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Nach erfundener Vergewaltigung von Lehrerin: Kein Schmerzensgeld für Tochter des Opfers

06.02.2014

Eine Lehrerin, die einen Kollegen mit erfundenen Vergewaltigungsvorwürfen ins Gefängnis brachte, muss nun doch kein Schmerzensgeld zahlen. Die Tochter des Opfers zog ihre Zivilklage gegen die Frau zurück, teilte ihr Anwalt am Donnerstag mit.

Seine Mandantin wäre auch bei Klageerfolg Gefahr gelaufen, auf den Prozesskosten sitzen zu bleiben, begründete ihr Anwalt den Rückzug der Klage.

Die Lehrerin war 2012 vom Landgericht (LG) Darmstadt wegen ihrer Falschaussage zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Tochter des von ihr ins Gefängnis gebrachten Horst Arnold hatte sie auf Schmerzensgeld verklagt. Das LG Osnabrück hatte die Lehrerin im vergangenen Herbst zur Zahlung von 80.000 Euro verurteilt. Dagegen hatte sie Einspruch eingelegt.

dpa/age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Nach erfundener Vergewaltigung von Lehrerin: Kein Schmerzensgeld für Tochter des Opfers . In: Legal Tribune Online, 06.02.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/10910/ (abgerufen am: 25.09.2020 )

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Kommentare
  • 06.02.2014 13:23, John Doe

    Seit wann ist gegen ein zivilprozessuales Urteil ein Einspruch statthaft?

  • 06.02.2014 13:46, Dr. Mustermann

    Es handelte sich dabei nur um ein Versäumnisurteil, daher war der Einspruch möglich.

    Aber schon traurig die ganze Geschichte, dass sie so spät aufgeklärt wurde und die Täterin nicht mal den Anstand hatte, den Termin wahrzunehmen, respektive ihr Anwalt.
    Moralisch ist dieser Fall sub omni canone...

  • 06.02.2014 14:57, Alois

    "...Gefahr gelaufen, auf den Prozesskosten sitzen zu bleiben...", auch bei erfolgreicher Klage.

    Wie um alles in der Welt hat die Lehrerin denn das hingekriegt? Sie ist doch immer noch Beamtin (im Gegensatz zu ihrem Opfer, der Mann musste seine letzten Wochen von Sozialhilfe leben) .

    Mit welchen Tricks hat sie denn ihr Geld versteckt?

    • 09.02.2014 12:47, ThorstenV

      Soweit mir aus der Presse bekannt, wurde der Gehaltsanspruch abgetreten.