LTO.de - Legal Tribune Online - Aktuelles aus Recht und Justiz
 

EuGH-Generalanwalt zum Schächten von Tieren: Prak­ti­sche Kon­kor­danz im Schlachthof

von Thomas Traub

30.11.2017

Nach einer EU-Vorschrift muss das rituelle Schlachten in zugelassenen Schlachthöfen erfolgen – die wurden in Belgien allerdings knapp. Thomas Traub erläutert, warum das nach Ansicht des Generalanwalts nicht die Religionsfreiheit verletzt.

Viele Jahre lang war es in Belgien praktizierenden Muslimen erlaubt, rituelle Schlachtungen aus Anlass des islamischen Opferfests durchzuführen. Die Tiere wurden in Übereinstimmung mit den religiösen Geboten geschächtet, also ohne vorherige Betäubung getötet. Dies fand einerseits in regulären, zugelassenen Schlachthöfen statt, andererseits an vorübergehend aufgebauten Schlachtstätten, die nur während des Opferfests genutzt wurden und die temporär erhöhte Nachfrage decken sollten. Die belgischen Behörden haben ab 2014 keine Zulassung mehr für diese temporären Schlachtstätten erteilt, weil die Genehmigung nach der europäischen Verordnung über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung (VO EG Nr. 1099/2009) nicht vorgesehen ist.

Das staatliche Verbot temporärer Schlachtstätten führte in Belgien zu Kapazitätsproblemen, da die bestehenden Schlachthöfe die höhere Nachfrage während des Opferfests nicht befriedigen konnten und die Aufrüstung der stationären Schlachtstätten erhebliche Investitionskosten erforderte. Ein belgisches Gericht hat deshalb im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens den Europäischen Gerichtshof gefragt, ob die Vorgabe der EU-Verordnung, nach der Schlachtungen nur in einem zugelassenen Schlachthof durchgeführt werden können, die Religionsfreiheit verletzt.

In seinen Schlussanträgen vom Donnerstag hat der Generalanwalt Nils Wahl jetzt überzeugend begründet, warum die Religionsfreiheit nicht verletzt ist und interessante Überlegungen zum Verhältnis von Religionsfreiheit und Tierschutz angestellt (Az. C-426/16).

Staatliche Gerichte entscheiden nicht über religiöse Fragen

Artikel 10 der europäischen Grundrechte-Charta schützt die Religionsfreiheit. Dazu zählt auch die Freiheit, seine Religion durch Bräuche und Riten auszuüben. Viele Muslime sehen es als religiöse Pflicht an, zu Beginn des Opferfestes ein Tier in Übereinstimmung mit religiösen Regeln zu schlachten und dessen Fleisch anschließend mit Nachbarn, Verwandten und Bedürftigen zu teilen. Dagegen gibt es andere Muslime, die der Ansicht sind, dass das Schlachten nicht unbedingt ohne Betäubung erfolgen muss und modernere Vorstellungen, nach denen das Tieropfer auch durch eine Spende ersetzt werden kann.

Generalanwalt Wahl widerstand nun der Versuchung, wegen der unterschiedlichen Auffassungen innerhalb des Islam in Zweifel zu ziehen, dass das rituelle Schlachten von der Religionsfreiheit geschützt wird. Es sei nicht Aufgabe staatlicher Gerichte zu entscheiden, welche Interpretation religiöser Vorschriften die richtige ist. So gebe es in allen Religionen unterschiedliche Strömungen, orthodoxe und moderne Ansätze.

Damit liegt er genau richtig: Staatliche Institutionen haben keine Kompetenz, religiöse Gebote verbindlich auszulegen. Die Religionsfreiheit kann als Grundrecht nur dann ihre schützende Wirkung entfalten, wenn ihr Inhalt nach dem Selbstverständnis des Gläubigen bestimmt wird. Verwaltung und Gerichte müssen sich darauf beschränken, zu überprüfen, ob das religiöse Gebot plausibel begründet wird. Dass damit eine uferlose Ausweitung des Schutzes der Religions- und Weltanschauungsfreiheit wirksam verhindert werden kann, machen etwa die Urteile zu den "Pastafari" anschaulich.

