Jörg L. nimmt Revision zurück: Urteil gegen korrup­ten Richter rechts­kräftig

05.06.2015

Der bestechliche Richter Jörg L. hat die Revision gegen seine Verurteilung zurückgenommen. Damit ist die gegen ihn verhängte Haftstrafe von fünf Jahren wegen Korruption im Amt rechtskräftig.

 

 

Die Haftstrafe für den Richter, der gegen Sex oder Geld Lösungen für das Zweite Staatsexamen weitergegeben hat, ist rechtskräftig. Der Verurteilte habe die Revision zurückgenommen, teilte das Landgericht Lüneburg am Donnerstag mit.

Das Gericht hatte den Mann im Februar wegen Korruption im Amt zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Familienvater hatte ein Geständnis abgelegt und dabei ein intimes Verhältnis zu einer Referendarin eingeräumt.

Rund 200 Sonderprüfer des Justizministeriums hatten die Abschlüsse von 2000 Juristen untersucht, dabei allein 16 000 Klausuren. Mindestens 15 Nachwuchsjuristen soll wegen der Affäre das Zweite Staatsexamen nachträglich aberkannt werden.

Der Richter war im vergangenen Jahr in Mailand gefasst worden. Bei seiner Verhaftung hatte er 30 000 Euro in bar und eine geladene Pistole dabei.

dpa/ahe/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Jörg L. nimmt Revision zurück: Urteil gegen korrupten Richter rechtskräftig. In: Legal Tribune Online, 05.06.2015, http://www.lto.de/persistent/a_id/15761/ (abgerufen am: 28.06.2016)

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Kommentare
  • 11.06.2015 20:52, Elena Glossoti

    ja also auch derer Anhängsel muss man eintragen in die lange Waretliste, aber was sind schon 10 Jahre Haft verteilt auf fünf für ein ganzes zersörtes Leben, mit falschen und ganz bewusst erstellten Urkunden?

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    • 11.06.2015 23:48, Roland Berger

      Dieser Kommentar ist sprachlich und gedanklich verworren. Was will die Verfasserin damit sagen?
      Die Freiheitsstrafe beträgt 5 Jahre, nicht 10. Und wie können 10 Jahre auf 5 verteilt werden? Urkunden werden immer bewußt, nicht unbewußt erstellt. Welche Anhängsel muß man in welche Wartelisten eintragen? Wessen Leben wurde ganz zerstört??
      Auch sollte das Geschriebene vor der Veröffentlichung auf Tippfehler untersucht werden.

  • 12.06.2015 09:38, Michael E. H.

    Dieses nunmehr rechtskräftige Urteil unterstützt mich in meiner Arbeit gegen eine vermeindlich bestechliche Richterin und einen bestechlichen Richter in NRW!!!

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  • 02.03.2016 14:33, John F.

    Im Vergleich zu Hoeneß und Konsorten ist die Strafe hier deutlich zu hoch. Eine Bewährungsstrafe wäre angemessen gewesen, wenn man vergleicht, dass eine fahrlässige Tötung ebenfalls mit etwa 2 Jahren Bewährungsstrafe versehen ist.

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  • 31.05.2016 22:37, Viktor Weinert

    Schon erstaunlich das Richter werden auch verurteilt. Er hat wahrscheinlich übertrieben.
    Ein Richter der vor kurzem Rechtsbeugung begonnen hat, wird jetzt bestimmt nachdenklich.

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