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Düsseldorfer Tabelle - Unterhalt, Zahlbeträge & Rechner

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Leitlinie für die Höhe des Kindesunterhalts nach einer Trennung bzw. Scheidung der Eltern. Aus ihr kann abgelesen werden, wie viel Unterhalt der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, mindestens zahlen muss. Die aktuelle Düsseldorfer Tabelle 2019 gilt vom 01.01.2019 bis voraussichtlich 31.12.2019.

Rechner: Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle


Düsseldorfer Tabelle 2019

Nettoeinkommen / €Altersstufen in Jahren (§ 1612 a Abs. 1 BGB) / €%Bedarfskontrollbetrag / €
 0-56-1112-17ab 18  
bis 1.900354406476527100880/1.080
1.901-2.3003724275005541051.300
2.301-2.7003904475245801101.400
2.701-3.1004084675486071151.500
3.101-3.5004254885726331201.600
3.501-3.9004545206106751281.700
3.901-4.3004825536487171361.800
4.301-4.7005105856867591441.900
4.701-5.1005396187248021522.000
5.101-5.5005676507628441602.100
Bei Einkommen über 5.501 Euro netto wird einzelfallabhängig ermittelt

Achtung: Mehrbedarf und Sonderbedarf

Die Düsseldorfer Tabelle sowie der Unterhaltsrechner berücksichtigen nicht Mehrbedarf und Sonderbedarf eines Kindes. Beides erhöht ggf. die ausgewiesenen Unterhaltsbeträge. Mehrbedarf sind über einen längeren Zeitraum regelmäßig wiederkehrende Kosten wie zum Beispiel Kita-Beitrag, Nachhilfekosten oder Studiengebühren. Sonderbedarf sind einmalig anfallende, nicht kalkulierbare Kosten wie Krankheitskosten, Klassenfahrt, Säuglingserstaustattung oder Kosten einer Zahnspange.


Zahlbeträge 2019

Die folgenden Tabellen enthalten die sich nach Abzug des jeweiligen Kindergeldanteils (hälftiges Kindergeld bei Minderjährigen, volles Kindergeld bei Volljährigen) ergebenden Zahlbeträge. Ab dem 1. Januar 2019 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind 194 EUR, für das dritte Kind 200 EUR und ab dem vierten Kind 225 EUR

Zahlbeträge für das erste und zweite Kind ab 01.01.2019

Nettoeinkommen / €0-5 Jahre6-11 Jahre12-17 Jahreab 18 Jahre
bis 1.900 257309379333
1.901-2.300 275330403360
2.301-2.700 293350427386
2.701-3.100 311370451413
3.101-3.500 328391475

439

3.501-3.900 357423513481
3.901-4.300 385456551523
4.301-4.700 413488589565
4.701-5.100 442521627608
5.101-5.500470553665650


Zahlbeträge für das dritte Kind ab 01.01.2019

Nettoeinkommen / €0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.900 254306376327
1.901-2.300 272327400354
2.301-2.700 290347424380
2.701-3.100 308367448407
3.101-3.500 325388472433
3.501-3.900 354420510475
3.901-4.300 382453548517
4.301-4.700 410485586559
4.701-5.100 439518624602
5.101-5.500467550662644


Zahlbeträge für das vierte Kind bis ab 01.01.2019

Nettoeinkommen / €0-5 Jahre6-11 Jahre12-17 Jahreab 18 Jahre
bis 1.900 241,5293,5363,5302
1.901-2.300 259,5314,5387,5329
2.301-2.700 277,5334,5411,5355
2.701-3.100 295,5354,5435,5382
3.101-3.500 312,5375,5459,5408
3.501-3.900 341,5407,5497,5450
3.901-4.300 369,5440,5535,5492
4.301-4.700 397,5472,5573,5534
4.701-5.100 426,5505,5611,5577
5.101-5.500454,5537,5649,5619


Zahlbeträge für das erste und zweite Kind ab 01.07.2019

Die folgenden Tabellen enthalten die sich nach Abzug des jeweiligen Kindergeldanteils (hälftiges Kindergeld bei Minderjährigen, volles Kindergeld bei Volljährigen) ergebenden Zahlbeträge. Ab dem 1. Juli 2019 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind 204 EUR, für das dritte Kind 210 EUR und ab dem vierten Kind 235 EUR

 

Nettoeinkommen / €0-5 Jahre6-11 Jahre12-17 Jahreab 18 Jahre
bis 1.900 252304374323
1.901-2.300 270325398350
2.301-2.700 288345422376
2.701-3.100 306365446403
3.101-3.500 323386470

429

3.501-3.900 352418508471
3.901-4.300 380451546513
4.301-4.700 408483584555
4.701-5.100 437516622598
5.101-5.500465548660640


