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Legal Tech: right­mart will Behör­den­be­scheide prüfen

23.11.2016

Das Legal-Tech-Start-up rightmart will künftig auch Bußgeld- und BAföG-Bescheide für seine Mandanten prüfen. Dazu soll die Software weiterentwickelt werden, finanzieren will rightmart dies mit einem Crowdfunding.

Zu Beginn dieses Jahres startete das Bremer Start-up rightmart mit der Überprüfung von Hartz4-Bescheiden. Die vier Gründer Jan-Frederik Strasmann, Philipp Harsleben, Dr. Philipp Hammerich und Marco Klock haben dazu eine Software entwickelt, mit der online und kostenlos die möglichen Ansprüche von Mandanten geprüft werden. Anschließend kann der Mandant rightmart mit der Durchsetzung seiner Ansprüche beauftragen.

Wie Strasmann sagt, haben bislang mehr als 3.500 Mandanten das Angebot genutzt. Die Erfolgsquote liege bei über 40 Prozent. Der Umsatz der offiziell im Mai 2016 gegründeten Online-Kanzlei erreicht eigenen Angaben zufolge fast eine Millionen Euro.

Nun will rightmart das Angebot auf BAföG- und Bußgeldbescheide ausweiten. Dazu startet das Unternehmen am 24. November eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Seedmatch, die 400.000 Euro einbringen soll. Mit dem Geld will rightmart die Software für mobile Endgeräte weiterentwickeln.

Mittels einer App sollen künftig Bescheide geprüft und Unterlagen eingereicht werden können. "Unser Ziel ist sofortige, individuelle Rechtsberatung, ohne dass der Mandant eine Kanzlei betreten muss. Durch den Abbau dieser Hürde, kann jeder seine Bescheide unkompliziert prüfen lassen", sagt Hammerich.

Zitiervorschlag

Legal Tech: rightmart will Behördenbescheide prüfen . In: Legal Tribune Online, 23.11.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/21238/ (abgerufen am: 15.06.2019 )

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Kommentare
  • 23.11.2016 12:44, Heiner

    Ich habe mir mal eben die Homepage angeschaut. Dort muss man zuerst das Datum der Bekanntgabe des Bescheides eintragen. Dann rechnet automatisch das Programm die Frist aus. Ich habe spaßeshalber mal ein Datum im Oktober eingegeben. Das Programm sagt: Frist verpasst. Was ist aber, wenn beispielsweise die Bekanntgabe gar nicht wirksam war oder eine Wiedereinsetzung in Frage käme? Das ist für mich ein sehr großer Schwachpunkt von solcher Rechtsberatung.

    • 24.11.2016 10:58, Kirche im Dorf

      Der Anspruch solcher Vorhaben ist nicht jede Unwahrscheinlichkeit des Lebens abzudecken, sondern die Dienstleistung an sich zu verbessern. Ich gehe davon aus aus, dass der Griff zum Hörer auch einer Person mit einer nicht wirksamen Bekanntgabe bei rightmart schneller hilft als die Kontaktaufnahme über das Formular bei anwalt.de mit Kanzlei xy.

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