Zitiervorschlag

Thomas Traub, EuGH-Generalanwalt zum Schächten von Tieren: Praktische Konkordanz im Schlachthof . In: Legal Tribune Online, 30.11.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/25785/ (abgerufen am: 23.08.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 30.11.2017 20:25, Rollo der+Wikingerr

    Gibt es eigentlich ein religiöses Gebot, Fleisch zu essen?

    • 01.12.2017 09:05, Aras Abbasi

      Im Islam gibt es zumindest kein Verbot. Und sonst: Sure 6:142 f.

  • 30.11.2017 21:42, Jemand_NRW

    "Schächten bedeutet für das Tiere extreme Leiden und Schmerzen - auch dann, wenn der Schnitt nach den sog. Regeln der Kunst durchgeführt wird."

    Dieses Detail am Rande sollte man bei dem Thema nicht verschweigen.

    Schlimm genug, dass wir dieses barbarische Ritual haben importieren lassen in unseren Kontinent - und das nur weil sich irgendwer auf unsichtbare, übernatürliche Freunde beruft!

    Religionsfreiheit hatte ursprünglich mal den Zweck zu verhindern, dass jemand wegen seines Glaubens verfolgt (!) wird.
    Heute dient sie der Legitimation von Tierquälerei - da ist zwischenzeitlich einiges schief gelaufen.

    Glauben soll jeder was er will (an Götter, Horoskope, Einhörner...) - solange er damit keinem anderen Schaden zufügt, auch keinem Tier! Anders gesagt: solange er dabei das demokratisch legitimierte Gesetz achtet!

    Mit diesem klaren Bekenntnis hätte man dem ausufernden Ge-/Missbrauch von "Religionsfreiheit" Einhalt gebieten sollen.

    Und doch, der Staat sollte durchaus die Glaubenssätze auf zumindest innere Schlüssigkeit prüfen, wenn er einzelnen Bürgern erlauben will, sich außerhalb der Rechtsordnung zu stellen:
    Im Koran steht, der Moslem solle kein Aas (!), sprich kein Fleisch von totem Tier essen - ein betäubtes Tier ist aber nicht tot.
    Nachdem sich diese Erkenntnis bei muslimischen Gelehrten durchgesetzt hatte, wurde das vorherige Betäuben auch nicht mehr verboten (zumindest bei den liberaleren, vernunftbegabten Gelehrten).

    • 01.12.2017 08:44, Jmd_TH

      Interessant, wenn im Koran tatsächlich steht als Moslem solle man kein Aas essen, so dürften Muslime streng genommen nur rohes Fleisch vom lebenden Tier essen. Kann ja wohl nicht gemeint sein. Vlt wäre dementsprechend tatsächlich so auszulegen, dass Moslems überbhaupt kein Fleisch essen sollten, da jedes zerlegte Tier letztlich ein totes Tier ist und damit Aas.

      Aber das wäre natürlich für die Gelehrten zu radikal ;)

    • 01.12.2017 08:59, Aras Abbasi

      Jetzt versuchen Nicht-Muslime uns unsere Religion zu erklären...

    • 01.12.2017 11:15, @ Jmd_TH

      "Unter Aas oder Kadaver (lat.: cadaver) versteht man den toten Körper eines Tieres, wenn er in den Zustand der Verwesung übergegangen ist"

      (...insofern auch meinerseits oben etwas ungenau zusammengefasst.)

      Will jedenfalls sagen: Fleischkonsum als solcher ist nach Koran nicht verboten (weder von betäubt- noch von unbetäubt getötetem Tier).

    • 01.12.2017 13:46, Aras Abbasi

      Die Art und Weise wie man schlachtet ist islamrechtlich festgelegt. Und diese sieht keine Betäubung vor. Man hätte vor 1400 Jahren auch festlegen können, dass man das Tier vorher bewusstlos schlägt... Tat man aber nicht. Also ist keine Betäubung vorgesehen. Der Islam ist nicht zu reformieren, ja jede Veränderung die göttliche Vervollkommenheit der Religion in Frage stellt und einen Irrweg darstellen würde, der nicht zur Erlösung führen würde.

    • 02.12.2017 15:27, Melanie Strotmann

      @Abassi:
      genau-eine zeitgemäße Anpassung der durchaus offenen Interpretationsmöglichkeiten bestimmter Quellen wird geleugnet, wohingegen eine Anpassung der anderweitiger Tradition an eigene perpetuierte Zustände verlangt wird. Das nenne ich Ignoranz.

