Verhandlung vor dem BGH: Kommt die weib­liche Anrede in Bank­for­mu­laren?

von Hasso Suliak

20.02.2018

Eine 80-jährige Saarländerin will ihre Sparkasse dazu verpflichten, in ihren Formularen nicht nur von "Kunden", sondern auch von "Kundinnen" zu sprechen. In der Politik ist man geteilter Meinung, nun entscheidet der BGH.

Marlies Krämer sieht sich von ihrer Sparkasse Saarbrücken ungerecht behandelt. Weil dort in den Formularen nur von "Kunden" und "Kontoinhabern" die Rede ist, würden Frauen diskriminiert, findet die 80-jährige Feministin aus dem Saarland. Nun hat sie die Sache bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) getragen, wo am Dienstag verhandelt wurde. Die rein männliche Anrede verletze sie in ihrem Recht auf Gleichbehandlung, argumentiert sie: "Es ist mein verfassungsmäßig legitimes Recht, dass ich als Frau in Sprache und Schrift erkennbar bin."

Mit ihrem Versuch, die Sparkasse zur Verwendung der weiblichen Anrede zu verpflichten, blieb sie in den Vorinstanzen erfolglos und legte deshalb Revision beim BGH ein (Az. VI ZR 143/17). Das Landgericht (LG) Saarbrücken sah es wie die beklagte Sparkasse: Schwierige Texte würden durch die Verwendung beider Geschlechter nur noch komplizierter. Zugleich verwies das Gericht darauf, dass die männliche Form schon "seit 2000 Jahren" im allgemeinen Sprachgebrauch bei Personen beiderlei Geschlechts als Kollektivform verwendet werde.

Eine Auffassung, die der  Deutschen Juristinnenbund (DJB) nicht teilt: "Frauen sind gut ausgebildet, verdienen ihr eigenes Geld und sind nicht nur die Anhängsel ihrer Männer", so die Präsidentin des DJB, Maria Wersig. Die Bezeichnung "Kontoinhaber" sei seit 1958 überholt, denn seitdem können Frauen ein Konto auf ihren eigenen Namen eröffnen.

Für die DJB-Präsidentin ist es überdies "ein Armutszeugnis, wenn Frauen sprachliche Anerkennung erst einklagen müssen". Die Sprache, so Wersig, sei schließlich "ein Spiegel gesellschaftlicher Strukturen und damit auch ein Ausdruck von hergebrachten Hierarchien". Kämen Frauen in Sprache nicht vor, würden damit Realitäten geschaffen oder zementiert. "Wer denkt denn an eine Frau, wenn es z.B. 'der Bankdirektor' heißt", fragt Wersig.

Kreditwirtschaft favorisiert "generisches Maskulinum"

Unterdessen verweist die Interessenvertretung Deutsche Kreditwirtschaft in einer Erklärung darauf, dass die Institute ihre Kunden "in Wort und Schrift grundsätzlich geschlechtsspezifisch ansprechen", wie auch im Fall von Frau Krämer.

Nach Auffassung der Kreditwirtschaft sollte es dabei dann aber auch sein Bewenden haben. Wie "Unternehmen in anderen Wirtschaftsbereichen, der Gesetzgeber und die Rechtsprechung" verwende man in Formularen das "geschlechtsneutrale generische Maskulinum". Nach Ansicht der Banker soll es dabei bleiben.

Eine Regelung, die künftig neben dem männlichen auch das weibliche Geschlecht aufführe, würde laut Branchenvertretern ohnehin zu kurz greifen und der aktuellen geschlechtersoziologischen Diskussion nicht mehr gerecht werden: "Es gibt Ansichten, die von einer zweistelligen Zahl von Geschlechtsidentitäten ausgehen. Jüngst hat das Bundesverfassungsgericht das 'dritte Geschlecht' anerkannt" heißt es in einer Erklärung, die der Deutsche Sparkassen und Giroverband (DSGV) am Tag der BGH-Verhandlung LTO übermittelte.

