Zum Umgang der LMU mit Wissenschaftsplagiat: Ent­schuld­bare Übe­r­ein­stim­mungen

von Hermann Horstkotte

09.01.2018

Die Ludwig-Maximilians-Universität in München zieht weite Toleranzgrenzen für wissenschaftliches Fehlverhalten. Wieso, das hält die Kontrollkommission im konkreten Fall geheim. Hermann Horstkotte hat dafür kein Verständnis.

Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München, Martin E. Keck, muss nicht länger um sein Hochschullehrerexamen von 2004 fürchten. Auch bei erneuter Überprüfung der Habilitationsschrift konnte ihm "kein bewusstes oder grob fahrlässiges (Fehl-)Verhalten nachgewiesen werden". Das Verfahren wurde eingestellt. Das besagt eine Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Auch die Max-Planck-Gesellschaft, Deutschlands Nobelpreis-Schmiede und Kecks Arbeitgeber, freut sich, "dass es nun endlich Klarheit in der Sache gibt", wie die Sprecherin auf LTO-Anfrage mitteilte.

Getrübt wird dieser Eindruck allerdings durch eine Plagiats-Dokumentation auf der Internetplattform Vroniplag Wiki, die nahezu jede zweite Seite von Kecks Werk unangefochten brandmarkt. Die Auseinandersetzung damit sprengt den bislang gewohnten Rahmen akademischer Plagiatsfälle: Kritiker verbreiteten online eine Satire auf die angebliche Fehlentscheidung der LMU und den als "Strafmann" bezeichneten Präsidenten der "Max-Plag-Gesellschaft". Ob der in Wirklichkeit gemeinte Präsident Martin Stratmann dagegen strafrechtlich vorgeht? "Nein", lautet die knappe Antwort seiner Sprecherin.

Der derzeitige Erkenntnisstand ist offenbar ein kommunikatives Desaster, jedenfalls im Vergleich mit anderen Fällen: So hatte die Uni Bayreuth den mehr als achtzig Seiten starken Kommissionsbericht zum Plagiatsfall des früheren Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg doch publik gemacht. Ebenso gelangte im Fall Annette Schavan die Stellungnahme des Dekans an den Senat ins Netz – womit die Hochschulleitung von vornherein rechnete, wie Beteiligte noch heute bestätigen. Aber warum anders die LMU?

Interessen vs. Interessen

Auf Nachfrage von LTO antwortet der Münchener Kommissionsvorsitzende, Rechtsprofessor Ansgar Ohly: Im Fall Guttenberg konnten die Bayreuther Gremien "bei ihrer Abwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und dem Persönlichkeitsinteresse berücksichtigen, dass es sich um einen bekannten Politiker handelte." Klingt so, als ob es auf Druck und Erwartung der Medien ankomme.

Im Falle Keck sprechen aber laut Ohly die "Persönlichkeitsinteressen des Beschuldigten dagegen, alle Details der Geschehnisse vor rund 15 Jahren offenzulegen. Genau das müsste hier geschehen, denn die Entscheidung ist aufgrund der Einzelheiten des Falls gefallen." Diese"Details der Geschehnisse" sollen plagiatsverdächtige "textliche Übereinstimmungen" und "das Fehlen von Zitaten", wovon Ohly selber spricht, anscheinend verständlich und entschuldbar machen.

Allerdings ist der Beschuldigte spätestens durch seinen Plagiatsfall wie Guttenberg oder Schavan zur Person der Zeitgeschichte geworden. Zur angeblichen Geheimhaltungsbedürftigkeit hat Ohlys Fakultätskollege Volker Rieble schon in seinem Buch "Das Wissenschaftsplagiat" (2010) festgehalten: "Wie sich eine wissenschaftliche Arbeit als mögliches Plagiat zu einem potentiellem Original verhält, ist wissenschaftliche Kritik und steht unter dem Schutz von Art. 5 Grundgesetz." Das "Wissenschaftlerpersönlichkeitsrecht", also persönliche Empfindlichkeiten ums Ansehen und Amt, seien nachrangig.

Auch das Bundesverwaltungsgericht hat der Transparenz in wissenschaftlichen Berufungs- und Qualifikationsverfahren den Vorrang gegeben, erneut vor einem Jahr (Beschl. v. 10.01.2017, Az. 20 F 3.16 ). Ohly übergeht ferner ein Monitum des Düsseldorfer Dekans, der in seinem Schavan-Bericht betonte: "Alle Reaktionen, in denen berufliche Ehrbarkeit höher gewichtet wird als der wissenschaftliche Diskurs, tragen in die Hochschule ein wissenschaftsfremdes Element hinein", das Prüfungen in Verruf bringen. Klingt idealistisch, zu lebensfremd?

Im Endeffekt jedenfalls führt der Datenschutz für den möglichen Plagiator zum Täterschutz statt zum Opferschutz für den betrogenen Leser.

"Ich hab es nicht gewusst" darf nicht gelten

Kecks "Freispruch" begründet sich auf "nicht bewusstes oder grob fahrlässiges Fehlverhalten". Insoweit geht es um nichts anderes als die Frage einer mehr oder weniger mangelhaften Sorgfaltspflicht, also persönliches Verschulden. Damit aber gerät der Fall von vornherein "aufs falsche Gleis" und wird "sehr wertungsabhängig", meint Wolfgang Löwer, Professor für Öffentliches Recht und Wissenschaftsrecht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und langjähriger Sprecher des bundesweiten Ombudsgremiums für gute wissenschaftliche Praxis. Im Gespräch mit LTO sagt Löwer: Sei das Tatbestandsmerkmal der "vorwerfbaren Täuschung" gegeben, so sei eine Qualifikationsentscheidung zurückzunehmen.

Eine Täuschung liegt objektiv vor, wenn ein Autor sich heimlich etwas zuschreibt, was von anderen stammt. Wenn das nicht nur ein- oder zweimal passiert, sondern als Strickmuster der Arbeit erkennbar ist, ist nach Löwer nur noch zu fragen, ob die Täuschung des Lesers "mindestens bedingt vorsätzlich" begangen, also billigend in Kauf genommen wurde. "Hier sind bei Vorliegen des objektiven Tatbestandes nicht viele Ausreden möglich", so Löwer. Vor Gericht helfen Einlassungen wie "Ich hab´s nicht gewusst" längst nicht mehr, sowenig wie der Einwand "Das machen doch alle" oder "War doch so üblich".

Führen dagegen hochschulinterne Untersuchungen – wie an der LMU unter bemerkenswerter Berücksichtigung "aller Details der Geschehnisse" - zu einem anderen Ergebnis, das indes das Geheimnis der Uni bleiben soll, entsteht zumindest die Frage: Können auch schwarze Schafe zu Unschuldslämmern mutieren?

Denunzianten oder verdeckte Ermittler

Wie in anderen Fällen, bleiben die Hinweisgeber auf Kecks Habilitationsschrift anonym. Na und? Zu solch "vielfach kritisierter 'Denunziation' durch Plagiatsjäger" stellte der Düsseldorfer Dekan in der Causa Schavan klar, das doch jeder das Recht habe, sich ein Bild von Veröffentlichungen zu machen: "Die Motive sind dabei völlig gleichgültig, so dass auch die Identifizierung anonymer Plagiatsjäger keine Bedeutung hat."

Die Denkschrift der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur "Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" ist etwas zurückhaltender: Auf anonyme Hinweise überhaupt einzugehen, sei eine Abwägungsfrage von Fall zu Fall. Wenn Whístleblower aus Angst vor persönlichen Nachteilen Anonymität für erforderlich halten, müsse das mit bedacht werden. Am Ende will aber der LMU-Ausschussvorsitzende Ohly "anonyme Informanten nicht über Entscheidungen informieren", sondern höchstens, wenn auch nur eingeschränkt, die Presse – die habe ein Recht darauf.

Zudem muss das Kommissionsvotum nicht das letzte Wort gewesen sein. Rechtsprofessor Klaus F. Gärditz, Inhaber des Lehrstuhls für öffentliches Recht an der Universität Bonn, zum Beispiel bemerkt grundsätzlich: "Wurde das Verfahren aufgrund einer unergiebigen Vorprüfung eingestellt,könnte es jederzeit wieder aufgenommen werden."

Zitiervorschlag

Hermann Horstkotte, Zum Umgang der LMU mit Wissenschaftsplagiat: Entschuldbare Übereinstimmungen . In: Legal Tribune Online, 09.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26361/ (abgerufen am: 20.10.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 09.01.2018 11:13, Eigentlich verständlich

    Die Gründe für solche Entscheidungen lieber nicht offenzulegen kann klug sein. Potenzielle Plagiatoren könnten sonst auf den Gedanken kommen, an manchen Hochschulen sei es leichter, mit abgeschriebenen Ideen anderer promoviert oder habilitiert zu werden. Das zieht die falschen (?) Leute an. Das wiederum könnte sich auf das Rennommee auswirken. Liegt München weit weg von Österreich?

