Interview mit dem Präsidenten der Bundesnotarkammer: Notare suchen Nach­wuchs

Interview von Hasso Suliak

23.07.2018

Der Job des Notars gilt als unverzichtbar - aber auch als langweilig. Der Berufstand leidet unter seinem Image, ihn plagen Nachwuchssorgen. Was seine Arbeit ausmacht und warum sie spannend sein kann, erzählt Jens Bormann im Interview.

LTO: Herr Prof. Bormann, der Historie ist geschuldet, dass es in Deutschland Gebiete mit hauptberuflichen Notaren, also sogenannten Nur-Notaren, und solchen mit Anwaltsnotaren gibt. Die etwa 1.700 Nur-Notare arbeiten u.a. in Bayern, Hamburg, dem Rheinland und den neuen Ländern. Rund 5.500 Anwaltsnotare – also Notare, die zudem als Anwalt tätig sind – finden sich z.B. in Berlin, dem westfälischen Teils Nordrhein-Westfalens, Hessen oder Schleswig-Holstein. Nicht immer war das Verhältnis zueinander harmonisch. Hat sich das geändert?

Prof. Jens Bormann: Nach der Wende hat es im Zusammenhang mit der Frage, welche Notariatsform in den neuen Ländern eingeführt werden soll, tatsächlich gewisse Unstimmigkeiten zwischen dem hauptberuflichen Notariat und dem Anwaltsnotariat gegeben. Diese sind mittlerweile aber längst überwunden. Das Notariat verfolgt heute eine völlig einheitliche Politik.  Nur so lässt sich der Berufsstand auch sinnvoll weiter entwickeln. Im Präsidium und der Vertreterversammlung der Bundesnotarkammer ziehen die Vertreter des hauptberuflichen Notariats und des Anwaltsnotariats daher an einem Strang.

(c) BNotK

Stichwort Weiterentwicklung: Die Zahl der Anwaltsnotare sinkt stetig, vor allem in ländlichen Gebieten finden sich zum Teil keine geeigneten Bewerber. Woran liegt das?

Die sinkenden Zahlen liegen einerseits natürlich daran, dass wir in den ländlichen Gebieten einen entsprechenden Bevölkerungsrückgang haben und damit auch das Urkundsaufkommen sinkt. Dies hat zur Folge, dass weniger Stellen ausgeschrieben werden. Während wir im Bereich des hauptberuflichen Notariats selten Probleme bei der Stellenbesetzung haben, ist es in bestimmten Regionen beim Anwaltsnotariat andererseits aber auch nicht immer ganz einfach. Uns treffen hier ähnliche Probleme wie in der Justiz: Es gibt weniger Absolventen der juristischen Staatsprüfungen und damit auch weniger geeignete Bewerber.

Eines muss man dabei aber klarstellen: Von einer Unterversorgung kann hier keine Rede sein. Auch in ländlichen Gebieten wird die Bevölkerung nach wie vor flächendeckend mit sämtlichen notariellen Tätigkeiten versorgt. Das geschieht mitunter auch dadurch, dass sich Anwaltsnotare verstärkt auf ihre Notartätigkeit konzentrieren.

"Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen"

Trotzdem müssen Sie etwas tun: Ein nicht unerheblicher Teil der Berufsträger ist bereits fortgeschrittenen Alters. Wie wollen Sie jungen Juristen das Anwaltsnotariat schmackhaft machen? Ein Beruf, der nach dem zweiten Staatsexamen neben einer fünfjährigen Tätigkeit als Anwalt auch noch eine Art drittes Staatsexamen erfordert?

Natürlich dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen und müssen für unseren interessanten Beruf werben. Aber schon jetzt unternehmen die Kammern des Anwaltsnotariats einiges, halten Info-Veranstaltungen ab, besuchen die Referendar-Arbeitsgemeinschaften und informieren dort die angehenden Volljuristen.

Weil Sie die vermeintlich hohen Hürden für den Beruf ansprechen: Wir wollen definitiv keine Abstriche an der Qualität der Bewerber in Kauf nehmen. Es ist daher einhellige Meinung, dass insbesondere die notarielle Fachprüfung in ihrer aktuellen Form erhalten bleiben muss.

Die Ausbildung zum Notar ist lang, sie schreckt offenbar Frauen ab: Nur jede siebte Anwaltsnotarstelle wird von einer Frau bekleidet, unter den hauptberuflichen Amtsträgern liegt der Anteil der Nur-Notarinnen bei 24 Prozent.

Notarinnen und Notare üben grundsätzlich eine selbständige Tätigkeit aus, die einerseits erhebliche Freiheiten bei der Gestaltung des Arbeitsalltags gewährt, andererseits im Grundsatz aber auch eine hohe persönliche Präsenz erfordert. Frauen, die eine Familie gründen wollen, kann das im Einzelfall abschrecken. Schaut man sich unseren "Nachwuchs" an, ergibt sich hier aber bereits eine deutlich positive Tendenz: Im Bereich des hauptberuflichen Notariats gibt es bereits rund 37 Prozent Notarassessorinnen und auch der Anteil der weiblichen Absolventen der notariellen Fachprüfung ist auf mittlerweile rund 35 Prozent gestiegen.

