Eine Frau sitzt vor einem Laptop
Rheinland-Pfalz digitalisiert zweites Examen weiter

Examen ohne Bücher­sch­leppen

28. Mai 2026, Lesedauer: 2 Minuten

Referendare in Rheinland-Pfalz müssen ab Herbst keine Kommentare und Gesetzesbücher mehr zu den Prüfungen des zweiten Examens mitbringen. Die benötigten Texte werden ihnen digital auf einem zweiten Bildschirm zur Verfügung gestellt.

Die Prüflinge des zweiten juristischen Staatsexamens in Rheinland-Pfalz benötigen bald keine Hilfsmittel in Papierform mehr. Gesetzestexte und Kommentare stehen ihnen ab der Kampagne im Oktober 2026 digital während der Prüfung zur Verfügung. Das hat das dortige Justizministerium bekannt gegeben. 

Getestet wurde dieses Vorgehen während des Probeexamens am 19. und 20. Mai dieses Jahres auf freiwilliger Basis. Neben den zur elektronischen Anfertigung der Klausuren erforderlichen Laptops wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Probeexamens ein zusätzlicher Bildschirm zur Anzeige der digitalen Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. "Es waren keine technischen Probleme zu verzeichnen", so eine Sprecherin des Ministeriums zur LTO.

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"Postweg komplett entfallen"

Nach eigenen Angaben erprobte Rheinland-Pfalz damit als erstes Bundesland die volldigitalisierte juristische Staatsprüfung. Das Verfassen der Klausuren des zweiten Examens am Laptop ist auch in vielen anderen Bundesländern möglich. Seit August 2023 können in Rheinland-Pfalz aber auch die Klausuren der staatlichen Pflichtfachprüfung im ersten Examen digital erstellt werden.

Die Klausuren werden den Korrektorinnen und Korrektoren digital zur Verfügung gestellt, die Akteneinsicht erfolgt ebenfalls auf elektronischem Weg. "Die vereinzelt noch zu verzeichnenden handgeschriebenen Klausuren werden digitalisiert und ebenfalls auf der Korrekturplattform korrigiert. Der Postweg ist damit komplett entfallen", bestätigt das Justizministerium gegenüber LTO.

Grundlage für die weitere Digitalisierung ist eine europaweite Ausschreibung, nach die IQUL GmbH als technischer Dienstleister zu Zuschlag bekommen hat. Das Unternehmen stellt die technische Infrastruktur für die elektronischen Prüfungen bereit und begleitet die Umsetzung der weiteren Digitalisierungsschritte. Auch aus Sicht der dort Verantwortlichen verliefen die Tests im Mai ohne Probleme. "Auch ein Kandidat mit Nachteilsausgleich konnte problemlos am Versuch teilnehmen", so Geschäftsführer Dr. Jonas vor dem Esche zu LTO. Es spreche technisch aktuell nichts dagegen, die digitalisierten Hilfsmittel im Oktober im regulären Examen einzusetzen. IQUL stellt die Prüfungssoftware für juristische Staatsexamina aktuell für insgesamt zehn Bundesländer zur Verfügung.

pdi/LTO-Redaktion

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