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Juristen auf Weltreise: "Wir wollten nicht bis zur Rente warten"

Interview von Dr. Anja Hall

22.05.2018

Während die einen Karriere machen, gehen die Kölner Juristen Vera und Babak auf Weltreise. Sie berichten von einem ungewöhnlichen Frühstück in Laos, einem gesprächigen Uber-Fahrer in Vietnam und was sie nach ihrer Rückkehr planen.

LTO: Ihr seid 33 und 31 Jahre alt und geht damit zu einem Zeitpunkt auf Reisen, wo viele andere beruflich voll durchstarten. Warum ausgerechnet jetzt ein Ausstieg?

Babak M.*: Mit Veras frisch abgelegtem zweitem Staatsexamen und meiner Berufserfahrung hätten wir auch einen klassischeren Weg wählen können: Karriere vorantreiben, Familie gründen und eine Immobilie kaufen. Aber alles hat seine Zeit und wir wollten mit der Weltreise nicht bis zum Rentenalter warten. Ursprünglich wollten wir nämlich schon nach meinem Referendariat vor drei Jahren eine etwas längere Reise unternehmen.

Ich habe dann aber ein Jobangebot von dem Vertriebsrechts-Team von Osborne Clarke erhalten, in dem ich zuvor auch meine Wahlstation absolvierte. Das war natürlich eine Wertschätzung meiner Arbeit, vor allem weil die mündliche Prüfung noch vor mir lag. Das Angebot habe ich dann auch angenommen. Vera konnte kurze Zeit später auch ihr Referendariat beginnen.

Die Umstände damals sprachen deshalb dafür, unsere Reisepläne aufzuschieben. Plötzlich waren drei Jahre vorbei und wir hatten noch immer keine Kinder, keine Immobilie und kein Auto, dafür etwas Geld auf dem Konto und noch immer den Wunsch nach einer Langzeitreise. Es passte jetzt einfach alles zusammen, also erfüllten wir uns diesen Wunsch.

LTO: Wie finanziert ihr denn diese Reise?

Babak: Die Weltreise finanzieren wir aus Ersparnissen, die Vera während ihres Referendariats und ich während meiner Anwaltstätigkeit beiseite gelegt haben. Auf die Finanzen wird natürlich geachtet. Immerhin wollen wir noch bis Ende des Jahres unterwegs sein. Aber wir reisen nicht durch die Welt, um am Ende möglichst wenig Geld ausgegeben zu haben. Wir haben in dem Sinne auch kein Tagesbudget, wie es viele Backpacker haben.

LTO: Wo seid Ihr jetzt gerade?

Vera: Wir sind jetzt in Osaka und haben vier Wochen in Japan verbracht. Vorher waren wir bereits in Vietnam, Kambodscha, Laos, Singapur und auf den Philippinen.

LTO: Und was kommt danach?

Babak: Das nächste Land ist Südkorea. Anschließend geht es nach Kasachstan, Usbekistan, Iran, Indien, Indonesien, Malaysia, Australien, Neuseeland und zu ein paar Inseln im Südpazifik. Wir reisen also gar nicht um die ganze Erdkugel. Wir verbringen lieber an einigen Orten mehr Zeit, anstatt möglichst viele Länder abzuklappern.

Kasachstan und Iran haben wir ausgesucht, weil Vera im heutigen Kasachstan geboren wurde und ich im Iran. Beide Länder sind für uns relativ unbekannt, wir wollen sie besser kennenlernen und unsere Familien besuchen. Und wenn wir schon in der Ecke sind, machen wir vielleicht noch einen Abstecher nach Usbekistan.

"Wir wollen spontan entscheiden"

LTO: Lasst ihr euch treiben, oder habt ihr eure große Reise im Vorfeld komplett geplant?

Vera: Wir haben natürlich einen groben Plan. Aber auf einer so langen Reise lässt es sich kaum sinnvoll langfristig planen und wir würden auch viel an Flexibilität einbüßen, wenn wir alles bis ins Detail durchplanen würden. Von Beginn an wollten wir uns möglichst treiben lassen, spontan entscheiden und Pläne kurzfristig ändern können.

Ursprünglich wollten wir zum Beispiel nach dem Aufenthalt in Singapur noch Ost-Malaysia und Borneo bereisen. Den Plan haben wir aber verworfen. Ost-Malaysia, das sind vor allem Strände und Inseln. Vor Singapur hatten wir bereits drei Wochen Inselleben auf den Philippinen und sehnten uns nach Abwechslung. Also haben wir spontan Tickets nach Tokio gebucht.