    • 02.12.2017 15:59, Aras Abbasi

      Ihr AfD-Gedankengut ist nicht beachtungswürdig.

    • 04.12.2017 12:16, Haha

      @AndreAgassi
      Vielen Dank für fundierte Erklärung, aus welchen Gründen der Islam und westliche Gesellschaften nicht zueinander passen.

    • 04.12.2017 12:31, Aras Abbasi

      Wenn die Christen ihre Religion je nach Jahreszeit umändern und heidnische Bräuche hinzufügen, dann ist das deren Sache.

      Und wie lustig meinen Namen zu Andre Agassi abzuändern. So ist er zwar armenisch-orthodoxer Christ sodass ich nicht nachvollziehen kann wieso Islamhasser meinen Namen zu seinem Namen ändern aber er ist wie ich Iranischen Ursprungs, so dass ich das gelassen hinnehme. Wenn der Gegner keine Argumente hat, dann kommt er eben mit solchen Flachheiten.

    • 04.12.2017 12:36, Haha

      @AndreAgassi
      Freut mich, dass ich Sie erheitern konnte. Als Anänger einer so trostlosen "Religion" ist man bestimmt für jede kurze Aufheiterung sehr dankbar.

    • 04.12.2017 21:10, Aras Abbasi

      Ja.. man merkt förmlich wie sachlich sie sind.

    • 05.12.2017 06:55, Haha

      @AndreAgassi
      Wieso sollte ich sachlich sein? Bei Typen wie Ihnen?

    • 07.12.2017 17:16, ULLRICH DOBKE

      ... Ihr könnt nach Hause gehen, ihr könnt nach Hause gehen!
      Eine funktionierende Gesellschaft kann und soll offen sein, aber doch nicht für Riten, die sich mit unserem Weltverständnis nun nicht (mehr) vereinbaren lassen. Können wir froh sein, dass es nicht mehr die praktizierenden Inkas, Azteken oder Tolteken sind, die zutiefst religiös davon überzeugt waren und sind(?), dass sie mit Menschenopfern Wetter und Klima beeinflussen können. Gab und gibt Philosophen, die auf Religion in der Menschheitsgeschichte nicht gut anzusprechen sind. Ich auch nicht!

  • 01.12.2017 10:59, WTF

    Wie krank ist das denn bitte???? Tiere ohne Betäubung zu schlachten. Im Christentum gab es das früher auch aber man muss sich mal überlegen ob "Gott" oder "Allah" wirklich so etwas grausames verlangen würden, es ist ja deren Schöpfung. Das ist in der heutigen Zeit auch sehr gut vermeidbar also echt und solche Leute die das machen nennen sich dann auch noch "gute Gläubige".

    • 01.12.2017 13:48, Aras Abbasi

      Schonmal selber geschlachtet? Da erfährt man Respekt fürs Leben. Aber meist sind die empörten die Personen die Fleisch achtlos verderben lassen und wegwerfen.

    • 05.12.2017 11:15, WTF

      Es geht nicht um das Schlachten an sich, sondern darum es ohne Betäubung zu tun (obwohl dies möglich ist und völlig veraltet) und es im Sinne eines "rituellen" Verfahrens zu tun. Das hat für mich nichts mit Respekt vor dem Leben oder der Schöpfung zu tun.

  • 01.12.2017 14:10, McMac

    Die Empörung hier ist kaum glaubwürdig. Es sei jedem, der sich echauffiert, empfohlen, sich mit den Halte- und Schlachtbedingungen der legalen Massentierhaltung vertraut zu machen bevor er sich für besser hält als jemand, der geschächtetes Fleisch verzehrt.

    • 04.12.2017 12:18, Haha

      Whataboutism ist auch nicht glaubwürdig.

    • 04.12.2017 21:05, McMac

      Kommt drauf an. Ich lehne beides ab - sowohl das Schächten als auch die Zustände in der Massentierhaltung. Bin aber kein Vegetarier. Ich kaufe Fleisch seit ewigen Jahren beim selben Metzger mit eigener Schlachtung. Beim Schächten scheint es aber vielen, die sich empören, eher darum zu gehen, ihren Islam- ud Judenhass auszuleben, und nicht um das Tierwohl. Sonst wären sie bei vergleichbaren Missständen ebenso konequent. Sind sie meist aber nicht.

