BGH zum Wechselmodell: Get­rennte Eltern, geteilte Bet­reuung

28.02.2017

Eine Woche bei Mama, eine Woche bei Papa: Dass Trennungskinder abwechselnd mit beiden Eltern leben, ist bislang eher die Ausnahme. Der BGH macht es nun auch möglich, wenn es nur ein Elternteil will - solange das Kind nicht darunter leidet.

 

Mütter und Väter, die ihr Kind nach der Trennung im gleichen Umfang wie der Ex-Partner betreuen wollen, können diesen Wunsch künftig unter Umständen auch gegen den Willen des Ex-Partners durchsetzen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass Familiengerichte ein solches "Wechselmodell" anordnen. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass das Kind eine Woche bei der Mutter lebt und dann für die nächste Woche beim Vater einzieht. Grundvoraussetzung ist laut dem am Montag veröffentlichten Beschluss aber immer, dass die geteilte Betreuung dem Wohl des Kindes am besten entspricht (Beschl. v. 01.02.2017, Az. XII ZB 601/15).

Wesentlich häufiger anzutreffen ist in Deutschland die Variante, in der das Kind beispielsweise nur jedes zweite Wochenende beim Vater ist ("Residenzmodell"). Weil sich heute viele Väter deutlich mehr an der Erziehung beteiligen als früher und Mütter häufiger im Beruf nicht zurückstecken wollen, hat aber ein Umdenken eingesetzt. Bislang war allerdings umstritten, ob Gerichte die abwechselnde Betreuung anordnen dürfen, wenn die Eltern sich nicht einigen können.

Das Gesetz enthalte keine Beschränkung des Umgangsrechts dahingehend, dass vom Gericht angeordnete Umgangskontakte nicht zu hälftigen Betreuungsanteilen der Eltern führen dürfen, entschied der BGH. Das Gesetz orientiere sich zwar am Residenzmodell, gebe damit aber kein Leitbild vor.

Kindeswohl entscheidend

Das Wechselmodell sei aber nur dann anzuordnen, wenn die geteilte Betreuung durch beide Eltern im Vergleich mit anderen Betreuungsmodellen dem Kindeswohl im konkreten Fall am besten entspricht, so der für das Familienrecht zuständige XII. Senat. Er wies darauf hin, dass die Organisation höhere Anforderungen an alle Beteiligten stelle. Wenn die Ex-Partner stark zerstritten seien, dürfte das Modell deshalb in aller Regel nicht im Interesse des Kindes liegen.

Entscheidend ist dem Beschluss zufolge außerdem, wie das Kind selbst gerne leben möchte - je älter es sei, desto wichtiger würden seine Wünsche und Vorstellungen. Das Gericht muss also immer das Kind persönlich anhören. Bei der Familie, über die der BGH zu entscheiden hatte, war das nicht passiert, weil das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg davon ausging, dass eine auf ein Wechselmodell gerichtete Umgangsregelung nicht möglich sei. Der BGH hat den Fall deswegen zur erneuten Entscheidung an das OLG zurückverwiesen. Ein Vater will gegen seine Ex-Frau durchsetzen, dass der 13-jährige Sohn jede zweite Woche bei ihm lebt.

dpa/acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

BGH zum Wechselmodell: Getrennte Eltern, geteilte Betreuung. In: Legal Tribune Online, 28.02.2017, http://www.lto.de/persistent/a_id/22219/ (abgerufen am: 22.08.2017)

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Kommentare
  • 01.03.2017 11:31, Oliver Küppers

    Lange überfällig. Das Residenzmodell schafft nur Probleme. Die Umsetzung dürfte spannend werden. Ich sehe Horden überforderter Jugendamtmitarbeiter, die auf einmal ernsthaft das Kindeswohl betrachten müssen oder Richter die mit Kindern sprechen müssen. Auf der anderen Seite, hat der BGH ja definiert, das dies nur bei Friede, Freude, Eierkuchen durchgesetzt werden kann. Spannend, wenn die Kinder der Zankapfel sind. Spannend auch, das dies erst jetzt kommt. Die konservative Richtergesellschaft, konnte wohl die Augen nicht mehr vor der Realität verschliessen. Grade beim Wechselmodell, kann man doch erkennen, wer am Kind ernsthaft interessiert ist und auch wer nur am Geld interessiert ist. Haben Kinder nicht das Recht auf gleichwertige Eltern?

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  • 01.03.2017 21:19, Matthias Hoffmann aus Essen

    Gut erkannt Oliver! Spannend bleibt es allemal. Entscheidend bei / nach der Trennung bleibt sicher das Engagement der Elternteile für die Kinder während der Beziehung.
    Auch ohne die Kinder in den Loyalitätskonflikt zu bringen, sind sie eh ein großer Spiegel der Vergangenheit.
    Als meine Frau so ziemlich genau vor einem Jahr ihre Trennungsabsichten äußerte, hatte auch sie, wie wohl ein großer Prozentsatz der Frauen, ein „Residenzmodell zu ihren Gunsten“ mit viel Kindesunterhalt (2 Kinder 11 u. 14), Ehegattentrennungsunterhalt und Kindergeld im Kopf?!
    Da sie jedoch um meinen „guten Job“ im Bezug auf die Kinder über 15 Jahre wusste und die Kinder somit zum besagten „Zankapfel“ der Trennung werden könnten, versuchte sie von vorn herein einen Keil in das gute „Vater- Kind- Verhältnis“ zu treiben. „Gut beraten“ durch ihren Rechtsbeistand, beantragte sie kurzer Hand beim Familiengericht, unter dem Vorwurf (Lüge) der Kindeswohlgefährdung, das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht auf sie zu übertragen. Wohl wissend, dass bei diesem Vorwurf Jugendamt und Verfahrensbeistand für die Kinder zwangsläufig auf den Plan gerufen werden, hoffte sie auf die „allgemein geglaubte“ Entscheidung der „Institutionen“ für die Mutter.
    Und spätestens an dieser Stelle, lieber Oliver und sonstige Betroffene, darf ich Dir / Euch sagen: „Schenkt mehr Vertrauen in die Arbeit anderer Personen und kommuniziert ehrlich mit ihnen!“ Auch ich hatte Angst vor Vorurteilen! Hier jedoch arbeiten Profis, die eine entsprechende Ausbildung haben!!! Sowohl die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes, der Verfahrensbeistand und auch der Richter haben alle, unabhängig voneinander, mit meinen Kindern gesprochen und festgestellt, dass es eine Kindeswohlgefährdung nie gegeben hat und die Kinder gern bei beiden leben würden…“gerecht solle es zugehen!“ Bereits im Dezember letzten Jahres hat der Richter vom Familiengericht in Essen entschieden, dass das Wechselmodell für das Kindswohl unserer Kinder wohl das Beste ist. Dankeschön und Respekt an alle!!!
    Zum Schluss noch einige Anmerkungen in eigener Sache:
    Mütter und Väter dieser Erde: „Macht einen guten Job für Eure Kinder in der Partnerschaft!“
    Sollte die Partnerschaft nicht halten, so ist das Wechselmodell eines der Besten und die Kinder haben die wenigsten Probleme damit!!! Es ist eine Woche intensive Arbeit, Fürsorge, Vergnügen, Entscheidungen, weniger Schlaf und, und, und mit den Kindern und dann folgt eine Woche Entspannung, an sich denken, Freizeit, Nacharbeiten der liegen gebliebenen Sachen und Vorbereitung für die neue Woche…und, und, und.
    Und: Würde es ein Wechselmodell in der Ehe / Partnerschaft geben, würden die Hälfte aller Ehen / Partnerschaften wohl nicht geschieden!!! ;-)

    Danke auch an die Vertreter des BGH! Eine weise Entscheidung!

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    • 02.03.2017 21:20, Marek

      Lieber Matthias,
      Klasse das Du dass erreicht hast. Freut mich riesig. Chapeau.

      Liebe Grüße
      Marek

    • 02.03.2017 22:05, Oskar

      Danke Matthias, ich freue mich für Dich und Deine Kids. Ich könnte viel aus Deiner Schilderung für meine Situation "mitnehmen". Tausenddank

    • 05.03.2017 11:29, Sven Beilfuß aus Bernau

      Hallo Matthias,
      ich nehme mit Freude diese Entscheidung entgegen und bedanke mich sehr bei Dir.
      Nun ist hoffentlich ein neuer Meilenstein gesetzt, der ein Umdenken in unserer Gesellschaft auslöst, sodass "Trennungskinder" glücklicher und zufriedener sind.

