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SPD-Bundestagsabgeordnete schönte Lebenslauf: Petra Hinz täuschte abge­sch­los­senes Jura­stu­dium vor

20.07.2016

Die SPD-Politikerin Petra Hinz hat eingeräumt, in ihrem Lebenslauf auf der Seite des Bundestages falsche Angaben, insbesondere über den Abschluss der juristischen Ausbildung, gemacht zu haben. Inzwischen wurde die Seite berichtigt.

Die Essener Politikerin und Bundestagsabgeordnete Petra Hinz (SPD) hat ihren Lebenslauf, der auf der der Homepage des Deutschen Bundestages veröffentlicht ist, durch falsche Angaben geschönt. Das räumte die Politikerin inzwischen selbst ein, nachdem das Informer Magazin Essen, die WAZ und NRZ den Lebenslauf hinterfragt hatten. Hinz hatte darin angegeben, das Abitur und das juristische Staatsexamen abgelegt zu haben. Beides trifft jedoch nicht zu.

Auf ihrer Internetseite teilt Hinz mit, dass sie die Fachhochschulreife erworben habe. Danach habe sie auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachholen wollen. Dies habe sie dann aber aufgrund ihrer zeitlichen Beanspruchung durch ihr politisches Engagement aufgegeben. Die inzwischen korrigierte Fassung ihres Lebenslaufs auf der Seite des Bundestages enthält nunmehr den Hinweis, dass Hinz im Anschluss an ihre schulische Laufbahn ein einjähriges Praktikum bei der Sparkasse absolviert und eine zweijährige Ausbildung zur Moderatorin für den Bereich Moderatorin und Kommunikation absolviert habe.

Bundestag sieht keinen Ansatz für rechtliche Konsequenzen

Auf ihrer Homepage stellt Hinz klar, dass sie zu keinem Zeitpunkt rechtsberatend tätig gewesen sei. Ihre bisherigen Angestelltentätigkeiten seien nicht juristischer Natur gewesen. Sie sei selbst bestürzt, "nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten gerade zu stehen" heißt es in der Erklärung.

Welche Konsequenzen Hinz fürchten muss, ist bislang noch nicht abzusehen. Die Essener SPD forderte am Mittwoch den sofortigen Rücktritt. NRW-Minister Thomas Kutschaty, zugleich deren Vorsitzender, teilte mit, er erwarte, dass Hintz dieser Aufforderung unverzüglich nachkomme. "Wir alle sind schockiert, dass Petra Hinz uns 30 Jahre lang eine falsche Biografie aufgetischt hat", so der NRW-Minister. Am Montag hatte Hinz bereits erklärt, nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt war die Fälschung noch nicht bekannt.

Von Seiten der Bundestagsverwaltung gebe es "keinen Ansatzpunkt für rechtliche Konsequenzen" wegen des gefälschten Lebenslaufes, teilte ein Sprecher in Berlin mit. Hinz ist seit 2005 Mitglied im Bundestag. Der Bundestag veröffentliche auf der Internetseite und im Amtlichen Handbuch biografische Informationen, die er von den Abgeordneten erhalte. Jeder Abgeordnete sei für seine Angaben selbst verantwortlich. Gebe es Zweifel an Darstellungen, setze sich die Bundestagsverwaltung mit dem jeweiligen Politiker in Verbindung.

una/LTO-Redaktion

mit Materialien von dpa

Zitiervorschlag

SPD-Bundestagsabgeordnete schönte Lebenslauf: Petra Hinz täuschte abgeschlossenes Jurastudium vor . In: Legal Tribune Online, 20.07.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/20060/ (abgerufen am: 16.09.2019 )

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Kommentare
  • 20.07.2016 15:52, Mercedes

    Soweit ich mich an die Examensvorbereitung erinnere,
    Wurde ein Betrug dann angenommen, wenn jemand Staatsexamina vorgetäuscht hat und dennoch im ö Dienst eingestellt worden ist....wo liegt der Unterschied hier? Die Dame hat die Partei, die Bürger und den Bundestag über ihre Qualifikationen irregeführt&getäuscht, einen (zumindest formell) minderwertigen Job geleistet, also Vermögensverfügg in Form der Zahlung und einen deckungsgleichen Schaden veranlasst. Bzgl. des Vorsatzes bestehen keine Zweifel....
    Warum sollte die StA kein Verfahren eröffnen?

