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Kundenbeschwerden gegen Bankberater: Verdi will gegen BaFin-Register klagen

17.08.2012

Als Teil des Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetzes führt die Finanzaufsicht BaFin ab dem 1. November ein Register, in dem Kundenbeschwerden gegen Bankberater gesammelt werden. Dies stößt bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf Kritik.

Verdi-Bankenreferent Mark Roach sagte gegenüber dem "Handelsblatt": "Wir sehen dieses Beraterregister als Bedrohung und überlegen, dieses Gesetz gerichtlich prüfen zu lassen." Aus Sicht der Gewerkschaft ist das Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz zu einseitig zu Gunsten der Bankkunden ausgestaltet.

Hintergrund des Gesetzes sind die Falschberatungen durch Banken, die die Finanzkrise mitverursachten. Ab November sind die Banken nun verpflichtet, Beschwerden von Kunden über einzelne Berater direkt an die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) weiterzuleiten. "Es kann nicht sein, dass diese Beschwerden, die mit einschneidenden Konsequenzen für die Berater verbunden sein können - bis hin zu einem Tätigkeitsverbot – von einer staatlichen Stelle registriert werden, ohne dass eine Prüfung und Bewertung stattfindet und der betroffene Berater gehört wird", kritisiert Roach.

tko/LTO-Redaktion

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Kundenbeschwerden gegen Bankberater: Verdi will gegen BaFin-Register klagen . In: Legal Tribune Online, 17.08.2012 , https://www.lto.de/persistent/a_id/6864/ (abgerufen am: 25.09.2020 )

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