      Ich wünsche alles Gute
      Sven

    • 23.05.2017 12:46, Roger

      Hallo Matthias,

      wie sieht es denn bei dem paritätischen Wechselmodell, wenn die Kinder abwechselnd eine Woche bei Papa und eine bei Mama wohnen, mit dem Unterhalt aus. Fällt dieser weg oder muss anteilmäßig bezahlt werden? Kann hier jemand etwas dazu sagen?

  • 02.03.2017 08:15, Jurist

    Weder das Thema noch die Schicksale lassen sich m.E. verallgemeinern. Vor allem ist das Alter der Kinder mitentscheidend. Gerade jüngere Kinder fühlen sich nach meiner Wahrnehmung durch das Wechselmodell häufig entwurzelt und zerrissen. Ich bin nicht sicher, ob sich Psychologen mit den Auswirkungen solcher Wechselmodelle mal beschäftigt haben. Ich denke, dass sich Kinder nicht "teilen" lassen wie der Hausrat.

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    • 05.03.2017 11:49, Sven Beilfuß+aus+Bernau

      Sehr geehrter Jurist,
      Kinder brauchen Liebe, Liebe, Liebe und Geborgenheit, Geborgenheit, Geborgenheit von beiden Elternteilen, damit Sie sich nicht entwurzelt und zerrissen fühlen. Das ist keine juristische oder psychologische Angelegenheit, sondern eine rein emotionale. Nach meiner Wahrnehmung werden alle Kinder das bestätigen.

    • 27.03.2017 21:27, Barbara Brenner,+Rechtsanwältin

      Das stimmt. Sie dürfen auch nicht zu Möbelstücken degradiert werden, denn das verstößt bekanntlich gegen die Menschenwürde.
      Was sagen denn die Pädagogen und Entwicklungspsychologen eigentlich dazu? Oder ist das allen Beteiligten egal? Geht es am Ende gar nicht um das Kindeswohl sondern nur um "Gerchtigkeit", koste es das Kind, was es wolle?
      Sie erinnern sich vielleicht: 2 Frauen behaupteten, die Mutter eines kleinen Kindes zu sein. Der alte Salomon sollte entscheiden, welche der beiden Frauen die echte Mutter war: Er beschloss, dass das Kind geteilt werden sollte, und ließ die beiden Frauen an dem Kind herumzerren, bis es zweigeteilt wäre. Eine Frau ließ das Kind los, um dem Kind nicht zu schaden. Die andere zog rücksichtslos weiter. Welche war wohl die leibliche Mutter? Das läßt sich prima auf den Mutter-Vater-Konflikt anwenden, finden Sie nicht?

  • 06.03.2017 00:04, Marcel b

    Hallo Matthias ,

    Das hört sich sehr vielversprechend an.
    Mein kleiner ist 7 und er äußert jetzt seit ca 6 Wochen das ihm die Zeit mit mir zu wenig ist und er gerne eine Woche bei Mama und eine Woche bei Papa wäre. Ich freue mich natürlich riesig über diese Aussage aber wie setze ich es um oder Leite es ein. Hätte dazu vor 2 Jahren schon ein gemeinsames Gespräch beim Jugendamt gehabt und als ich meinen Wunsch äußerte fiel meine Ex fast vom Stuhl und lehnte es direkt ab....

    Wie fange ich an und bei welchen Anwalt warst du?

    Viele Grüße aus essen

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  • 27.03.2017 21:16, Barbara Brenner, Rechtsanwältin

    Man muss doch das Recht des abwesende Elternteils mit dem Recht des Kindes auf stabile Verhältnisse abwägen. Wissen die Richter eigentlich, wie kindliche Entwicklungspsychologie funktioniert? Größere Kinder können sicherlich einen Wunsch entwickeln, aber ob es ihnen gut tut jede Woche ihren Lebensmittelpunkt zu ändern, das ist damit ja noch nicht gesagt. Die Gefahr, dass sie entwurzelt werden, ist schon groß, und zwar je kleiner sie sind, desto schlimmer sind die Auswirkungen. Und dieser Prozess ist unumkehrbar! Die Gefahr, dass daraus instabile Jugendliche und labile Erwachsene werden - mit dem entsprechenden Gefährdungspotenzial für Drogen, Essstörungen und Kriminalität - ist nicht von der Hand zu weisen. Man muss es ja nicht noch fördern. Im Kinderzimmer muss Ruhe herrschen. Später kann man dem Wunsch der Kinder sicher mehr und mehr nachgeben.
    Wie findet man denn heraus, ob ein Kind Schaden nimmt? Wenn es anfängt einzunässen und nachts wieder zur Mutter ins Bett kommen will, was denn dann? Fängt dann eine jahrelange Gutachterschlacht an, woran das liegt?
    Wie soll das Kind zur Ruhe kommen? Wo soll es Wurzeln schlagen? Wie soll die Erziehung funktionieren, wenn die Eltern nicht miteinander kommunizieren können?
    Liebe hat auch etwas mit Rücksicht auf sein Kind zu tun. Ich erinnere an das Urteil des Salomon.
    Das Amtsgericht Saarbrücken hat letzte Woche - soweit ersichtlich erstmalig - ein 5-jähriges Mädchen zum Wechselmodell verurteilt. Es wird jetzt 4 x im Monat den Koffer packen und umziehen müssen. Kuscheltiere, Lieblingspuppe, Lieblingskleidchen, Lieblingsspielzeug - alles muss mit und danach wieder zurück - und wieder weg - usw. Vielleicht nehmen die Kinder auch eine andere Identität an, je nachdem wo sie gerade sind? Mütter wollen so etwas nicht.Ist es den Vätern egal, Hauptsache IHRE Gefühle werden bedient?

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    • 29.03.2017 22:01, Andreas Klausing

      Liebe Frau Brenner,

      mit großem Interesse aber auch einiger Verwunderung habe ich Ihren Kommentar gelesen. Auch ich bin Fan der Urteile Salomons, wirklich. Verräterisch nur, dass für Sie dieses Urteil allein die Väter betrifft und niemals die Mütter. Auch diese könnten doch loslassen? Oder geht das nicht weil sie nun einmal die Mütter sind und nicht die "falsche Mutter" genannt "der Vater"? Oder geht es da letztendlich doch nur um den "schnöden Mammon", den Unterhalt und nicht um's Kind?

      Das es dabei nicht um Gerechtigkeit geht, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, es geht allein um das Wohl des Kindes! Nicht um Besitz oder Gegenstände oder ähnliches. Erschreckend, dass dieses Recht in Deutschland bei fast 90% allein bei den Müttern liegt, fast nie aber bei den Vätern. Zufall?
      Denn dann muss das ja eine ganz furchtbare "Vatergeneration" sein, wenn nur ca 10% der Männer/Väter in der Lage ist "zum Wohle des Kindes" zu handeln! Besonders erschreckend, dass wohl all diese Väter irgendwann auch einmal erzogen wurden, meist von ... "Müttern".
      Meiner Meinung nach brauchen Kinder beide Eltern. Liebe, Sorge, Verständnis und Kontinuität und weniger "verordnete" Ruhe. Das Letztere ist wohl eher der Wunsch der Erwachsenen, geprägt von gelebter Bindungsintoleranz.

      Mit der individuellen Ausgestaltung wie so ein Wechselmodell auszusehen hat, mag ich mich hier nicht beschäftigen. Ich mag nur kurz anmerken, dass auch im Residenzmodell Koffer gepackt werden müssen incl. Kuscheltier, Hausaufgaben, Lieblingskleid und ... . Vielleicht sogar häufiger und mehr als im Wechselmodell, kommt auf die jeweilige Regelung an. Per se ist damit ein Wechselmodell also nicht zwingend belastender als ein Residenzmodell. Alles individuell und abhängig vom persönlichen empfinden. Genau daher werden ja auch Kinder befragt, vom Richter, dem Jugendamt, dem Verfahrensbeistand und Psychologen.

      Prinzipiell lässt sich leider festhalten, dass fast alle Kinder unabhängig vom weiteren Betreuungsmodell unter der Trennung ihrer Eltern leiden. Ein Teil des Lebens, des eigenen Kontextes geht verloren, dass erlebt auch das Kind! Schuldgefühle, Loyalitätskonflikte und der offen ausgetragene Streit sind eine Belastung für alle Beteiligten besonders aber für die Kinder.