    • 06.12.2017 08:55, Haha

      Im Übrigen dürften die Haltebedingungen der Tiere, die geschächtet werden, kaum besser sein, als die derjenigen, die auf konventionelle Weise geschlachtet werden. Insofern entlarvt sich Ihr Beitrag erst recht als Whataboutism und dient nur der üblichen Relativiererei, sobald es um Kritik am Islam geht.

    • 06.12.2017 13:04, McMac

      Nirgends habe ich behauptet, die Haltebedingungen seien generell besser. Macht das eigentlich Spaß, andauernd anderen Kommentatoren Dinge zu unterstellen, die sie nicht geschrieben haben? Ist das mangelnde Lesekompetenz? Oder ist es Taktik, Sinnlosdiskussionen, losgelöst von Argumenten anzuleiern, um sachliche Debatten unmöglich zu machen?

  • 05.12.2017 06:58, Haha

    So so, wenn man das Schächten von Tieren kritisiert, ist das also schon mit Islamhass gleichzusetzen. Wird ja immer doller.

    • 05.12.2017 19:43, McMac

      Diese von Ihnen unterstellte Gleichstellung geht aus meinem Beitrag nicht hervor. Dass Ihr persönliches Anliegen nicht Tierschutz, sondern Islamophobie ist, wird hingegen niemand anzweifeln, der Ihre Beiträge liest.

  • 06.12.2017 08:16, Haha

    Stimmt. Sie haben geschrieben, dass es "scheint", dass es vielen darum ginge, ihren Islam- und Judenhass auszuleben. Da sich aber die Meisten der Bedeutung des Wortes "scheinen" nicht bewusst sind, unterstelle ich, dass das bei Ihnen erst recht zutrifft, da Ihre Beiträge ja auch sonst von wenig Intellekt zeugen. "Scheinen" in dem Zusammenhang, wie Sie es verwendet haben, bedeutet "den Anschein haben", also dass es in Wirklichkeit anders ist, als es scheint. Sie kennen ja aber auch nicht den Unterschied zwischen Islamkritik und Islamophobie - was sol man da erwarten? Immerhin haben Sie sich das Wort "Hass" gekniffen.

    • 06.12.2017 10:16, McMac

      Der Unterschied ist mir geläufig. Sachlich fundierte Kritik finde ich in Ihren Beiträgen nicht. Die finde ich stattdessen bei Islamwissenschaftlern und Theologen - die wissen wenigstens, wovon sie sprechen.

    • 06.12.2017 11:22, Haha

      Und Sie beschönigen alles, was sich auch nur ansatzweise kritisch mit dem Islam auseinandersetzt. Es muss grausam sein, wenn die eigene Ansicht tagtäglich von der Realtität widerlegt wird.

    • 06.12.2017 13:02, McMac

      Und nochmal: Kritischer Diskurs ist wichtig. Den finde ich bei Ihnen allerdings nicht. Bei Ihnen findet sich nur eine generelle Ablehnung ohne jede Differenzierung. Das sagt viel über Sie und wenig über den Islam.

    • 06.12.2017 13:55, Haha

      Und noch mal: Es hilft nichts, die Augen vor den mittlerweile völlig offensichtlichen Problemen zu verschließen, die diese "Religion" mit sich bringt. Die Kritik am Islam ist nicht nur berechtigt, sondern dringend erforderlich, wenn wir nicht zivilisatorische Rückschritte in Kauf nehmen möchten. Sie können Ihre muslimischen Freunde bspw. ja mal fragen, wie sie zur Homo-Ehe stehen. Oder zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Oder zum jüngst durch das BVerfG bestätigte "dritte Geschlecht". Oder ob man Islamkarikaturen verbreiten darf. Oder ob die Tochter des Haus vorehelichen Geschlechtsverkehr haben darf. Oder, oder, oder. Und jetzt erzählen Sie mir nicht, dass man das nicht pauschalisieren dürfe. Es geht hier um Tendenzen. Zum einen "bei denen, die hier schon länger leben", und zum andern innerhalb der muslimischen Community, die immer konservativer wird. Sogar so konservativ, dass Moslems, die sich öffentlich für einen liberalen Islam stark machen, nur noch unter Polizeischutz das Haus verlassen können (in Deutschland, nicht im Iran).