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    • 09.01.2018 11:29, Ass

      Warum Österreich?

    • 09.01.2018 11:37, Eigentlich verständlich

      In Österreich ist der Umgang mit Wissenschaftsplagiaten traditionell - ähem - großzügig. Wegen des von den Universitäten hochgehaltenen Prinzips der Amtsverschwiegenheit sind die Maßstäbe, die an akademische Qualifikationsarbeiten im Plagiatsverdachtsfall angelegt werden, ziemlich intransparent. Auf einschlägigen Dokumentationsplattformen finden sich eindrucksvolle Beispiele.

    • 09.01.2018 14:49, K.A.

      Haben Sie mal in Österreich promoviert oder dort einen Abschluss gemacht? Nein? Ich schon. Ich musste 2010 meine Arbeit elektronisch einreichen und diese wurde über eine Software auf Übereinstimmungsmerkmale geprüft. Vorab musste man sein Diss-Thema festlegen, das wird republikweit geprüft und dann republikweit gesperrt.

      Das Eldorado für wissenschaftliche Tiefflüge ist in der Tat Deutschland - das will man hier nur nicht glauben.

    • 09.01.2018 19:43, Eigentlich verständlich

      @K.A.: elektronische Fassung einreichen - das ist hart. Hier in D haben sie auf dem Stand von 2018 noch immer keine Software, die halbwegs verläßlich Plagiate identifiziert; aber das ist in A vermutlich schon 2010 anders gewesen.
      Und in Sachen Tiefflüge könnten Sie Recht haben. Hier (http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Rm) findet sich ein bemerkenswertes Beispiel: Der Kandidat wurde in D wegen Plagiaten in der Diss hohnlachend vom Hof gejagt, in A mit Kußhand promoviert (mit den gleichen Plagiaten, wohlgemerkt) - und dann in D angestellt. Als Professor.

    • 10.01.2018 08:24, Mike M.

      Elektronisches Einreichen ist gut. Ob die Software in Österreich einen besseren Dienst leistet, wage ich zu bezweifeln. Sie müsste ja Zugang zu allen möglichen kostenpflichtigen Datenbanken haben, zu nicht digitalisierten Büchern etc. Das hat sie in Österreich auch nicht. Heraus kommen sehr viele falsch positive, aber eben manchmal landet die Software doch einen Treffer. Viel wichtiger ist aber, dass Erst- und Zweitgutachter genug Zeit für die Begutachtung haben.

    • 10.01.2018 11:11, race to the bottom

      Die Frage nach dem Unterbietungswettbewerb zwischen zwei benachbarten Ländern in Sachen "wissenschaftliche Standards" lenkt vom eigentlichen Problem ab, das im Artikel angesprochen wird: Kann eine Universität oder eine MPG oder sogar der gesamte Wissenschaftsstandort Deutschland es sich leisten, die Kriterien geheimzuhalten, nach denen entschieden wird, ob eine objektiv abgeschriebene Arbeit ein Täuschungsversuch ist? (Ich tendiere zu: Nein.)

  • 09.01.2018 11:38, Hermann Horstkotte

    zur Frage von Ass: ... weil es in Österreich gnädiger zugeht:)

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  • 09.01.2018 13:13, M.D.

    Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Wissenschaft zunehmend ihre Glaubwürdigkeit einbüßt. Wer das einmal gedacht?

    Erst glaubte man der Kirche nicht mehr und nun den Wissenschaftlern. Wer wird uns als nächstes die wahre Wahrheit verkünden? Die Bundespressekonferenz? Die Tides Foundation? Wikipedia? Richard David Precht? Lassen wir uns überraschen.

    P.S.: Hermann Horstkotte erinnert mich irgendwie an Udo Ulfkotte. Hier wäre eine Namensänderung ausnahmsweise mal angesagt. Ist nicht böse gemeint.

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  • 09.01.2018 13:37, JoeFrazier

    Die Max-Plag-Gesellschaft und die LMU blamieren sich hier, indem diese die eigenen Regeln nicht einhalten, bzw. nach eigenem Gutdünken auslegen. Hier wird so getan, als ob man es mit einem potentiellen Nobelpreisträger zu tun hat, stattdessen bekleidet der Plagiator "nur" die Chefarztposition des Instituts und ist höchst umstritten. Eine kleine Recherche bei Google lässt die Personalie für unglücklich gewählt erscheinen. Die MPG muss aufpassen, dass sie sich nicht einen zweiten Jan Hendrik Schön (https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Hendrik_Sch%C3%B6n) ins Haus geholt hat. Das hier gezeigte stellt zumindest die Glaubwürdigkeit dieses "Wissenschaftlers" mehr als in Frage.

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  • 09.01.2018 17:31, Martin Heidingsfelder

    Habe ähnliche Erfahrungen mit der LMU insbesondere der Medizinischen Fakultät gemacht. Ein klares Plagiat, meine Vorwürfe wurden bestätigt, wurden aber nur mit einer Rüge abgehandelt. Einen Nachweis oder eine Aussage, darüber wie intensiv über meine Vorwürfe hinaus geprüft wurde blieb die LMU jedenfalls schuldig. Offensichtlich wurden die Vorwürfe auch deutlich langsamer überprüft als im Fall Keck, der sogar ohne Rüge davon kommt obwohl bei Keck alles nach Aberkennung schreit. Die Arbeit Keck hatte ich im Sommer 2017 ebenfalls kursorisch geprüft und klare Plagiate festgestellt und Kontakt mit VroniPlag Wiki empfohlen. Das alles insbesondere den intransparenten Umgang mit klarem Fehlverhalten verstehe ich nicht. Der gute Ruf der LMU ist wirklich in Gefahr.

    Exemplarisch die Begründung der Rüge der LMU:

    "'Die von Herrn Heidingsfelder angemerkten, nicht korrekt gekennzeichneten Textübernahmen aus der Veröffentlichung von Herrn Prof. H. {DÄ 1996] sind vorhanden.' Des weiteren wurde festgestellt, dass einige Passagen in der Dissertation von Dr. XY nicht korrekt oder gar nicht zitiert worden waren, beispielsweise aus dem Internet bezogene zusammengefasste Informationen oder Tabellen. Bei einigen Abbildungen fehlten die Quellenangaben.

    Der Promotionsausschuss kam nach eingehender Prüfung und Abwägung des Gewichts der zweifelsfrei vorliegenden Mängel beim Zitieren zu dem folgenden Schluss: Ein systematischer wissenschaftlicher Täuschungsversuch liege nicht zugrunde. Dr. XY werde von dem Nachweis seines Fehlverhaltens in Form unzureichender Zitierweise schriftlich von dem Promotionsausschuss für Humanmedizin der Medizinischen Fakultät der LMU München in Kenntnis gesetzt und gerügt."

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  • 09.01.2018 19:27, Hermann Horstkotte

    Ermessensentscheidung
    Die müsste die LMU im Rechtsstreit darlegen. Indem sie die Sache intern niederschlägt, erspart sie sich das.

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  • 09.01.2018 19:34, JoeFrazier

    Entscheiden ist hier doch auch, dass nach dem Motto agiert wird, "wer hat, dem wird gegeben". Die hier vorliegende Entscheidung zementiert die berufliche Position des Professors, welche ihm durch eine Täuschung ermöglicht wurde. Der Ehrliche ist der Dumme, das ist die Botschaft, die die LMU hier verbreitet.

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  • 09.01.2018 21:44, Adolf Harnack

    Professor Keck ist nicht einer der zahlreichen medizinischen Privatdozent der es bis zum Chef der Chirurgie im Kreiskrankenhaus XY gebracht, sondern Direktor der Klinik des Max-Planck-Institut für Psychiatrie. Nach eigener Zuschreibung gehört man zu den weltweit führenden Einrichtungen. Unter der Leitung von Professor Keck wird die weltweit größte Psychotherapie-Studie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie mit Steuermitteln durchgeführt.
    Ohly Abwägung ist nach geradezu absurd. Das Persönlichkeitsinteressen des Beschuldigten mag bei jemanden überwiegen, der sich nach seiner Qualifikationsarbeit aus dem wissenschaftlichen Diskurs verabschiedet hat, nicht aber bei jemanden dem der Steuerzahler Million von Forschungsgelder anvertraut.
    Das Ganze ist aber nicht nur ein Problem der LMU, sondern vor allem der MPG. Welche Maßnahmen hat die MPG ergriffen? Warum veröffentlicht Keck nicht selbst den Untersuchungsbericht? In der SZ wird eine Sprecherin der MPG mit den Worten zitiert: “Die MPG freut sich, insbesondere für Herrn Prof. Keck, dass nun endlich Klarheit in der Sache hergestellt werden konnte.“ Über welche Klarheit freut sich den bitteschön die MPG? Es entspräche wissenschaftlicher Redlichkeit, wenn sich die MPG den Bericht LMU veröffentlicht.

