White & Case | K&L Gates: Schutz­schirm-Insol­venz bei Orsay

von Stefan Schmidbauer

30.11.2021

Der Modehändler Orsay erlebt einen schwarzen Freitag. Das Unternehmen stellt einen Insolvenzantrag und strebt die Sanierung im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens an. White & Case und K&L Gates sind involviert.

Im Spätsommer dieses Jahres wurden dem Textilhandelsunternehmen Orsay 33 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds zugestanden. Inzwischen ist klar: Auch die staatliche Unterstützung reicht nicht aus, um eine Zahlungsunfähigkeit dauerhaft abzuwenden. Das Management hat am vergangenen Freitag beim Amtsgericht (AG) Offenburg einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens zur Sanierung des Unternehmens eingereicht (Az. 10 IN 488/21).

Auf der Grundlage eines solchen Schutzschirmverfahrens gemäß § 270d Insolvenzordnung soll Orsay nun restrukturiert werden. Diese Variante der Insolvenz in Eigenverwaltung steht Unternehmen offen, bei denen die Zahlungsunfähigkeit zwar droht, aber bislang noch nicht eingetreten ist. Das Schutzschirmverfahren betrifft ausschließlich das deutsche Geschäft.

Die Krise begann schon vor Corona

Die Orsay-Gruppe betreibt weltweit mehr als 705 Niederlassungen, darunter 197 Filialen in Deutschland. Die zugehörige Gesellschaft wurde im Jahr 1975 gegründet und beschäftigt aktuell knapp 1.200 Mitarbeitende. Das Geschäftsjahr 2020 wurde mit einem Umsatz in Höhe von rund 257 Millionen Euro abgeschlossen.

Im Jahr zuvor lag der Umsatz noch bei rund 373 Millionen Euro, allerdings musste das Unternehmen bereits seinerzeit einen Fehlbetrag von 12,7 Millionen Euro ausweisen. Die seitens des Managements in Aussicht gestellten operativen Fortschritte haben sich - auch angesichts pandemiebedingt erschwerter Rahmenbedingungen - nicht materialisiert.

Mit Beschluss vom 26. November 2021 hat das AG Offenburg Dr. Felix Höpker von White & Case zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Generalbevollmächtigte im Verfahren ist die Insolvenzrechtlerin Katrin Schröder von K&L Gates. In operativer Hinsicht wird das Orsay-Management von Kilian Haus (Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte / zuvor Generalbevollmächtigter bei Framode) und Jelmer Kruse (Plenovia) unterstützt.

Kanzleien & Köpfe

Felix HöpkerRechtsanwalt Dr. Felix Höpker begleitete bereits die Restrukturierung des deutschen Filialnetzwerkes von Pimkie. Auch an der Rettung des Mönchengladbacher Hosenherstellers Gardeur war Höpker, gemeinsam mit Insolvenzverwalter Dr. Biner Bähr, beteiligt.

Zum Team von White & Case, das bei der Sanierung berät, gehört auch Associate Dr. Moritz Kriegs. White & Case ist regelmäßig bei Insolvenzen aus dem Modesektor unterstützend tätig, in jüngerer Vergangenheit unter anderem bei Esprit, Bonita und AppelrathCüpper.

Katrin SchröderKatrin Schröder ist Senior Associate bei K&L Gates und arbeitet in der Restrukturierungs- und Insolvenzrechtspraxis der Kanzlei. Sie unterstützte zuletzt - noch für Osborne Clarke beratend - Framode, ebenfalls im Kontext eines Schutzschirmverfahrens.

Als Generalbevollmächtigte führt sie das Verfahren für Orsay. K&L Gates berät regelmäßig bei Restrukturierungen, unter anderem auch Eterna Mode bei einem StaRUG-Verfahren.

Beteiligte Personen

White & Case für Orsay GmbH:

Dr. Felix Höpker, Local Partner, Restrukturierung/Insolvenz, Köln

Dr. Moritz Kriegs, Associate, Restrukturierung/Insolvenz, Stuttgart

 

K&L Gates für Orsay GmbH:

Katrin Schröder, Senior Associate, Restrukturierung/Insolvenz, Frankfurt

Dr. Georg Bernsau, Partner, Insolvenzrecht, Frankfurt

Nicole Stephan, Senior Associate, Insolvenzrecht, Frankfurt

Stefan Zahn, Insolvenzrecht, Frankfurt

Volker Gattringer, Partner, Corporate, Frankfurt

Dr. Simone Wernicke, Counsel, Arbeitsrecht, Frankfurt

Leonie Abendroth, Associate, Arbeitsrecht, Berlin

Beteiligte Kanzleien

Zitiervorschlag

White & Case | K&L Gates: Schutzschirm-Insolvenz bei Orsay . In: Legal Tribune Online, 30.11.2021 , https://www.lto.de/persistent/a_id/46793/ (abgerufen am: 20.01.2022 )

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