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Bundestag zu defekten Geräten: Laptops dürfen früh verschleißen

17.05.2013

Das Parlament will keine gesetzliche Haltbarkeitsdauer für technische Geräte vorschreiben. Der Bundestag hat den Antrag der Linken abgelehnt, Sollbruchstellen zu verbieten und eine Mindestnutzungsdauer für Elektroartikel zu beschließen. Zunächst soll eine Untersuchung des Umweltbundesamts abgewartet werden.

Im März veröffentlichten die Grünen eine Studie, die schwere Vorwürfe gegen Hersteller von Elektroartikeln erhob. Produkte sollen absichtlich so gebaut worden sein, dass sie nach Ablauf der Gewährleistungszeit defekt werden. Als Beleg listeten die Autoren zahlreiche Geräte mit schnell verschleißenden Bauteilen auf. Das Umweltbundesamt schrieb daraufhin ein Forschungsprojekt aus, um die Vorwürfe zu überprüfen.

Um den angeprangerten Missständen zu begegnen, brachte die Fraktion der Linken einen Gesetzentwurf in den Bundestag ein. Danach müssen technische Geräte für eine bestimmte Zeit nutzbar sein und bei Defekten soll die Beweislast für eine längere Zeit umgekehrt werden. Diesen Antrag hat der Bundestag nun mit den Stimmen der Regierungsmehrheit abgelehnt. Die FDP folgte der Argumentation, dass auf dem Markt aus sozialen Gründen auch preiswerte Produkte minderer Qualität angeboten werden müssen. Die CDU/CDU-Fraktion wollte zunächst abwarten, zu welchen Ergebnissen das Bundesumweltamt gelangt.

hog/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Bundestag zu defekten Geräten: Laptops dürfen früh verschleißen . In: Legal Tribune Online, 17.05.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/8756/ (abgerufen am: 25.09.2020 )

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Kommentare
  • 17.05.2013 14:28, Zweifler

    War klar, dass die FDP so argumentiert: völlig an der Sache vorbei. Es geht ja eben nicht um Billigprodukte, bei denen rascher Verschleiß zu erwarten ist, sondern auch um durchaus hochpreisige Artikel. Smartphones mit fest verbautem Akku; Laufwerke deren Lesekopf sich lockert; Drucker mit Chip, der die gedruckte Blattzahl mitliest und dann das Gerät bei einer bestimmten Menge außer Gefecht setzt. Und so weiter. In vielen Firmen ist es auch gar kein Geheimnis, dass das absichtlich so angelegt wird.

  • 25.05.2013 13:01, Pirminius111

    Dazu folgendes: Ich kaufe immer mal wieder (für den Garten) billige Schuhe (für höchstens 29 Euro) bei einer bekannten Schuhverkaufskette. Schon nach einem halben, dreiviertel Jahr sind die Schuhe kaputt, regelmäßig, ohne besondere Belastung Die Farbe platzt, die Sohle löst sich usw., usw. . Ich bekomme die Schuhe immer wieder ohne Schwierig-keitem umgetauscht, gegen Neue. Die Garantie beträgt zwei Jahre. Ich gehe davon aus, dass die meisten (ählich Betroffenmen) Leute NICHT umtauschen, sondern wegwerfen und neue Schue kaufen. WARUM soll dann die Firma länger haltende Schuhe herstellen (und verkaufen)???