LTO: Seid ihr als klassische Backpacker unterwegs?

Babak: Mit unseren großen Rucksäcken und den kleineren Tagesrucksäcken dürften wir aussehen wie klassische Backpacker - falls es diesen Typus überhaupt gibt. Als Fortbewegungsmittel nutzen wir auch größtenteils Busse anstelle von Flügen.
Davon abgesehen sind wir eher nicht die typischen Backpacker. Beispielsweise ist Essen für uns ein besonderer Teil des Reisens. Dafür geben wir auch gerne mehr Geld aus, etwa für Wagyu-Steaks aus Hida und Kobe.

Wir müssen auch nicht mehr wie früher Mehrbettzimmer im Hostel buchen. Stattdessen nehmen wir uns ein Doppelzimmer mit eigenem Bad oder eine Airbnb-Wohnung mit Küche. Ab und an selber zu kochen, das ist für uns mittlerweile ein bisschen Luxus geworden.

Reisebegleiter: Instagram, YouTube und ein Blog

LTO: Man kann Eure Reise auf Sozialen Medien nachverfolgen: Ihr habt einen Blog, macht YouTube-Videos und bespielt einen Instagram-Account. Warum das alles?

Vera: Wir haben mit Instagram vor der Weltreise angefangen, weil wir unsere Reisen mit Familie, Freunden und Fremden teilen wollten. Wir filmen und fotografieren ohnehin viel für uns. Früher verstaubte alles digital auf Festplatten, was wir schade fanden. Heute teilen wir unsere Reisen und bekommen dafür viel positives Feedback, worüber wir uns sehr freuen. Der "kreative" Prozess, Bilder auszuwählen und zu bearbeiten oder Videos zu schneiden und mit Musik zu unterlegen, macht uns zudem viel Spaß.

Der Blog und YouTube-Kanal kamen aus verschiedenen Gründen hinzu. Vor allem wollten wir auf der Weltreise eine für uns sinnvolle Beschäftigung haben, die uns neben dem Reisen auch etwas Struktur gibt. Wir konnten es uns nicht vorstellen, dass nur noch Reisepläne und Mahlzeiten unseren Alltag bestimmen.

Zudem erleben wir eine Masse an Eindrücken, die verarbeitet werden will. Ansonsten verblasst einiges sehr schnell. Indem wir uns einige Wochen oder Monate später noch mal mit dem Material auseinandersetzen und Texte schreiben, können wir die Erinnerungen festigen. Letztlich wird das Material eine schöne Erinnerung für uns sein.

LTO: Könnt Ihr das Reisen noch genießen oder denkt Ihr schon immer an das nächste Posting?

Babak: Reisen und den Moment genießen hat für uns immer Priorität. Wir versuchen es zu vermeiden, unsere Erlebnisse nur durch ein Display wahrzunehmen. Dennoch gehört es für uns wie selbstverständlich dazu, unsere Reisen digital festzuhalten. An den nächsten Beitrag denken wir trotzdem nur bedingt. Unter unseren Fotos ist immer etwas dabei, was wir für den Blog oder Instagram nutzen können. Anders sieht es bei unseren Vlogs auf YouTube aus. Das Material hierfür drehen wir bewusst für diesen Einsatzzweck. Wenn uns aber nicht danach ist, dann lassen wir es auch sein.

Ausbruch aus dem "Kreislauf des Stresses"

LTO: Die Fotos auf Eurem Instagram-Account sehen sehr idyllisch aus, aber es wird doch sicher auch einmal stressig?

Vera: Eigentlich verspüren wir keinen Stress auf unseren Reisen. Warum auch? Ein Grund für die Weltreise war es, aus dem Kreislauf des selbst oder von Dritten produzierten Stresses auszubrechen. Selbst als wir in Tokio erfolglos sieben Unterkünfte abgelaufen sind und um halb zwei Uhr nachts noch immer kein Zimmer hatten, waren wir nicht gestresst. Nur müde. Das „Schlimmste“, was hätte passieren können, wäre eine Nacht in einem sehr teuren Hotel.

LTO: Gab es nicht auch mal gefährliche Situationen?

Vera: Eine wirklich gefährliche Situation haben wir bislang nicht erlebt. Naja, bis auf den Fahrstil vieler als Busfahrer getarnter Rennfahrer in Südostasien, die auch gleich die Gurte in ihren Bussen entfernt haben, wohl um Gewicht einzusparen.