      Häufig geht es in diesem Streit der Erwachsenen um Geld, um Umgangstermine, um das Sorgerecht und ähnliches. Daher gilt es gerade diese Konflikte den Eltern weg zu nehmen durch Gleichberechtigung, dem anerkannten Leitbild des Wechselmodells.

      Je mehr bereits im Vorfeld unstrittig ist desto weniger kann man sich später streiten, vielleicht nicht ganz Salomon aber nicht weniger treffend. Daher empfiehlt ein guter Anwalt auch einen Ehevertrag um die Zukunft in der Gegenwart schon zu regeln.

    • 29.03.2017 23:54, Marek Eisinger

      Sehr geehrte Frau Brenner, ich finde Ihren Kommentar sehr einseitig und verengend und voller Suggestivfragen geschrieben. Meine Mädels sind jetzt 12 und 17 Jahre alt war, Ihre Mutter ist auch RA und ich nahm/nehme Rücksicht auf die Kindesbelange. Als meine älteste 3 Wochen alt war(Feb 2000), habe ich eineinhalb Jahre Erziehungsurlaub nehmen können dafür danke ich Ihrer Mutter noch heute, es war die schönste Zeit in meinem Leben, ich habe M. alle 3 Stunden zum Stillen in Büro gebracht, allen ging es Prima. Bei meiner 2'ten Tochter ging es leider Aufgrund unserer beiden beruflichen Situation nicht, aber seit der Trennung(2008) war trotz der von von mir fossierten Mediation alles ein Problem (Übernachtungen, Urlaube, Geschenke der Großeltern...) bis zum OLG ging es nicht aber ein Ordnungsgeld wurde wegen Umgangsvereitelung verhängt.
      Kinder nehmen keine andere Identität, es ist Ihre die daraus besteht zwei getrennt lebenden Elternteile zu haben und beide lieben zu dürfen.
      Ich wünschte mir manchmal ein Bootcamp für Eltern, wie wichtig die gemeinsame Kommunikation & Kooperation, es lässt sich aber nicht einklagen und Hilft meinen Kindern nicht, wenn einer/eine sich weigert. Es gibt sicherlich fälle (Häusliche Gewalt/Psychische Erkrankungen/Drogenmissbrauch) wo die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge indiziert ist, vielfach hängt es aber mit der mangelnden interdisziplinären Verzahnung der Professionen im Scheidungsverbund zusammen, das mann/frau sich nicht die Mühe macht die Eltern zum Wohl der Kinder in Ihrer Elternschaft zur verhaften und Ihnen Lösungsmöglichkeiten und sei es Therapien zu verschaffen, damit Sie Ihre Energie nutzen Ihre Kinder stark machen.

    • 07.04.2017 05:31, arnold moebius

      Sehr geehrte Frau Brenner, gerne korrigiere ich : "zu beiden Eltern zu gehoeren".
      Doch nun zum Kern Ihres Arguments: Wenn Sie Kinder beim Wechselmodell mit hin und hergeschobenen Moebelstucken vergleichen, dann waeren Kinder beim Residenzmodell zwei mal im Monat ausgeliehene Moebelstuecke. Wohl kaum besser! Kofferpacken muessen sie beim Residenzmodell auch. Mit Ihren Argumenten koennen Sie nicht nur das Wechselmodell sondern auch gleich das Umgangsrecht abschaffen.
      Nein, ich moechte, dass mein Kind die zweitbeste Loesung erlebt, naemlich bei Mutter und Vater jeweils friedlich leben kann, bis es in Kenntnis beider Lebensweisen fundiert entscheiden kann, wo es dauerhaft leben moechte und Sie sehen, das unterscheidet die Kinder beim Wechselmodell vom Moebelstueck. Die Kinder koennen fundiert frei entscheiden. Moebelstuecke und Kinder beim Residenzmodell koennen das nicht.

  • 29.03.2017 23:14, Barbara Brenner,+Rechtsanwältin

    Na ja, also beim alten Salomon waren es immerhin 2 Frauen!
    Wenn Sie von Gleichberechtigung reden: Meinen Sie jetzt "Gleichberechtigung des Kindes"? Oder geht's wieder nur um die Erwachsenen? Im Ehevertrag läßt sich das Umgangsrecht des Kindes (oder besser die Umgangspflicht?) übrigens nicht regeln, aber das wissen Sie ja sicher.

    Nein, ich schätze es wirklich SEHR, wenn ein Vater sich die Aufgaben mit der Mutter teilt. Väter sind schließlich auch in erster Linie zuständig. Aber nicht plötzlich NACH der Trennung, um IHR kräftig eins auszuwischen und das Kind dann der Kinderfrau oder - noch schlimmer - der neuen Bettgefährtin zu überlassen, weil Mann ja seiner Karriere und seinen Hobbies nachgehen muss. Und die Mutter zahlt dann das Ganze. Ja, ja, meine Herren, auch DAS gibt es!

    Ich finde es einfach unfair, wenn man das Kind hin- und herpendeln läßt, damit die Eltern ihre Rechte bequemer ausleben können. Die Aufgabe besteht darin, dem Kind seinen natürlichen Lebensmittelpunkt zu belassen. Wenn das Kind seinen natürlichen Lebensmittelpunkt beim Vater hat, weil die Mutter ausgezogen ist - bitte: Dann muss die Mutter zum Kind pendeln. Wenn pendeln nicht möglich ist, weil sie keinen Zugang mehr zur Wohnung bekommt, dann muss sie eben hinnehmen, dass das Kind beim Vater wohnt und sie nur an 2 Wochenenden pro Monat besuchen kommt. Das Kind hat doch schon Pech genug, weil die Eltern das Ideal-Modell nicht hinbekommen, weil es auf eine intakte Familie verzichten muss und stattdessen herumpöbelnde, heulende und rachsüchtige Eltern bekommen hat. Dann sollten die Richter es ihm doch in der praktischen Handhabung wenigstens leichter machen. Derjenige Elternteil, bei dem das Kind nicht seinen Lebensmittelpunkt hat, muss nicht nur weitgehend auf das Kind verzichten, um ihm das Leben nicht noch schwerer zu machen, sondern dem Kind auch seinen Unterhalt zahlen. Das geht eben nicht anders. Ich finde es übrigens immer viel verdaulicher, wenn man auf ein Konto des Kindes zahlen darf anstatt auf das gefräßige Konto des/der gehässigen Ex. Man lernt besser vieles zu veratmen, wenn man in der Beziehung daneben gehauen hat. Pech halt, aber verschont mir die Kinder! Ja, ja, auch die Mütter!
    Mein petitum deshalb an Väter UND Mütter: Lasst doch die Kinder endlich mal in Ruhe! Wenn WIR es nicht hinkriegen mit der Heiligen Familie, dann müssen WIR uns halt krümmen, aber doch nicht die armen Wurschtel! Geht gefälligst vorsichtig und rücksichtsvoll mit ihnen um. Die Kinder haben Euch doch nichts getan!

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    • 30.03.2017 00:50, Andreas Klausing

      Ich fürchte Sie verkennen die Realität. Es gibt einen erkennbaren und statistisch auch eindeutig nachweislichen Unterschied in Gerichtsverfahren und Urteilen zwischen Männern und Frauen. 90% alleinerziehende Mütter zu 10% alleinerziehende Väter spricht eine klare Sprache. Dies ganz besonders auffällig in älteren Fällen/Urteilen vor 2012.

      So wird aber zwangsläufig ein unzulässiges Leitbild geprägt. Der Mann verdient, leistet Barunterhalt die Frau kümmert sich um die Kinder, schafft den Lebensmittelpunkt! Dieses Faktum widerspricht aber den Grundsätzen unserer Verfassung, dem Grundgesetz! Es ist damit eine unzulässige "Diskriminierung von Geschlechtern" und eine "Vorfestlegung von Geschlechterrollen".
      Dies mag vielleicht so in die 30er bis 50er Jahre der BRD gepasst haben spiegelt aber keinesfalls die heutige Realität. Auch Männer erziehen Kinder, nehmen Elternzeiten und widmen sich statt der Karriere dem Kind.