    • 20.07.2016 16:13, Tom

      Da das Nichtvorhandensein des Examen als Täuschung sich wohl nicht kausal zur Verfügung verhällt, denn die angefügtern Getäuschten beachten sie nicht dort hin wo sie jetzt aufhörte, nur weil sie Juristin vorgab zu sein, nehme ich an. Grüße

    • 20.07.2016 16:33, Leon

      "Wurde ein Betrug dann angenommen...wenn jemand Staatsexamina vorgetäuscht hat und dennoch im ö Dienst eingestellt worden ist....wo liegt der Unterschied hier? "

      Im Öffentlichen Dienst wäre ihre Examina Einstellungsvoraussetzung,
      Abgeordnete hingegen kann jede Frau werden, es gibt keine Bildungsvoraussetzungen. Für die SPD-Mitgliedschaft auch nicht, wie man ja oft sieht.

      Sie hat keinen Vermögensschaden verursacht, ohne (behauptetes) Examen hätte sie genau dasselbe machen können.

  • 20.07.2016 15:59, Reibert

    Weder Abitur, noch erstes oder zweites Staatsexamen und 30 Jahre hats keiner gemerkt.

    Was sagt das über Juristen aus?

    • 20.07.2016 16:38, Leon

      Nix, sie hat ja nicht als Juristin gearbeitet.

      Es sagt vielleicht etwas über die Parteien und die Politik aus.

      Allerdings ist sie ja offensichtlich 30 Jahre lang nicht schlechter gewesen als ihre Kolleginnen, sie hat die notwendigen Voraussetzungen also offensichtlich erfüllt, Examen hin oder her.

    • 20.07.2016 17:42, Reibert

      #Facepalm

  • 20.07.2016 16:08, Tom

    Das würde ihren vorangegangenen Arbeitgebern das Recht geben SchadE zu verlangen. Sollte entgegen der Bekundung doch eine juristische Beratung vorgelegen haben, sogar Regress, wenn der Beratende den Arbeitgeber in die Pflicht nimmt.
    Alles in Allem kann das echt teuer werden, finanziell, moralisch, freundschaftlich und vor allem karrieretechnisch.
    Frage mich, wie die das rausgefunden haben? Wer hat denn Einblick in die Existenz von Examen? Verrückt!

  • 20.07.2016 16:37, Friedrich

    Nichts. Denn die Dame war ja nach eigenen Angaben niemals rechtsberatend tätig, sondern Politikerin. Im übrigen gab es auch schon famose Hochstapler, die "medizinisch" erfolgreich tätig waren ohne über eine Approbation zu verfügen. So what?

    • 03.08.2016 09:55, Her Bst

      wenn Urkundenfälschung offensichtlich keine Straftat mehr ist, eröffnen sich ganz neue Geschäftsmodelle .....

  • 20.07.2016 17:54, Superjurist

    Vielleicht Wahlfeststellung!?!

  • 20.07.2016 18:13, RDA

    Ich schlage vor, dass auch im Abgeordnetengesetz ein allmächtiger Fallmanager wie im SGB II vorgesehen wird. Der kann dann in solchen Fällen Sanktionen verhängen.

    • 20.07.2016 19:07, Tom

      Verstoß gegen Art. 38 u. 20 III GG.

  • 21.07.2016 03:45, iudex

    falsa demonstratio non nocet

    • 21.07.2016 16:33, juris

      Nein :-).
      Sicherlich hat es viele Wähler oder Parteifreunde gegeben, die ihr gerade wegen den akademischen Abschlusses das Vertrauen entgegen gebracht haben und sie ohne Ausbildung nur mit einem Sparkassenpraktikum im Lebenslauf diese Position nicht erreicht hätte. Der Lebenslauf sagt schon etwas über die Person aus, ob sich jemand mal einer Prüfung gestellt...
      Sehr ärgerlich vor allem um die hohen Pensionsbezüge...