Zahlbeträge für das dritte Kind ab 01.07.2019

Nettoeinkommen / €0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.900 249301371317
1.901-2.300 267322395344
2.301-2.700 285342419370
2.701-3.100 303362443397
3.101-3.500 320383467423
3.501-3.900 349415505465
3.901-4.300 377448543507
4.301-4.700 405480581549
4.701-5.100 434513619592
5.101-5.500462545657634


Zahlbeträge für das vierte Kind bis ab 01.07.2019

Nettoeinkommen / €0-5 Jahre6-11 Jahre12-17 Jahreab 18 Jahre
bis 1.900 236,5288,5358,5292
1.901-2.300 254,5309,5382,5319
2.301-2.700 272,5329,5406,5345
2.701-3.100 290,5349,5430,5372
3.101-3.500 307,5370,5454,5398
3.501-3.900 336,5402,5492,5440
3.901-4.300 364,5435,5530,5482
4.301-4.700 392,5467,5568,5524
4.701-5.100 421,5500,5606,5567
5.101-5.500449,5532,5644,5609



Düsseldorfer Tabelle 2018

Nettoeinkommen / €Altersstufen in Jahren (§ 1612 a Abs. 1 BGB) / €%Bedarfskontrollbetrag / €
 0-56-1112-17ab 18  
bis 1.900348399467527100880/1.080
1.901-2.3003664194915541051.300
2.301-2.7003834395145801101.400
2.701-3.1004014595386071151.500
3.101-3.5004184795616331201.500
3.501-3.9004465115986751281.700
3.901-4.3004745536367171361.800
4.301-4.7005025756737591441.900
4.701-5.1005296077108021522.000
5.101-5.5005576397488441602.100
Bei Einkommen über 5.501 Euro netto wird einzelfallabhängig ermittelt


Düsseldorfer Tabelle 2017

Nettoeinkommen / €Altersstufen in Jahren (§ 1612 a Abs. 1 BGB) / €%Bedarfskontrollbetrag / €
 0-56-1112-17ab 18  
bis 1.500342393460527100
1.501-1.9003604134835541051.180
1.901-2.3003774335065801101.280
2.301-2.700394452529

607

1151.380
2.701-3.1004114725526331201.480
3.101-3.5004385045896751281.580
3.501-3.9004665356267171361.680
3.901-4.3004935666637591441.780
4.301-4.7005205987008021521.880
4.701-5.1005486297368441601.980
Bei Einkommen über 5.101 Euro netto wird einzelfallabhängig ermittelt


FAQ zur Düsseldorfer Tabelle

Was Sie über die Düsseldorfer Tabelle wissen müssen.

  1. Was ist der Ursprung der Düsseldorfer Tabelle?
  2. Was ist das Ziel der Düsseldorfer Tabelle?
  3. Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder
  4. Wie wird der Unterhalt mit der Düsseldorfer Tabelle berechnet?
  5. Was ist der Selbstbehalt?
  6. Was ist der Bedarfskontrollbetrag?
  7. Was ist der Zahlbetrag?
  8. Links zum Oberlandesgericht Düsseldorf

Was ist der Ursprung der Düsseldorfer Tabelle?

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Richtlinie für Unterhaltszahlungen, die zwischen dem Oberlandesgericht Düsseldorf in Abstimmung mit dem Deutschen Familienrechtstag und anderen Oberlandesgerichten veröffentlicht wird. Das Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf ist das jüngste von insgesamt drei Oberlandesgerichten im Bundesland Nordrhein-Westfalen und Namensgeber der Unterhaltstabelle. Der Deutsche Familienrechtstag (DFGT) wurde 1977 in Brühl im Rheinland gegründet mit dem Zweck, das Familienrecht weiterzuentwickeln und interdisziplinären Erfahrungsaustausch zu praktizieren.

Was ist das Ziel der Düsseldorfer Tabelle?

Ziel der vereinheitlichten Unterhaltstabelle ist, die Rechtsprechung in Bezug auf Unterhaltszahlungen gerechter zu gestalten und zu standardisieren. Sie wird ergänzt durch Unterhaltsleitlinien mit Erläuterungen der verschiedenen Oberlandesgerichte und besteht aus insgesamt vier Teilen, zu denen der Ehegattenunterhalt, der Kindesunterhalt, der Verwandtenunterhalt und die Mangelfallberechnung gehören. Die Düsseldorfer Tabelle reicht zurück in das Jahr 1962 und hat ihren Ursprung in einer Verhandlung vor der 13. Zivilkammer des OLG Düsseldorf. Damals reichte eine Mutter Beschwerde ein gegen die Ablehnung ihrer Forderung, den Kindesunterhalt aufzustocken und neu zu berechnen. Der damalige Vorsitzende nahm diesen Sachverhalt zum Anlass, eine erste Version der Unterhaltstabelle zu verfassen.

Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder

Die Düsseldorfer Tabelle wird alle zwei Jahre überarbeitet. Die Tabelle nennt beispielsweise beim Kindesunterhalt den Kindermindestunterhalt bis zum 21. Lebensjahr, den bei getrennt lebenden Eltern der Elternteil zahlen muss, in dessen Haushalt das minderjährige Kind nicht lebt.

Wie wird der Unterhalt mit der Düsseldorfer Tabelle berechnet?

Minderjährige Kinder leben nach der Scheidung der Eltern in der Regel bei nur einem Elternteil. Der betreuende Elternteil leistet seine Unterhaltspflicht durch Betreuungsunterhalt in Form von Verpflegung und Obdach. Der andere Elternteil, oft der Vater, erfüllt seine Unterhaltspflicht durch Barunterhalt, also in Form von Geld. Wie viel Unterhalt er zahlen muss, hängt von seinem Einkommen ab.  Außerdem berücksichtigt die Düsseldorfer Tabelle auch das Alter des Kindes durch Einordnung in eine Altersgruppe. Das Einkommen des betreuenden Elternteils hat hingegen in der Regel keinen Einfluss.

Um den Unterhalt zu berechnen, wird zunächst das Nettoeinkommen nach speziellen Vorschriften ermittelt. Auf dieses Nettoeinkommen wird dann die Düsseldorfer Tabelle angewendet.

Bei der dem Nettoeinkommen entsprechenden Einkommensstufe kann die Höhe des Kindesunterhalts  abgelesen werden. Die Düsseldorfer Tabelle geht von einer Unterhaltspflicht für zwei Personen, z.B. für Kind und geschiedenen Ehepartner, aus. Bei weniger oder mehr Unterhaltsberechtigten ist eine höhere oder niedrigere Einkommensstufe anzuwenden und es ergibt sich entsprechend ein höherer oder niedrigerer Unterhalt.

Für den unterhaltspflichtigen Elternteil gilt ein Mindestunterhalt. Weniger als diesen Betrag kann er nur dann zahlen, wenn sein Nettoeinkommen geringer ist als die Summe aus Selbstbehalt und Mindestunterhalt und er sich erfolglos bemüht, seine finanzielle Situation zu verbessern. Der Mindestunterhalt orientiert sich am doppelten Kinderfreibetrag nach dem Einkommensteuergesetz
Beträgt das Einkommen des Unterhaltspflichtigen mehr als die obere Grenze der höchsten Einkommensstufe, kann im Einzelfall ein höherer Unterhalt festgesetzt werden.

Was ist der Selbstbehalt?

Damit demjenigen, der den Kindesunterhalt zahlen muss, selbst genug Einkommen bleibt, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, verbleibt ihm der Selbstbehalt. Der Selbstbehalt ist jedoch kein fester Betrag, sondern seine Höhe hängt vom Empfänger des Unterhalts ab bzw. dessen Rang im Unterhaltsrecht. So ist der Selbstbehalt beim Ehegattenunterhalt höher als beim Kindesunterhalt.  Beim Kindesunterhalt für (nicht erwerbstätige) Unterhaltspflichtige beträgt der Selbstbehalt zum Beispiel 880 Euro (ab 01.01.2015).

Was ist der Bedarfskontrollbetrag?

Die letzte Spalte der Düsseldorfer Tabelle weist den Bedarfskontrollbetrag aus. Der Bedarfskontrollbetrag soll sicherstellen, dass der Elternteil mit Unterhaltspflicht nicht schlechter gestellt ist als der Unterhaltsberechtigte und somit die finanziellen Mittel gleichmäßig verteilt sind. Verbleibt dem Unterhaltspflichtigen nach Abzug des zu zahlenden Unterhalts weniger als der Bedarfskontrollbetrag, wird er in die nächst niedrigere Einkommensstufe herabgesetzt und muss dementsprechend weniger Kindesunterhalt leisten. 

Der Bedarfskontrollbetrag ist nicht identisch mit dem Selbstbehalt. Ausnahme: Beim Mindestunterhalt haben Bedarfskontrollbetrag und Selbstbehalt die gleiche Höhe.

Was ist der Zahlbetrag?

Im Anhang der Düsseldorfer Tabelle sind Zahlbeträge aufgelistet. Dabei handelt es sich jeweils um den Betrag, der sich ergibt, wenn man den Anspruch des Empfängers auf Unterhalt um den Anspruch des Unterhaltspflichtigen auf Kindergeld kürzt.

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