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    • 09.01.2018 22:32, JoeFrazier

      Zusätzlich hat er wesentliche Ergebnisse einer der plagiierten Dissertationen ohne Namensnennung des Doktoranden im Nachgang hochrangig publiziert. Und jetzt teilt die MPG mit, der Doktorand hätte explizit auf eine Autorenschaft verzichtet; daher: kein Wissenschaftliches Fehlverhalten. Warum hätte er das tun sollen? Mehr dazu hier: http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Benutzer:MekHunter/Mek_Andere_Arbeiten

  • 09.01.2018 22:25, Max Blank

    Keck ist nicht Direktor des (gesamten) MPI für Psychiatrie sondern lediglich der Leiter der Klinik (W2) vergleichbar einem Leiter eines Tierhauses an einem MPI.

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    • 09.01.2018 22:29, JoeFrazier

      Das mag sein, er verhält sich aber wie ein Direktor und ist erbarmungslos seinen Widersachern gegenüber.

    • 10.01.2018 11:36, Hermann Horstkotte

      Keck figurieert offiziell als "Direktor und Chefarzt" (https://www.psych.mpg.de/40994/organisation). Der Direktorentitel lehnt sich an die üblichen MPG-Bezeichnungen. Die satzungsgemäße Institutsordnung des MPI ist eine besonders komplizierte Konstruktion, ebenfalls die Gehaltszusagen in K.s Anstellungsvertrag (nicht einfach W2).Dazu habe ich im Vorjahr im TAGESSPIEGEL geschrieben.

  • 10.01.2018 09:45, Nicolaus

    Elite-Uni LMU...

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  • 10.01.2018 11:46, Hermann Horstkotte

    Doktor mit Tirolerhut
    Zu "Eigentlich verständlich" 9.1.19h43: der angesprochene Fall ist der: http://www.tagesspiegel.de/wissen/betrug-beim-doktor-plagiator-promovier-in-oesterreich/11311866.html

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  • 10.01.2018 14:54, Max Blanck

    Keck ist auf jeden Fall nicht "Wissenschaftliches Mitglied" der MPG und von daher nach MPG-Nomenklatura kein "Direktor". Die MPG wollte ursprünglich, so hört man, nur einen "Klinikleiter" bestellen. K. hat es aber geschafft, nach außen hin (und lange Zeit wohl auch nach innen) als Instituts-Direktor und Nachfolger von Prof. Holsboer wahrgenommen zu werden. Wahrscheinlich war seine erste Amtshandlung, entsprechendes Briefpapier zu ordern und die Homepage entsprechend gestalten zu lassen. Binder und Chen, die echten MPG-Direktoren, haben das offenbar so hingenommen.

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  • 10.01.2018 15:06, LTO-Leser

    Ein schrecklich schlampiger Beitrag.

    Beim „Wissenschaftlerpersönlichkeitsrecht“ geht es nicht um „persönliche Empfindlichkeiten ums Ansehen und Amt“, sondern um das Recht desjenigen, dem eine wissenschaftliche Erkenntnis zu verdanken ist, in der späteren wissenschaftlichen Diskussion auch als Urheber dieser Erkenntnis genannt zu werden - im Plagiatskontext also um ein Recht des Plagiierten und gerade nicht des (potentiellen) Plagiators.

    Die zitierte Aussage Riebles („Wie sich eine wissenschaftliche Arbeit als mögliches Plagiat zu einem potentiellem Original verhält, ist wissenschaftliche Kritik und steht unter dem Schutz von Art. 5 Grundgesetz.“) bezieht sich auf die Zulässigkeit öffentlicher Plagiatskritik à la Vroniplag und hat mit einer Verpflichtung der Universität, die Gründe für die Entziehung oder Nichtentziehung des Doktorgrads öffentlich zu machen, nichts zu tun.

    Die zitierte Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (Beschl. v. 10.01.2017, Az. 20 F 3.16) betrifft einen Auskunftsanspruch des von einem Prüfungsverfahren Betroffenen und nicht im Mindesten die „Transparenz“ eines Verfahrens für die allgemeine Öffentlichkeit.

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    • 10.01.2018 16:51, Hermann Horstkotte

      Zum Schlampigkeitsvorwurf des LTO-Lesers:
      Im ersten Absatz verkürzt der Leser die Fragestellung auf "Urheber"-Recht. Dass das Urheberrecht für Fragen des Wissenschaftsplagiats nicht ausreicht, ist inzwischen common sense unter allen Experten (wie Löwer oder Gärditz). Volker Rieble hat mit seinem "Wissenschaftsplagiat" (2010) die nötige Blickerweiterung befördert.
      Dass Art. 5 GG Meinungsäußerungen à la Vroniplag Wiki erlaubt, sich aber nicht auf das Innenleben der Unis erstrecke, ist so abenteuerlich, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung nicht nötig, sondern höchstens für eine Fortsetzung der Satire auf das LMU plagiarism advisory board vorzumerken ist.
      Die Darlegungen im BVerwG-Beschluss ( https://www.bverwg.de/100117B20F3.16.0) ausschließlich für den aktuellen Streitfall gelten zu lassen, ist ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver vom Habilitationsfall Keck. Indes hält der Beschluss unter Rdnr.16 fest, dass die konkret entschiedene " Situation nicht grundsätzlich von der Bewertung etwa einer Habilitationsschrift als akademischer Qualifikationsschrift" verschieden ist. Außer eben, dass die LMU in ihrem Falle das "Evaluierungsverfahren" intern - so gar ohne den Habilitationsauschuss - niederschlägt statt sich öffentlicher Auseinandersetzung zu stellen: eine gelungene Parodie auf Bacons Prinzip de nobis ipsis silemus.

  • 10.01.2018 16:07, Hermann Horstkotte

    Aufklärung im Selbstversuch

    Medizin-Wissenschaftler deutscher Unis die Bildung eines hochschulübergreifenden Office of Research Integrity
    (ORI) wie in den USA angeregt. Dort beurteilen neutrale Experten misconduct und begründen ihr Ergebnis mit Namen der Betroffenen ausführlich öffentlich: https://ori.hhs.gov/case_summary.
    Wie anders hierzulande: Auf Nachfrage stellt der Medizinische Fakultätentag fest:
    "Fällen von möglichem wissenschaftlichen Fehlverhalten gilt es immer von den verantwortlichen Einrichtungen individuell und in einem unabhängigen Verfahren konsequent nachzugehen."

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  • 10.01.2018 19:48, JoeFrazier

    Die im Artikel erwähnte Stellungnahme des Dekans zum Fall Schavan ist durchaus Lesenswert (http://www.tagesspiegel.de/downloads/10245842/2/abschlussberichtbleckmann.pdf).

    Auf Seite 11, Zeile 2 bis 4 kann man folgendes zum Fall Guttenberg lesen:
    >>Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Gruss, verstieg sich im Oktober 2012 sogar zu der öffentlich und namens der MPG gegebenen Erklärung, das bisherige Verfahren unserer Fakultät sei „der deutschen Wissenschaft nicht würdig.“<<

    Findet sich hier doch auf Seite 15 oben folgender Absatz:
    >>Beachtung verdient auch die Korrespondenz mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, der unmittelbar vor der Entscheidung über die Eröffnung des Entzugsverfahrens auf die Mitglieder des Fakultätsrats einwirken wollte. Dabei wusste er mitzuteilen, dass „nicht die wissenschaftliche Aussage der vorgelegten Dissertation, sondern der berichtende Teil von den Plagiatsvorwürfen betroffen ist“. Eine besondere Pointe mag man darin sehen, dass der MPG-Präsident die Mitglieder des Fakultätsrats mit seinem Interventionsversuch zugunsten der amtierenden Wissenschaftsministerin „nur darin bestärken“ wollte, „alles zu tun, um die Wissenschaft und wissenschaftliche Prinzipien nicht zum Spielball politischer Interessen werden zu lassen“.<<

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

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  • 10.01.2018 20:00, Prawda

    Glückwunsch, lieber Herr Horstkotte! Sie sind hier nicht nur den äußerst fragwürdigen Machenschaften eines Einzelnen auf der Spur, sondern einem handfesten Wissenschaftsskandal an der LMU-„Eliteuniversität“ und der Max Planck Gesellschaft (MPG)! Herr Keck, aber auch die dekorierten Entscheider an der LMU und der MPG haben den Institutionen, an denen sie tatsächlich immer noch beschäftigt sind, und der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft massiv geschadet.