      Solange diese Tatsache nicht geändert und abgeschafft wird muss man sich über den Willen und das Wollen der Kinder überhaupt nicht unterhalten! Bereits im Vorfeld wurden die Rollen verteilt und sind völlig unabhängig davon wer nun was kann, was geleistet hat und wie das individuelle Verhältnis der Person x zu den betroffenen Kindern y ist. Der Lebensmittelpunkt ist doch bereits im Vorfeld besetzt.
      Damit wird jedes Urteil zur Phase und nicht dem Kindeswohl geneigt. Jeder zukünftige Vater wird damit in die Rolle eines "Zahlonkels" gedrückt und sollte sich genau überlegen ob ihm das Wert ist überhaupt Kinder zu haben. Übrigens jede Frau auch die neben den Kindern irgendwie eine eigene Karriere plant.

      Jede dritte Ehe geht heute zu Bruch und jährlich sind ca 280.000 Kinder von Scheidungen betroffen. Dazu kommen noch all die unehelichen Kinder, die keine Statistik jemals erfasst. Das ist eine einzige Katastrophe, ein Bankrott der Gesellschaft auf dem Rücken der Kinder und führt zu gesellschaftlichen Mehrkosten jährlich in dreistelliger Millionenhöhe! Das Zahlen alles WIR, die Bürger! Die Spätfolgen sind da noch nicht einmal eingerechnet. Eine ganze Industrie aus Anwälten, Verfahrensbeistanden, Richtern und Gutachtern lebt davon, widerlich!

      Das Kind wird dabei nach bisher existierender Rechtsprechung ein Gegenstand in Verwahrung der Mutter. Das hat nichts mit "Sorge" zutun nichts mit "Kindeswohl" das ist allein Besitz!

      Das ist das wirkliche Ergebnis von fast 90 Jahren gelebter und gefeierter "Mutterrolle", dem Residenzmodell und dem bestehenden Unterhaltsrecht. Das muss alles weg.

      Solange diese Bedingungen des Systems nicht verändert werden gibt's auch keine Rechte, keine Fairness und auch kein echtes Kindeswohl. Das ist alles nur "Augenwischerei". Gerade daher ist es so wichtig, dass das Wechselmodell zum Leitbild wird. Denn nur dann kann garantiert werden das bei wirklicher Prüfung im Sinne der Kinder entschieden wird und nicht nach Gusto, Nase oder Geschlecht.

      Die Fallzahlen müssen runter, so wie fast überall im europäischen Ausland - da ist das Wechselmodell schon lange Normalität - sonst bleibt überhaupt keine Zeit und Ressourcen für gerade die Kinder die es wirklich besonders benötigen! Jeder der in einem zwei stündigen "Schnellverfahren" abgehandelt wurde kann und wird das bestätigten. Da gibt's kein "früher", keine Kontinuität der Beziehung und meist auch kein Recht. Dort finden sich Lügen, Märchen, Halbwahrheiten und Anschuldigungen sowie Kommunikationsstörrungen damit gewinnt man(n) eher Frau Verfahren.

      Wissen Sie wer mir leid tut? All die Kinder die von ihren Eltern verkauft werden, geopfert in einem Streit ums Geld und aus Rache nur weil der Gesetzgeber keine Regelung vorgibt die so was bereits im Vorfeld verhindert.
      Mit einem Ehevertrag geht das nicht, da haben sie Recht mit dem Wechselmodell aber schon. Das andere haben wir nun 90 Jahre probiert und es ist eindeutig gescheitert. Wie viele Alleinerziehende wollen wir denn noch?

  • 30.03.2017 00:02, Marek Eisinger

    Und weil es so schön ist Frau Brenner hier noch Kurz von Frau Karin Jäckel

    20 Bitten an geschiedene/getrennt lebende Eltern

    1. Vergesst nie: Ich bin das Kind von euch beiden. Ich habe jetzt zwar einen Elternteil, bei dem ich hauptsächlich wohne und der die meiste Zeit für mich sorgt. Aber ich brauche den anderen genauso.

    2. Fragt mich nicht, wen von euch beiden ich lieber mag. Ich habe euch beide gleich lieb . Macht den anderen also nicht schlecht vor mir. Denn das tut mir weh.

    3. Helft mir, zu dem Elternteil, bei dem ich nicht ständig bin, Kontakt zu halten. Wählt für mich seine Telefonnummer oder schreibt die Adresse auf einen Briefumschlag. Helft mir, zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein schönes Geschenk für den anderen zu basteln oder zu kaufen. Macht von den neuen Fotos von mir immer einen Abzug für den anderen mit.

    4. Redet miteinander wie erwachsene Menschen. Aber redet. Und benutzt mich nicht als Boten zwischen euch - besonders nicht für Botschaften, die den anderen traurig oder wütend machen.

    5. Seid nicht traurig, wenn ich zum anderen gehe . Der, von dem ich weggehe, soll auch nicht denken, dass ich es in den nächsten Tagen schlecht habe. Am liebsten würde ich ja immer bei euch beiden sein. Aber ich kann mich nicht in zwei Stücke reißen - nur weil ihr unsere Familie auseinander gerissen habt.

    6. Plant nie etwas für die Zeit, die mir mit dem anderen Elternteil gehört. Ein Teil meiner Zeit gehört meiner Mutter und mir, ein Teil meinem Vater und mir. Haltet euch konsequent daran.

    7. Seid nicht enttäuscht oder böse, wenn ich beim anderen bin und mich bei euch nicht melde. Ich habe jetzt zwei Zuhause. Die muss ich gut auseinander halten - sonst kenne ich mich in meinem Leben überhaupt nicht mehr aus.

    8. Gebt mich nicht wie ein Paket vor der Haustür des anderen ab. Bittet den anderen für einen kurzen Moment rein und redet darüber, wie ihr mein schwieriges Leben einfacher machen könnt. Wenn ich abgeholt oder gebracht werde, gibt es kurze Momente, in denen ich euch beide habe. Zerstört das nicht dadurch, dass ihr euch anödet oder zankt.

    9. Lasst mich vom Kindergarten oder bei Freunden abholen, wenn ihr den Anblick des anderen nicht ertragen könnt.

    10. Streitet euch nicht vor mir. Seid wenigstens so höflich miteinander, wie ihr es zu anderen Menschen seid und wie ihr es auch von mir verlangt.

    11. Erzählt mir nichts von Dingen, die ich noch nicht verstehen kann. Sprecht darüber mit anderen Erwachsenen, aber nicht mit mir.

    12. Lasst mich meine Freunde zu beiden von euch mitbringen. Ich wünsche mir ja, dass sie meine Mutter und meinen Vater kennen und toll finden.

    13. Einigt euch fair übers Geld. Ich möchte nicht, dass einer von euch viel Geld hat- und der andere ganz wenig. Es soll euch beiden so gut gehen, dass ich es bei euch beiden gleich gemütlich habe.

    14. Versucht nicht, mich um die Wette zu verwöhnen . Soviel Schokolade kann ich nämlich gar nicht essen, wie ich euch beide lieb habe.

    15. Sagt mir offen, wenn ihr mal mit dem Geld nicht klarkommt. Für mich ist Zeit ohnehin viel wichtiger als Geld. Von einem lustigen gemeinsamen Spiel habe ich viel mehr als von einem neuen Spielzeug.

    16. Macht nicht immer soviel ,,Action" mit mir. Es muss nicht immer was Tolles oder Neues sein, wenn ihr etwas mit mir unternehmt. Am schönsten ist es für mich, wenn wir einfach fröhlich sind, spielen und ein bisschen Ruhe haben.

    17. Lasst möglichst viel in meinem Leben so, wie es vor eurer Trennung war. Das fängt bei meinem Kinderzimmer an und hört auf bei den kleinen Dingen, die ich ganz allein mit meinem Vater oder meiner Mutter gemacht habe.

    18. Seid lieb zu den anderen Großeltern – auch wenn sie bei eurer Trennung mehr zu ihrem eigenen Kind gehalten haben. Ihr würdet doch auch zu mir halten, wenn es mir schlecht ginge! Ich will nicht auch noch meine Großeltern verlieren.

    19. Seid fair zu dem neuen Partner, den einer von euch findet oder schon gefunden hat. Mit diesem Menschen muss ich mich ja auch arrangieren. Das kann ich besser, wenn ihr euch nicht gegenseitig eifersüchtig belauert.
    Es wäre sowieso am besten für mich, wenn ihr beide bald jemanden zum Liebhaben findet. Dann seid ihr nicht mehr so böse aufeinander.

