Zur Vorbeugung von Amokläufen an Schulen: Ministerin sieht noch Handlungsbedarf beim Waffenrecht

10.09.2012

Das Waffenrecht muss nach Ansicht von Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) weiter verschärft werden, um Amokläufen an Schulen vorzubeugen. "Wir stehen in der Pflicht, das Risiko für den Waffenmissbrauch durch Kinder und Jugendliche so weit wie möglich zu verringern", sagte Altpeter am Montag auf einer Tagung in Bad Boll.

 

Jede Waffe weniger bedeute ein Stück mehr Sicherheit. Da Waffenrecht Bundesrecht sei, sei hier in erster Linie die Bundesregierung gefragt. Die SPD-Politikerin sprach sich dafür aus, in den Satzungen der Schützenverbände die Voraussetzungen für einen Ausschluss zu schaffen, wenn Waffen und Munition nicht ordnungsgemäß aufbewahrt würden.

Die FDP-Landtagsfraktion wehrte sich gegen den "dauernden Generalverdacht gegenüber den Sportschützen und Jägern". Die ständigen Rufe nach weiteren Verschärfungen führten nicht weiter. "Waffenmissbrauch lässt sich nicht allein durch ein noch strengeres Waffenrecht bekämpfen", erklärten Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke und Ex-Justizminister Ulrich Goll unisono.

Altpeter sieht in der Schulsozialarbeit einen wichtigen Baustein, um Gewalt vorzubeugen. Das Ministerium bezuschusse die Kosten der Schulsozialarbeit an öffentlichen Schulen mit bis zu 15 Millionen Euro jährlich. Die Ministerin rief dazu auf, wachsam zu sein, wenn sich bei Kindern und Jugendlichen schwierige Entwicklungen andeuteten. "Dort brauchen wir eine Konfliktkultur und zugleich eine Kultur des Vertrauens."

Die Fachtagung wurde von der Evangelischen Akademie zusammen mit dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden veranstaltet. Beim Amoklauf von Winnenden und Wendlingen waren im März 2009 insgesamt 15 Menschen erschossen wurden. Der Täter richtete sich selbst. Im Südwesten gibt gibt es laut Innenministerium 150.000 Waffenbesitzer und rund 700.000 Waffen.

dpa/age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Zur Vorbeugung von Amokläufen an Schulen: Ministerin sieht noch Handlungsbedarf beim Waffenrecht. In: Legal Tribune Online, 10.09.2012, https://www.lto.de/persistent/a_id/7039/ (abgerufen am: 22.11.2017)

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Kommentare
  • 10.09.2012 22:52, Michael König

    Frau Altpeter hat sich bereits in der Vergangenheit mit wenig sachkundigen Aussagen zum Waffenrecht "profiliert". Viele Staaten -wie die Tschechei, Österreich, die Schweiz- haben wenig oder gar keine Probleme mit Amokläufen, trotz wesentlich liberalerer Waffengesetze. In Großbrittannien explodierebn die Statistiken für Straftaten mit Schusswaffen, obwohl Kurzwaffen dort komplett verboten wurden.

    Vorsicht vor Politikern, die einfache Lösungen anbieten. Sie wollen entweder vom eigentlichen Problem ablenken oder Geld sparen.
    Verbote sind einfacher zu finanzieren, als Schulsozialarbeit (15 Mio. sind ein Witz !)

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  • 11.09.2012 21:20, 98iger

    So wie es aussieht ist Frau Altpeter drauf und drann das "vierte Reich" zu wollen. Zwangsweise Verordnung von Psychopharmerkern,Grundgesetz,was interessiert mich das. Waffen gehören nur der Staatsmacht.

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  • 12.09.2012 13:26, Greenhawker

    Was an den Worten: "Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland" hat Frau Ministerin Altpeter nicht verstanden?

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  • 25.11.2012 17:47, Rainer Muenz

    Die Gleichung von Frau Altpeter "Jede Waffe weniger gleich mehr Sicherheit" geht nicht auf...

    Wenn diese Gleichung stimmig wäre würde ich ihr den Versuch empfehlen zunächst -als gutes Beispiel-alle staatlichen Waffen aus dem Verkehr zu ziehen.
    Viel Spass im wilden Südwesten ;-))

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