  • 21.07.2016 15:56, Dozent

    Also ich muss mich doch über einige Kommentare hier sehr wundern. § 132a StGB ist hier ganz klar erfüllt worden - und zwar über viele Jahre lang. Die komplette Ungebremstheit und Verlogenheit politischer Mandatsträger beim Erqwerb akademischer Titel oder gar dessen Vortäuschen hat ein unerträgliches Maß erreicht. Inzwischen muss man sich für seinen juristischen Doktortitel geradezu entschuldigen. Dafür habe ich mich nicht 6 Jahre lang neben dem Beruf gequält und auf Wochenenden und Urlaube verzichtet. Dieser Dame gehört staatsanwaltlich ein Scheitel gezogen, der sitzt. Was heißt hier keine Konsequenzen????????? Jahrelang öffentlich geführte akademische Titel und Belügen von Millionen von Wählern? Dass reicht nicht, ja? Dies ist ein schlicht rechtswidriges Vollzugsdefizit und dafür mitverantwortlich, dass jedes Vertrauen auch in die etablierte Politik verloren geht. Es beleidigt jeden Träger akademischer Titel und ist einer der Steine auf dem Weg zu Pegida und ähnlichen unseeligen Bewegungen. Diese Tontaube gehört öffentlich vom Himmel geschossen. Punkt. Unglaublich.

    • 21.07.2016 22:29, #Empörung

      Nix hinzuzufügen!

    • 22.07.2016 07:46, Paddington

      Ich gehe nicht davon aus, dass Ihnen das entgangen ist, deswegen folgender Hinweis: Frau Hinz hat in der Vergangenheit Ihren Beruf mit "Juristin" angegeben. Der Begriff "Jurist" bzw. "Juristin" ist im Gegensatz zum Begriff "Rechtsanwalt" bzw. "Rechtsanwältin" nicht geschützt.
      Das Problem stellen in diesem Zusammenhang weniger die politischen Mandatsträger dar, sondern vielmehr stellt sich die Frage danach wie es um die Qualität der Promotionen bzw. den Anspruch daran bestellt ist.

    • 22.07.2016 10:32, Tom

      @ Paddington
      Sie gab jedoch in ihren Lebensläufen an, Inhaberin zweier abgelegter "Staatsexamina" zu sein. Damit verlieh sie sich selbst einen akademischen Grad, der ihr nicht zusteht. Zumal das Erste auch den Rang eines Diploms hat, welchen sie demzufolge auch nicht besitzt. In sofern hat "Dozent" nicht ganz unrecht, dass der Tb des § 132a I Nr. 1 StGB erfüllt sein könnte.

    • 24.07.2016 10:26, Paddington

      @Tom:
      Auch die Behauptung "Staatsexamina" abgelegt zu haben führt nicht dazu, dass Frau Hinz akademische Titel zu Unrecht verwendet hat.

    • 14.08.2016 13:26, eono

      Aufgefallen ist aber nur: Das man sich über ihren Führungsstil ärgerte.
      Führungsqualitäten erwirbt man zwar unbewusst während einer Ausbildung -
      aber auch nicht Alle. Viele Chefs machen ihre Mitarbeiter krank.
      Aufgefallen ist ferner: Das man sich "in diesem unserem Lande" mit dem
      "Verlust der Werte" erstaunlich lange halten kann als Hochstapler sogar in dem
      eigenen Land in der eigenen Stadt.
      Aufgefallen ist ferner: Das dieser Wahnsinn, dieses Hohle, Leere, Irre, DUMME
      dazu geführt hat das aus dieser Stadt Essen genau in diesem Zeitraum ca.
      50% der Einwohner verschwanden. "Auswanderten" oder ...
      und: Das sicher etliche die nicht rechtzeitig ausgewandert sind - glatt übersehen
      werden - einfach ausgeschaltet, negiert wie nicht existent angesehen werden.
      Nicht gehört und nicht gelesen und nicht verstanden werden - können.
      Also: Laufen wohl SEHR VIELE dieser Art: Kategorie - Angeber - ich ich ich -
      auch Lügner, Betrüger, Launische, Verrückte - herum. Bundesweit. Auffallend
      auch die B-Länder.