    • 06.12.2017 14:03, Aras Abbasi

      Soweit ich weiß besitzen auch Muslime in Deutschland volle Meinungsfreiheit (Art. 6 GG) und Äußerungsfreiheit von Tatsachenbehauptung (Art. 10 EMRK). Also können diese auch ihre eigene Meinung zu den von dir geäußerten Punkten bilden und äußern ohne mit dir einer Meinung zu sein. Man darf sogar verfassungsfeindliche Meinungen haben und/oder unwahre oder aggressive Tatsachenbehauptungen äußern. Davon profitierst du ja auch gerade.

    • 06.12.2017 14:50, McMac

      @Haha: Meine persönlichen muslimischen Freunde bzw Freunde aus islamischen Ländern (unter denen auch viele Christen und Atheisten sind) würden auf diese Fragen Antworten geben, die wiederum nicht in Ihr pauschales Weltbild passen. Keiner von denen braucht Polizeischutz. Es gibt sogar muslimische Verbände, die sich ganz offen gegen diese erzkonservativen Tendenzen egagieren. In Deutschland.

      Dass es aber solche Personen gibt, die homophob sind, die Gleichberechtigung der Geschlechter ablehnen etc, habe ich nie bestritten. Solche Haltungen sind hochproblematisch und man findet sie bei Weitem nicht nur unter Muslimen.

      Ob aber nun bei gerade mal rund 1,2 Millionen praktizierenden Muslimen in Deutschland (die Mehrheit der rund 4 Millionen hier lebenden Muslime ist nicht sonderlich religiös), also einer ziemlich winzigen MInderheit, die Gefahren zu befürchten sind, die Ihnen so große Sorge bereiten, wage ich zu bezweifeln.

    • 06.12.2017 15:14, Haha

      @Andre Agassi:
      Du hast das Thema verfehlt. Um die Meinungsfreiheit geht es hier nicht. Allenfalls um Religionsfreiheit. Und selbst deren Schutzbereich wäre bei einer Ideologie fraglich...

      @McMac:
      Sie haben ja sicherlich gelesen, dass ich von "Tendenzen" sprach, also gerade nicht pauschal geurteilt habe. Und dass die beschriebenen Tendenzen bei den Moslems (egal, ob praktizierend oder nicht) ganz besonders ausgeprägt sind, wollen wir hier ja wohl hoffentlich nicht in Abrede stellen. Ebenso wenig müssen wir hier erörtern, ob es liberale Moslems gibt, die Polizeischutz benötigen. Wenn Sie sich tatsächlich so sehr mit dem Islam auseinandersetzen, wie Sie vorgeben es zu tun, dann wissen Sie das nämlich. Dass es in Ihrem Freundeskreis keine solchen gibt, ist erfreulich, tut aber nichts zur Sache.

      Es geht auch nicht um die Frage, wie viele Personen in Deutschland praktizierende Muslime sind, sondern wie viele "Flüchtlinge" aus muslimisch dominierten (Entwicklungs-), oftmals völlig verrohten Ländern/Gesellschaften Deutschland verkraften kann.

      Und wenn eine derart "winzige Minderheit", wie Sie sie beschreiben, unserer Gesellschaft schon derart große Probleme bereitet, dann müssen wir erst recht hoffen und alles daran setzen, dass es nicht noch mehr werden.

    • 06.12.2017 16:49, McMac

      Wo sind sie denn diese "derart großen Probleme"? Mir scheint vieles bloß herbeigeredet. Dass es mit einem gewissen Prozentsatz konservativer bis radikaler Muslime Probleme gibt: Klar, müssen wir nicht drüber streiten. Ist das eine Mehrheit, die wirklich Probleme macht? Nein, selbst innerhalb aller hier lebenden Muslime (Geflüchtete seit 2015 mitgezählt) ist es eine Minderheit. Und SYrien war vor dem Krieg kein "völlig verrohtes", sondern ein multikulturelles, multireligiöses und multiethnisches und dabei sehr friedliches Land. Die Mehrheit derer, die von dort kommen, flüchten vor der Minderheit religiöser und sonstiger Radikaler. Dasselbe gilt, mit anderen Ausprägungen, für Irak und Afghanistan.