    20. Seid optimistisch. Eure Ehe habt ihr nicht hingekriegt - aber lasst uns wenigstens die Zeit danach gut hinbekommen. Geht mal meine Bitten an euch durch. Vielleicht redet ihr miteinander darüber. Aber streitet nicht. Benutzt meine Bitten nicht dazu, dem anderen vorzuwerfen, wie schlecht er zu mir ist. Wenn ihr das macht, habt ihr nicht kapiert, wie es mir jetzt geht und was ich brauche, um mich wohler zu fühlen.

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    • 30.03.2017 19:22, Barbara Brenner,+Rechtsanwältin

      Lieber Herr Eisinger, mit den 20 Geboten an Trennungseltern bin ich ganz und gar einverstanden. Die kannte ich noch nicht. Ich finde, die sollte jedes Elternteil unterschreiben und neben den Spiegel hängen.
      Bei den Kommentaren fällt mir übrigens auf, dass überwiegend emotional argumentiert wird, aber nicht aus der Sicht der Kinder.
      Was glauben Sie denn, woher das kommt, lieber Herr Eisinger, dass die Kinder in 90 % der Residenz-Fälle bei der Mutter leben? Das entspricht vermutlich ganz genau der Aufgabenverteilung in der gelebten Beziehung. In diesen Fällen war es doch offensichtlich eine gemeinsame Entscheidung beider Eltern, dass die Mutter sich vorwiegend um die Kinder kümmern und der Vater die Karriere macht und das Geld verdient. Ob das jetzt einem "Modell" der 50iger Jahre entspricht, ist doch irrelevant: Es ist doch ganz offensichtlich auch heute immer noch das Modell der Damen und Herren Eltern. Heute vielleicht nicht mehr ganz so oft - was ich positiv finde!
      Ich bleibe dabei: Wer zwischen 2 Haushalten pendeln muss, hat Streß. Vielleicht haben Erwachsene Spaß an sowas, aber Kinder sind halt nunmal keine zu klein geratenen Erwachsenen (Zitat Maria Montessori). Denen verprägt man die Seele für die gesamte Zukunft. Und von einer konsequenten Erziehung kann man sich schon mal als erstes verabschieden. Große Klasse!
      Ich lasse mich aber von wissenschaftlichen Untersuchungen über die Spätfolgen des einen und des anderen Modells eines Besseren belehren. Hat jemand von Ihnen dazu vielleicht etwas gefunden?

  • 30.03.2017 00:04, Marcel b

    Hallo Frau Brenner,

    Bei Ihren Kommentare fehlen mir echt die Worte... ich höre hier immerhin die armen Alleinerziehenden Mütter, wie sich aber ein Vater fühlt der sein Kind 9 Wochen nicht sieht WEIL die ach so tolle Mutter einem Vater der Verantwortung übernehmen will und vor allem am täglichen Leben seines Sohnes teilhaben will wissen sie nicht oder! Ihre Aussagen wirken auf mich so als ob Sie sehr verzweifelt sind und in Ihrem Leben einiges Schief gegangen ist. Ich hoffe Sie haben keine Kinder

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    • 30.03.2017 19:54, Barbara Brenner,+Rechtsanwältin

      Doch, doch, lieber marcel b, alles gut. Unser Sohn hatte mit 10 Jahren die Wahl, hierhin und dorthin zu gehen wann er möchte, und er war an jedem WE beim Papi und nur unter der Woche bei mir. Das war mir auch arg, keine Freizeit mir ihm verbringen zu können, aber es ist zumindest ruhig abgelaufen. Das war Gold wert. Später hat er das Pendeln am WE eingestellt und ist ganz zu Hause geblieben (ich bin einfach die coolere Socke ;-)). Aber die beiden haben eine gute Beziehung beibehalten und sich oft gesehen. Bei allen Verletzungen haben wir DAS wirklich gut hingekriegt: Kein Streit ums Kind und Ruhe im Kinderzimmer! Dafür bin ich meinem Ex wirklich SEHR, SEHR dankbar (und auf mich selber wirklich stolz, denn die Versuchung war SEHR groß! Der ist heute noch genauso unerträglich wie damals). Ich hab viel veratmet - und er vermutlich auch. Finanziell haben wir uns ebenfalls völlige Passivität verordnet. Das war der Preis für die Ruhe im Kinderzimmer, und das war anstrengend. Aber es hat sich gelohnt. Der Junge ist jetzt 21 und ist gut geerdet. Das war das Ziel und das wünsche ich allen anderen Trennungskindern von Herzen auch.

  • 30.03.2017 01:07, Marek Eisinger

    Lieber Andreas,

    Danke, in vielem gebe ich Dir Recht. Aber es gibt auch Elternteile die sich bewusst verdrücken. Ihr Einkommen verschweigen und untertauchen und sich als Opfer sehen und sich nicht verantwortlich fühlen. Als es bei mir zur Trennung kam und ich von meinem Chef Teilzeit einforderte und er das ablehnte blieb mir nur die Harte Schule, nämlich zu sagen, entweder dass klappt oder Du verlierst mich als Arbeitskraft... und das geht auch vielen Frauen so wo die Männer nicht unterstützen und da sind.
    Deshalb keine Opferrollen produzieren und leben sondern gemeinsam mit den Frauen darum kämpfen das es 2016 wie vorher eine staatliche Sauerei ist, das der Unterhaltsvorschuss nur die Hälfte des Mindestbeitrages der Düsseldorfer Tabelle ist.
    Sowenig ist das Kindeswohl meinem Staat wert.

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  • 30.03.2017 01:42, Andreas Klausing

    Lieber Marek,

    Ich gebe dir recht, es gibt sicherlich auch solche Väter und Mütter. Nur bezweifel ich, dass diese Personen starke Anhänger eines Wechselmodells sind. Wer weg will ist schwer zu halten und schadet mit diesem Verhalten bewusst und auch in mehrfacher Hinsicht seinen eigenen Kindern! Ja auch das gibt's.
    Es dürfte aber schwer werden und auch nicht im Sinne der Kinder sein solch eine Person in Verantwortung zu nehmen. Ein typischer Fall indem letztlich ein Residenzmodell vorzuziehen ist.

    Das gleiche gilt auch für all die Personen die aufgrund ihres eigenem Verhaltens (Missbrauch, Drogen, Gewalt, ...) entweder zur Erziehung nicht fähig sind oder deren Interessen eher im Stalking oder in der "Kontrolle des Ex-Partners" liegt. Dazu sind Gerichtsverfahren ja auch sinnvoll um dies zu ermitteln. Nicht aber um den Ex /die Ex zu diffamieren, aus dem Leben zu treiben, bewusst finanziell zu schaden oder allein um sich selbst finanziell über das Kind abzusichern.
    Ich fürchte ein Grossteil der Verfahren betrifft aber eher den letzten Punkt oder es sind Verfahren die allein um Unterhalt geführt werden. Die Düsseldorfer Tabelle wird schnell zum "Henkersbeil" für den Ungangsberechtigten. Steuerklasse fällt von 3 auf 1, die Wohnung und Kosten alleine leisten, den Kindern etwas bieten, eigene Zimmer, Aktivitäten, ... , dazu noch Unterhalt bei einem Selbstbehalt von 1080€ da ist man(n) schnell an den eigenen Grenzen. Wehe dem mehr als ein Kind hat, da braucht es schon ein ordentliches Gehalt.

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  • 06.04.2017 04:34, arnold moebius

    Kinder sind keine Ware, die derjenige zu bekommen hat, der am schnellsten zugreift. Genau das ist aber beim Residenzmodell der Fall. "Sichern Sie sich das Kind bevor es Ihr Gatte tut, dann zahlt der alles", empfehlen Anwaelte. Kinder werden oft genug beim Residenzmodell als pures Machtinstrument missbraucht. Keiner wird bestreiten wollen, wie sehr Kinder darunter leiden. Der BGH gibt nun, laengst ueberfaellig, Kindern die unantastbare Menschenwuerde zurueck, beiden Eltern zu gehoeren, zu beiden Eltern den gleichen Kontakt zu haben und bei beiden Eltern Wurzeln zu haben. Streit der Eltern kann nun nicht mehr auf dem Ruecken der Kinder ausgetragen werden. Schlecht manche Anwaelte, gut fuer unsere Kinder.