Unsere bisherige Route über Vietnam, Kambodscha, Laos, Singapur und Japan ist auch nicht gerade als Risikogebiet bekannt. Wenn man sich hingegen die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes zu den Philippinen durchliest, dann wird einem mulmig - zu Unrecht, wie wir finden. Wir waren zwei Mal auf den Philippinen und es ist nie etwas passiert.

Schlange zum Frühstück, Reiswaffel auf Vietnamesisch

LTO: Was wird Euch an positiven Dingen in Erinnerung bleiben?

Babak: In jedem Land haben wir einzigartige Erlebnisse sammeln können.

Da war die zweitätige Wanderung in Laos, inklusive Übernachtung in einem Dorf, wo unsere laotischen Nachbarn zum Frühstück eine Schlange zubereitet haben. Oder die Übernachtung auf einem Boot zwischen Karststeinfelsen in der Lan Ha-Bucht in Vietnam. Die menschenleeren und von Bäumen zurückeroberten Tempelanlagen in Angkor in Kambodscha, die sattgrünen Reisfelder in Batad im Norden der Philippinen und der Blick auf den schneebedeckten Fuji in Japan.

Wir haben auch viele Menschen getroffen, die uns in Erinnerung bleiben werden. Ein Uber-Fahrer in Ho-Chi-Minh-Stadt lud uns auf eine Runde Reiswaffeln ein. Dafür hielt er während der Fahrt an einer Kreuzung und rief eine Straßenverkäuferin ans Auto. Den Rest der Fahrt unterhielt er sich sehr herzlich mit uns auf Vietnamesisch. Wir haben leider kein Wort verstanden.

Ein gebürtiger Singapurer hat sich drei Tage Zeit für uns genommen. Er hat uns zu Sehenswürdigkeiten abseits von Lonely Planet geführt, mit uns in Street-Food-Centern gegessen, die sonst nur von Einheimischen besucht werden, und uns Einblick in den Alltag in Singapur gegeben.

LTO: Was passiert nach Eurer Rückkehr? Habt Ihr schon Pläne?

Vera: Konkrete Pläne haben wir nicht. Kurz vor der Rückreise werden wir unsere Bewerbungsunterlagen aktualisieren und uns auf dem Arbeitsmarkt umschauen. Aktuell gehen wir davon aus, dass es uns beide wohl wieder in die Juristerei ziehen wird. Das wird dann wieder ein neuer Lebensabschnitt sein, auf den wir uns auch freuen werden. Aber bis dahin vergehen noch einige Tage, die wir voll auskosten werden.

Vera und Babak sind zwei Kölner Juristen und im Januar 2018 zu einer Reise aufgebrochen, die sie in einem Jahr durch 13 Länder führen wird. Auf ihrem Blog Memoryhunters.de berichten sie über ihre Erlebnisse.

Die Fragen stellte Anja Hall

* Auf eindringliche Bitten der beiden Reisenden hin haben wir uns dazu entschlossen, ausnahmsweise nachträglich ihre Nachnamen abzukürzen. (LTO-Redaktion, 5.12.2018, 11:20 Uhr)

Zitiervorschlag

Anja Hall, Juristen auf Weltreise: "Wir wollten nicht bis zur Rente warten" . In: Legal Tribune Online, 22.05.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/28555/ (abgerufen am: 21.05.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 22.05.2018 11:26, Zlatko Bobicevic

    Das ist so romantisch. Die beiden machen bestimmt viel Sex im Urlaub. Das ist schön und gesund. Ich beneide die beiden sehr. In meiner kanzlei verdiene ich leider nichr so viel. Da reichts eben nur für die Ostsee. Da ist es aber auch schön. Ich wünschen den beiden viel Spass. Die Frau sollte auf den Mann aufpassen in Thailand. Ivh war da mal geschäftlich. Da gibt es viele Prostituierte, die mit weißen Männern Sex machen wollen. Viele von denen waren mal Männer. Die haben aber keine Eier und auch kein Glied mehr. Das wird im Rahmen einer Operation entfernt. Ich kann Ihnen Kroatien ans Herz legen. Da gibt es schöne Strände und das Wetter ist super.
    Schöne Grüße aus Dorsten

  • 22.05.2018 11:37, Ozelot

    Und die Leser sollen ernsthaft glauben, dass diese Reise nur von den beiden finanziert wird?