DJB: Einstellung aus dem letzten Jahrtausend

Für den DJB ist dies ein "Scheinargument". Im Gespräch mit LTO richtete Präsidentin Wersig deutliche Worte an die Adresse der Banken: "Mit Verweis auf andere Diskriminierungsformen werden Veränderungen abgelehnt. Das ist eine Einstellung aus dem letzten Jahrtausend. Die Überwindung einseitiger Sprache ist überfällig. Der Einwand der Vielfalt der Geschlechter ist kein Argument für die Beibehaltung des Status Quo, sondern spricht dafür, jetzt Lösungen zu finden, die alle Geschlechter einschließen", so Wersig.

Das "Generische Maskulinum" sei überdies nicht geeignet, dass "Frauen im Rechts- und Geschäftsverkehr sprachlich als solche erkennbar bleiben". Dem DJB zufolge zeige die linguistische Forschung, "dass die Verwendung des Generischen Maskulinums nicht geschlechtsneutral aufgefasst wird". Vielmehr bewirke es, dass Frauen gedanklich in einem geringeren Maße bedacht und einbezogen würden.

Vertreter politischer Parteien beurteilen den Streit in Karlsruhe unterschiedlich: Die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Bauer, hält "eine Genderisierung von Formularen und Vordrucken für nicht zwingend notwendig", um das für ihre Partei "wichtige Ziel" der Gleichstellung zu erreichen: Weitaus wichtiger sei "eine Gleichbehandlung im Sinne gleicher Chancen beispielsweise in der beruflichen Verwirklichung sowie in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so die Bundestagsabgeordnete zu LTO. Sie würde sich "die Bank nicht danach auswählen, ob ich als Kundin oder Kunde bezeichnet werde, sondern nach den Leistungen und Konditionen."

Grüne: Bankgewerbe droht "heftiger Schluckauf"

Der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Gerhard Schick, hofft hingegen auf einen Erfolg der Klägerin in Karlsruhe und gibt sich optimistisch: "Im Jahre 2017 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass bis Ende 2018 ein drittes Geschlecht im Geburtenregister einzuführen ist. Ich bin zuversichtlich, dass der BGH hinter dieses Urteil nicht zurückfällt. Auch wenn es im oft konservativen Bankgewerbe heftigen Schluckauf geben wird: Frauen müssen auch in der Sprache wahrnehmbar als Kundinnen angesprochen werden. Alles andere überzeugt nicht."

Dem schloss sich auch Lothar Binding, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion an: "Frauen werden in Gesprächen und persönlichen Briefen von den Sparkassen selbstverständlich auch als Kundinnen angesprochen. Dies sollte nun endlich auch mit der gleichen Selbstverständlichkeit für die Formulare gelten. Die rein männlichen Bezeichnungen in den Bankformularen sind schlicht und ergreifend überholt."

Marlies Krämer hat in der Vergangenheit schon wiederholt als engagierte Vorkämpferin für Frauenrechte von sich reden gemacht: So verzichtete sie in den 1990er Jahren so lange auf einen Pass, bis sie als Frau unterschreiben konnte. Später sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs - davor wurden Frauennamen nur für Tiefs verwendet.

Ob sie nun wieder Erfolg haben wird, ist nach der mündlichen Verhandlung vom Dienstag weiter offen. Der BGH wird sein Urteil am 13. März 2018 verkünden.  

Mit Material von dpa

Zitiervorschlag

Hasso Suliak, Verhandlung vor dem BGH: Kommt die weibliche Anrede in Bankformularen? . In: Legal Tribune Online, 20.02.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/27117/ (abgerufen am: 17.10.2018 )

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Kommentare
  • 20.02.2018 15:29, FinalJustice

    "Die Sprache, so Wersig, sei schließlich "ein Spiegel gesellschaftlicher Strukturen und damit auch ein Ausdruck von hergebrachten Hierarchien". Kämen Frauen in Sprache nicht vor, würden damit Realitäten geschaffen oder zementiert."

