VG Koblenz zur Namensänderung: Mann darf nicht James Bond heißen

16.05.2017

Wegen familiärer Probleme wollte ein Mann seinen Vor- und Nachnamen ändern, sogar seine Ärzte hatten den Schritt empfohlen. "James Bond" darf er aber aus mehreren Gründen nicht heißen, entschied das VG Koblenz.

 

Das Verwaltungsgericht (VG) Koblenz hat die Klage eines Mannes abgewiesen, der seinen Namen in "James Bond" ändern wollte (Urt. v. 09.5.2017, Az. 1 K 616/16.KO). Der Mann hatte unter Vorlage ärztlicher Stellungnahmen eine Namensänderung beantragt. Er wolle James Bond heißen, sei aber auch aus einer Kombination dieses Namens mit seinem Vornamen einverstanden. Mehrere ihn behandelnde Ärzte hätten die Namensänderung befürwortet. Die Verbandsgemeinde lehnte die Namensänderung aber ab. Daraufhin erhob er nach erfolglosem Widerspruchsverfahren Klage.

Das VG wies seine Klage nun ab. Eine Änderung des Vor- und Familiennamens in James Bond sei, so die Koblenzer Richter, nicht wegen familiärer Probleme gerechtfertigt. Der Mann machte geltend, sein Onkel und dessen Familie beleidigten ihn und überzögen ihn mit Strafanzeigen. Dass die familiären Konflikte mit einem anderen Namen beigelegt werden könnten, habe er aber nicht nachvollziehbar dargelegt.

Zudem handele es sich bei James Bond um einen Namen aus Film und Literatur. Auch in Kombination mit dem Vornamen des Klägers würde dieser Namen stets mit der von Ian Fleming erfundenen Figur des britischen Geheimagenten in Verbindung gebracht werden. Angesichts dessen könne diese gewünschte Namensänderung unabhängig davon, ob eine solche hier aus medizinischer Sicht indiziert wäre, nicht gewährt werden, entschied das Gericht.

acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

VG Koblenz zur Namensänderung: Mann darf nicht James Bond heißen. In: Legal Tribune Online, 16.05.2017, http://www.lto.de/persistent/a_id/22933/ (abgerufen am: 26.07.2017)

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Kommentare
  • 16.05.2017 14:51, Paul Wagner

    Bis der Herr dann später merkt, dass sich die Leute auch über diesen Nachnamen lustig machen und er eine neue Namensänderung beantragt ...

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  • 16.05.2017 17:27, Max Power

    Dann halt doch Gina Wild.

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    • 16.05.2017 21:40, Nafri-Cola

      Gina Wild ist doch super!
      Oder eine Kombination dieses Namens mit seinem Vornamen ;)

      Gina Klaus Wild?

  • 17.05.2017 08:36, Be Legal

    "Auch in Kombination mit dem Vornamen des Klägers würde dieser Namen stets mit der von Ian Fleming erfundenen Figur des britischen Geheimagenten in Verbindung gebracht werden. Angesichts dessen könne diese gewünschte Namensänderung (...) nicht gewährt werden"

    Kann einer der Mitforisten die Rechtsquelle(n) nennen, aus der sich die Unzulässigkeit der Namensänderung aus dem angeführten Grund ergibt?

    Besten Dank im Voraus!

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    • 17.05.2017 10:45, Jemand_NRW

      Das habe ich mich auch gefragt... :-|

    • 17.05.2017 11:56, GB

      Vielleicht NamÄndVwV Nr. 53 Abs. 3?

  • 17.05.2017 12:14, Be Legal

    @GB,

    "(3) Ein Familienname, der durch frühere Träger bereits eine Bedeutung, z.B. auf historischem, literarischem oder politischem Gebiet, erhalten hat, soll im allgemeinen nicht gewährt werden."

    Danke für Ihre Antwort. Gut möglich, dass sich das OVG auf diese Norm bezieht. Wobei ich persönlich sie eher so verstehen würde, dass ein neuer Name wie z.B. 'Klaus Johann Wolfgang von Goethe' nicht gewährt werden soll.

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    • 17.05.2017 12:17, Be Legal

      Korrektur: Das VG. Nicht das OVG.

  • 19.05.2017 07:16, CW

    Die Frage ist doch auch, wenn er seinen Namen bereits offiziell nach englischem Recht auf englischem Boden geändert hat und wenn er sich darauf berufen hat, dass der Name öffensichtliche mit einem Londoner Unternehmen in Verbindung gebracht wird, für welches er zur Zeit der Namensänderung in England (also nach Englischem Recht) tätig war, ob dann der §53 Abs. 3 noch greift? Da ja der Name wenn er mit einem Unternehmen oder Hof in Verbindung steht allgemein hin gewährt werden soll.

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