema von Martin Rath. mehr

Rechtsquiz zur Rechtssoziologie

Zugegeben – die Rechtssoziologie ist schon ein kleiner Exot in der deutschen Rechtswissenschaft. Eigentlich verwunderlich, denn das Recht ist ja ein großer Bestandteil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Vielleicht gehören Sie aber ja zu den Glücklichen, die eine Rechtssoziologie-Vorlesung im Studium besuchen durften. Alle anderen dürfen sich natürlich auch durch das Quiz klicken und lernen, womit sich die Rechtssoziologie überhaupt beschäftigt, was Repeat Players sind und wann die meisten Ehen geschieden werden. Brillieren Sie mit diesem Wissen beim nächsten Juristenstammtisch!

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