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Streit um wertvollen Diamanten: Pakis­ta­ni­scher Anwalt will Queen ver­klagen

11.02.2016

In der Krone der britischen Queen Elisabeth steckt ein besonders großer Diamant, der legendäre "Koh-i-noor". Die Kolonialherren haben ihn vor mehr als 150 Jahren aus Asien mitgenommen. Jetzt will ihn ein Pakistaner zurückholen.

Der pakistanische Anwalt und Künstler Javed Iqbal Jaffry will mit Hilfe eines Gerichtsverfahrens den berühmten Diamanten "Koh-i-Noor" aus den britischen Kronjuwelen herauslösen und nach Pakistan bringen. Ein Gericht in der ostpakistanischen Stadt Lahore ließ am Donnerstag - entgegen vieler Erwartungen – eine erste Anhörung zu, wie Jaffry sagte. In zwei Wochen soll demnach die pakistanische Generalstaatsanwaltschaft erklären, ob ein offizielles Verfahren gegen die britische Königin Elisabeth eröffnet werden kann.

Seit dem Jahr 1937 sitzt der 109 Karat messende, unschätzbar wertvolle Edelstein als zentrales Stück in Königin Elisabeths Staatskrone und wird als Teil ihrer Kronjuwelen im Tower ausgestellt. Der Stein sei dem 14-jährigen Maharadscha Daleep Singh in Lahore, heute in Pakistan, um 1849 von Mitgliedern der britischen Ost-Indischen Handelsgesellschaft weggenommen worden.

Aber nicht nur Pakistaner wollen den Diamanten, sondern auch eine Gruppe Inder. Denn der "Koh-i-noor" soll vor vielen Jahrhunderten auf heutigem indischen Boden gefunden worden sein. Wo genau, ist laut der britischen Enzyklopädie Britannica unklar. Der wertvolle Stein ging in Delhi durch die Hände von Prinzen und Kriegsherren, ehe er beim Maharadscha von Punjab landete.

dpa/acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Streit um wertvollen Diamanten: Pakistanischer Anwalt will Queen verklagen . In: Legal Tribune Online, 11.02.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/18434/ (abgerufen am: 26.06.2019 )

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Kommentare
  • 11.02.2016 13:26, Paddington

    Aha, auf die schlüssige Darlegung der Eigentumsverhältnisse bin ich mal gespannt.

    • 13.02.2016 19:26, Michael Wirriger

      Und ich bin gespannt auf die Einrede der Verjährung. Das ist vielleicht noch einfacher, als sich auf § 937 des in aller Welt gültigen Bürgerlichen Gesetzbuches zu berufen.

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