    Ich kenne niemanden, der in seiner/ ihrer Zeit als Referendar(in) und/ oder als junge(r) Berufsanfänger(in) bei einer Großkanzlei in so kurzer Zeit so viel Geld beiseite schaffen konnte, um eine derart ausgedehnte Reise zu finanzieren. Und dass, obwohl es sich um absolute Top-Juristen(innen) handelt.

    Verzeihen Sie bitte, aber das hier sieht wieder aus, wie die Geschichte von einem besonders wohlhabenden Einzelfall, der weder übertragbar noch zur Nachahmung empfohlen werden kann. Wenn schon eine solche Geschichte bei lto.de brillieren soll, dann bitte auch authentisch und glaubwürdig.

    • 22.05.2018 11:56, Junger Berufsanfänger

      Ich würde mich weiß Gott nicht als einen besonders wohlhabenden Einzelfall halten, könnte mir das aber nach gut eineinhalb Jahren Großkanzlei auch sehr gut vorstellen. Das ist finanziell auch ohne größere Entbehrungen durchaus möglich.

      Ob ich das (alleine) direkt nach dem Referendariat finanziell hätte stemmen können, weiß ich nicht.

    • 22.05.2018 12:45, Großkanzleianwalt

      Ich sage Ihnen aus eigener Erfahrung: In den ersten 3 Berufsjahren konnte ich knapp 50.000€ sparen. Trotz 2-3 größerer Urlaube im Jahr, mehrere Wochenendtrips, 100qm Wohnung in teurer Großtstadt, Anschaffung von 2 Neuwagen in dieser Zeit,...Dürfte aber auch nicht verwundern, denn immerhin hat man in den 3 ersten Jahren ca. 220.000€ netto verdient, also 170.000€ auf den Kopf gehauen. Und bevor wieder mit irgendwelchen Märchen aus der GK ankommt, ich arbeite nicht 80 Std. die Woche, sondern 45-55 Std.

    • 22.05.2018 12:50, Großkanzleianwalt

      Ich korrigiere, es sind sogar knapp 60k.

    • 22.05.2018 12:52, Zlatko Bobicevic

      Ich finde das gemein. Ich arbeite in meiner Kanzlei für 2000,- brutto im Monat und diese beiden verdienen ein Vermögen und können sich solche Späße einfach so leisten. Ich glaube auch, dass die einen Sponsor haben oder geerbt haben. Wieviel verdient man denn in einer GK? Also wenn wir mal großzügig sind und von 70.000 brutto im jahr ausgehen, bleiben am Ende des Jahres abzüglich Miete, Essen, etc noch 15.000 übrig. Diesen Betrag mal drei: 45.000. Ob das für ein ganzes Jahr Reisen reicht wage ich zu bezweifeln. Insbesondere wenn man in so teuren Ländern wie Japan ist. Wahrscheinlich sind die beiden einfach nur geil auf Aufmerksamkeit und kennen jemanden in der lto-Redaktion der bereit war Werbung zu machen.

    • 22.05.2018 13:09, Ozelot

      Das dürfen Sie nicht so ernst nehmen, was der "Großkanzleianwalt" da so schreibt. Seinen Angaben nach hat er alles "auf den Kopf" gehauen, also weder Steuern (ca. 30.000€ bei seinem angeblichen Jahresgehalt), noch Miete (am besten günstig in München oder bei doch bei Muttern?), noch Unterhalt, noch Darlehen, noch Kfz oder Ähnliches bezahlt. Ebenso wenig Beiträge zum Rechtsanwaltsversorgungswerk/ gesetzlichen Rentenversicherung oder zur Berufshaftpflichtversicherung. Das Geld stand ihm nur zur freien Verfügung.

      Man merkt sehr schnell, dass es sich um heiße Luft handeln dürfte. Übrigens ist wirklich faszinierend, dass bei jedem Beitrag auf lto.de, bei es möglich ist, über die eigenen Noten oder Finanzen zu sprechen, auch immer nur diejenigen Juristinnen und Juristen sich in dieser Weise zu Wort melden, bei denen angeblich auch all jenes in überdurchschnittlicher Höhe und Menge vorhanden ist.

