Illegale Absprachen: US-Sam­mel­klage wegen Kar­tell­ver­dachts gegen deut­sche Auto­bauer

27.07.2017

Einmal mehr droht den deutschen Autobauern Ärger mit der Justiz der USA. Nach den Presseberichten über ein mutmaßliches Kartell bereitet man dort die ersten Sammelklagen vor.

 

Die Kartellvorwürfe gegen deutsche Autobauer könnten nun auch rechtlichen Ärger in den USA nach sich ziehen. Drei Kunden beschuldigen den Volkswagen-Konzern sowie Daimler und BMW, unter anderem mit illegalen Absprachen zu Preisen und Abgastechnik gegen US-Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben. Die entsprechende Klage, hinter der die US-Kanzlei Robins Kaplan steht, wurde bereits am Dienstag bei einem Gericht im Bundesstaat New Jersey eingereicht. Am Donnerstag hatte zunächst die Bild-Zeitung darüber berichtet.

Die US-Anwälte berufen sich bei ihren Vorwürfen im Wesentlichen auf Informationen aus deutschen Presseberichten. Sie haben den Rechtsstreit als potenzielle Sammelklage angelegt, der sich - wenn sie als solche zugelassen werden sollte - weitere Autoeigentümer und Leasing-Nehmer anschließen könnten. Die Kläger fordern Strafen und Schadensersatz wegen Verletzung von Kartellrecht sowie Verstößen gegen Verbraucherschutzgesetze und unrechtmäßiger Bereicherung.

Der Klagebescheid wurde den deutschen Herstellern am Mittwoch zugestellt, sie müssen laut US-Recht innerhalb von 21 Tagen reagieren. Bei VW sind auch die Töchter Audi, Porsche und Bentley beklagt. In der 69-seitigen Klageschrift heißt es zudem, die zuständige Abteilung des US-Justizministeriums habe eine Untersuchung wegen des Kartellverdachts eingeleitet. Ein Sprecher wollte dies auf Nachfrage nicht bestätigen - das Ministerium äußere sich dazu nicht.

dpa/acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Illegale Absprachen: US-Sammelklage wegen Kartellverdachts gegen deutsche Autobauer. In: Legal Tribune Online, 27.07.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/23679/ (abgerufen am: 20.09.2017)

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Kommentare
  • 27.07.2017 18:33, Heinrich V.

    Vielleicht sollte ich mal von Porsche auf Aston Martin umsteigen. Made in Germany ist auch nicht mehr das was es einmal war. Fürchterlich. Spätestens seit dem zweiten Weltkrieg hatte Deutschland in der Welt deinen schlechten Ruf. Dies änderte sich in dem letzten 20 Jahren. Zu Recht. Doch mit den jetzigen Entwicklungen wird strasse mich alles wider ändern. Dabei sind die Sperenzchen der Autoindistrie noch das geringere Problem. Viel schlimmer für unseren angeschlagenen Ruf sind die Nationalsozialisten der AfD. Was denkt sich wohl ein Ausländer, wenn er einen Herrn Höcke in die Mikrophone brüllen hört? Was denkt sich jemand, der in deutschland investieren möchte wohl, wenn er bemerkt wie inkompetent und dumm die politiker der AfD sind? Immerhin eine Partei, die Aussichten auf eine Fraktion im BT hat. Wir gebildeten Juristen müssen dagegen halten und dürfen ungebildeten und asozialen Ostdeutschen nicht erlauben unser Schicksal zu bestimmen. Das ist fürchterlich.

    Mit freundlichen Grüßen

    RA Heinrich V

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    • 31.07.2017 18:55, Florian

      Einen schlechten Ruf hatten wir nach dem Krieg nur bei den ehemaligen Kriegsgegnern und bei den von den Leiden betroffenen Völkern. Genau das sind die wirtschaftlich und gesellschaftlich jetzt immer unbedeutender werdenden Volkswirtschaften. Die jetzt als Reaktion auf ihren Abstieg übrigens weitaus populistischer sind als wir.
      Die o.g. Generalisierungen sind zur Vereinfachung und bestätigen im Trend die Regel.

  • 28.07.2017 07:38, M.D.

    Was hier geschieht, ist eine gezielte Offensive gegen die deutsche Autoindustrie. Die einzig interessante Frage dabei ist, ob er durch amerikanische Hedgefonds gestartet wurde, die deutsche Autoaktien geshorted haben und nun den Kurs drücken wollen, oder aus dem Umfeld von Tesla, wo man gerade dabei ist, den künftigen Weltmarkt für E-Autos zu erobern.

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    • 28.07.2017 13:23, Staatsexamen

      Hören Sie doch mit solchem Quatsch auf. Wenn eine deratige Absprachepraxis tatschlich vorgelegen hat, dann haben wir es mit einem gigantischen Kartellrechtsverstoß zu tun, den sich die betreffenden Marken selbst eingebrockt haben.
      Dasselbe gilt doch für die Manipulationssoftware. Das ist Massenbetrug in Reinform. Wer sowas veranstaltet, verliert sein Image - und zwar zu Recht.

      Soweit kommts noch, dass hier irgendjemand eine Heiligenstellung beanspruchen kann, und seis die deutsche Autoindustrie. Niemand s darf über dem Recht stehen.

    • 28.07.2017 14:32, M.D.

      Genau! Diese miesen Kartelle gehören allersamt auf die Anklagebank...., aber die hier bitte auch: http://www.focus.de/finanzen/news/das-netzwerk-der-macht-diese-konzernen-kontrollieren-die-welt_id_3929949.html

      In Kurzfassung: Das sind alles Kartelle, wohin man schaut. Da kann man sich in den USA natürlich welche rauspicken, weil man sie zufällig gerade abservieren möchte. Nur den Heiligenschein sollte man doch bitte im Schrank lassen.

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