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  • 06.04.2017 13:11, Barbara Brenner,+Rechtsanwältin

    Na ja, sagen wir mal so: Sie werden verurteilt, KEINE Wurzeln schlagen zu dürfen. DAS ist doch das Problem. Für die Kinder. Menschenwürde kommt einem ja auch abhanden, wenn man wie ein Möbelstück hin- und hergeschoben wird.
    Und noch eins, Herr Möbius:
    Kinder GEHÖREN ihren Eltern nicht! Nehmen Sie sich mal einen Augenblick zurück und stellen Sie das Kind in den Vordergrund und bieten Sie ihm die zweitbeste Lösung an. Die beste ist ja nicht mehr im Angebot. Das ist schwierig: Kriegen Sie das hin?

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    • 12.04.2017 02:00, arnold moebius

      Sehr geehrte Frau Brenner, ich hatte Ihnen bereits am 7. 4 geantwortet (siehe weiter oben ) und darauf nichts gehoert. Neben der dort erwaehnten Tatsache, dass die Moebelstueckanalogie sich gegen beide Modelle richtet, habe ich noch hinzuzufuegen: 1) Kinder fuehlen sich mit vertrauten Personen in jeder auch in wechselnden Umgebungen wohl.
      2) Kinder wurden ueber Jahrhunderte in baeuerlicher Hofgemeinschaft mit vielen Bezugspersonen, Eltern Grosseltern Verwandten, grossgezogen. Es gibt nichts schlimmeres fuer Kinder, als beim Residenzmodell einer Person auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. Die Moeglichkeit, sich von einer Bezugsperson abseilen zu koennen wird durch das Wechselmodell endlich wieder hergestellt.

  • 06.04.2017 14:11, Andreas Klausing

    Werte Frau Brenner,

    Ich finde es schon sehr vermessen sich hier hinzustellen und nun so zu tun als ob Sie nur "alleine" wüssten, was "alle Kinder" brauchen.
    Vielleicht passt das ja so für ihr eigenes Erleben bedeutet aber nicht zwingend, dass das für alle anderen Kinder auch so stimmt.

    Als Juristin würde ich Ihnen doch empfehlen mal genau das Urteil nachzulesen. Das BVG hat sich mit dem Urteil keinen schlanken Fuß gemacht. Hier soll ausdrücklich der Wunsch des Kindes berücksichtigt werden.
    Es wird aber klar darauf verwiesen, dass es kein erweitertes Recht für Mütter über ihre Kinder gibt, also ein Vetorecht. Das Wäre auch vom Grundgesetz nicht gedeckt.
    Es zählt allein der Wille und das Wohl des Kindes und keine prinzipielle Ablehnung eines Modells ohne genaue und sachgerechte Prüfung der Situation.
    Dafür gibt es dann Notfalls Gutachter, Verfahrensbeistände und Psychologen.

    Was sie wollen ist sicher alles, nur nicht im Sinne der Kinder und definitiv am Grundgesetz vorbei.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 07.04.2017 13:00, Barbara Brenner,+Rechtsanwältin

    Das tut mir leid, Herr Klausing, dass Sie mich mißverstehen. Das Grundgesetz verlangt ja nur eine korrekte Gewichtung von widerstreitenden Grundrechten (und -Pflichten!) und eine Abwägung je nach der Schwere des jeweiligen Grundrechtseingriffs. Dabei nimmt das Wohl des Kindes oberste Priorität ein. Es geht also gerade nicht am Grundgesetz vorbei, wenn man den Zugang eines Elternteils zum Kind vorübergehend einschränkt, wenn alles andere dem Kind mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Schaden zufügen könnte. Die Schwierigkeit ist, herauszufinden, was für ein Kind schädlich sein könnte - generell und speziell. Dafür brauchen wir Sachverständige, die wissen, wie der Mensch sich generell entwickelt und wo sich Fehlentwicklungen aufbauen. Ich empfehle die Lektüre von Maria Montessori, "Kinder sind anders". Speziell herauszufinden, was ein betroffenes Kind will und was es eher ablehnt, kommt dann noch on top und ist gar nicht so einfach. Bei einem 13-Jährigen geht das sicher gut. Der sagt dann auch, wenn es ihm reicht. Aber wir haben es ja auch mit kleineren Kindern zu tun - wie jetzt in Saarbrücken: Die Kleine ist grade mal 5 Jahre alt! So ein kleines Kind will heute dies und morgen das. Manche Blagen spielen die Eltern gnadenlos gegneinander aus, andere kriegen den Stress der Eltern mit und verorten die Schuld dafür bei sich. Beides sind Fehlentwicklungen. Außerdem wollen sie keinem Elternteil weh tun. Das gibt dann auch schon mal ganz falsche Bilder von dem, was das Kind angeblich will. Was es nicht will, verschweigt es vielleicht in dieser Situation lieber. Deshalb war mein Votum für einen (1) gesicherten Lebensmittelpunkt bis zum Abschluss der frühkindlichen Phase, weil das der stabilen Entwicklung guttut, mit vorsichtigen Alterationen im Kindesalter und mehr und mehr Öffnung für die Selbstbestimmung bei Jugendlichen. Schade ist halt, wenn die Eltern sich selbst den Blick auf ihr Kind verstellt haben. Das passiert schnell, aber ein Familientherapeut kann dann helfen den Schutt wegzuräumen, der den Blick verstellt, und den Blickwinkel wieder bissi grade und in Richtung Kind zu rücken. Da ist doch nichts gegen einzuwenden, oder wie sehen Sie das? Es gibt aber Eltern, da haben Sie recht, die brauchen das alles nicht, die haben einfach recht. Für die braucht man eben eine hohe psychische Elastizität. Da sind manche Richter BEWUNDERUNGSWÜRDIG geduldig. Danke, danke, danke!!

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  • 08.04.2017 12:27, Andreas Klausing

    Werte Frau Brenner,

    ich verstehe wohl leider nicht genau worauf sie hinaus möchten. Im Regelfall sollte das Kind ja über eine gesunde soziale Bindung und ein "normales Verhältnis" zu beiden Eltern verfügen. Sonst bietet sich begleiteter Umgang an.
    Die von Ihnen angesprochenen "Loyalitätskonflikte" entstehen meist erst "in der Phase der Trennung" bzw "nach der Trennung" und sind im Regelfall kein alltägliches Erleben einer Kinderwelt, vor der Trennung.
    Eine Begutachtung durch fähige Gutachter und Psychologen sowie durch den Verfahrensbeistand sollten daher auch ein entsprechendes "Lebensbild" darlegen können sowie eine entsprechende Prognose für die Zukunft.
    Dieses Bild kann sich dann unter Umständen auch gegen den direkt geäußerten Wunsch des Kindes richten, da es gegebenenfalls nicht in der Lage ist die Situation entsprechend einzuschätzen oder bereits indoktriniert ist!

    Bei "kleinen Kindern" ist es daher sinnvoller häufigere Wechsel zu gestalten, so wie das auch mWn gemacht wird.
    Warum das Kind nun aber bis zu einem gewissen Alter nur bei einem Elternteil verbleiben soll erschließt sich mir nicht? Dadurch wird die Bindung ja nicht gestärkt und gefestigt sondern im Gegenteil eher unterbrochen oder geschwächt. Also das genaue Gegenteil von "Kontinuität des Gelebten". Der eine Elternteil wird damit zum "Besucher" der andere zum "Erzieher". Doch wo liegt da der Vorteil für das Kind?
    Stabilität erwächst durch den regelmäßigen Kontakt zu beiden Eltern und nicht durch Räumlichkeiten (vgl. Sünderhauf Wechselmodell). Sonst wäre jeder Tag in der Kita, bei der Oma, in der Schule, ... ein ... Verbrechen am Kind.
    Alle Kinder erleben doch tägliche Wechsel ihres Lebensraums unabhängig von dem entsprechenden "Wohnmodell". Damit gilt es zu Leben und auch mit all den Konsequenzen. Mal ist halt ein Stofftier nicht da, es fehlt der "Lieblingspulli" und die Zahnbürste ist halt blau und nicht gelb.
    Die Forschung aus vielen anderen Staaten zeigt, dass gerade das Wechselmodell, der "Rolls-Royce" unter allen möglichen Modellen ist. Da in keinem anderen Modell soviel Familie, Glück und erleben beider Eltern und damit auch Lebensansichten möglich ist wie im Wechselmodell. Gerade jungen Kindern fällt das besonders leicht, da sie sich schnell darin zurecht finden und sie weniger an Gegenstände oder "Care Gruppen" gebunden sind.