    • 23.05.2018 10:04, Großkanzleianwalt

      "netto" bedeutet NACH Steuer, Angaben ans Versorgungswerk, Krankenversicherung,...
      Wenn Sie es selbst ausrechnen wollen: Im ersten Berufsjahr gibt es bei uns 120k Jahresgehalt brutto, im 2. Jahr 130k, im dritten dann 140k.
      Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Und wer meint man könne mit 170k nicht drei Jahre lang Miete zahlen und Neuwagen ohne Finanzierung kaufen, hat in Mathematik nicht aufgepasst.
      Offenbar spricht der Neid aus Ihnen, weshalb Sie solche Dinge nicht wahr haben wollen.

    • 23.05.2018 10:25, Ozelot

      Kennen Sie die erste und wichtigste Grundregel derjenigen Menschen, die auch wirklich über erhebliche Finanzen verfügen? Man spricht nie darüber.

    • 23.05.2018 12:28, Alex

      Ich halte das auch nicht für so unrealistisch. Ich konnte selbst als Werkstudent in drei Jahren trotz eigener Wohnung ausreichend sparen, um mir so eine Reise bequem finanzieren zu können. Das ohne Geld von den Eltern zu bekommen.

    • 23.05.2018 13:54, Großkanzleianwalt

      @Ozelot: Mit Ihrer Aussage haben Sie meine Vermutung nur bestätigt. Da Sie meinen Worten offenbar keinen Glauben schenken wollen, verweise ich Sie auf
      https://www.azur-online.de/geld, dort finden Sie für alle Großkanzleien die Einstigesgehälter in den ersten 3 Berufsjahren. Dann schnappen Sie sich noch einen Taschenrechner und los geht's!
      Falls Sie noch weitere Informationen zur Berechnung brauchen: Steuerklasse 1, keine Kinder, kein Kirchenmitglied, freiwillig versichert bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Berufshaftpflicht, Kammerbeiträge etc. werden von der Kanzlei übernommen.

    • 23.05.2018 14:04, RAin

      @Großkanzleianwalt: Lassen Sie es. Da ist wohl jemand des Rechnens nicht mächtig oder selber nur neidisch, weil er mit seiner Berufswahl nichts verdient.

    • 23.05.2018 15:41, Ozelot

      Die bedauerliche Wahrheit ist, dass es mich nicht interessiert, was andere Menschen verdienen. Was mich allerdings interessiert, dass sind Menschen, die vorgeben etwas zu sein, dass sie nicht sind. Davon gibt es unserer Branche leider eine ganze Menge. Und bei der Überprüfung dieser Maskierungen können die Finanzen manchmal eine Rolle spielen. Wer hier bei lto.de ernstlich die eigenen Finanzen diskutiert, der hat auch schon die eine oder andere Frist falsch berechnet.

    • 23.05.2018 19:42, Student

      Jo, Sie interessiert das vielleicht nicht. Mich aber schon. Ich finde das spannend und verstehe die selbst auferlegten Mundfesseln und dieses “Über das Einkommen spricht man nicht“-Getue nicht. Das hilft mit seiner Intransparenz im Zweifel nur dem stärkeren Arbeitgeber. Also. Danke für den Einblick! (Und das sage ich ganz unabhängig von meinem Berufswunsch, der sich nicht Richtung GK bewegt)

    • 23.05.2018 20:19, Ozelot

      Da ist es natürlich eine gute Idee hier vorbeizuschauen, um sich über Gehälter in der Juristerei sachgerecht auf den Stand zu bringen.

    • 24.05.2018 15:38, Großkanzleianwalt

      @Ozelto:
      In Anbetracht dessen, dass Sie das Einkommen anderer nicht interessiert, diksutieren Sie aber sehr leidenschaftlich darüber. Mich interessiert vor allem folgendes: Sie glauben also, jemand gibt sich hier in den Kommentarspalten von LTO als jemand aus, der er/sie nicht ist? Also anonymisierte Hochstapelei? Na, merken Sie es selbst? ;-)

    • 24.05.2018 21:15, Ozelot

      Ich bin sicher, alle Leserinnen und Leser dieser Kommentarspalte harren in unerträglicher Spannung aus, ob der vermeintlichen Geheimnisse, die Sie da vermeintlich entdeckt haben. Können Sie auch liefern (tatsächlich und gerichtsfest)?

  • 22.05.2018 12:04, Junger Anwalt

    Nach drei Jahren in einer GK ist das sehr wohl problemlos möglich, wenn man in dieser Zeit nicht auf großem Fuß gelebt hat (wie es bei den beiden offensichtlich der Fall war). Ich kenne zahlreiche Beispiele, die ähnliches gemacht haben.

    • 22.05.2018 12:23, M.D.