    Gibt es für diese These irgendeinen Beleg? Es gibt Sprachen, in denen es keinen grammatikalischen Genus gibt und deren Kulturen ein unvergleichbar geringeres Niveau an Gleichstellung von Männern und Frauen haben (z.B. etwa Japan), dass ich mich Frage, woher diese Idee stammt, man müsse Menschen nur eine Repräsentation in Alltagssprache oder auf Bankformularen ermöglichen, damit sich alle ihre Probleme und vermeintlichen Probleme, welche sich aus ihrer Geschlechtszugehörigkeit ergeben, in Luft auflösen.
    Man verstehe mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan von Gleichberechtigung für alle Menschen. Ich sehe nur den Benefit nicht, zumal es ja tatsächlich Menschen gibt, die sowohl genetisch als auch phänotypisch keinem der Geschlechter zugeordnet werden können. Was is denn mit denen? Brauchen wir dann noch eine Neutroisanrede?
    Ich stelle mir bei dem Wort "Kunde" gar nichts vor. Genauso wenig beim Wort "Bankdirektor". Das ist für mich irgendeine schemenhafte Person, die aufm Chefsessel sitzt und mehr Geld verdient, als ich ;). Es mag Menschen geben, die sich im Alltag etwas darunter vorstellen. Es ist auch etwas anderes, das Wort "Bankdirektor" isoliert zu nehmen. Aber vielleicht fehlt mir die intellektuelle Kapazität, mir jeden Tag bei jedem Wort, das ich höre, irgendetwas vorzustellen, was entweder Pipi oder Mumu hat (inb4 meine ganzen Stalker hier, die gleich schreiben "kekekekek ja das ham sie richtig erkannt sie sind dum lol iksdeh xD").

    Aber das ist halt das Ergebnis, wenn sich Politik nur noch um Sprache dreht und nicht mehr um Inhalte. Repräsentation ist alles und ist ein Recht, das überall eingefordert werden darf. Insb. ist es Aufgabe der Privatwirtschaft, das gefälligst zu respektieren. Ist ja auch die Aufgabe der Werbung, Kindern und insb. jungen Mädchen ein gesundes Selbstwertgefühl anzuerziehen.

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    • 20.02.2018 17:31, KM

      Mein Kommentar bezieht sich auf dem AFD-Wähler: Wahrscheinlich macht es keinen Sinn, dir zu schreiben, da dein intellektuelles Niveau wohl zu niedrig ist, aber vielleicht bringt es ja doch was: Mach dir doch mal Gedanken über Frauenfeindlichkeit und Alters feindlichkeit. So ist dein Kommentar nicht ernst zu nehmen, er ist ein eindeutig von einem Abgehängten geschrieben worden. Das schöne ist, dass Leute wie du, also extremst Abgehängte, die anscheinend keine Frau abkriegen, niemals etwas in dieser Gesellschaft zu sagen haben. Niemals. Gottseidank.

    • 13.03.2018 15:45, ULLRICH DOBKE

      Wer ist denn Wersig ?

  • 20.02.2018 15:45, Bernd

    Muss man nicht nur gendern, wenn es sich um einen positiv besetzten Begriff handelt? "MörderInnen" habe ich jedenfalls noch nicht als Forderung entdecken können. Von daher ist es wahrscheinlich nur ehrlich, wie das Kreditinstitut den Stellenwert seiner Melkkühe^WKunden ansieht.

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  • 20.02.2018 16:18, Schmitz

    Möge der BGH den Querulanten und Querulantinnen einen Riegel vorschieben.

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  • 20.02.2018 16:23, albert992

    "Später sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs - davor wurden Frauennamen nur für Tiefs verwendet. "
    Satire, oder?
    Wenn nicht, dann kann man die Frau ja nur beglückwünschen zum Erfolg beim Abbau geschlechtsspezifischer Benachteiligungen.

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    • 20.02.2018 17:49, chi

      Nein, ist schon richtig. Inzwischen wird jährlich abgewechselt: In einem Jahr Frauennamen für Hochs, Männernamen für Tiefs; im nächsten Jahr umgekehrt.

    • 20.02.2018 18:39, Race to the bottom

      Stellen Sie sich drauf ein: In 15 Jahren ist es völlig egal, wie Sie was wie schreiben. Da nutzten die einen nur noch Emoticons (Hieroglyphen) und die anderen hauen sich die Köpfe ein. Dann gibt es noch einen kleinen Rest, der zu Hause im Wohnzimmer Rilke o.a. liest.

