ClickCeaseUmfrage zum E-Examen: Digitale Hilfsmittel erlauben?
Digital Study 2021 zur Juristenausbildung

Wie sich der Nach­wuchs das E-Examen vor­s­tellt

von Marcel SchneiderLesedauer: 3 Minuten

Jährlich untersucht die Digital Study, wie Juristen ihre Ausbildung im Hinblick auf die Digitalisierung bewerten. Vor allem bei den Studierenden und Referendaren sind stabile Trends zu erkennen.

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Die Ergebnisse der Digital Study 2021 sind da. Zum dritten Mal in Folge haben das Legal-Tech-Unternehmen Lex superior, die Studentenvereinigung Elsa, der Bundesverband rechtswissenschaftlicher Fachschaften und der Digitalisierungskongress Legal Evolution Juristinnen und Juristen vom Jurastudierenden bis zur Anwältin gefragt, wie sie die Juristenausbildung im Hinblick auf die Digitalisierung bewerten.

Dabei lassen sich gerade in den Gruppen der Jurastudierenden (1.544 Befragte) und der Rechtsreferendarinnen und –referendare (1.540 Befragte) klare Trends erkennen, wenn man die aktuellen Ergebnisse mit denen für die Jahre 2020 und 2019 vergleicht. 

So schildern beide Gruppen übereinstimmend und wenig überraschend, dass ihre jeweiligen Ausbildungsinhalte sie kaum über den berühmten Tellerrand hinausschauen lassen: Mit jeweils erdrückender Mehrheit geben sie an, kaum über Jura hinausgehende, aber doch berufsrelevante Kenntnisse in den Bereichen Legal Tech, BWL/VWL oder Projektmanagement während der Ausbildung gesammelt zu haben – obwohl sie sich das (ebenfalls mit klarer Mehrheit) wünschten.

Jurastudierende mittlerweile klar für Examensklausuren am PC

Spannender ist dagegen, dass sich speziell im Bereich E-Examen gewisse Tendenzen erkennen lassen. Die Studienmacherinnen und –macher haben beide Gruppen dazu um konkrete Einschätzungen zu den folgenden drei Optionen gebeten:

  • Verfassen der Examensklausuren am PC
  • Recherche in juristischen Online-Datenbanken während der Klausur
  • Freier Internetzugang während der Klausur inkl. aller Hilfsmittel (sofern eine eigenständige Bearbeitung sichergestellt werden kann)

Bei den Jurastudierenden sprechen sich den Umfrageergebnissen zufolge nun 75 Prozent der Befragten mit einem deutlichen "Ja" bzw. einem "eher Ja" für das Schreiben der Examensklausuren am PC aus. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Steigerung: 2020 und 2019 hatten jeweils nur knapp über die Hälfte der Befragten aus dieser Gruppe mit "Ja" oder "eher Ja" geantwortet.

Die Referendare und Referendarinnen, die das Verfassen der Examensklausuren am PC 2019 und 2020 mit jeweils einer (gerundeten) Dreiviertelmehrheit klar befürwortet hatten, sind sich laut den Ergebnissen für das Jahr 2021 noch sicherer: 81 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe sprechen sich für das Examen am Computer aus, davon satte 63 Prozent sogar mit einem deutlichen "Ja".

Über einen Zusammenhang mit einer kürzlichen Meldung aus Sachsen-Anhalt sagt das zwar nichts aus. Die Angaben dieser eindeutigen Mehrheit decken sich aber mit den Beobachtungen des Bundeslandes, wonach sich das Examen am PC großer Beliebtheit erfreut und langsam durchsetzt. Sachsen-Anhalt führte 2019 als erstes Bundesland das Examen am PC ein und will dieses auch zeitnah für die Klausuren im ersten Examen anbieten.

Zusätzliche Akzeptanz für den Zugang zu juristischen Datenbanken während der Klausur

Auch interessant: Während sich im Jahr 2020 noch beide Gruppen (Jurastudierende: 56 Prozent; Referendarinnen und Referendare: 63 Prozent) mit "eher Ja" bzw. "Ja" dafür aussprachen, juristische Online-Datenbanken während der Klausur zuzulassen, hat sich den aktuellen Ergebnissen nach diese Akzeptanz noch weiter vergrößert: Sowohl unter den Studierenden (64 Prozent "Ja" bzw. "eher Ja") als auch den Referendaren und Referendarinnen (65 Prozent "Ja" bzw. "eher ja") wäre offenbar nun wohler bei dem Gedanken, in der Klausur zu Rechtsprechung und in Kommentaren nachforschen zu können.

Beinahe unverändert groß bzw. nur minimal geschrumpft ist der Widerstand gegen einen freien Internetzugang während der Klausur, sofern eine selbstständige Klausurbearbeitung gewährleistet ist. Waren 2020 noch knapp über die Hälfte der Jurastudierenden und 53 Prozent der Referendare und Referendarinnen einem solchen gegenüber negativ eingestellt, gibt es den aktuellen Zahlen nach nun einen knappen (und entsprechend wohl eher wenig aussagekräftigen) Wandel:

Der Anteil der deutlich "Nein"- bzw. "eher Nein"-Fraktion (insgesamt 49 Prozent) sinkt unter den Jurastudierenden, sodass die "Ja"- bzw. "eher Ja"-Fraktion auf eine knappe Mehrheit von 51 Prozent gelangt. Bei den Referendarinnen und Referendarin steigt der Widerstand dageen noch etwas: 57 Prozent von ihnen sind gegen einen freien Internetzugang während der Klausur, davon deutliche 36 Prozent mit einem klaren "Nein".

Das Magazin zur Veröffentlichung der Digital Study 2021 inkl. weiterer Zahlen auch aus Sicht der schon praktisch tätigen Juristinnen und Juristen gibt es hier zum Download.

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