  • 21.07.2016 16:38, Renate Gregor

    Was mich am meisten wundert: Musste Frau Hinz denn nirgendwo ihre Zeugnisse vorlegen? Wie kam es, dass sie sich einen falschen Lebenslauf ausdenken UND auch öffentlich verwenden konnte und wieso sind ihre falschen Angaben (um nicht zu sagen ihre Hochstapelei) niemandem aufgefallen?

    • 22.07.2016 07:49, Paddington

      Nein, sofern Sie nicht in Bereichen tätig werden (wollen) in denen die Vorlage verlangt wird besteht keine Nachweispflicht.
      Aufgefallen sind die Angaben doch, sonst würde über den Fall nicht berichtet.

    • 14.08.2016 13:33, eono

      DAS wundert mich auch. Und das deshalb denke ich: Ist es keine Rechtslage:
      Sie wurde gewählt - der Staat bezahlt sie ...
      wenn weder der Wähler noch der Staat irgendwelche Nachweise sehen will -
      und sie sich 30 Jahre im Alltag halten konnte - in dem es sicher nicht um ihre
      berufliche Laufbahn gegangen ist 365 Tagex30 - was soll das alles dann?
      Dann soll sie ihre Homepage ändern - richtig stellen ...und bei den nächsten Wahlen sehen was der Wähler dazu sagt.

  • 21.07.2016 17:41, Edlub

    Von der Bundestagsredaktion wurde mir schon vor Jahren "verraten", dass diese Veröffentlichen von Abgeordneten grundsätzlich nicht überprüft werden.
    Und wenn sich ein Abgeordneter als "Doktor" ausgibt, dann es es der Bundestagsverwaltung egal, ob es sich um einen echten, erhrlich erworbenen Grad handelt oder um einen gekauften bzw. frei erfundenen.
    "Jurist" ist meinens Wissens übrigens keine geschütze Berufsbezeichnung. Es gibt auch "Juristen", die eine Krämerschule (FH) absolvierten oder gar DDR-Diplomjuristen, die das Parteiprogramm anstelle ordentliche Rechtsgrundlagen studierten und mit der wende eingeschleust wurden.

    Wenn man heutzutage auch nur mir einem Staatsexamen als Anwalt zugelassen werden kann, dann muss es nicht bedeuten, dass Frau H. sogar ohne Studium dümmer ist als ein Anwalt, dem das Hirn vor 30 Jahren abhanden gekommen ist.
    Hochstapelei bleibt es allemal.
    Ich plädiere für Gnade, sie ist durch die Bloßstellung genug bestraft, wenngleich sie ihre erschlichenen Bezüge wie andere auch nicht zurückzahlen wird müssen und sogar, wie andere auch, mit einer fetten Rente rechnen kann..

  • 21.07.2016 23:01, Roland Berger

    Ein mittelmäßig guter Jurist mußte im Gespräch mit ihr eigentlich recht schnell erkennen, daß er es mit einer Nichtjuristin zu tun hat.

    • 12.08.2016 18:57, Hobmaier, Thomas-Paul

      Wer daran glaubt wird selig. Da kennt sich ein "alter Knasti" besser aus, als ein RA mit zweiten Staatsexamen. Oder, gehen Sie mal zu einem RA und fragen diesen nach Wirtschaftsprobleme. Da gehen Sie schneller raus, als wie Sie reingekommen sind.

