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Wegen möglicher Störung der Wettervorhersage: VG Düs­sel­dorf stoppt Wind­e­n­er­gie­an­lage

07.09.2015

Ein Windenergieunternehmen darf keine Windenergieanlage in Wülfrath-Flandersbach errichten. Die Auswirkungen auf den Deutschen Wetterdienst seien zu gefährlich, entschied das VG Düsseldorf.

Der Erteilung einer Baugenehmigung stehe entgegen, dass die Anlage das etwa 11 Kilometer entfernte Wetterradar des Deutschen Wetterdienstes in Essen stören würde, entschied das Düsseldorfer Verwaltungsgericht (VG). Der Rotor der Windenergieanlage verursache nämlich Störechos (sog. Clutter), die zumindest in der unmittelbaren Umgebung der Anlage die Radarmessungen beeinträchtigen würden (Urt. v. 07.09.2015, Az. 10 K 5017/13).

Der Deutsche Wetterdienst könne auch nicht darauf verwiesen werden, diesen Beeinträchtigungen durch eine Änderung der Datenverarbeitung (Auslassung der gestörten Pixel bzw. Interpolation) zu begegnen. Denn wegen der dann entstehenden "weißen Flecken" könnte er jedenfalls kleinräumige Wettererscheinungen (z. B. Hagelschlag) nicht mehr zuverlässig erkennen und rechtzeitig davor warnen.

Der Deutsche Wetterdienst betreibt im Süden von Essen seit etwa 25 Jahren ein Niederschlagsradar; es ist eines von bundesweit 17 solcher Anlagen. Unter anderem geht es um die Vorhersage von Hagelschlag. Gegen das Urteil kann Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt werden.

dpa/age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Wegen möglicher Störung der Wettervorhersage: VG Düsseldorf stoppt Windenergieanlage . In: Legal Tribune Online, 07.09.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16828/ (abgerufen am: 23.05.2019 )

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Kommentare
  • 08.09.2015 07:08, Werner

    Dieses Wissen hat jedes Kleinkind!

  • 08.09.2015 09:08, Markus

    Ein Gutachten im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg hat sowohl in fachlicher wie auch in rechtlicher Hinsicht Zweifel an der pauschal ablehnenden Haltung der Behörden wie auch der Rechtsprechung bei der Errichtung von Windenergieanlagen im näheren Umkreis von Wetterradaranlagen aufgeworfen. Es müsse eine konkrete Betrachtung der möglichen Störungen vorgenommen und in eine Interessenabwägung eingestellt werden. Es stehen sich zwei privilegierte Nutzungen im Außenbereich gegenüber.

    s. dazu: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/keine-tabuzonen-fuer-windkraftanlagen-im-umkreis-von-wetterradarstationen-gutachten-stuetzen-posit/

    • 08.09.2015 12:04, Paddington

      Hmm, eine Kanzlei die damit wirbt "In Sachen Energie beraten wir – entlang der gesamten Wertschöpfungskette – nationale und internationale Energieversorgungsunternehmen, Projektentwickler und Betreiber von Kraftwerken und Netzen, Investmentfonds und Finanzinstitute bei der Erreichung ihrer Ziele" wird von einem Minsterium beauftragt dessen Behördenleitung für sich selbst mit "Engagement für die Energiewende und den Klimaschutz im Land" wirbt. Das Ergebnis ist vorhersehbar.

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