      Man sollte noch erwähnen, dass nach ca. 3 Jahren klar ist, dass man nicht Partner wird. Die Weltreise erfolgt damit nach Abschluss eines Lebensabschnitts und vor der Bewerbung als Richter am Sozialgericht, wo dann die nächsten 30 Jahre lang Hartz-IV Bescheide zu bearbeiten sind.

    • 22.05.2018 14:48, Zlatko Bobicevic

      Die fahren da hin damit die in ruhe Sex machen können.

    • 23.05.2018 12:49, Pseudojurist

      M. D.,
      Die Arroganz die aus ihrem Kommentar spricht ist wirklich ekelhaft.

      Ich bin fast versucht Ihnen zu wünschen, dass sie ebenfalls einmal in die unerfreuliche Lebenslage (in unserem aktuellen System) eines Hartz 4 Empfängers geraten.

  • 22.05.2018 12:24, JuraaufmHochreck

    Für die Arbeit auf dem juristischen Hochreck reicht es wohl nicht, daher Urlaub? Hochreckler müssen Stress abkönnen.

  • 22.05.2018 12:49, Großkanzleianwalt

    Wieso sollte das nicht möglich sein? Ich habe in den ersten 3 Jahren insgesamt etwa 220.000€ netto verdient. Ich habe in den 3 Jahren auf nichts verzichtet, lebe in einer schönen großen Wohnung, war mehrmals im Jahr im Urlaub und wir haben uns in der Zeit 2 Neuwagen gegönnt. Auf meinem Konto liegen knapp 60.000€ rum, davon könnten wir locker eine einjährige Weltreise machen. Und bevor wieder jemand Märchen erzählt, Wochenarbeitszeit beträgt 45 bis 55 Stunden.

    • 22.05.2018 13:11, Ozelot

      Sie brauchen das wirklich, oder? Peinlich.

    • 22.05.2018 14:11, Referendarin

      Nein, Ozelot, Sie brauchen das wirklich, sonst müssten Sie doch nicht auf alles antworten. :D

    • 22.05.2018 14:34, Ozelot

      Sie hätten also bei Erkennen einer solche Anomalie geschwiegen und lieber den unschuldigen Glanz feiner Widersprüchlichkeit erhalten? lto.de ist leider eine juristische Plattform, so dass man auch damit rechnen muss, dass die Leserinnen und Leser es genau genehmen und kritische Anmerkungen machen.

  • 22.05.2018 13:38, Referendarin

    Damit ihr (Babak und Vera) hier auch etwas positives zu lesen bekommt: Ich finde es richtig cool! Einen ähnlichen Plan habe ich auch. :)
    Und an alle, die es scheinbar besser wissen: Ihr müsst es ja nicht machen! Bleibt in der Großkanzlei. End of story.

    • 22.05.2018 13:58, Ozelot

      Darauf möchte ich folgendes klar stellen: Hier weiß niemand etwas besser. Die Geschichte ist aber nicht glaubwürdig. Daran ändert auch Ihr Einwurf nichts. Und glauben Sie mir, die Mehrheit der Juristinnen und Juristen würden sehr gerne eine solche Reise machen. Es reicht aber nicht dafür, wenn man ernstlich rechnet. Verschwinden die in der BRD üblichen Verbindlichkeiten, nur weil man eine Weltreise macht? Und das für ein ganzes Jahr? Wohl nicht ohne anderweitige Unterstützung oder bereits vorhandenes familiär bedingtes Vermögen.

    • 22.05.2018 21:41, M

      Nicht Glaubwürdig oder nicht glaubhaft?

    • 23.05.2018 13:04, Directus

      Verstehe den Einwand nicht, Ozelot. Warum soll das nicht glaubwürdig sein? Bei einem Nettogehalt von 5000Euro kann man (insb ohne Kinder, Kredite für Eigenheim usw) aber sowas von locker 70-80k in drei Jahren ansparen. Und das reicht dann ohne Probleme für eine oder sogar zwei Weltreisen. Mit 40000 Euro kommt man problemlos ein Jahr aus inkl. Reisekosten und hat nach der Rückkehr noch Rücklagen.

  • 22.05.2018 14:06, Name

    Lügenpresse!