  • 23.07.2016 09:55, Gerhard Krause

    Ordnungswidriges oder strafrechtlich Relevantes scheint sie ja nicht gemacht zu haben, die "Juristin"? Keine Urkundenfälschung, keine unberechtigtes Führen von akademischen Graden o.ä. Sie muss nur die "politische Verantwortung" tragen, die hat andere schon aus größerer Entfernung getroffen,

  • 23.07.2016 13:15, B.O.Mueller

    @Gerhard Krause: da bin ich mir nicht so sicher, wie Sie, wenn es um die Frage danach geht, ob es sich bei "Jurist" (immer noch) um einen ungeschützten Rechtsbegriff handelt. Aus folgendem Grund:
    Auf meinem Staatszeugnis des Examens steht geschrieben "Das Bestehen der Ersten Juristischen Prüfung berechtigt zum Führen der Bezeichnung "Jurist (Univ.)", soweit hierfür nicht von der Universität ein akademischer Grag verliehen wird [...]". Jetzt ist es so, dass Sie vermutlich nicht das "(Univ.)" hinzugefügt hat, aber letztlich doch den Anschein erweckte und aufrechterhielt, dass Sie eine akademische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Blick in den Kommentar (Schönke/Schröder) hilft bei der Rechtsfindung ;-) Dort findet sich nämlich unter § 132a Rn.13 folgendes "wie umgekehrt das Weglassen des den echten Titel kennzeichnenden ‚Diplom‘ –, wie zB beim ‚Psychologen‘ (Düsseldorf aaO) oder ‚Gemmologen‘ die Strafbarkeit nicht ausschließt." So könnte es auch hier sein. Das Weglassen meines "Diplom-" vor dem "Jurist" ist ja durchaus ein Unterfall. Dem objektiven Bürger erscheint der Jurist deckungsgleich mit dem Diplom-Jurist.
    Vielleicht liege ich aber auch falsch, zumindest emotional bin ich beim Kollegen Dozent (siehe oben).

  • 23.07.2016 14:45, Richter

    Asozialdemokraten :-) Schön, dass Dämlichkeit auch vor der SPD nicht Halt macht. Aus allen anderen Parteien kennt man es nicht anders.


    Wir lernen: Um Politiker zu werden, muss man nichts können. Aber war uns das angesichts der Qualität der sortigen Arbeit nicht schon immer klar?

    • 23.07.2016 15:19, Tom

      Ihre polemische Argumentation, dem Grunde nach ein einziger Vorwurf, trägt nicht zur Analyse bei. Ganz im Gegenteil, es macht sie schwerer, da sie pauschalieren und eine differenzierte Betrachtung außen vor lassen.

    • 23.07.2016 17:52, Richter

      @Tom: Was gibt es da zu analysieren? Die Frau hat gelogen, gehört weg. Die restlichen 600+ 'Volksvertreter' in Berlin stehen ihr aber kaum nach. Von unseren Lokalpolitikern ganz zu schweigen. Die Politik ist zu einem Sammelbexken finanzieller Interessen verkommen und das System schon lange extrem kaputt. Es ist Zeit für neue Konzepte. Es kann doch so nicht weitergehen.

      Regieren muss endlich von der Fähigkeit dazu abhängen. Eine gebildete Kaste - so hatte es Plato mal formuliert - sollte die Führung innehaben.

      Aber davon entfernen wir uns doch immer weiter. Lug, Betrug, Diätenerhöhung. Und von vorne.

    • 23.07.2016 20:45, Tom

      @ Richter
      "Eine gebildete Kaste (...) sollte die Führung innehaben."

      Genau das ist die Lösung, Autokratie. Schwachkopf!

    • 24.07.2016 13:08, Griechisch für Anfänger

      @Tom: Wenn Du schon versuchst, griechische Fachtermini zu verwenden,mach Dir wenigstens die Arbeit, den korrekten Begriff zu googlen. Sonst wirkt es eher peinlich ;-)

    • 25.07.2016 20:33, Reibert

      "Regieren muss endlich von der Fähigkeit dazu abhängen. Eine gebildete Kaste - so hatte es Plato mal formuliert - sollte die Führung innehaben."

      Kastendenken steht im Widerspruch zur Volksgemeinschaft.

