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Als Reaktion auf die Coronakrise: Norton Rose Fulb­right setzt den Rot­s­tift an

06.04.2020

Mitarbeiter bei Norton Rose Fulbright sollen künftig nur noch 80 Prozent arbeiten und entsprechend weniger Gehalt bekommen. Es handele sich um eine freiwillige und befristete Maßnahme wegen der Covid-19-Pandemie.

Man wolle am Montag als Reaktion auf die Coronakrise die Mitarbeiter darum bitten, freiwillig einer Änderung der Arbeitsverträge für einen begrenzten Zeitraum zuzustimmen, teilt Norton Rose Fulbright mit. Demnach will sich die Kanzlei die Möglichkeit einräumen lassen, die Arbeitszeit der Beschäftigten von 100 auf 80 Prozent zu reduzieren - mit entsprechender Kürzung des Grundgehaltes. Geplant sind weitere Einschnitte: Zusätzlich will die Kanzlei die Zahlung von Partnerausschüttungen und Boni sowie Gehaltserhöhungen und Bonuszahlungen für Mitarbeiter aufschieben. Alle nicht geschäftskritischen Ausgaben würden überprüft, heißt es weiter.

Der Anmeldeprozess für das sogenannte Flex-Programm werde in den nächsten zwei Wochen stattfinden und - wenn es in einem "ausreichenden Umfang" angenommen wird - starte noch im April, hieß es. Das Programm soll für die Büros in Europa, dem Nahen Osten und Asien gelten. Die Mitarbeitenden können jedoch nicht selbst entscheiden, dass sie weniger arbeiten: Der Mitteilung zufolge wählt die Kanzlei diejenigen aus, die ihre Arbeitszeiten reduzieren müssen. Ein ähnliches Programm hat die Sozietät während der Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführt.

"Flex hat in der Finanzkrise vor rund einem Jahrzehnt außergewöhnlich gut für uns funktioniert", sagt Dr. Ralf Springer, Deutschlandchef von Norton Rose Fulbright. Daher wolle man in der gegenwärtigen Situation eine ähnliche Strategie vorschlagen, um die Belegschaft intakt zu halten. "Es ist anzunehmen, dass nicht das gesamte Unternehmen von der gegenwärtigen Situation nachteilig betroffen sein wird und somit nicht alle Mitarbeiter aufgefordert werden, ihre Arbeitszeit zu reduzieren", fügt der Managing Partner für die EMEA-Region Peter Scott hinzu.

ah/LTO-Redaktion

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Als Reaktion auf die Coronakrise: Norton Rose Fulbright setzt den Rotstift an . In: Legal Tribune Online, 06.04.2020 , https://www.lto.de/persistent/a_id/41230/ (abgerufen am: 29.11.2020 )

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