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Strafprozess um "Omega 55": Ex-HSH-Vorstandsriege vor Gericht

24.07.2013

Der frühere Vorstand der HSH Nordbank muss sich seit Mittwoch wegen Untreue bei einem riskanten Geschäft während der Finanzmarktkrise vor Gericht verantworten. Die angeklagten sechs Manager sollen der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein bei einem Finanzgeschäft 2007 einen Schaden von mehr als 150 Millionen Euro zugefügt haben.

Kurz nach dem Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht (LG) Hamburg wurde die Verhandlung zeitweise unterbrochen. Die Verteidigung von zwei Angeklagten beantragte, die Anklageschrift in einigen Punkten nicht zu verlesen, da sie teilweise zu wertend sei. Die Unschuldsvermutung werde dadurch nicht gewahrt. Der Vorsitzende Richter, Marc Tully, wies den Antrag allerdings zurück und setzte den Prozess mit der Verlesung der Anklageschrift fort.

Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs Angeklagten Untreue in einem besonders schweren Fall vor. Sie sollen mit einem komplizierten Finanzgeschäft im Dezember 2007 der Bank einen Schaden von 158 Millionen Euro zugefügt haben. Die Vorstände hätten auf der Grundlage der ihnen vorgelegten Unterlagen die Chancen und Risiken des Geschäfts nicht hinreichend prüfen können und damit ihre Pflichten verletzt, hieß es in der Anklage.

Zwei der Angeklagten sind zudem wegen Bilanzfälschung angeklagt, darunter der ehemalige Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher. Sie sollen das Geschäft mit dem Codenamen "Omega 55" absichtlich falsch bilanziert haben, damit die HSH Nordbank in einem Quartalsbericht einen Gewinn statt eines Verlustes ausweisen konnte. Die Angeklagten weisen alle Vorwürfe zurück.

Ein Urteil ist voraussichtlich erst im nächsten Jahr zu erwarten.

dpa/asc/LTO-Redaktion

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Strafprozess um "Omega 55": Ex-HSH-Vorstandsriege vor Gericht . In: Legal Tribune Online, 24.07.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/9206/ (abgerufen am: 12.08.2020 )

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