    • 25.07.2016 22:24, Richter

      Es liegt doch de facto jetzt schon keine Volksgemeinschaft vor. Wir haben 1% Superreiche, die das Parlament quasi in Geiselhaft genommen haben, eine träge,stetig schrumpfende Mittelschicht und eine stetig wachsende Unterschicht, die mit (oder ohne) ehrlicher Arbeit keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt und in ihrer Not auf die schimpft, denen es NOCH schlechter geht, weil die Superreichen (siehe oben) Waffen exportieren und in den Medien Unsinn schreiben.

      Und da sol es ein Nachteil sein, wenn wir als Alternative mal probieren, klugen Leugen2die Leitung des Landes anzuvertrauen?

      Wenn Sie sich an dem Begriff 'Kaste' stören, gebe ich Ihnen Recht. Allerdings war das in etwa die seinerzeitige Wortwahl des Philosophen und damals noch nicht so negativ konnotiert wie heute. Wenn Ihnen 'eine Gruppe intelligenter Menschen' lieber ist... so weit würde ich konzedieren.

    • 25.07.2016 23:06, Reibert

      Und woduch kennzeichnen sich diese "klugen Leute"?

      Und jetzt sagen Sie bitte nicht: Durch eine akademische Ausbildung. Die weit überwiegende Mehrheit aller Abgeordneten sind Akademiker.

  • 23.07.2016 17:54, Fen aufwand nicht wert

    Wenn man sich achon die Mühe macht. Sollte man einen Abachluss erfinden, den man nicht an jeder Ecke mehr oder weniger umsonst nachgeworfen bekommt. Die beiden juristischen Staatsexamina sind - jedenfalls in vielen Bundesländern - viel zu einfach zu bestehen. Zum Teil sogar mit Hausarbeiten! Lachhaft.

    • 23.07.2016 21:00, juris

      1/3 fiel durch, von denen, die dann noch dabei waren.....Sie sollten es mal versuchen...., wenn es so ein schöner Zeitvertreib ist...mir hat es Spass gemacht, aber nachgeworfen wurde es nicht...., was dazu geführt hat, dass es eine ganze Berufssparte neben dem Universitätsbetrieb gibt, die sehr viel Geld damit verdient, auf das nachgeworfene Examen vorzubereiten....ca. 1 Jahr...:-)......ich verachte daher so Menschen, wie diese mir bisher unbekannte Politikerin, die sich so leichtfertig und dreist mit etwas schmückt, was sie nicht erreicht hat....wahrscheinlich hätte sie heute noch nicht einmal den NC, um an einer Uni zugelassen zu werden...keine Vorbildfunktion...bitte sofort zurücktreten.....und Aberkennung der Pensionsbezüge (mindestens)......jedenfalls reicht der Rücktritt als Bestrafung nicht...(gefühlt :-))....wo führt das hin, wenn jeder sich noch ein paar Titel und zusätzliche Examina dazu dichtet in Bereichen, in denen er nicht beruflich tätig ist...so als reine Reputation...
      Das Vertrauen in Politikier geht aufgrund von solchen Tontauben erst recht verloren....bin verärgert.

    • 24.07.2016 07:31, Richter

      ich habe es versucht. Mir wurden zwei vollbefriedigende bayrische Staatsexamina nachgeschmissen. Ich kann nicht behaupten, dass es ansatzweise schwierig gewesen wäre, diese - in weniger als der Regelstudienzeit - zu erreichen.

      Und in anderen Bundesländern ist es noch viel leichter.

      Schauen Sie sich mal andere Studiengänge an. Medizin. Mathematik. Da würde sich der Jurastudent aber umgucken und ganz schnell auf Taxifahrer umschulen...


      Wäre das Jurastudium angemessen hart und würden dort auch Ethik und Grundlagenwiasen und Rechtsphilosophie und -geschichte ermittelt (statt BAG-Spezialproblemen und Unfug), müssten wir uns nicht mit einer unglaublichen Masse an unzumutbaren Kollegen (in anwaltschaft UND justiz) rumärgern.