    Der Plagiatsfall Keck zeigt, dass keine klaren Kriterien für Titel-generierender Arbeiten und die Betreuung von abhängigem wissenschaftlichen Personal bestehen, sondern dass mit vielerlei Maß gemessen wird, dass sich Einzelpersonen schamlos am Wissenschaftssystem bedienen können (Titel = mehr Einkommen und Ansehen) und, schließlich, dass wissenschaftspolitische Abhängigkeiten mehr zählen als Wahrheit, Gerechtigkeit und verantwortungsbewusster Umgang mit Steuermitteln. Die vielfältigen Abhängigkeiten der LMU von der MPG (die einen eigenen großen Artikel wert wären um diesen Fall hier zu beleuchten und sich bspw. in der personellen Verzahnung von LMU/MPG Gremien abbilden, die das gegenseitige Zuschanzen von Preisen, Publikationen, Drittmitteln etc. ermöglichen) haben es vermocht, Herrn Keck bislang von der Aberkennung seiner Habilitationsschrift zu bewahren. Denn welche vom Plagiatsprüfungskommissionspräsidenten Ohly, übrigens ein Ex-MPG-Mitarbeiter der MPG (!), angeführten“ Persönlichkeitsinteressen des Beschuldigten“ sollten dagegen sprechen „alle Details der Geschehnisse vor rund 15 Jahren offenzulegen“, also das Faktum zu rechtfertigen, dass Herr Keck über 40% seiner Habilitationsschrift aus anderen Arbeiten, vor allem aus den seiner eigenen Doktoranden, kopiert hat? Theoretisch ist hier nur Weniges denkbar, nämlich eine zum damaligen Zeitpunkt fehlende Geschäftsfähigkeit und damit reduzierte Schuldfähigkeit (die hätte allerdings zum Ruhen seiner ärztlichen Approbation führen müssen und müsste jetzt eine psychiatrische Begutachtung zur Folge haben) oder ein besonderer Schutz eines verdeckt arbeitenden Geheimdienstmitarbeiters. Letzteres ist insbesondere im Hinblick auf die Persönlichkeitsstruktur des Beklagten nur sehr schwer vorstellbar.

    Publizieren heißt, etwas öffentlich zu machen. Und wer über 40% seiner eigenen Habilitationsschrift plagiiert muss damit rechnen, dass die Missetat ans Licht kommt. Die MPG und auch manche Universität ist zu groß geworden, sodass sie sich immer wieder und in vielen Bereichen staatlichen Kontrollmechanismen entziehen kann. Wehret den Anfängen. Und ein Hoch auf Vroniplag – denn ein Rechtsstaat ist nur dann ein Rechtsstaat, wenn Recht auch ausgeübt wird, und dazu müssen Fehlverhalten und Straftaten erst einmal aufgedeckt werden.

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  • 11.01.2018 09:36, Hermann Horstkotte

    Kommentar RIEBLE:
    auf Nachfrage
    zum Forumsbeitrag vom 10.01.2018 15:06, LTO-Leser
    antwortet Prof. Dr. jur. Rieble:
    "der Leser hat in einem Punkt recht: Die Wissenschaftsfreiheit als Äußerungsrecht kommt nur dem (privaten) Kritiker zu, nicht aber der Universität, die als Korporation über das Fehlverhalten ihrer Mitglieder wacht. Aber eben darin liegt ja auch der Trick: Indem die Universitäten alles auf die Ebene eines Quasi-Disziplinarverfahrens ziehen, bei dem der „Beschuldigte“ wie im Beamten, Soldaten- oder Strafrecht geschützt ist, weicht sie ihrer Verantwortung für saubere Wissenschaft aus. Fehlerhafte Publikationen müssen zurückgezogen werden (Retraction) und Qualifikationsschriften müssen aberkannt werden. Das gebietet der Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung. Ihm weicht die LMU aus: Es wird nach persönlicher Vorwerfbarkeit gesucht, wo es nur um Unwissenschaftlichkeit und Autorverfälschung geht."

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  • 11.01.2018 09:57, JoeFrazier

    Interessanter Beitrag des Ausschussvorsitzenden Ansgar Ohly bei Spiegel Online (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/wissenschaftler-als-autoren-der-schwaechere-gibt-meist-nach-a-675752.html) unter der Überschrift "Der Schwächere gibt meist nach" lässt er sich wie folgt zitieren:

    >>In einem bekannten Fall hat ein Professor eine Staatsexamensarbeit umgeschrieben und unter eigenem Namen veröffentlicht. Er ist trotz Klage wegen "Diebstahl geistigen Eigentums" nicht urheberrechtlich belangt worden. Diese Form des Plagiats gilt zwar als wissenschaftliches Fehlverhalten, ist in Bezug auf das Urheberrecht aber kein Problem.<<

    Wie kann er bezogen auf diese Aussage im vorliegenden Fall zu diesem Ergebnis kommen?

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  • 11.01.2018 10:40, Hermann Horstkotte

    O-Ton GAERDITZ
    Auf dem Hintergrund zum o.a. Statement von Prof. Dr. jur. Rieble ergänzt sein Kollege Prof. Dr. jur. GAERDITZ auf Nachfrage:
    "in der Tat muss man zwischen Vorwerfbarkeit und objektivem Fehlverhalten trennen. Die Universität hat aber - gerade auch mit Blick auf die Rechtsprechung des BVerwG - kein Mandat, wissenschaftliche Fehler unterhalb der Schwelle vorwerfbaren Fehlverhaltens festzustellen. Dies obliegt vielmehr nach (mE zutreffender) Rechtsprechung, der Scientific Community, die im Rahmen der den Akteuren zustehenden individuellen Wissenschaftsfreiheit auch "schlechte Wissenschaft" identifizieren und als solche benennen darf."
    Vorwerfbares Fehlverhalten ist freilich dann gegeben, wenn, wie im Art. mit Prof. Dr. jur. Löwer ausgeführt, "OBJEKTIVES Fehlverhalten" mit "mindestens bedingtem Vorsatz" vorliegt.
    Wie die LMU-Kommission unter Prof. Dr. jur. Ohly bedingten Vorsatz i.F. Keck ausschließt, ist (bislang) ihr Geheimnis:)

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    • 12.01.2018 09:50, Hermann Horstkotte

      "Diskretionäre Milde"
      Bei der Unterscheidung zwischen einer Tatbestands-Feststellung (wie fehlende Zitatnachweise / Quellenangaben) und daraus zu ziehenden Rechtsfolgen bleibt festzuhalten, dass die Behörde (Uni) dabei an pflichtgemäßes Ermessen gebunden ist. Sie kann (nach dem schönen Wort einer Fachautorität in der Sache) "diskretionäre Milde" walten lassen (an der LMU nach dem Hinweis von Heidingsfelder vielleicht in Form einer "Rüge"). Das pflichtgemäße Ermessen findet seine Grenze aber an "Willkür", ein konkretes Beispiel: Anfang der 1990er Jahre hatte die PhilFak der Uni Bonn ein Überprüfungsverfahren wegen Plagiatsvorwürfen gegen die Diss. M. eröffnet und dann eingestellt. Bei einer nochmaligen Überprüfung (auf dem Hintergrund einer Dokumentation von Vroniplag Wiki) zwanzig Jahre später bezeichnete der Rechtsvertreter der PhilFak die frühere Verfahrenseinstellung als "willkürlich" (https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/ovg-nrw-urteil-19a25413-plagiat-kernfragen-doktorwuerde-mathiopoulos/) - mit Erfolg, der Doktorhut wurde rechtskräftig entzogen.

  • 11.01.2018 22:42, woklonline

    Zitat Harnack (9.01.): „Das Ganze ist aber nicht nur ein Problem der LMU, sondern vor allem der MPG.“
    So ist es! Die Interessensgeleitetheit der MPG machte bereits Bleckmann in seinem Abschlussbericht zur Causa Schavan deutlich:

    »Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Gruss, verstieg sich im Oktober 2012 sogar zu
    der öffentlich und namens der MPG gegebenen Erklärung, das bisherige Verfahren unserer
    Fakultät sei „der deutschen Wissenschaft nicht würdig.“« (Bleckmann, S.11) http://www.tagesspiegel.de/downloads/10245842/2/abschlussberichtbleckmann.pdf)

    »Eine besondere Pointe mag man darin sehen, dass der MPG-Präsident die Mitglieder des Fakultätsrats mit seinem Interventionsversuch zugunsten der amtierenden Wissenschaftsministerin „nur darin bestärken“ wollte, „alles zu tun, um die
    Wissenschaft und wissenschaftliche Prinzipien nicht zum Spielball politischer Interessen werden zu lassen“«. (Bleckmann, S.15)

    Es könnte sich der Eindruck aufdrängen, dass die Gilde der Plagiatorenverteidiger aus den Fehlern in Sachen Schavan gelernt habe. „Rheinische Lösungen waren dagegen ganz ausgeschlossen.“, schrieb Bleckmann (S.22) Sachsen-Anhaltinische Lösungen anscheinend nicht.