  • 20.02.2018 16:48, Talon

    Ich werde dann demnächst darauf klagen, dass die Mehrzahl männlich titulierter Objekte/Subjekte, nur noch mit "das" angesprochen wird. "die" ist immerhin ein weiblicher Artikel und diskriminiert die Männer... da schon wieder. Die deutsche Sprache zwingt mich zu einer weiblichen Selbstbezeichnung.

    Lasst uns doch alle Englisch sprechen. Da gibt es den Genderwahn nicht.

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  • 20.02.2018 17:04, denker

    Man sollte einfach nur beide Geschlechterformen gleichermaßen benutzen. Aus dem Zusammenhang ergibt sich dann, dass beide gemeint sind. Alles Andere ist Quatsch. Warum fängt man nicht einfach mal an, z. B. im Bankformular nur noch "Kundinnen" zu sagen?!

    Außerdem hat das BVerfG nicht verlangt, dass ein drittes Geschlecht eingeführt werden muss. Die Gesetzgeberin kann die Geschlechtsangabe auch einfach weglassen. Deswegen hat die Autorin insofern nicht Recht.

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    • 20.02.2018 20:37, McMac

      Denken Sie mal weiter über den Passus „die Autorin“ nach. Vielleicht erkennen selbst Sie den Fehler.

  • 20.02.2018 17:17, M.D.

    Die Anspruchsgrundlage würde mich hier mal interessieren.

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    • 20.02.2018 18:23, könnte sein

      Könnte gut sein, dass es schlicht und einfach keine Anspruchsgrundlage gibt.

    • 20.02.2018 21:45, PP

      Art. 1 GG. § 242 BGB. Sowas in der Art.

    • 21.02.2018 00:50, Skeptiker

      Ich vermute §§1, 7 AGG.

    • 21.02.2018 00:52, Skeptiker

      Ups, ich meine natürlich §§1, 19, 21 AGG.

    • 21.02.2018 06:59, DM

      Ah, da ist es wieder, das AGG. Das Gesetz das dazu führt, dass Stellenanzeigen mittlerweile so etwas von verklauselt sind und man als Bewerber nicht mehr erkennen kann, was wirklich verlangt bzw. erwartet wird.

    • 21.02.2018 15:48, Inspector Javert

      Da Sparkassen ja öffentlich-rechtliche Kreditinstitute sind, vermute ich mal eher, die Anspruchsgrundlage ergibt sich aus § 242 BGB i.V.m. Art. 3 Abs. 2 GG.

  • 20.02.2018 17:22, Jemand_NRW

    Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder einfach so spricht und schreibt, wie er für richtig hält??

    Der Staat muss da rechtsverbindlich die Sprache reglementieren!!

    Wenn der einzelne Bürger partout nicht die richtige Ideologie übernehmen will, hat der Staat ihn halt zu zwingen!

    Argh!

    Die Verwendung des Begriffs "Kontoinhaber" verstößt gegen geltendes Recht!!!

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    • 20.02.2018 18:20, Chriss

      Nur weil man viele Ausrufezeichen setzt, heißt das nicht, dass man auch recht hat. Sie verstehen eben nicht die deutsche Grammatik. Die Jugend, die ohne spezifische Geschlechterrollen aufwächst, stellt sich bei Lehrern, Ärtzen und Schauspielern sowohl Frauen, als auch Männer vor. Nachweislich, testen Sie es selbst. Geht auch im Bekanntenkreis.

  • 20.02.2018 18:12, Schwanzus Longus

    Diese und diesinnen Sache und Sachinnen halte und haltinnen ich und ichinnen für und fürinnen ganz und ganzinnen besonderen und besonderinnen Quatsch und Quatschinnen.

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    • 20.02.2018 18:41, Kunibert Wurstkäse

      Glück auf, Kamerad!

    • 20.02.2018 18:42, Kunibert Wurstkäse

      Äh, Verzeihung: Kameräderinnen.