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  • 12.04.2017 04:04, arnold moebius

    Ich moechte noch einen weiteren Punkt in die Diskussion bringen. Geraet eine Ehe in die Kriese steht jeder Partner vor der Wahl, seine Energie zur Rettung der Ehe aufzuwenden oder seine Energie dahingehend einzusetzen, dass er bei einer Scheidung besonders gut dasteht. Das Residenzmodell ist bekanntlich derart ungerecht, dass Partner sich fast schon unter Zugzwang sehen, sich die Kinder zu sichern und die Trennung im guenstigen Moment zu initiiren. Von Psychologen bekommt man ja immer wieder zu hoeren, dass Ehen viel zu frueh geschieden werden. Faellt mit dem Wechselmodell dieser Zugzwang weg, erwarte ich mehr Arbeit beider Partner an der Ehe, dadurch weniger Scheidungen und vor allem weniger Scheidungskinder! Schlecht fuer die Juristen, die sich hier gegen das Wechselmodell aussprechen, und gut fuer unsere Kinder.
    Es ist hinzuzufuegen, dass ich nicht unter Zwang eine gescheiterte Ehe aufrecht erhalten moechte, aber auch keinen Zugzwang moechte, eine Ehe im guenstigen Zeitpunkt zu beenden, bevor es der andere macht. Wer nicht glaubt, dass es diesen Zugzwang gibt, der gehe zu einem Anwalt erzaehle diesem einfach mal, er habe gerade die Kinder aber das wuerde sich bald aendern und die Ehe sei in der Kriese. Ich wette, er bekommt zu hoeren: "da muessen Sie schnell handeln!"

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  • 09.05.2017 07:26, Mario

    Die Erfahrung, die Oliver gemacht hat kann ich bestätigen und sehe das Urteil des BGH kritisch entgegen. "Leider kommt ein Wechselmodell nicht infrage, wenn die Eheleute sich streiten", heißt es im Umkehrschluß.
    Das BGH hat nicht erkannt, dass Streit auch inzidiert wird, um ein Ehegattenunterhalt und Kindesunterhalt zu sichern, da dadurch der Lebensstandard, ohne selbst arbeiten zu müssen, gesichert ist.

    Nach der Trennung hat meine Frau mir meine Kinder 4 Monate vorenthalten, so dass ich erst nach der Gerichtsverhandlung meine Kinder wieder regelmäßig sehen konnte. Das gleiche spielte sich 9 Monate wieder erneut ab, ohne Folgen der Kindesmutter für das Verhalten.
    Auch wenn meine Kinder 6+8 gerne regelmäßig mich sehen wollen, so haben das Jugendamt und das Gericht klar gemacht, dass Sie das Wechselmodelll nur zulassen, wenn die Eltern sich verstehen und hierhingehend sich selbst einigen.
    Sonst bleibt das Residenzmodell, da es sich seit über 40 Jahren bewährt hat. (so das Gericht).
    Ich frage mich was sich an Residenzmodell bewährt haben soll, da ich selbst ein Scheidungskind war, und ich weiß, dass das Residenzmodell zur Entfremdung führt.
    Nach 2 Jahren der Trennung hat keiner vom beiden Institutionen sich die Mühe gemacht, auch mal mit den Kindern zu sprechen, um zu erfahren, was die Kinder wollen. Die Kinder wollen Mutter & Vater zu gleichen Teilen. So kann ich nur zuschauen, und die Kinder vertrösten auf "Später, wenn ihr Größer seit"!
    Mein Vertrauen in Jugendämter und der Gerichte ist nicht mehr vorhanden.
    Und solange das Wechselmodell nicht in den Grundrechten verankert wird, wird auch weiterhin das Residenzmodell sich bewähren, da es von vornherein nur angewandt wird.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 16.05.2017 03:32, arnold moebius

      Lieber Mario,
      Bevor ich Dir antworte stelle ich erst einmal fest, dass meine drei letzten Kommentare seit einen Monat unwidersprochen im Raum stehen. Es scheint einfach keine guten Argumente gegen das Wechselmodell zu geben.
      Nun zum Inhalt: ich glaube nicht, dass der BGH einen handwerklichen Fehler dahingehend gemacht hat, dass der erziehungsberichtigte Elternteil sich nur agressiv stellen muss, um das Wechselmodell zu verhindern. Dann waere das Urteil eine Farce. Wichtig ist fuer Dich, dass Du Dich nicht provozieren laesst. Die Gegenseite muesste dann die eigene Agressivitaet ins Feld fuehren nach dem Motto: waere ich friedlich, koennen die Kinder abwechselnd bei Vater und Mutter leben. Da ich aber streitsuechtig bin, muessen die Kinder mir ausgeliefert sein. Sollte ein Richter einer derart perversen Argumentation folgen, rate ich, hoehere Gerichte anzurufen.

    • 16.05.2017 04:10, arnold moebius

      Lieber Mario,
      Noch ein zweites: Ich habe mit dem Gericht bisher keine schlechte Erfahrung gemacht, wohl aber mit Jugendamt und Verfahrensbeistand. Ich habe gegenueber der Verfahrensbeistaendin die Vorwuerfe gemacht und bewiesen, dass die Mutter -1)Tage lang nichts getan hat als sich meine Tochter auf Grund eines Exzems die Scheide zerkratzt hat und - 2) mit Erschwernis der Vereinbarung der Umgaenge gedroht hat, falls ich weiterhin Umgaenge mit Uebernachtung wuensche.
      Im Bericht des Verfahrensbeistands fand sich nichts davon. Die Mutter warf mir - unbewiesen - vor, ich haette mich nicht mein Kind gekuemmert, als es geweint haette. Das stand im Bericht, ohne dass ich dazu Stellung nehmen konnte.

      Es kam dennoch vor Gericht zu einer Sollvereinbarung, dass ich mit meiner Tochter eine Woche lang Urlaub machen darf. Der Verfahrensbeistand suchte nach dem Verfahren die Mutter auf und sie erarbeiteten einen Alternativvorschlag zu dieser Vereinbarung, welcher am Ende den Urlaub unmoeglich machte, und dieser Vorschlag wurde mir nach "Vogel friss oder stirb" vorgelegt. Wieder musste ich das Gericht anrufen, um den Urlaub am Ende machen zu koennen.
      Wie wehrt man sich gegen ein derartiges Verhalten der Verfahrensbeistands?
      Alle Kommunikation muss schriftlich oder per e-mail erfolgen, um Beweise zu haben. Dann kann man dies in Foren wie diesem veroeffentlichen. Oder man kann die Kommunikation an die Presse oder auch rechtswissenschaftliche Fakultaeten von Universitaeten weiterleiten. Die greifen im Rahmen von Magisterarbeiten solche Themen auf und sind fuer Fallbeispiele dankbar. Ich kann es aus eigener Erfahrung nur empfehlen!

  • 16.05.2017 12:46, Barbara Brenner,+Rechtsanwältin

    Fragen Sie mal Ihren Anwalt, Herr Moebius: Sie können
    a) den Verfahrenspfleger für befangen erklären, oder
    b) für das Kind einen eigenen Rechtsanwalt beauftragen
    und das Gericht jeweils bitten, den Verfahrenspfleger für das Kind abzubestellen.
    Das ist in solchen Fällen sinnvoll, wenn der VErfahrenspfleger sich als parteiisch benimmt.
    Schließlich wird das Kind ja zu der jeweiligen Umgangsform verurteilt, das darf man nicht vergessen. Die Eltern werden nur zur Duldung verurteilt, aber das Kind muss hingehen oder dableiben. Es braucht manchmal qualifizierten Schutz gegenüber beiden Eltern UND gegenüber dem Gericht.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 23.05.2017 22:36, mario

    Sehr geehrte Frau Brenner und Herr Moebius,

    gerne möchte ich zu einigen Punkten Stellung nehmen.