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  • 12.01.2018 14:53, Hermann Horstkotte

    "Geschehnisse vor rund 15 Jahren"

    Der historisierende Hinweis des LMU-Komm.-Vors. Prof Ohly berührt eine laufende Debatte über "Verjährungsfristen" für mit wiss. Fehlverhalten belastete Arbeiten.
    Zeitweilig war etwa an der PhilFak der LMU eine Fist von fünf(!) Jahren für die Rücknahme des Doktorhutes gültig, inzwischen wurde diese Frist aufgehoben.
    Gemäß der aktuellen Promotionsordnung der JurFak Uni Münster ist die Rücknahme nur innerhalb von fünfzehn Jahren möglich.
    Ob auf dem Hintergrund in die Bewertung des Habilfalles Keck auch der besagte Zeitablauf hineinspielte? Die aktuelle Habilitationsordnung der LMU-MedFak kennt allerdings keine Fristenregelung für die Ungültigkeitserklärung der Habilitation (http://www.med.uni-muenchen.de/habil_prof/habilitation/habil_ordn_12_2016.pdf)

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    • 12.01.2018 15:46, Martin Heidngsfelder

      Die Verjährungs ist IMO "eine materiell rechtliche Regelung im Gewande einer Verfahrensklausel". Ein durch Betrug und falsche Angaben, arglistiger Täuschung, Drohung oder Bestechung erlangter begünstigender Verwaltungsakt unterliegt gerade nicht der Verjährung.
      Die Verjährung, der durch arglistige Täuschung erworbenen Doktorgrade in einer Rechtsnorm festzuzurren, dürfte nach meiner Einschätzung nur ein Landtag in sein Hochschulgesetz schreiben aber keinesfalls eine Fakultät mit einer Verfahrensordnung festlegen. Anschließend solte allerdings noch der entsprechende Landesverfassungsgerichtshof dies einer Normenkontrolle unterziehen, weil das IMO für den gesamten Verwaltungsbereich dann wegweisende Wirkung entfalten könnte.

      Promotionsordnung Uni Münster §28 Abs. 1

      § 28 Entziehung des Doktorgrades

      (1) Der Doktorgrad ist durch Beschluss des Fachbereichsrates zu
      entziehen, wenn bekannt wird, dass er aufgrund unrichtiger
      Angaben oder durch Täuschung erworben oder wenn ein
      nicht nur geringfügiges wissenschaftliches Fehlverhalten des
      Promovierten/der Promovierten im Zusammenhang mit der
      Dissertation vorliegt. Die Entziehung des Doktorgrades nach
      Satz 1 ist nur innerhalb von fünfzehn Jahren seit der Verlei-
      hung zulässig.

      https://www.jura.uni-muenster.de/de/wissenschaft/wissenschaftlicher-nachwuchs/promotion/

      "In Münster werden pro Jahr in 20 Prüfungsterminen ca. 100 Kandidaten geprüft. Damit steht die Münstersche Fakultät mit Abstand vor allen anderen Rechtswissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland an der Spitze." allerdings steht die Uni Münster nicht in Sachen Qualität an der Spitze sondern es ist wohl ein einträgliches Massengeschäft und auch die Auswahl der Kandidaten erstes Juristisches Staatsexamen mit vollbefriedigend lässt viel Spielraum.

      Bitte um eine Einschätzung und Meinungen insbesondere der mit Hochschulrecht vertrauten Juristen und von sonstigen Rechtswissenschaftlern dazu.

  • 13.01.2018 10:34, Hermann Horstkotte

    "Vorwerfbarkeit" und Schweigegebot
    Die Rechtsprechung verlangt Vorwerfbarkeit, wenn ein Doktorgrad oder die Habilitation für ungültig erklärt werden soll. Die Vorwerfbarkeit ist keine automatische Folge aus einem objektiven Tatbestand wiss. Fehlverhaltens, sondern eine (pflichtgemäße) Ermessensentscheidung der Fakultät.
    Wenn die Behörde dabei eine Vorwerfbarkeit (z.B. bedingten Vorsatz) verneint, ist ihr lt. Rechtsprechung jede andere Kritik an der fraglichen Arbeit untersagt. Das ist der angesagte Rechtsweg, um Problemfälle behördlich unter Tabu zu stellen und so zu erledigen.

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  • 17.01.2018 11:55, Hermann Horstkotte

    Selbstisolation der juristischen Betrachtungsweise
    Seit Luhmann spätestens weiß man vom Spannungsverhältnis, dass "Recht" und Rechtssystem eigenen Regeln folgen (müssen) und dabei doch Anforderungen der Außenwelt gerecht werden sollen; s. auch Marie-Theres Fögen, Das Lied vom Gesetz, 2007, S. 112.Aktuell zitiert in dem Zusammenhang die FAZ (17.1.2018, S. N3) Luhmanns Lehrstuhl-Nachfolger André Kieserling mit dem Satz: "Damit das System die eigenen Vereinfachungen nicht für die Sache selbst hält, muss Kritik immer mitlaufen."
    In dem Sinne wäre von der Organisation LMU (naiv?) zu erwarten, dass sie die juristisch isolierte Betrachtungsweise im vorliegenden Fall nicht gleich für das A und O hält, sondern die eigenen Regeln guter wiss. Praxis zum Maßstab nimmt.

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  • 20.01.2018 19:33, wissenschaftalsbeute

    MPG und LMU spielen Doppelpass und tragen zu einer fatalen Entwicklung bei, an deren Ende die Forschungsfreiheit in Frage gestellt werden wird.
    https://wissenschaftalsbeute.wordpress.com/2018/01/11/die-krise-der-max-planck-gesellschaft-gesellschaft-auf-abwegen-2/#more-74

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  • 22.01.2018 02:42, Michael

    Ich weiß nicht, ob das bekannt ist: Herr Keck betreibt zusätzlich zur Institutsseite eine eigene Website. Unter http://professorkeck.de/vita/ gibt er dort gleich am Anfang (oberhalb eines Fotos, das ihn am Schreibtisch zeigt) an:

    "Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat Prof. Dr. Dr. Martin Keck den Bayerischen Habilitationsförderpreis für seine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Stressfolgeerkrankungen verliehen."

    Das Bayerische Ärzteblatt ( http://www.bayerisches-aerzteblatt.de/fileadmin/aerzteblatt/ausgaben/2002/10/einzelpdf/516_10_02.pdf ) weiß dazu:

    "Preisträgerinnen und Preisträger des Bayerischen Habilitationsförderpreises 2002
    Vier junge Wissenschaftlerinnen und sieben junge Wissenschaftler erhalten in diesem Jahr den Bayerischen Habilitationsförderpreis.
    Der Preis zielt darauf ab, hochqualifizierte promovierte Frauen und Männer für eine Weiterqualifikation an den Hochschulen zu gewinnen und so in den kommenden Jahren eine hervorragende Besetzung frei werdender
    Professuren zu gewährleisten.
    Der Förderpreis mit einer Förderungshöchstdauer von drei Jahren besteht aus einem monatlichen Stipendium von 2815 € und einem jährlichen Sachkostenzuschuss von bis zu 7700 €.
    Die Habilitationsförderpreise erhalten auch drei Ärzte:
    ...
    Dr. med. Martin Ekkehard Keck (Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Universität München)"

    Herr Keck könnte demnach für seine Habilitation vom Freistaat Bayern in den Jahren 2002 bis 2004 eine Förderung von maximal bis knapp 125.000 Euro erhalten haben. Auf seiner Internetseite gibt Herr Keck an, dass er "zunächst von 1996 bis 2005 am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München tätig war". Ob Herr Keck während der Habilitationszeit auch noch Einkommen aus einer Anstellung am MPI bezogen hat, geht daraus nicht hervor, dürfte aber nicht unwahrscheinlich sein.

    Die Habilitationsarbeit, die der dabei demnach reichlich mit Steuermitteln finanzierte Herr Keck zusammengestellt hat, genügt vorauszusetzenden wissenschaftlichen Kriterien als offenkundig in großen Teilen Plagiat keinesfalls. Insofern sehe ich auch den Freistaat Bayern in der Pflicht, die Habilitationsfördermittel von Herrn Keck zurückzufordern und angesichts dessen m.E. unverkennbar betrügerischen Verhaltens auch strafrechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten.

    Zudem ist zu verhindern, dass Studierende weiterhin in eine höchst absurde und dabei kognitive Dissonanz aufnötigende Situation kommen könnten: Der ein in weiten Teilen Plagiat als Habilitationsschrift abliefernde und dazu in größerem Umfang Steuermittel missbrauchende Herr Keck wäre dann derjenige, der deren Arbeiten hinsichtlich der Einhaltung wissenschaftlicher Standards beurteilt. (Solch "verrückte" Situation muss Menschen irre machen. Wer will das? Und wie kaputt muss man sein, eine derart destruktive Konstellation an einer Universität nun wissentlich zuzulassen!?)