  • 20.02.2018 19:27, Sabine

    Ich bin dafür nur noch die weibliche Form zu benutzen und zwar generell! Frau könnte im Grundgesetz einen Passus setzen: Männer dürfen sich mitgenannt fühlen!

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    • 20.02.2018 20:00, Schhhhh...

      https://www.youtube.com/watch?v=iphuMBINgWY

    • 20.02.2018 20:33, Alex

      Bienchen, meine Liebe. Nun sei doch mal nicht so!

    • 20.02.2018 23:28, stangolem

      Zum einen steht exklusiv vs. inklusiv: das generische Maskulinum ist inklusiv, das Feniminum exklusiv (schließt männliches aus), zum anderen ist es sprachlich ineffizient, da ein Suffix angehängt werden muss (außer wenn das Maskulinum auf -erer endet).

  • 20.02.2018 19:29, McMac

    Mit der weiblichen Anrede ist es längst nicht getan. Zukünftig müssen alle Geschlechter berücksichtigt werden. Eine aktuell vollständige Aufzählung aller Geschlechter und erwähnenswerter und nicht erwähnenswerter Gruppen gibt es hier: https://youtu.be/HMzzuJ08PwM

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    • 23.02.2018 15:47, Andreas L

      Klasse! (und Klässin!)

      Ich hoffe wirklich, daß die Sparkassen und Sparkässinnen hier durchhalten!

      Ich kann mir wirklich nichts vorstellen, das infantilisierender gegen Frauen wirkt als Feminismus / Genderwahn (und Genderwähnin). Irgendwie finde ich Feminismus frauenfeindlich, weil es Frauen (und Fräuinnen) verbabyfiziert.

      Normalerweise zieht man sich im Konflikt auf die rein sprachliche Ebene zurück, wenn man argumentativ nichts mehr zu bieten hat. Können Frauen nicht mehr anders punkten als durch Selbst-Infantilisierung und -Verbabyfizierung?

      Sprache, also ein Kulturgut, per Legislative regulieren? Das ist so mega-dämlich (tschuldigung, nicht frauenfeindlich gemeint, kommt "dämlich" von "Dame"?), daß der Satz "Das muß ein Bestreben der Frauen sein" schon frauenfeindlich wirkt.

  • 20.02.2018 20:41, Inge Kleine

    Die Sache ist ganz einfach, und dies an allere tapferen Verteidiger und Verteidigenden des generischen Maskulinums gerichtet, die es nicht vertragen, "Kundin" lesenzu müssen, oder dass eine ältere (!) Frau irgendwo gehört wird: Reden wir doch mal über Sprache bei anderen Themen. Sicher - Lehrer, Grundschullehrer, Arzt, Kunde - kein Problem, egal wie hovh der Frauenanteil ist. Und nun reden wir mal über Gewalt und über "häusliche" Gewalt umd sexuelle/sexualisierte Gewalt. Und über Texte zu den Tätern, samt Statistiken. Plötzlich beherrschen sie alle geschlechtergerechte Sprache, plötzlich ist das alles kein Problem mehr, so schnell kann frau nicht schauen, wie die das beherrschen.

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    • 20.02.2018 20:55, naja

      Und was lernen wir daraus?

    • 20.02.2018 21:13, McMac

      Mimimi. Es hat nichts mit Ertragen zu tun, es ist einfach nur schwachsinnig, überall noch ein *innen anzuhängen. Und die Frauen, die mit der Verwendung des generischen Maskulinums ein Problem haben, haben ganz sicher noch viel größere Probleme... Mimöschen!

  • 20.02.2018 22:54, stangolem

    Man könnte die Diskriminierung auch andersherum sehen: Die weibliche Form spricht explizit nur Frauen an, aber es gibt keine Form, die Frauen ausschließt. Praktisch sehe ich das bei Wettbewerben, bei denen es zwar für XX-Trägerinnen Ausschreibungen gibt, aber keine, bei denen XY-Ausstattung Voraussetzung ist. Auch bei offener Ausschreibung werden oft Sonderwertungen angeboten, alters-, rating-, oder eben geschlechtsabhängig, z.T. auch kombiniert. Ich kann niemals die Juniorinnen-, Damen- oder Seniorinnenwertung gewinnen, auch wenn ich vor diesen allen lande. Zu Ende gedacht könnten Frauen alle Preise abräumen, nur männliche Preisträger kann es nicht geben.