  • 30.07.2016 14:57, eono

    Was soll das? Der Bundestag will Juristen. Also wurde der Wunsch erfüllt.
    Alle Welt lügt und trügt - "Die Welt will betrogen werden!" also erfüllte die
    "gute Fee" auch diesen Wunsch.
    Mit der ganz einfachen Wahrheit kommt man in D keinen einzigen Schritt weiter. Man wird nur gehasst und ist von Vollidioten/Schwachsinnigen, Wahnsinnigen, Schizophrenen umgeben. Eben: Lügnern und Betrügern. Bundesweit.

    • 30.07.2016 15:29, Tom

      Sie sagen es, von "Schizophrenen".

  • 30.07.2016 15:10, eono

    In D ist seit 26 - 30-40- Jahren oder seit je doch nur "alles egal und Scheißegal!" Niemand will was wissen. Die meisten laufen vor ihren Pflichten, ihrer Arbeit davon. Alle wollen spinnen, wähnen,
    lügen, verleumden...betrügen. Also war sie doch nur clever.
    Unser C steht doch auch nur für - darstellende Kunst.
    NRW Essen ist: Schizophren. Wer das nicht weiß ist selber schuld.
    Viele und vieles Andere allerdings auch.

  • 14.08.2016 11:47, eono

    Was mich irritiert: Schönt man seinen Lebenslauf und wird freiberuflich tätig
    täuscht man seine Kunden/Klientel.
    Sie aber erhält doch Gehalt/Bezüge ... vom Staat.
    Also ist der Staat ihr Arbeitgeber. Und muss dieser sich? oder sollte er nur?
    sich vergewissern wen er bezahlt?
    Das ist etwas anderes als bei einer Dissertation. Andere die das selbe Thema
    bearbeiteten, nicht so unauffällig/gekonnt eingearbeitet zu haben - wie sich der
    Gesetzgeber das mal dachte. Sei es in der Einleitung/der Technik/Inhaltlich.
    Das mag schummeln sein, aber man hat auf jeden Fall gearbeitet. Eigene Leistung erbracht! Auch dann wenn man im Endspurt nicht weiß wie man den
    ganzen Wust gliedern soll oder sonstwas und dann guckt: Wie mach(t)en das denn Andere.
    Politiker treten als Marktschreier auf, was sie da erzählen, das ist das Eine.
    Auch wenn sie sich innerhalb ihrer Partei herum zanken. Sich für diese Partei
    ein Polster zu verschaffen - halte ich für ... nachvollziehbar.
    Gelegenheit macht Diebe. Was läuft denn noch in unseren Landtagen/dem Bundestag herum? - Kein Wunder das man sich seit 1988/89-90-92 nicht mehr auf Deutsch verständigen kann. Wer sich für eine Egal - Gleichmacherei - Nichts zur Kenntnis nehmen - Poltik entscheidet, darf sich nicht wundern.
    Warum dann doch das Geschrei in den Einzelfällen? Hier ein falscher Chefarzt -
    dort ein falscher Operateur, dort dies und dort Jenes.
    Politiker sind Politiker. Die sind ja nicht Wirtschaftswissenschaftler im Bundestag
    oder Juristen oder oder. Wäre unsere Politik so gegliedert, dann wäre Seehofer
    1992 nicht Gesundheitsminister geworden, dann wäre Einiges anders "in diesem
    unserem Lande!"

  • 14.08.2016 13:47, eono

    P.S. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, möchte ich in dem obigen ersten längeren Abschnitt: "Auch wenn man im Endspurt nicht weiß ..."! ersetzen durch:
    "Auch wenn Promovierende ...nicht wissen ...!"
    Der Dissertation-Fall ist wirklich ein Anderer. Promovierende müssen ihre Arbeit
    auch mündlich vortragen und vor dem Gremium ggf Gästen verteidigen.
    Hochstapelei/Täuschung ist m.E. etwas anderes. "Akademiker" haben u.U. 25-30
    Jahre "Schule" hinter sich. Da lernt man schon mal zu schummeln. Und trotzdem
    noch was dazu.