    Natürlich ist es auch keinem Menschen mehr zuzumuten, dem Herr Keck, der solcherart verwerflich manipulativ gehandelt hat, in dessen Funktion als Psychiater ausgesetzt zu sein. Herr Keck besitzt augenscheinlich nicht die ethisch-moralischen Voraussetzungen, die es erlauben könnten, ihm die Macht zuzugestehen, de facto unkontrolliert über "Ohnmächtige" höchst folgenreiche Diagnosen bzw. Gutachten zu verfassen. (Die Justiz- und Psychiatrieskandale der letzten Jahre, wie etwa die existenzvernichtende Misshandlung von Gustl Mollath und Ulvi Kulac, zeigen ein erschreckendes Zusammenspiel rechtsbedenklich agierender Staatsjuristen mit Willkürliches absondernden Psychiatrie-Professoren. Trotz der nach Jahren erfolgten Aufhebung der ursprünglichen Urteile hatte das für nicht nur meines Erachtens unverkennbar pflichtwidrig agierende Beamte keinerlei straf-, disziplinar- oder zivilrechtliche Folgen. In einem solch dysfunktionalen Umfeld einem mit "Vernichtungsmacht" ausgestatteten und Manipulationen offenbar nicht abgeneigten Psychiater Keck ausgeliefert zu sein, muss Angst machen und ist niemand zuzumuten.)

    Herr Keck hatte seine von uns Steuerzahler finanzierte Chance. Er hat diese nicht genutzt. Wünschen wir ihm alles Gute für seinen weiteren Weg. Eine weiterhin Anstellung am MPI oder einer anderen wissenschaftlichen Einrichtung kann dazu nicht gehören. (Wer solche Konsequenz nicht zieht, zerschlägt einen zentralen Pfeiler einer vernünftigen Gesellschaft und fährt diese ins Chaos. An verantwortlicher Position stellt so jemand eine Gefahr für uns alle dar und hat dort nicht zu suchen.)

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    • 22.01.2018 14:38, JoeFrazier

      Das sehe ich auch so. Der Bayerische Kultusminister Spähnle sollte hier tätig werden. Erstaunlich ist hier zudem, dass das geförderte Projekt in keinster Weise etwas mit dem Thema der Habilitationsschrift zu tun hat - aber das ist nicht so dramatisch. Bei einer solchen Fördersumme war sicherlich auch etwas für einen Ghostwriter übrig. Alle Arbeiten wirken, als hätte sie derselbe Autor verfasst. Und Keck selbst hat in dieser Zeit habilitiert, seinen ersten (von vier) Facharzt gemacht, seine Dissertation in Utrecht vollendet (welche dieselben Daten enthält wie seine Habilitation), und ein Aufbaustudium in Köln absolviert. Keine Ahnung wie, aber mein Tag hat nur 24 Stunden.

      Der Arme Kerl, hat außerdem so wenig als Arzt in München verdient, dass er neben dem Arztgehalt und dem Stipendium noch Unterstützung seiner Eltern notwendig hatte. In der Danksagung heißt der Habilitationsschrift heißt es hierzu:

      "Meinen Eltern, [... ], danke ich schließlich für die unermüdliche persönliche und finanzielle Unterstützung - ohne letztere wäre die Diskrepanz zwischen Münchner Lebenshaltungskosten und Entlohnung kaum erträglich gewesen."

      Kecks Dissertation an der Universität Ulm hingegen ist in derart schlechtem Deutsch verfasst, dass diese mitnichten Plagiatsverdächtig ist - oder vielleicht doch. Keck ist in keinster Weise für diesen Posten tragbar. Soziologen würden in diesem Zusammenhang wohl vom Matthäus-Effekt sprechen.

  • 22.01.2018 12:55, Hermann Horstkotte

    @ Michael (& to whom it may concern)
    "Why no dogs barked":
    Der Forist schreibt vorstehend: "Wer solche Konsequenz (sc. gegen Prof. Dr. med. Dr. Keck) nicht zieht, zerschlägt einen zentralen Pfeiler einer vernünftigen Gesellschaft und fährt diese ins Chaos."
    Diese moralisch-ethische Position ist ehrenwert, stammt aber aus der Metaphysik unserer "vernünftigen (?) Gesellschaft" und verfehlt mithin eine realistische Analyse.
    Versuchen wir es vielleicht doch mal mit einer Auffassung der Tatsachen und "Geschehnisse" in Anlehnung an Erkenntnisse aus einem verwandten Sozialsystem wie der Finanzwirtschaft /-wissenschaft: Es gibt "Agenten" (je nachdem preisgekrönte Habilitanden, Prof.s), die sind too big to fail und too interconnected (LMU/MPG) to fail. Sie müssen wegen ihrer systemischen Bedeutung offenbar "gerettet" werden, um Chaos zu vermeiden. Das ist eine gegenteilige analytische Konsequenz zu der, die Michael ziehen will.
    Michaels moralisierende Sichtweise folgt m.E. zu sehr einer "wissenschaftsethischen" Selbstwahrnehmung /-darstellung des Hochschulsystems, die an eine "Lebenslüge" grenzt - Finanzanalysten/-Wissenschaftler sehen da ihr Beobachtungsobjekt Wirklichkeit (prekäre Nähe oder Distanz von "Regulierern" und "Regulierten", Prüfern und Prüflingen) womöglich klarer:)

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  • 22.01.2018 16:27, JoeFrazier

    Dem Leser der Kommentare sollten die satirischen Reaktionen auf die Entscheidung der LMU nicht vorenthalten werden:

    https://wissenschaftalsbeute.files.wordpress.com/2018/01/contemporaryscientificpublishing.pdf

    https://wissenschaftalsbeute.files.wordpress.com/2018/01/strafmann-an-mitarbeiter.pdf

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  • 23.01.2018 15:49, Hermann Horstkotte

    O-Ton Studierendenvertretung
    Simon Lund, Geschäftsführer der Studierendenvertretung der LMU, erklärt heute auf Nachfrage geschäftsmäßig: Wir waren durch eine Studierende in der Ohly-Kommission vertreten, der wir voll vertrauen. Sie ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Von ihr gab es keine negative Rückmeldung. Im übrigen habe die Studierendenvertretung andere Prioritäten als Habilitationsverfahren.
    Na, denn.

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    • 23.01.2018 16:44, JoeFrazier

      Herr Lund, sollte wirklich in sich gehen und sich überlegen, ob die Studierenden der LMU durch ihn richtig vertreten werden. Es sollte durchaus im Interesse der Studierenden - und damit auch der Studierendenvertetung - sein, dass die Lehrkörper, die an der LMU lehren, die Qualifikation redlich erhalten haben. Wie will Lund einem Studenten erklären, welcher von Herrn Keck geprüft wurde, dass das mit der schlechten Note in Ordnung gehe, während er seine Reputation durch Unterschleif erhalten hat?

      Nein, das geht Herrn Lund und die Studierendenvertretung sehr wohl etwas an. Es geht hier nämlich nicht um das Habilitationsverfahren, in welchem der Umgang mit Plagiaten durch die Habilitationsordnung eindeutig geregelt ist, sondern es geht einfach und allein darum, ob eine Universität akzeptiert, dass ein Prüfling seine Leistung durch abschreiben erbracht hat, oder nicht.

      Abgesehen davon, muss man sich nicht wirklich viel damit beschäftigen, um zu sehen, dass hier über 40% der Seiten mit erheblichem Vorkommen an Plagiaten betroffen sind. Die Arbeit hat der Kollegin schon VroniPlag abgenommen.

      Keck wäre im übrigen ohne Habilitation nicht Chefarzt am MPI für Psychiatrie, sondern bestenfalls in einer nicht akademischen Klinik. Nur die Habilitation ermöglicht ihm das öffentlich finanzierte stattliche Einkommen und besetzt einen Posten, der einem ehrlichen Kollegen verwehrt bleibt.

    • 27.01.2018 17:13, JoeFrazier

      Das sind laut Bewerbung zur Geschäftsführung die Prioritäten des Herrn Lund:

      "Als Informatikstudent interessiere ich mich für Webdesign und die Gestaltung von benutzerfreundlichen Anwendungen, beide Kompetenzen sind essentiell für die Erneuerung der Website, dem Aushängeschild der Studierendenvertretung der LMU. Die Umsetzung dieses Projekts ist eines meiner Ziele, wenn ich gewählt werde."

