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Fehlerkultur in Kanzleien: Fatale Folgen von Feh­lern

von Sabine Olschner

02.09.2017

2/2: Verantwortung übernehmen

"Selbst Fehler, die nur subjektiv empfunden werden, sind Anlass genug, etwas zu verändern", meint Rechtsanwalt Frank E. R. Diem, der bis Ende 2016 eine Kanzlei mit 17 Anwälten geführt hat und jetzt noch als Dreierkanzlei ohne angestellte Rechtsanwälte tätig ist. Für die Bundesrechtsanwaltskammer hat er sich 20 Jahre lang mit dem Thema Qualitätsmanagement beschäftigt und dabei erkannt: "Das Qualitätssystem der Bundesrechtsanwaltsordnung kennen und verstehen die Mandanten nicht. Daher muss eine offene Fehlerkultur Bestandteil der Kanzleikultur werden." In seiner Kanzlei ist nur einmal ein gravierender Fristenfehler passiert, "der sich aber auch nach eingehender Prüfung kaum hätte vermeiden lassen", so Diem.

Als das Kind in den Brunnen gefallen war, hat er alles daran gesetzt, dem Mandanten zu beweisen, dass der Kanzlei das Thema Fehlerkultur wichtig ist: "Wir haben sofort die Verantwortung für unseren Fehler übernommen, Transparenz geschaffen und überlegt, wie wir die Sache reparieren können." In Vorstellungsgesprächen hat Diem diese Geschichte gern erzählt und dabei geschaut, wie die Kandidaten reagieren. "Wenn ich bemerkt habe, dass jemand anderer Ansicht ist, habe ich von einer Anstellung Abstand genommen."

Investition in Unternehmskultur

Warum setzen sich so wenige Kanzleien mit dem Thema Fehlerkultur auseinander? Diem glaubt, dass es an mangelndem unternehmerischen Denken liegt. "Die meisten Partner investieren nicht in das Thema Unternehmenskultur. Ihnen ist es egal, dass sie einen hohen Mandantenverschleiß und nur wenige Stammkunden haben", vermutet der Anwalt. Und: "Ein guter Umgang mit Fehlern muss von oben vorgelebt werden, damit die Mitarbeiter das Eingestehen von Fehlern nicht als Druck empfinden, dem nur sie als Angestellte ausgesetzt werden."

"Keiner darf bei uns Angst haben, einen Fehler zuzugeben", beschreibt Volker Römermann seine Kanzleikultur, betont aber: "Natürlich können wir Fehler nicht erlauben, unser Qualitätsmanagement ist auf null Fehler ausgerichtet. Aber de facto kommen Fehler in Kanzleien jeder Größenordnung nun mal vor." Sanktionen würden dann ganz unterschiedlich gehandhabt: Auszubildende oder Junganwälte erhielten schon mal einen "Narrenbonus", aber auch sie müssten lernen, dass sie Fehler innerhalb der Kanzlei nie verheimlichen dürfen. "Schließlich geht es bei unserer Arbeit in erster Linie nicht um unser eigenes Kapital, sondern um fremde Werte und Angelegenheiten. Diese haben es verdient, dass wir sorgfältig mit ihnen umgehen."

Zitiervorschlag

Sabine Olschner, Fehlerkultur in Kanzleien: Fatale Folgen von Fehlern . In: Legal Tribune Online, 02.09.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/24269/ (abgerufen am: 06.08.2020 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 02.09.2017 17:47, Heinrich V.

    Das Problem ist ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass der Grossteil der Juristen nichts von ihrem Handwerk verstehen. Die kommen mit ihren 4 oder 5 Punkten von der Uni und werden auf die Mandatschaft losgelassen. So etwas darf nicht sein. Ich Pflege immer zu sagen "abyssus abyssum invocatis". Auf deutsch für die Durchschnittsjuristen hier: "ein Fehler zieht einen anderen nach sich". Der erste Fehler, der gemacht wird ist, jeden an der Universität zuzulassen. Sogar die bildungsfernen Arbeiterkinder (oder sollte ich sagen: Proletenbrut) dürfen mittlerweile -dank Bafög- an die Hochschulen. Vielen dank Willy Brandt.

    Der zweite Fehler ist, diese Prekariatsjuristen dann zu Anwälten zu erklären. Wenn die Eltern putzen gehen oder Kraftfahrer sind, wird an Allgemeinbildung nicht viel hängengeblieben sein bei den Kindern. Ich will mich doch nicht für gutes Geld von so jemandem beraten lassen.

    Die Zulassungskriterien zum Studium der Rechtswissenschaften müssen reformiert werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    RA Heinrich V

    • 03.09.2017 14:23, Ghost

      Sie meinen ganz sicher: "abyssus abyssum invocat"

      Naja, schade! Aber sehen Sie es mal so: Peinlicher wird's für Sie jetzt nicht mehr...

    • 03.09.2017 15:07, 4gewinnt

      Dann empfehle ich Ihnen den Herren Guttenberg bei der Frage ob sie hier eine Volksverhetzung begangen haben.