  • 22.05.2018 14:20, Bratislav Mitulski

    Der Beitrag zeigt eigentlich nur, dass es in Dümmerland noch vielen viel zu gut geht. Wie wärs denn damit, keine Weltreise zu machen und dafür ein paar Schutzsuchenden ein Leben in Saus und Braus zu ermöglichen? Das ist alles so verlogen auf Lto. Aber Herr Rath kommt sicher morgen mit einem schönen Beitrag dazu und richtet die Moral wieder stramm navh den Vorgaben aus. Wenn ich sowas lese, dann bin ich ernshaft der Meinung, dass Dümmerland noch mindestens 100 Millionen weiterer "Schutzsuchender" benötigt. Ihr schafft das schon. Wahrscheinlich haben die beide ja sogar in einer Großkanzlei gearbeitet, welche in Bremen mit der Ausländerbehörde "kooperierte". Da muss nach drei Jahren niemand mehr aufs Budget schauen - außer dass natürlich die alten Leute in D bald nichts mehr zu fressen haben werden. Köterrasse stimmt in gewisser Weise schon.

  • 22.05.2018 14:31, Weltenbummler

    Großartig, diese bemerkenswerte Ansammlung an Zweifler-Beiträgen, eine durchaus aktuelle Mischung aus Neiddebatte und "Juris non Calculat"-Selbstbeichte.
    Die Gehälter des jungen Mannes sind öffentlich einsehbar (https://www.azur-online.de/2018/02/osborne-clarke-4/4) und liegen mit 80k/Jahr sogar noch am unteren Ende der Großkanzlei-Niveaus. Bei Steuerklasse 1 sind das knapp 3,6k pro Monat. Das Gehalt seiner Herzensdame ist etwas von dem Bundesland abhängig, in dem sie ihre Ausbildung gemacht hat, dürfte aber so bei 1000€ netto liegen. Dazu ggf. noch eine Ref.-Station in der Großkanzlei, da kann man auch n paar Tausender zur Seite legen.
    Wer also hier behauptet, man kann als Paar, das zudem gerade erst aus dem Studium raus ist und wohl noch nicht auf ganz großem Fuße lebt, mit einem Monatseinkommen von 4.600€ netto nicht ohne große Anstrengung monatlich 2.000€ zur Seite legen, der sollte dringend mal darüber nachdenken, wie er/sie haushaltet. Selbiges gilt übrigens für die Behauptung, man könne für 60k keine einjährige Reise finanzieren - sicherlich nicht ausschließlich durch Länder wie Japan und Australien, aber der Großteil der Länder auf der Route der beiden ist von eher überschaubaren Lebenshaltungskosten geprägt.

    Und den beiden sei gesagt: Bravo! Welch eine wunderbare Idee und Belohnung für die sicherlich nicht allzu ruhigen Jahre in der Großkanzlei bzw. die Zeit des Examens! Ich kann in dem Artikel nur einen Denkfehler erkennen: Lasst euch sagen, auch mit Kindern kann man ganz wunderbare (Welt-)Reisen machen! Erfordert zwar etwas mehr Planung und weniger Spontanität, macht aber nicht weniger Freude!

    • 22.05.2018 14:46, Zlatko Bobicevic

      Sie Neidhammel! !! Haben Sie Kinder? Ich habe 3 an der Backe. Da bleibt GARNICHTS am ende des Monats. Und sie erzählen mir was von Weltreise. Dass ich nicht lache.

  • 22.05.2018 15:21, Jiji

    Was für bösartige, unnötige Kommentare! Ich freue mich für die beiden und finde es toll. Habe selbst auch schon so einige Abenteuerreisen erlebt und weiß, dass man auch wochenlang von knapp 1000 Euro reisen kann.
    Wünsche den beiden noch viele schöne Erlebnisse und einen guten Start zurück in Deutschland.

    • 22.05.2018 15:36, Zlatko Bobicevic

      Jaja jetzt kommen diese ganzen linken Hippie juristen, die nichts auf die reihe bekommen zu Wort. Schön von Mama und Papa durchfüttern lassen und uns hart arbeitenden was von reisen erzählen. Wo verdammte scheisse nochmal kann man für 1000,- wochenlang überleben? So ein quatsch mit Soße. Dass ich nicht lache. Lto-Redaktion bitte löschen Sie diese provozierenden Kommentare. Ich fühle mich beleidigt.

  • 22.05.2018 16:39, RAin

    Der Kollege arbeitet seit 3 Jahren. Wer es in drei Jahren in einer GK nicht schafft, 50-60 k zur Seite zu legen macht eindeutig etwas falsch.
    Ich arbeite nicht in einer GK, habe aber in 3 Jahren auch weit über 30k angehäuft ohne wirklich zu sparen.

