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OLG erkennt Adoption durch Homo-Paar in den USA an: Kein eklatanter Widerspruch zu deutschem Recht

14.03.2014

Das OLG in Schleswig hat eine US-Gerichtsentscheidung zur Adoption eines Kindes durch zwei in den USA lebende lesbische Lebenspartnerinnen anerkannt. Obwohl sie nach deutschem Recht nicht möglich ist, sei die Kindsadoption durch das homosexuelle Paar anzuerkennen.

"Angesichts der sich auch in Deutschland für gleichgeschlechtliche Paare immer weiter öffnenden Adoptionsmöglichkeiten" könne nicht angenommen werden, dass die Adoption durch das inzwischen verheiratete Paar "in eklatantem Widerspruch zu wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts stünde", teilte das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht (OLG) am Freitag mit (Beschl. v. 27.01.2014, Az. 12 UF 14/13).

Die Frauen, von denen eine die deutsche, die andere die US-Staatsbürgerschaft besitzt, hatten 2008 noch unverheiratet in den USA ein Kind adoptiert. Das Amtsgericht Schleswig hatte die Anerkennung der Adoption in Deutschland abgelehnt. 2013 hatten die Frauen geheiratet.

Nach deutschem Recht ist die gemeinsame Adoption eines Kindes für eingetragene Lebenspartner in Deutschland ausgeschlossen. Das Bundeskabinett hatte sich jüngst darauf verständigt, Schwulen und Lesben in eingetragenen Lebenspartnerschaften künftig zumindest die Adoption eines bereits durch den Partner adoptierten Kindes zu gestatten (Sukzessivadoption).

dpa/mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

OLG erkennt Adoption durch Homo-Paar in den USA an: Kein eklatanter Widerspruch zu deutschem Recht . In: Legal Tribune Online, 14.03.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/11344/ (abgerufen am: 31.10.2020 )

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Kommentare
  • 17.03.2014 19:31, Hebel

    Denn im Gegensatz zu einem Kind in einer Vater-Mutter-Gruppierung, erleidet das in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung heranwachsende Kind eine gewisse Deprivationssituation, da ihm der enge Kontakt mit der Gegengeschlechtlichkeit verwehrt bleibt und somit eine Art Freiheitsentzug vorliegt.
    Hirnphysiologische Gegebenheiten weisen auf die Bedeutung gegengeschlechtlicher Erziehung und damit auf die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit gegengeschlechtlicher Spiegelung für spätere Stressverarbeitung, Bindungsfähigkeit und emotionale Zwischenmenschlichkeit hin.

    Eine wesentliche neurophysiologische Basis für dieses wichtige Verhalten stellen die so genannten Spiegelneuronen dar, welche zur Grundausstattung des Gehirns gehören. Sie geben bereits dem Säugling die Fähigkeit mit einem Gegenüber Spiegelungen vorzunehmen und entsprechen so dem emotionalen Grundbedürfnis des Neugeborenen. Man geht davon aus, dass diese Spiegelneurone zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr voll entwickelt sind. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Fähigkeit zu spiegeln optimal und intensiv im familiären Bezugskreis (Mutter oder Vater) genutzt wird. Wie bei allen Nervenzellen im Entwicklungsstadium gegeben, gehen auch die Spiegelneuronen bei mangelnder Anregung zu Grunde ("Use it or lose it").
    [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014]