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  • 20.02.2018 22:55, PP

    "So verzichtete sie in den 1990er Jahren so lange auf einen Pass, bis sie als Frau unterschreiben konnte." Weiß hier jemand, was dieser Satz bedeutet?

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    • 20.02.2018 23:11, stangolem

      Unterschrift des Ausweisinhabers/der Ausweisinhaberin

  • 20.02.2018 23:10, stangolem

    Vielleicht sollte man sich auch einfach mal anschauen, wo das generische Maskulinum herkommt. Sehr detailliert z.B. hier zu finden; http://www.belleslettres.eu/content/deklination/genus-gendersprech.php
    Kurzform: Im Urindogermanischen gab es eine Subjektform (Standardgenus) und eine Objektform. Letztere wurde in der Folge auch für substantivierte Verben benutzt, also nicht für handelnde Personen. Daraus entstand das Neutrum. Der Plural ist die Wurzel des Feminums. Hat aber alles nichts mit dem sexuellen Geschlecht zu tun.
    Logisch wäre eigentlich nur die im Englischen verwendete Variante: wo der Sexus keine Rolle spielt, gibt es kein grammatikalisches Geschlecht.

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  • 21.02.2018 01:03, Skeptiker

    Ich bin wirklich kein Gegner der Gleichberechtigung aber irgendwann ist es einfach nur lächerlich. Dieses ewige "innen" und "en" trägt nicht zur Leserlichkeit eines Textes bei und zeigt ein fehlendes Verständnis für Begriffe: Das Nutzen eines Oberbegriffs ist kein politisches Statement einer "phallokratischen Gesellschaft" sondern schlichte Zweckmäßigkeit. Dass bei uns das männliche Geschlecht den Oberbegriff bildet, dürfte mehr Zufall sein als alles andere: Das Englische ist neutral und bei den Russen ist zB sogar das weibliche Geschlecht das, das den Oberbegriff stellt.
    Es sind Dinge wie diese Neusprech-artige Sprachdiktatur, die mich zum Kulturpessimisten haben werden lassen.

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    • 23.02.2018 15:56, Andreas L

      Aber genau deshalb eignet sich dieser Quatsch so prima zum Verarschen.

  • 21.02.2018 06:44, Paddington

    Mich hätte interessiert worauf die Dame denn ihren Anspruch meint begründen zu können. Ferner hätte es mich auch interessiert wie denn die Begründung des Gerichts im Gesamten gestaltet ist. Welcher Meinung dazu unbeteiligte Personen haben interessiert mich nun wiederum nicht.

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  • 21.02.2018 07:25, DM

    In Zukunft gibt es nur noch den Telegramm-Stil: "Kundschaft verpflichtet sich..."

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  • 21.02.2018 08:41, Justsaying

    Ich bin absolut gegen Diskriminierung des weiblichen Geschlechts (nur dass das klarsteht) . Dennoch finde ich die Klage dieser Frau absurd. Als wäre die deutsche Justiz nicht schon genug überfordert mit laufenden Prozessen. Da gibt es einige Verfahren die m.E. deutlich relevanter sind. Wenn ich ein Bankformular lese, in dem z.B. "der Kunde" steht, stelle ich mir immer subjektiv sowohl Männer als auch Frauen vor. Ich denke so geht es auch der Mehrheit der Bevölkerung. Wieso und wozu dann die Gerichte belasten?

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  • 21.02.2018 08:49, tüdelütütü

    Und demnächst kommen dann die Verbraucherschützer aus ihren Höhlen gekrochen und mahnen die Banken ab, weil das "Kleingedruckte" zu lang und unübersichtlich geworden ist und daher die Verbraucher unangemessen benachteiligt. Läuft bei uns!