  • 22.05.2018 16:39, Jase

    Tolle Sache. Weiter so. Ihr macht alles richtig!

    Und nun zum Ozelot:
    Man sollte wissen, dass man in den meißten Ländern sehr günstig reisen und leben kann. Auch ohne Großkanzlei hätte ich so eine Reise nach 3 Berufsjahren in einem "normalen" Juristenjob finanziell realisieren können.
    Wenn man wie ein "Lokaler" lebt ist das super machbar.
    Die beiden fahren vor allem Bus und fliegen noch nichtmal, das heißt, sie geben auch nicht viel Geld aus. Also, vielleicht nicht immer direkt mit Vorurteilen wettern, sondern sich mal gezielt Gedanken machen.

  • 22.05.2018 17:19, Anwalt

    Vorab: Ich selbst bin als Anwalt in einer Boutique tätig und mit den Gehaltsstrukturen der Branche durchaus vertraut. Auch kenne ich Vera und Babak persönlich. Die Antworten in dem Interview sind zu 100 % zutreffend.

    Selbstverständlich ist es möglich, sich in der genannten Zeit ausreichend Geld zurückzulegen, um eine solche Weltreise anzutreten, insbesondere wenn viele Länder in Südostasien auf dem Plan stehen.

    Die Reise und die vielen spannenden Erlebnisse seien Ihnen gegönnt. Safe travels!

    • 22.05.2018 19:45, Ozelot

      Gut, überzeugt. Nehme meine Kritik zurück.

  • 23.05.2018 00:58, Let's do this

    Wir sind selbst auch seit einem Jahr auf Reise und können den beiden nur zustimmen. Jeder der nicht aus der gewohnten deutschen Umgebung ausbricht, wird sich natürlich nur schlecht vorstellen können wie günstig es eigentlich sein kann zu reisen ohne dafür tausende von Euro für Pauschalangebote aus dem Fenster zu schmeißen. In Laos haben wir z. B. für alle Ausgaben nur 900 Euro zusammen benötigt... Wer mehr wissen will kann uns gern besuchen http://www.lets-do-this.de

  • 23.05.2018 01:07, Let's do+this

    In jedem Land waren wir einen Monat und haben nie unser Budget von 60 Euro für 2 Personen zusammen am Tag ausgeschöpft. Viele Grüße aus Borneo in das Land der Zweifler und Denker...

  • 23.05.2018 07:06, Influencer

    Also, ich finde den Plan an sich gut, und finanziell ist das absolut machbar.

    Was mich stört ist, dass das Ganze gleich wieder so medienmäßig ausgestellt werden muss (youtube etc.). In diesem Punkt ist die Darstellung der beiden auch nicht ganz glaubwürdig ("wir wollen mit anderen nur unsere Erlebnisse teilen" usw.).

    Der klassische Youtube-Instagram-Trip ist eben gerade nicht der Ausstieg aus dem Juristen-Stresserleben, wie die beiden das darstellen. Sondern selbst knallharte Selbstdarstellung und Medienarbeit.

    Da fehlt bei den beiden irgendwo auch noch die echte Lockerheit, oder wie man in der Branche sagen würde "Authentizität". Merkt man auch am Duktus des Interviews ("das schlimmste, was uns hätte passieren können, wäre in einem Luxushotel übernachten zu müssen" - macht man sich heutzutage so als Jurist locker?).

  • 23.05.2018 08:37, RAin

    Der einzige Zweifler scheint ozelot zu sein.

    Der Bericht deckt sich mit anderen Berichten, nach denen man ca. 50.000 Euro +/- für eine Weltreise einplanen muss. Manche zu zweit, manche sogar mit Kindern und je nach Reisezielen.

  • 26.05.2018 16:12, Weltreise mit 45 J,

    Ich finde die beiden machen das richtig und ich freue mich für sie. Bin selbst mit 45 Jahren als Manager / Jurist ausgestiegen und habe mit dem Rad 1 Jahr die Welt bereist (Zelt-Hotel - Mix). Am Ende scheitert es fast nie am Geld sondern immer am Mut, Zweifeln, Vertrauen und vor allen den eigenen Ansprüchen an Komfort. Die beiden machen einen Mix aus Ländern, in denen es teuer ist (Japan) und anderen, in denen man für 10-15 EUR am Tag super leben kann (Laos). Sehe nicht warum das für die beiden finanziell nicht klappen sollte. Weiter eine gute Reise!

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