      Sie mögen mir jetzt erneut Whataboutism vorwerfen, mir geht es aber nicht um Relativierung, sondern um ein Beispiel, wenn ich sage: Alles, was Ihnen so schrecklich vorkommt (und worin ich mit Ihnen völlig übereinstimme), wie zB Homophobie, Ablehnung der Gleichberechtigung, mangelndes Demokratieverständnis, kulturellen Rückschritt - all das finde ich heutzutage am stärksten vertreten unter Rechtsradikalen. Die Rechten sind unter den politisch motivierten Straftätern die mit weitem Abstand größte Gruppe, die Zahlen steigen immer weiter. Dass nun fast 13% der Deutschen (zum Glück eine MInderheit, aber eine große) wieder rechtsradikal wählen (in dem Land, das für zwei WEltkriege verantwortlich ist) - das ist, worin ich das größte Problem in unserem Land sehe. Und den erschreckendsten Kulturverfall.

    • 06.12.2017 17:26, Haha

      Es ist nicht besonders klug, die AfD-Wähler oder die AfD als rechtsradikal hinzustellen. Die AfD vertritt größtenteils Positionen, die die CDU bis vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls vertreten hat. Wenn eine große Partei in die Mitte rückt, dann entsteht am ursprünglichen Platz Raum für eine neue Partei (war schon bei der Linkspartei zu beobachten und ist bei der AfD nicht anders). Das Schwingen von Nazi-Keulen hilft hier auch nicht mehr weiter und zeugt nur von Hilflosigkeit. Aber darum geht es hier ja auch nicht.

      Die (regionalen) Zeitungen sind jeden Tag voll von Meldungen über krasse Strafttaten von Flüchtlingen. In Schweden bietet die Polizei an, mit bewaffneten Polizisten joggen zu gehen, in Leipzig warnt die Polizei Frauen, selbst tagsüber alleine laufen zu gehen. Wo haben Sie eine vergleichbare Bedrohung durch Rechtsradikale? Die ist schlichtweg herbeifantasiert, damit auch im nächsten Jahr ein dreistelliger (!) Millionenbetrag aus Steuergelden für die Kampf-gegen-Rechts-Industrie ausgegeben werden kann. Und während eine vergewaligte und zum Sterben in den Fluss geworfene Studentin bspw. in der Tagesschau keine Erwähnung findet, weil der Fall angeblich nur regionale Bedeutung hat, wird für einen angepieksten Provinzbürgermeister fast eine ganze Sendung aufgewandt und versucht, einen rechtsradikalen Hintergrund zu konstruieren. Genauso wenig hört man in den deutschen Medien von den seit Wochen andauernden Unruhen in Belgien und Frankreich. Das wird bei uns auch so kommen, wenn der Anteil an Moslems weiter steigt.

      Und schließlich: Wenn wir schon so große Problem durch die Rechten im Land haben wie von Ihnen behauptet, sollten wir vielleicht erst mal die lösen, bevor wir uns die nächsten Probleme importieren. Ich meine aber, dass die überwiegende Mehrheit in Deutschland überhaupt keien Probleme mit der Zuwanderung hat, wohl aber mit Zuwanderung mit muslimischen Hintergrund. Und das nicht ohne Grund.

    • 06.12.2017 19:38, McMac

      Nun, der Rechtsradikalisus der AfD ist schlicht eine Tatsache. Wer stolz auf die Wehrmacht ist, ist rechtsradikal. Ich brauche Ihnen jetzt sicher nicht alle in diese Richtung weisenden Aussagen des AfD-Führungspersonals erneut durchexerzieren, Sie kennen sie selbst. Wer das wählt, unterstützt rechtsradikale Positionen. Da gibt es nichts zu relativieren. Sollte in der AfD ein Trend entstehen, sich von derartigen Aussagen zu distanzieren, Neonazis und Identitäre aus der Partei zu entfernen, kann man wieder darüber reden.

      Und das Gerede über die anfeblich so furchtbare Gefahr durch Flüchtinge aus islamischen Ländern - Wissen Sie, ich lebe in Köln. Ich bin regelmäßig in Berlin. Und in anderen Städten, in denen es angeblich so schrecklich zugeht. Unterm Strich ist das meiste davon Hysterie. Natürlich geschehen Straftaten. Diese sind rechtsstaatlich zu verurteilen, und das geschieht auch.