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    • 21.02.2018 09:07, Aha

      Sie meinen sicherlich "Verbraucherinnenschützerinnen".

    • 21.02.2018 10:35, tüdelütütü

      Oh, sorry! Natürlich, auch die VerbraucherschützerINNEN. Und die Verbrauchschützer_X, Verbraucherschützx, Verbraucherschützer_innen und alle anderen Spinnx, die ich nicht ausdrücklich genannt habe.

    • 21.02.2018 10:47, DM

      @Aha: Nanana, "Verbrauch" ist aber nicht Ökologisch, etwas wird ja nunmehr der Verwertung zugeführt - in welcher Form auch immer und in welche Form auch immer. Aber auch das "Ver" ist ja ein Zeichen für "weg, hinaus, vorbei, auseinander", also auch nicht im Sinne einer Gemeinschaft, da es teilt. Das müsste auch positiver konnotiert werden. "werter" an sich klingt seltsam, also dort besser "Nutzerinnen".

      Ich schlage daher vor:

      "Gemeinsam-nutzer-innen-schützer-innen"

      Aber auch da besteht noch Optimierungspotential, denn "schützer" hat ja auch noch die Konnotation eines "über-unter", denn der Beschützte ist ja schwächer; auch das geht nicht, denn auf eine Schwäche in irgendeiner Art wollen wir das Wesen nicht reduzieren. Ersetzen wir es besser durch Begleiter.

      "Gemeinsam-nutzer-innen-begleiter-innen"

      Werte MitkommentatorS, so ganz glücklich bin ich mit daS Wort noch nicht, das klingt noch zu hart - da gibt es bestimmt noch Optimierungspotential.

    • 21.02.2018 10:49, DM

      @tüdelütütü:

      Sie haben völlig Recht, ich habe da auch wieder ein faux pas, indem ich nur ein Geschlecht genannt habe.

      "Gemeinsam-nutz-ix-begleit-ix"

      wäre dann mein Vorschlag.

    • 21.02.2018 11:24, DM

      Wobei ich mit dem "X" nicht die "Y" ausschließen wollte!

  • 21.02.2018 12:56, Aha

    @ DM, haben Sie aber :D Im Übrigen "Chapeau!" für diese Erheiterung zur Mittagsstunde.

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  • 21.02.2018 21:45, FS

    Ist denn schon 1. April?

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  • 22.02.2018 15:04, ULLRICH DOBKE

    ... und das dritte Geschlecht und der diesbezgl. Auftrag aus dem BVerfG an den Gesetzgeber: o Gott o Gott, das auch noch?

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  • 22.02.2018 16:54, Elena Glossoti

    Man sieht doch dass ihr Feminismus dann hochspringt wenn es um's Geld geht und vor Generativen und Degenerativen Maskulinums mit Rosen und Krokodilstränen auf Verbrecherfolmularen ist wenn man wieder nach Erbschaft sucht und man findet das Geschlecht nicht also man sieht vorne und hinten nicht ausser im Protokoll in in Medien, dass man gern als Anlage vererben möchte im Sinne des Arbeitsgerichtes, dass Misshandlungen als Medienpropaganda nur aufarbeiten vermag und als Generations-, Rückkapitalzahlungen an Erben und an Täter weiter und zurückvermittelt. Also ihren Sprachgebrauch und ihren Freiberuflichen Faministischen Schatz, entdeckt sieht man wenn es um Erbschaft geht das Gen des andern zu vernichten, um es dann zu bekommen und dann
    zu verändern oder zu vererben oder assoziativ weiter zu entwickeln, dann redet man von Geschlechterliebe, Tautränen, Religiöse-, Geschlechts-,
    Sportsfreiheit und so fort, bekommen oder wenn es um Sex in der City geht. Indem Sinne viele Grüsse, an ihren Sprachgebrauch und Justiz, Medizintechnische Verformungen, oder Consortium, die nur dann nach Akademischen und Philosophischen Argumenten greift, wenn der Sprachgebrauch sehr ausgeschöpft und denuziierend suggestiv verändernd zum Wortprotokoll durch Missbrauch zwingt oder greift.

