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Kanzlei-Marketing: 10 Tipps für die Kri­sen­kom­mu­ni­ka­tion

von Susanne Krüger, MBA

11.03.2016

Anwälte stehen in heiklen Situationen nicht gern in der Öffentlichkeit. Es kann aber immer passieren, dass die Presse Wind von wichtigen Verfahren oder von Kanzleiinterna bekommt. Wie Sie darauf am besten reagieren, erklärt Susanne Krüger.

Für Anwälte gibt es zahlreiche Ereignisse, die Krisen auslösen können: Ein Haftungsfall wird öffentlich, ein Dritter lässt Deal-gefährdende Details an die Presse durchsickern, das Ausscheiden eines Partners oder Anwaltsteams wird zu früh bekannt, ein Verhandlungspartner baut Druck über Mediengerüchte auf oder Gründe für die Abwahl eines Managing Partners werden publik. Die Liste kann lang sein und ist, je nach Praxisschwerpunkten, für jede Kanzlei unterschiedlich.

Eine weitere Besonderheit ist, dass nicht nur das Bild der Sozietät bei Mandanten in der Öffentlichkeit gefährdet ist, sondern auch Ängste und Unsicherheiten bei den angestellten Anwälten hervorgerufen werden können. Denn bei der hart umkämpften Gruppe der Spitzenjuristen könnten schon Gerüchte zu Abwanderungs- und Verselbstständigungstendenzen führen - von einer Zurückhaltung auf der Bewerberseite mal ganz abgesehen. Nicht auszudenken, was zum Beispiel ein unzufriedener und vielleicht sogar aus guten Gründen gekündigter Mitarbeiter alles anrichten kann.

Presserecht allein hilft nicht weiter

"Was tun Sie im Falle einer Kommunikationskrise?" Häufig wird diese Frage abgetan, da Anwälte die Ansprüche aus dem Presserecht als konkrete Reaktionsmöglichkeiten sehen. Allerdings hilft ein Unterlassungsanspruch, eine Gegendarstellung oder ein Anspruch auf Berichtigung selten, das Problem aus der Öffentlichkeit zu halten. Die Handlungsoptionen nach dem Presserecht sind im digitalen Zeitalter zu langsam und können zudem das Verhältnis zum Journalisten nachhaltig stören. 

Zudem stehen Anwälte nicht mehr nur klassischen Journalisten gegenüber, sondern zum Beispiel auch Bloggern, die sich nicht immer an journalistische Kodizes halten. Ein weiterer erschwerender Faktor ist die kontinuierliche Verlagerung der Kommunikation ins Internet und zu den Sozialen Medien, die mit großer Geschwindigkeit Neuigkeiten verbreiten können. Wie können Sie sich also vorbereiten?

Krisenkommunikation im engeren Sinn, also die Frage, wie eine akute kommunikative Problemsituation aufgelöst werden kann, greift zu kurz. Denn professionelle Krisenkommunikation beginnt lange im Vorfeld. Sie hat zum Ziel, krisenartige Situationen schnell beizulegen und wirkliche Krisen zu verhindern oder schnell zu beenden.

Zitiervorschlag

Susanne Krüger, Kanzlei-Marketing: 10 Tipps für die Krisenkommunikation . In: Legal Tribune Online, 11.03.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/18711/ (abgerufen am: 20.06.2019 )

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