  • 02.09.2017 19:16, R2D2

    Lieber Her RA H. V,
    ihr Text enthält viele Rechtschreibfehler, eine nicht ganz korrekte Übersetzung und das Gesetz ist das BAföG und nicht das Bafög. Naja, vielleicht gilt abyssus abyssum invocat ja tatsächlich.
    Freundliche Grüsse,
    ein Stipendiat aus der Arbeiterklasse

    • 02.09.2017 20:11, Wicket Wystri Warrick

      Man darf Heinrich V. gar nicht ernst nehmen. Es handelt sich dabei nämlich um einen Linksgrünen, der hier mit mehreren Namen unterwegs ist (Heinrich, Klaus, Monika etc.) und glaubt, er wäre mit seinen Kommentaren hier politisch aktiv. So versuchte er z.B als "Klaus" schon öfters die CSU zu diffamieren, und antwortete sich dann auch noch unter anderem Namen selbst, um den Anschein einer linksgrünen Mehrheit hier im Forum zu erwecken.

      Als "Heinrich V." gibt er den hochnäsigen Juristen mit Doppelprädikat, der sich über alles und jeden herablassend äußert. Aus Neid will er damit wohl wahre Doppelprädikatsjuristen in den Schmutz ziehen. Bei Gelegenheit kotzt er sich unter diesem Namen zudem auch über die AfD aus.

      Unterm Strich ergibt sich damit ein sehr mitleiderregendes und verstörendes Bild. Diese Person hinter den vielen Namen hat anscheinend ein so leeres Leben, dass sie genügend Zeit hat, um permanent im Forum zu hocken, und täglich schon fast im Stundentakt garstig-wirre Kommentare zu verfassen. Die Krönung dieses menschlichen Debakels ist dann aber auch noch diese kindlich-naive Überzeugung, dass man auf diese Weise irgendwie die politische Überzeugung seiner Mitmenschen auch nur im Geringsten beeinflussen könnte.

    • 03.09.2017 09:14, Heinrich V.

      Sehr geehrter Herr R2D2,
      fordern Sie mich lieber nicht heraus. Als Prolet werden sie ohnehin den kürzeren ziehen. Der Umstand, dass sie Stipendiat sind ist vollkommen unerheblich. Jeder Vollidiot bekommt heutzutage Stipendien hinterhergeschmissen. Wenn man dann noch nachweisen kann aus prekären Verhältnissen zu kommen oder einen Migratioshintergrund nachweisen kann wird es sogar noch einfacher. Vielen dank SPD. An ihrer Schreibweise und ihrem besserwisserischen Gehabe erkenne ich schon, dass sie keinerlei Selbstvertrauen haben und ihre Unsicherheiten und berechtigten Selbstzweifel mit Geseier über Stipendien ausgleichen. Das finde ich arm. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sind sie sich zu fein in dir Fußstapfen ihrer Eltern zu treten? Musste es denn Abitur und Studium sein?

      Entschuldigen sie mich nun, ich fahre in die Kirche.

      Mit freundlichen Grüßen

      RA Heinrich V

    • 03.09.2017 14:28, Ghost

      @ Heinrich V.

      Wieso soll er Sie nicht herausfordern? Beantragen Sie sonst Freigang in Ihrer Psychiatrie, um sich mit Ihm zu duellieren?!

  • 02.09.2017 20:45, McMac

    "Bei uns werden keine Fehler gemacht!"
    Wer das sagt, hat gerade einen großen Fehler gemacht. Und eine Dummheit.
    Fehler zu mache muss positiv bewertet werden. Wer keine Fehler macht kann nicht lernen, nicht wachsen, sich nicht verbesern. Und wer behauptet keine Fehler zu macen ist so unglaubwürdig, dass es schon lächerlich ist.

  • 02.09.2017 20:46, McMac

    " Wer sich Tippfehler erlaubt, wird schief angeschaut"
    Das ist besonders interessant. Ich kenne keinen einzigen Anwalt, der fehlerfrei schreiben kann.

    • 03.09.2017 08:57, @McMac

      Ich gehe noch einen Schritt weiter: Ich kenne keinen Anwalt, der selbst schreibt... Und Korrekturlesen kostet zu viel Zeit. Ein gutes Argument wird nicht durch einen Tippfehler falsch. Wir Kegeln viel zu viel Wert auf die Form und zu wenig auf den Inhalt. Was nützt es, wenn in fehlerfreie Text das Abstraktionsprinzip missachtet wird?

      Natürlich ist es Nice to Have wenn man nicht raten muss, welche Sprache man vor sich hat... Mehr aber auch nicht

  • 03.09.2017 12:47, Ano Nym

    <blockquote>"Entschuldigen sie mich nun, ich fahre in die Kirche."</blockquote>

    Um sich die Kollekte rechtswidrig anzueignen? Wie erfolgreich war Ihr heutiger Beutezug?

    • 03.09.2017 15:16, Heinrich V.

      Sie Schädling!!
      Sie sollten sich schämen. Das ist eine fürchterliche Anschuldigung.

    • 04.09.2017 11:09, @Heinrich

      "Schädling" ist großartig. Das merke ich mir zur Wiederverwendung.

      #Heinrich_for_Bundespräsident

  • 04.09.2017 16:09, GrafLukas

    Was ist denn das "Qualitätssystem der BRAO"?

    • 06.09.2017 21:02, @GrafLukas

      Qualität im Sinne der BRAO bedeutet, dass jeder Dahergelaufene Depp mit 4,0 Punkten in zwei Examina sich ein Schild "Anwalt" vor die Tür hängen und Bullshit verzapfen darf... Deswegen gibt es eine HaftPFLICHTversicherung für Anwälte...