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    • 23.02.2018 11:51, nix verstehen in Athen

      nochmal bitte.

  • 24.02.2018 05:43, eono

    Ist es nicht gar nicht so lange her, dass Frauen ohne das Einverständnis des Mannes gar kein Konto eröffnen durften? uva auch nicht durften.
    Der "Kunde" ist der Mann.
    Das sind die Feinheiten die belegen, wie ein Recht nach dem Anderen nicht gewährt wird, bzw. verloren geht, genommen wird.
    Immer schön wach und munter sein und bleiben.
    Es geht doch nicht um Sprache als Kunstform.
    Sprache besteht aus Inhalten und diese sind unser Leben im Heute Hier und Jetzt und morgen und übermorgen und bei der nächsten Wahl ... Es kommt auf jedes Wort an.

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    • 26.02.2018 10:15, D.

      Völlig richtig. Genau deshalb ist es ja so absurd. Die betagte Dame scheint verpasst zu haben, dass Frauen inzwischen Konten eröffnen etc. können und auch Karten mit eigener Unterschrift haben. Der Fakt ist dasjenige, was zählt. Die Bezeichnung ist Makulatur. Darüber zu streiten, ist m. E. völlig überflüssig und lächerlich. Dass im Übrigen der Staat nicht der richtige Adressat für Sprach"Korrektur" ist, sieht jeder Depp schon an der Rechtschreibreform. Da eine gewisse geistige Zurechnungsfähigkeit bei auch 80jährigen Klageparteien vorauszusetzen ist, beabsichtigt die alte Dame vielleicht ja tatsächlich etwas ganz anderes ähnlich der - tatsächlich vernünftigen -Passunterschriftgeschichte. Vielleicht möchte sie stets im täglichen Geschäft an die Erforderlichkeit einer Frauenquote bzw. effektiver Beachtung des weiblichen Geschlechts bei Besetzung und Bezahlung im immernoch und traditionsgemäß männerdominierten Bankgeschäft erinnern und ein schlechtes Gewissen herbeiführen? Nur, wer hat denn tagtäglich mit den umzuändernden Formularen zu tun? Doch wohl die unteren weiblichen Sachbearbeiter(innen? Doppelter Gender...?). Und schlechtes Gewissen auf der zumeist männlich besetzten Führungsebene... ph, völliger Griff ins Klo! Ich schließe mich ganz entgegen sonstiger Haltung der Frau Nicole Bauer an: man muss das Wesentliche erkennen können und die wahren Prioritäten setzen. Kann man nicht vielleicht das Rechtsschutzbedürfnis verneinen..? Ja, die Justiz hat ja sonst nichts zu tun...traurig.

  • 26.02.2018 14:15, eono

    Bis vor kurzem war ich eine Verfechterin eines jeden Wortes. Man sollte die Dinge
    benennen wie sie sind. Ganz einfach. Nicht ins Gegenteil - nicht "anders" - nicht frei erfinden usw.
    Aber seit einiger Zeit in der Jeder der will und kann heute männlich morgen weiblich
    übermorgen wieder männlich sein kann - und Manche auch noch Beides gleichzeitig.
    Manche sagen "meine Frau" dabei handelt es sich aber um einen Mann ...
    oder umgekehrt ...
    Ich finde das jetzt etwas schwierig und ich weiß auch nicht ob das alles so sein muss.
    Man kann etwas sein - und einen Künstlernamen haben.
    Man kann auch homosexuell sein - dann sind das immer noch 2 Männer.
    Wer will kann sich auch mit einer anderen Frau ...
    dann sind das 2 Frauen.
    Transgender - Beidgeschlechtlich - halte ich biologisch für selten.
    "Genderquer" "Bigender".
    Frau XY
    Herr XYZ
    Frau/Herr Bigender XY ....
    Schmidt oder Schmidt oder Schmitt Meyer-Mayer-Maier-Meier -
    hört sich doch auch gut an.

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  • 13.03.2018 13:39, Wieczorek

    Hat die ältere Dame nichts anderes zu tun? Unter dem Wort "Kunden" sind Männer und Frau gleichermaßen angesprochen.

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