      Seite 8: https://www.stuve.uni-muenchen.de/download/konvent/legislatur17-18/171011_protokoll.pdf

  • 24.01.2018 12:42, Hermann Horstkotte

    Wissenschaft oder Politik?
    Wie die LMU mit dem Fall Keck umgeht, wird zum klassischen Fall für die vielbeschworene universitäre "Selbstreinigung". Die Ohly-Kommission ist ein Spiegel der -politisch gewollten - Gruppenuniversität, also auch mit einer Vertreterin der Studierenden, in diesem Fall einer Jura-Studentin.
    Ohly betont, dass das Ergebnis der Kommission einstimmig zustande kam - eine gewiefte Bemerkung wie aus dem Mundes eines Politikers, der auf Support-Beschaffung und Konsens achtet. Aber: Ohly und die Jurastudentin mit gleicher Stimme an einem Tisch: das ist so ´was wie die Zusammenarbeit eines Meisters mit einer Azubi...Was kann die schon sagen, wenn der Meister, in diesem Falle ja ein Großmeister, autoritativ das Verfahren und die Kriterien vorgibt?
    Der Geschäftsführer der Studierendenvertretung, Lund, sagt, man habe andere Prioritäten als Habilverfahren. Aber warum lässt sich die Studierendenvertretung dann in solchen Sachen zum Feigenblatt von Entscheidungen hinter verschlossenen Türen machen - statt zu solchen Kommissionen von vornherein "nein, danke" zu sagen?
    Zur "Mitbestimmung" fällt mir immer der gelernte Schmied und ehemalige Weltbetriebsratsvorsitzende von VW und zeitweilige Dr. rer. pol h.c. (TU Braunschweig) ein, der zu seinem Mitmachen gelegentlich erklärte, wie reizvoll es doch (gewesen) sei, mit den (wirklichen) Unternehmens-Managern auf Auslandsreisen oder sonst schon mal auf demselben "roten Teppich" zu stehen...(vielleicht mit schlotternden Knien, um ja keinen Fehler zu machen und sich zu blamieren:)

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  • 24.01.2018 18:01, Hermann Horstkotte

    Die Stimme der Fakultät?
    Der Verwaltungsakt der Promotion oder der Habilitation sowie die Rücknahme dieses begünstigenden Verwaltungsakts obliegt allein der Fakultät (Fachbereichsrat) und keinen anderen Gremium. Um sich zu entlasten und etwaigen Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen, mag es den Fakultäten naheliegen, die "ganze Sache" in die Hand einer juristísch geleiteten Kommission (à la Ohly). zu legen. Ein (vorbildliches) Gegenbeispiel lief an der MedFak der Uni Bonn ab: Angesichts einer bei der Nachprüfung erst durchgewunkenen, dann wieder strittig gewordenen Diss. hatten Mediziner die Idee, vor dem erweiterten Fachbereichsrat (mit allen Prof.s) einen wegweisenden Rat des renommierten Rechtsprofessors GÄRDITZ einzuholen. Der lehnte die Einladung ab mit dem Tenor: Über die gute oder schlechte Praxis der Diss.med. müsst ihr Mediziner euch schon selber klarwerden und entscheiden (vgl. http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wissen-und-bildung/wissenschaft/Plagiatsvorw%C3%BCrfe-m%C3%BCssen-die-Kollegen-schon-selber-kl%C3%A4ren-article1619772.html).
    Erst im rechtsstreitigen Verfahren ist juristíscher Rat angesagt.
    Spreche da nur noch einer von "rheinischen Lösungen", Amigos!

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  • 25.01.2018 11:02, Hermann Horstkotte

    Compliance

    Dem Untersuchungsausschuss unter Prof. Ohly gehört ausweislich der Webseiten der LMU u.a. Prof. Dr. Dieter Lüst an - Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München. Prof. Dr.med. Dr. Keck ist bekanntlich Chefarzt und Direktor am Max-Planck -Institut für Psychiatrie ebendort.

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    • 25.01.2018 11:39, Martin Heidingsfelder

      die "Vertreterin der Studierenden, in diesem Fall einer Jura-Studentin" hat aber frühestens mit "Compliance" im zweiten Staatsexamen Berührung! Wie soll sie Dinge beanstenden, die sie vielleicht nicht kennt oder weiß?

  • 27.01.2018 16:35, JoeFrazier

    Auszug aus der Bewerbung der Studierendenvertreterin im Ausschuss der LMU als Mitlgied des Ausschusses:

    "Das Thema „Plagiate“ sowie das damit verbundene Misstrauen ggü. studentischen Haus- und Abschlussarbeiten habe ich in meinem Studium selbst als allgegenwärtig erlebt. Die wissenschaftliche Arbeit der Dozierenden hingegen schien mir von diesem Verdacht stets ausgeklammert. Diese Thematik ist im Untersuchungsausschuss als einer von wenigen Instanzen zentral verortet. Seine Bedeutung liegt ergo v.a. darin, das Augenmerk auf diejenigen Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens zu richten, die sonst Gefahr laufen, wegen der Autorität höher gestellter Personen aus dem Blick zu geraten.
    Die Arbeit im Ausschuss im vergangenen Sommersemester hat mich in meiner demokratischen Grundhaltung dahingehend bestärkt, wie wichtig es ist eine/n engagierte/n und kompetente/n Vertreter/in dorthin zu entsenden - quasi als Garant für die Wahrnehmung studentischer Interessen.
    [...]
    Persönlich würde ich mich über eine Wiederwahl freuen, da ein Fall des Ausschusses noch nicht abgeschlossen ist und im kommenden Semester weiter bearbeitet wird. Ich bin mit dem Sachverhalt vertraut und möchte die Verantwortung, die ich im letzten Semester übernommen habe, im kommenden Semester gerne zu Ende führen."

    Das ist ihr ja sichtlich gelungen. Insbesondere die Geahr höherer Autoritäten hat sie richtig analysiert, wenngleich sie die falschen Schlüsse gezogen hat. Den noch nicht abgeschlossenen Fall hat sie auch zur großen Freude der MPG zu Ende gebracht.

    https://www.stuve.uni-muenchen.de/download/konvent/legislatur17-18/171011_protokoll.pdf

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  • 27.01.2018 16:39, JoeFrazier

    Die Aufgabe des Unterschuchungsausschusses an der LMU ist es offenbar, eine Empfehlung, ergo kein Urteil, gegenüber der Hochschulleitung auszusprechen:

    https://www.stuve.uni-muenchen.de/stuve/gremien/untersuchungsausschu/index.html

    Der Untersuchungsausschuss dient der förmlichen Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens.In einem solchen Fall erarbeitet der Ausschuss eine Empfehlung an die Hochschulleitung für das weitere Vorgehen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 29.01.2018 12:46, Hermann Horstkotte

    O-Ton LMU: Vausa finita (!??)
    Auf Nachfrage teilt die Pressesprecherin mit:
    "Im Falle einer Einstellung des Verfahrens durch den Untersuchungsausschuss wird die Hochschulleitung nicht mehr beteiligt und es ergeht an sie auch keine Empfehlung.
    Wir möchten Sie vorsorglich darauf hinweisen, dass wir weitere Nachfragen zu diesem Fall nicht mehr beantworten werden. Unserer Ansicht nach haben wir Ihnen bereits angemessen Auskunft gegeben."
    Upps - das wollen wir doch mal sehen:)

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    • 29.01.2018 12:48, uuups

      Bitte dranbleiben. Nötigenfalls nerven! Danke.

    • 29.01.2018 13:57, Hermann Horstkotte

      Anders als im stillen Hinterzimmer in der Uni Bonn
      Während nach Darstellung der LMU-Sprecherin die U-Kommission Plagiatsverdachtsfälle von sich aus abwürgen kann, gibt die Kommission dem Rektor einen Schlussbericht mit Beschlussempfehlung und das Rektorat, dem auch die Außenvertretung der Hochschule obliegt, entscheidet dann über Einstellung des Verfahrens oder weiteres Vorgehen:
      https://www.uni-bonn.de/forschung/gute-wissenschaftliche-praxis/2amtl.-bek.-1426.pdf

  • 29.01.2018 14:30, Hermann Horstkotte

    Verfahren an der TUM
    Wie an der Uni Bonn liegt die Entscheidung über Einstellung eines U-Verfahrens oder anderes Vorgehen beim Präsidenten: file:///C:/Users/Hermann/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/IE/5PTU3GDI/wiss_Fehlverh%20(1).pdf
    "Wissenschaftliches Fehlverhalten" ist Chefsache!

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  • 30.01.2018 13:59, Hermann Horstkotte

    Zur "Auskunft" der LMMU-Sprecherin vom 29.d.M.
    eine ergänzende Klarstellung von Prof. Dr. jur. RIEBLE (LMU):

    "Die Verantwortung für Prüfungen aber liegt bei den Fakultäten (Ausnahme: Staatsexamen!). Das gilt ganz besonders für die akademischen Prüfungen zum Doktorgrad und zur Habilitation: Die wissenschaftliche Eigengesetzlichkeit bedingt, daß allein die Fakultäten für ihr Fach (!) entscheiden, ob sie ein Promotionsverfahren oder Habilitationsverfahren zum Ende bringen, nachdem dem Kandidaten ein Plagiatsvorwurf gemacht worden ist – und ebenso liegt es ganz allein in der Hand der Fakultäten, ob sie einen Doktor oder Habilitationsgrad entziehen, nachdem solche Vorwürfe auftauchen. All dies müssen die Fakultäten in eigener Verantwortung entscheiden – und keine Universität darf sie daran hindern oder ihr diese Last abnehmen."
    Die Fakultät kann sich also nicht verstecken!