      Dass der Angriff von Altena einen offenen Bezug zur Asylpolitik hatte und damit rechtsradikal per Definition war, ist Fakt. Dass in Deutschland große (und noch zu kleine) Beträge in den Kampf gegen Rechtsradikalismus investiert werden, ist gut so. Deutschland zeigt sich damit seiner historischen Verantwortung bewusst.

    • 06.12.2017 20:28, Haha

      In der Welt von Leuten wie Ihnen ist jede Position, die nicht der eigenen entspricht, rechtsradikal. Das ist aber sicher nicht der objektive Maßstab. Beim Täter von Altena war das Motiv für die Tat, dass man ihm das Wasser abgestellt hat. Und jeder darf sich wohl darüber wundern, woher die Abermilliarden für die Flüchtlinge kommen, ohne gleich rechtsradikal zu sein.

      Solange der Islam keine grundlegende Aufklärung erfährt, ist er mit unseren Werten schlichtweg inkompatibel. Das gilt leider auch für einen Großteil der muslimisch sozialisierten Menschen.

      Aber ich merke, es hat keinen Sinn, mit Leuten wie Ihnen zu diskutieren, da Sie nichts gelten lassen. Ich kann nachvollziehen, dass es nicht leicht ist, wenn das eigene Weltbild, an das man vielleicht sein ganzes Leben geglaubt hst, Stück für Stück von der Realität widerlegt wird. Eine Zeit lang kann man sich das sicherlich noch schönreden, aber irgendwann wird auch bei Ihnen der Zeitpunkt gekommen sein, an dem Sie ehrlich zu sich selbst sein werden. Leider verlieren wir auf diesen Wef wertvolle Zeit...

  • 06.12.2017 15:04, Aras Abbasi

    Wahrscheinlich meint Haha mit liberalen Moslem Sayran Ates. Nur ist die eine total wirre Person ohne islamrechtliche bzw. Islamtheologische Ausbildung. Das überhaupt jemand die ernst nimmt ist ein Wunder für sich. Aber auch in unserer liberalen Ordnung findet sich ein Platz für solche verwirrten Personen... Hier heißt es eben liberale Moschee und Bild. Im Iran heißt es Irrenanstalt.

    • 06.12.2017 15:07, McMac

      Dass Ates solch heftigen Gegenwind von den Stockkonservativen erntet spricht für, nicht gegen sie.

    • 06.12.2017 15:11, Aras Abbasi

      Bleibt trotzdem für die Mehrheit der Muslime nur eine harmlose Irre ohne Fatwa-Befugnis.

    • 06.12.2017 15:19, Haha

      Ah ja, den Islam darf also nur kritisieren, wer Islamwissenschaften studiert und vermutlich mindestens 30 Jahre praktizierend im Iran gelebt hat? Klar, ist beim christlichen Glauben ja auch so. Das Recht zur Kritik haben hier ja auch nur Pfarrer und Pastoren, logisch!

    • 06.12.2017 16:35, Aras Abbasi

      Geht es jetzt um die "liberalen Muslime", die die Meinungsführerschaft für
      sich beanspruchen, oder um irgendwelche Außernstehende?

  • 06.12.2017 20:33, Haha

    Es geht darum, dass es in unseren Breitengraden jedem freisteht, den Islam nach Belieben zu kritisieren. Dass das für dich ungewöhnlich ist, wundert mich jetzt nicht... In manch muslimischem Staat hängt man dafür ja schneller an der nächsten Straßenlaterne, als man gucken kann.

  • 07.12.2017 14:25, @topic

    Amüsant, der Versuch einem offenkundigen Nazi mit sachlichen Argumenten beizukommen. Wäre man für sachliche Argumente offrn, wäre man ja kein Nazi... Denken und Nazi sein schließt sich eben gegenseitig denknotwendigerweise aus... Spart Euch doch die Arbeit. Er wird es nicht lernen. Lasst ihm seinen Hass. Er hat ja vermutlich sonst nichts.

    • 07.12.2017 14:34, @topic

      Nur ganz besonders dumme Menschen bemühen noch die Nazi-Keule.