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Vergleich im Streit um römischen Pferdekopf: Hessen und Land­wirt einigen sich

05.03.2020

Experten sprachen von einem "Fund mit Weltrang". Im Streit um die Höhe der Entschädigung für einen Landwirt, auf dessen Grundstück ein antiker Bronze-Pferdekopf gefunden wurde, gab es nun am OLG Frankfurt einen Vergleich.

Im Streit um einen wertvollen römischen Pferdekopf aus Bronze hat sich ein Landwirt aus dem Lahn-Dill-Kreis mit dem Land Hessen geeinigt. Es habe einen Vergleich zwischen den Parteien gegeben, berichtet das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main auf seiner Homepage. Da über den Inhalt des Vergleichs Stillschweigen vereinbart worden sei, könne sie nichts zur Höhe sagen, sagte eine OLG-Sprecherin am Donnerstag (Az. 1 U 174/18).

Der Fall beschäftigt seit Jahren die Gerichte und geht durch die Instanzen. Der Pferdekopf war 2009 bei Grabungen im mittelhessischen Lahnau-Waldgirmes auf dem Grundstück des Landwirtes gefunden worden. Ein Teil des Wertes steht dem Mann als Entschädigung zu - doch die Höhe der Summe ist strittig. Das Landgericht (LG) Limburg hatte das Land Hessen in erster Instanz dazu verurteilt, dem Landwirt eine Enteignungsentschädigung in Höhe von insgesamt rund 821.000 Euro zu zahlen. Die Limburger Richter schlossen sich der Einschätzung einer Gutachterin an, die den Wert der antiken Skulptur auf gut 1,6 Millionen Euro schätzte.

Anfang November vergangenen Jahres hatte das OLG einen Vergleich vorgeschlagen, wonach Hessen dem Landwirt rund 748.000 Euro plus Zinsen zahlen soll. Andernfalls sollte ein Urteil verkündet werden. Der Termin hierfür wurde zunächst für Februar angesetzt und dann wegen andauernder Verhandlungen auf kommenden Donnerstag verschoben - nun ist er nicht mehr nötig. Der Landwirt hatte laut OLG ursprünglich eine siebenstellige Summe verlangt.

Der Fund des rund 2000 Jahre alten Pferdekopfes galt in der Fachwelt als Sensation. Der vergoldete, lebensgroße und fein gearbeitete Pferdekopf war in einem elf Meter tiefen Brunnenschacht entdeckt worden, wo er die vergangenen rund 2.000 Jahre nach Einschätzung von Experten erstaunlich unbeschadet überdauerte. Er war vermutlich Teil eines Reiterstandbildes, das einst in einer römischen Siedlung stand. Seit August 2018 ist der Pferdekopf im Museum des Römerkastells Saalburg zu sehen.

dpa/acr/LTO-Redaktion

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Vergleich im Streit um römischen Pferdekopf: Hessen und Landwirt einigen sich . In: Legal Tribune Online, 05.03.2020 , https://www.lto.de/persistent/a_id/40659/ (abgerufen am: 04.07.2020 )

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