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  • 30.01.2018 14:10, Hermann Horstkotte

    Zur "Auskunft" der LMU-Sprecherin vom 29.d.M.
    eine ergänzende Klarstellung von Prof. Dr. jur. GÄRDITZ:
    "Entscheidend ist: Eine Verfahrenseinstellung ist eben keine rechtsverbindliche Entscheidung in der Sache. Es wird eben nicht festgestellt, dass kein Fehlverhalten vorlag. Das Verfahren wird vielmehr ohne Sachentscheidung beendet. Das gibt es auch in anderen Bereichen, zB im Asylverfahren, wenn der Antragsteller "untertaucht" und das Verfahren nicht mehr weiterbetreibt. (H.H.: .. welch wunderbarer Vergleich von Prof. Gärditz, chapeau)

    Die Organe der Universität, die formale Prüfungsentscheidungen treffen, sind hieran nicht gebunden, sofern deren Ordnungen eigene Verfahren vorsehen, um zB einen Doktorgrad zu entziehen oder eine Lehrbefähigung zurückzunehmen. Nach der bisherigen Rechtsprechung sind HabilO und PromO speziellere Regelungen, die denen der G(ute)W(Wissenschaftliche)P(raxis)-Satzung vorgehen. Ein Problem gäbe es allenfalls dann, wenn eine Fakultätssatzung obligatorisch die vorherige negative Entscheidung durch eine GWP-Kommission vorsieht. In der Regel ist dies aber gerade nicht der Fall."
    Auch die Habilordnung der MedFak-LMU von 2016 sieht keine vorherige Entscheidung durch eine GWP-Kommission vor.

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  • 31.01.2018 12:17, Hermann Horstkotte

    O-Ton Kommissions-Vors. Prof. OHLY von heute: Das große Schweigen...

    "Sehr geehrter Herr Hostkotte,

    auch ich werde mich zu dieser Angelegenheit nicht mehr äußern.

    Bei allem Verständnis für Transparenz und für die Arbeit der Presse finde ich es doch befremdlich, wenn ich damit rechnen muss, meine Antwort an Sie anschließend - wenn auch selektiv zitiert - auf Internet-Foren wie der LTO zu lesen. Mir liegt persönlich an einem offenen Verhältnis zur Presse (wie alle Kolleg(inn)en bestätigen werden, die sich mit Fragen zu meinen Forschungsgebieten an mich wenden), aber das ist kein Stil der Kommunikation, den ich für angemessen halte.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ansgar Ohly"

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    • 31.01.2018 16:37, JoeFrazier

      Lieber Herr Ohly, willkommen in der "Fake News" Fraktion. Auch der große Meister der Presseschelte, Sie wissen schon wer, äußert sich nur denjenigen gegenüber, die die gewünschte Nachricht berichten. Ein Hoch auf die Pressefreiheit.

  • 07.02.2018 12:25, JoeFrazier

    Interessanter neuer Beitrag in "Wissenschaft als Beute" Blog:
    https://wissenschaftalsbeute.wordpress.com/2018/02/06/institutionen-interessenpolitik-und-okonomie-daruber-spricht-man-nicht/

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  • 10.02.2018 15:33, Hermann Horstkotte

    Mehr: ein aktueller Freiburger Parallelfall: http://www.tagesspiegel.de/wissen/plagiate-in-der-wissenschaft-zu-viel-teamarbeit-im-medizin-labor/20942570.html

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  • 26.03.2018 17:14, Compliance MPG

    Die MPG rechnet offenbar mit einer Anklage gegen Keck und baut entsprechend vor. In Schriftsätzen argumentiert sie, für die Abrechnung der privaten Nebentätigkeiten von Keck sei im von der Staatsanwaltschaft untersuchten Zeitraum nicht Keck selbst, wie im Nebentätigkeitsvertrag selbstverständlich ausdrücklich festgehalten, verantwortlich gewesen, sondern es sei der damalige Verwaltungsleiter "eigenständlich verantwortlich gewesen ohne dass hierüber insbesondere Herr Prof. Keck im Einzelnen informiert worden wäre." Keck hatte bereits weit vor Vertragsabschluss im Herbst 2013 im Gespräch mit dem Präsidenten Gruss erkannt, dass er bei der von ihm bevorzugten Vertragsgestaltung die Verantwortung für die Abrechnung selbst trage.

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  • 27.03.2018 07:53, JoeFrazier

    So langsam habe ich den Verdacht, dass dieser Keck gar nicht in der Lage ist verantwortlich zu arbeiten. Bei seiner Habilitationsschrift werden auf über 42% der Seiten überwiegend plagiierte Textstellen gefunden und das ganze geschieht "ohne erkennbare Absicht". Schuld sind natürlich andere. Es wird offensichtlich falsch abgerechnet und der arme Chefarzt hat davon keine Ahnung, da die Abrechnung angeblich jemand anderes gemacht hat. Nun schiebt er diese Fehlabrechnungen dem fristlos gekündigten ehemaligen Verwaltungsleiter des Instituts zu. Und weshalb verfasst die MPG hier Schriftsätze? Geht die MPG diesem Felix Krull völlig auf den Leim? Herr Keck ist, was die Privatliquidation angeht, Unternehmer und in dieser Funktion Selbstverantwortlich für die Dinge, die in seinem Unternehmen vor sich gehen. Völlig egal, wer die Abrechnungen letztendlich erstellt, es obliegt ihm mitzuteilen, was wie abgerechnet wird; was er sicherlich auch getan hat. Der Abrechner kann den Wahrheitsgehalt der abzurechnenden Leistungen ja nur bedingt überprüfen. Im übrigen trägt der Chefarzt, sprich Keck, laut Nebenabrede zur Privatliquidation die Kosten für Buchhaltung, Abrechnung und Steuerberater selbst. Sollte er hierfür Mitarbeiter des Instituts während deren regulären Arbeitszeit in Anspruch genommen haben, so ist auch dies Betrug. Man muss sich wirklich fragen, ob Keck, ja die gesamte Führung der MPG überhaupt geschäftsfähig ist. Vielleicht sollten die Herren sich psychiatrisch begutachten lassen, zumindest könnte sich das dann strafmildernd auswirken.

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  • 15.04.2018 17:02, Hermann Horstkotte

    Fraktale Rechtsfolgen
    Rechtsauffassungen von Prof. Ohly sind immer wieder bedenkenswert, auch in diesem Falle.
    Für ihn steht fest, dass im Falle Keck „sich textliche Übereinstimmungen und das Fehlen von Zitaten recht einfach und eindeutig feststellen lassen.“ Er und seine Kommission bewerten diesen Tatbestand eines „objektiven Verstoßes gegen die Regeln der guten Praxis“ aber „aufgrund der Einzelheiten des Falls“ vor 15 Jahren nicht als „grob fahrlässiges Fehlverhalten“ und stellten deshalb das U-Verfahren ein.
    Diese „Entscheidung“ (Ohly) lässt sich jetzt möglicherweise besser begreifen mit einer Studie der ehem. Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff über „Das Dilemma des Rechts: Über Strenge, Milde und Fortschritt im Recht“ (Basel 2017), das ihr Bielefelder Professoren-Kollege André Kieserling (Nachfolger Luhmanns) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 15.4.2018 anzeigt. Es geht um das Problem, dass es „für den Richter (oder analog den Rechtswahrer Ohly, H.H.) keine Einzelfälle und keine ´Einzelfallgerechtigkeit` geben kann, denn seine Urteile unterliegen dem Gleichheitsgrundsatz“ (Kieserling). Die juristische Kunst oder der Kniff besteht dann darin, „Härten zu vermeiden, ohne Normen zu schwächen“, „Gründe für eine milde Ausnahmebehandlung zu suchen, welche die strenge Regel nicht gefährden“ (Kieserling). Solche Gründe sieht Ohly offenbar in (datengeschützten) tatbestandlichen „Details der Geschehnisse vor rund 15 Jahren.“
    Kieserling beobachtet allgemein eine „Entkopplung“ oder „immer größere Differenziertheit der Tatbestände und Rechtsfolgen“ und nennt dafür ein gewiss extremes Beispiel aus dem Mietrecht: Ein Mieter, der räumen muss und für den Fall mit Selbstmord droht, „dem wird auferlegt, die Selbstgefährdung durch einen Psychiater überprüfen zu lassen. Bei positivem Befund wird der Mieter zum Schutz vor sich selbst interniert.“
    Am Ende offenbar alles eine sachverständige Entscheidung im Einzelfall, aus dem Auge des Betrachters, hinzunehmen sine ira et studio.

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