    Da immer noch zu 95 % das Residenzmodell angewandt wird, sehe ich hier
    in keinster Weise, dass dieses Modell das beste für das Kindeswohl entspricht.
    Vielmehr sehe ich es so, dass dadurch dass das Residenzmodell angewandt wird, eine Einnahmequelle für die Rechtsanwälte und eine Berufliche Berechtigung der Gerichte, die sich ihr Ego durch Machtspielchen verschaffen.
    Ich weiss, das klingt hart, die Erfahrung mache ich aber gerade.
    Auf den Hinweise der Familienberatungsstelle wurde mir angeraten, dass ich doch vielleicht einmal einen Brief an die Richterin schreiben sollte.
    Gesagt und geschrieben. "Ich möchte gerne auch zu 50 % meine Kinder sehen und mit großziehen und bei den Hausaufgaben helfen und für meine Kinder auch im Alltag da sein".
    Bei der zweiten Gerichtsverhandlung hat mich die Richterin gerügt, dass es ja Gott sei Dank nicht nach mir ginge. Das Oberlandesgericht Hamm würde das genauso sehen. Alles bleibt wie es ist. Sogar den Antrag, dass ich die Kinder am Montag an mein Wochenende zur Schule bringe, weil die Kinder immer weinen, bei der Abgabe zur Mutter, da die Kinder mehr Zeit mit mir verbringen wollen".
    Richterin: "Nein, abgelehnt, Sie Mario sollten sich daran gewöhnen und Sie sollten einen Psychologen aufsuchen, um mit meinem Schmerz fertig zu werden.
    Nach der Gerichtsverhandlung (weil meine Frau meine Tochter mir 3 Monate vorenthalten hatte), sagte mein Anwalt, nun Sie sehen ihre Tochter jetzt wieder. Und ich sollte froh sein, dass ich meine Kinder auch einen Tag in der Woche sehen darf. Das wäre schon viel und damit sollte ich zufrieden sein.
    Abgerechnet hat der Anwalt dann mit einer zusätzlichen Einigungsgebühr, da man sich ja geeinigt hätte, dass ich meine Tochter wieder sehen darf.
    Armes Deutschland und Reiche Anwälte und Gerichte.
    Seit Jahren wird erfolgreich das Wechselmodell angewandt in anderen Ländern.
    Und wie hier auch durch andere beschrieben, kommen Kinder, wenn die Eltern fair mit den Kindern umgehen, mit beiden Eltern super aus.
    Vielleicht liegt es dann daran, dass ein 5 jähriges Kind "mal dieses und dann mal das haben will" Das Kind will in Wirklichkeit "Beides" und kann sich und will sich nicht entscheiden!
    Vielleicht sollten das mal die RECHTSANWÄLTE UND GERÌCHTE mal in Erwägung ziehen.
    Das WECHSELMODELL als Grundsatz würde Streit der Eltern vermeiden, vielmehr müssten sich die ELTERN einigen, wie am besten Job und Kinder vereinigt werden kann.
    UND WILL EIN PARTNER LIEBER ARBEITEN ALS SEINE KINDER SEHEN,
    kann einer andere Regelung des Umgangs immer noch bei Gericht, wenn nötig, geklärt werden.
    ......und das Herr Moebius so wenig seine Kinder sieht, wie viele Väter, ist traurig.
    Eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau hat zwar das BGH festgestellt, dass Kinder ein Anrecht auf beide Elternteile haben.
    Allerdings wird für das Kind meist den Aufenthaltsort gewählt, der in der Ehe stattgefunden hat.
    Schade das ich keine Brust habe, wo Milch rauskommt, und ich meine Frau zugestimmt habe, dass Sie solange Zuhause bleiben darf!
    Das Jugendamt hat es mir gegenüber so ausgedrückt: "Sie waren arbeiten und ihre Frau hat auf die Kinder aufgepasst, so bleibt es dann auch"!
    Mein Anwalt hat diese Aussage dann auch bestätigt.
    Auch nach einen Gutachten durch das Gericht bleibt es zu 95% wie zuvor.
    "Da wo die Kinder am Anfang sind , da bleiben die Kinder"!

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 20.06.2017 13:36, Anja

    Hallo @ all,

    hier schreibt jetzt mal eine Mutter, die zwei Kinder hat (7 und 3), die mit den Beiden sitzen gelassen wurde, als die Kleinste 6 Monate alt war und die Große 4,5 Jahre. Es war die härteste Zeit meines Lebens. Da hat der KV nie gefragt, ob ich finanziell hinkomme (damals Elternzeit) oder ob ich es schaffe mit beiden Kindern. Die Kleine war sehr pflegeintensiv, bis heute ;-)

    Und trotzdem habe ich es immer geschafft, meine und seine persönlichen Belange außen vor zu lassen und einzig und allein das Kindeswohl zu beachten.
    Meine Große war von Anfang an jedes zweite WE bei ihm. Seit sie in der ersten Klasse ist, hat sie ein kleines Notfallhandy, wo die Kurzwahl für mich und den KV eingespeichert ist. Immer wenn sie es möchte oder danach verlangte konnte sie zu ihm Kontakt aufnehmen. Kürzlich äußerte sie, dass mit Papa mehr Zeit verbringen möchte und der KV möchte das auch. Meine Kleine fühlt sich auch sehr wohl bei ihm und so stimmte ich zu. Wir haben eine Vereinbarung getroffen, wir Erwachsenen, dass wir sobald eines der Kinder nicht mehr möchte oder andere Auffälligkeiten zeigt, wobei ich das nicht glaube, weil er ein guter Vater ist, unsere Entscheidung mit der Großen zusammen überdenken. Und auch mit der Kleinen, wenn Sie etwas größer ist.

    Ihr seht, ich wurde betrogen und belogen, aufs böseste hintergangen, aber meine Kinder stehen an erster Stelle. Das und nicht anders ist einzig und allein für mich der Weg zur Lösung.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 20.06.2017 20:39, Mario

      Hallo Anja,
      toll von Dir wie Du das machst.
      Hier sollten sich andere Mütter ein Beispiel nehmen, dann brauchten wir die Gerichte nicht, solange keine Kindeswohlgefährdung vorliegt.

      Es ist gut die Kinder rauszuhalten und nicht zu benutzen um die eigenen Vorteile herauszuziehen.
      Sicherlich ist es schwer die persönliche Betroffenheit rauszuhalten.
      Dir ist es gelungen!
      Super toll....mach weiter so!

  • 03.07.2017 12:31, triade

    Wenn ich mir die Kommentare von den Männern hier lese, wird mir schlecht. Es geht nicht um Unterhalt! Die Fürsorge einer Mutter lässt sich nicht in Geld aufwiegen. Ihr vergesst, dass ihr zur Mutter des Kindes loyal sein solltet. Zuverlässig und engagiert. Diese respektlose Einstellung den Frauen gegenueber, die das Kind aus Liebe zum Mann geboren haben, ist so traurig. Ihr zerreißt genau damit das Kind. Darin liegt der Egoismus! und die herrliche (von Herr) Heuchlerei gegenueber der dämlichen (Dame) und dem Kind. Demut kennt Mann nicht! Hattet ihr keine Mutter?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 20.07.2017 09:50, Arnold Moebius

      Ich hatte eine Mutter und einen Vater und weiß deshalb, dass weder die Liebe von der Mutter noch die vom Vater mit Geld aufzuwiegen ist. Ich weiß, dass Vater zur Mutter und Mutter zum Vater loyal zu sein haben, zuverlässig und engagiert. Ich weiß, dass meine Bindung zum Vater so stark war, wie die zur Mutter. Es geht nicht um Unterhalt sondern um Liebe und Zuwendung, die Kinder von Mutter und Vater gleichermaßen brauchen.

  • 10.07.2017 21:28, Kinderjurist

    Werte Frau Brenner,

    Es ist schon sehr von vorgestern, was Sie schreiben.

    Ich empfehle Ihnen mal den Bericht der ICSP-Konferenz der weltweit führenden Kinderpsychologen sich zu Gemüte zu führen statt an althergebrachter Küchenpädagogik festzuhalten und auch in Ihrer Profession - der Juristerei nicht mehr ganz auf dem Laufenden zu sein.

    Das Europarecht deutsches Recht bricht, scheint Ihnen auch nicht geläufig zu sein. Deshalb bleiben Sie bitte an Ihrem Provinz-AG bis die grossen Juristen Ihre tradierten Ansichten korrigiert haben werden.

    Mit kollegialen Grüssen

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 11.07.2017 16:30, prbo

    Nirgends richtig hin zu gehören, das war jedenfalls kurz gefasst der Kommentar einer schwedischen achtzehjährigen Frau, als sie mit Beginn ihres Studiums erstmals ihre eigene Wohnung bezog und nun endlich wusste, wo sie hin gehört.

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