Auch was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbelangt, hat sich in unserem Berufsstand schon einiges getan: Im Bereich der Rheinischen Notarkammer darf man sich als Notarin oder Notar beispielsweise bis zu 100 Tage vertreten lassen, wenn man ein Kind betreut und auch die anderen Notarkammern haben recht großzügige Vertretungsregelungen entwickelt. Zudem bahnt sich eine weitere Erleichterung an: Bereits nach derzeitiger Rechtslage kann eine Notarin oder ein Notar das Amt bei Betreuung eines Kindes für ein Jahr niederlegen und hat dabei die Garantie, am gleichen Ort wiederbestellt zu werden. Nach aktuellen Reformüberlegungen soll diese Zeit auf drei Jahre ausgeweitet werden.

Beruf mit Gestaltungsfreiheit

Sie werben für einen "interessanten" Beruf. Viele stellen sich unter einem Notar allerdings eher eine Art qualifizierten Urkundsbeamten vor, dessen Job eher eintönig erscheint.

Das ist ein großer Irrtum. Notare beraten die Beteiligten neutral und zugleich umfassend. Dies bietet enorme Gestaltungsfreiheit. Grundstückskaufverträge, Gesellschaftsverträge, Ehe- und Erbschaftverträge zu entwerfen und dabei zu versuchen, die unterschiedlichsten Vorstellungen der Beteiligten juristisch einwandfrei umzusetzen, ist ein kreativer Prozess, der viel abfordert, aber auch viel Freude bereitet. Zudem haben sie es als Notar ständig mit ganz unterschiedlichen Menschen zu tun: Dem Unternehmenskauf mit Beteiligung von Großkanzleianwälten kann beispielsweise ein Grundstückskauf junger Eltern oder der Erbvertrag eines betagten Ehepaares folgen.

Die wirtschaftliche Komponente des Notarberufs dürfte für die Berufswahl ja auch entscheidend sein. Trifft es zu, dass insbesondere in den neuen Ländern manche Notare nicht mehr kostendeckend arbeiten und auf Unterstützungsleistungen aus sogenannten Notarkassen angewiesen sind?

Eine solche allgemeine Einkommensergänzung gibt es nur im Bereich der Notarkasse in Bayern und der Pfalz und im Bereich der Ländernotarkasse in den neuen Ländern. Anders als vor 15 Jahren, als in den neuen Ländern noch rund 10 Prozent Einkommensergänzung erhielten, reden wir heute aber nur noch von sehr geringen Fallzahlen. Dem liegt der Umstand zugrunde, dass die Reform des notariellen Kostenrechts hier für eine angemessene Nachbesserung gesorgt hat und die Notare auch in strukturschwächeren Gebieten letztlich natürlich auch vom wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre profitieren.

In anderen Ländern, in denen es ein solches Kassensystem nicht gibt, wird hauptberuflichen Notaren nur in besonderen Fällen eine Einkommensergänzung gewährt, etwa wenn eine sog. "Nullstelle" übernommen wird, die vollkommen neu ausgeschrieben wurde und zuvor nicht von einem anderen Notar besetzt war. Bei den Anwaltsnotaren muss die wirtschaftliche Absicherung letztlich über ihr zweites Standbein der Anwaltstätigkeit erfolgen.

Stichwort Digitalisierung: Zukünftig sollen alle neuen notariellen Urkunden in digitaler Form archiviert werden. Welche Vorzüge ergeben sich daraus für die Bürger?

Seit im Jahr 2007 der elektronische Rechtsverkehr mit den Handelsregistern eingeführt wurde, tauschen Notare bereits elektronische Dokumente rechts- und beweissicher mit den Gerichten aus. Das hat dazu geführt, dass Eintragungen im Handelsregister deutlich schneller erfolgen können. In den Bundesländern, die den elektronischen Rechtsverkehr mit den Grundbuchämtern eingerichtet haben, gilt dies auch bei Grundstücksgeschäften.

Ab dem Jahr 2022 werden Notare nun auch ihre Urkunden elektronisch aufbewahren. Dazu wird die Bundesnotarkammer ein "Elektronisches Urkundenarchiv" einrichten, das die sichere Aufbewahrung der Urkunden ermöglicht. Daraus folgt, dass sämtliche Notarurkunden zukünftig ohne Medienbruch in digitaler Form verwendet werden können. Davon werden insbesondere Gerichte, Ämter und Banken profitieren, die keine Papierurkunden mehr archivieren müssen und notarielle Dokumente in elektronischen Aktensystemen weiterverarbeiten können, ohne diese erst einscannen zu müssen. Auch für den Bürger werden sich daraus Vorteile ergeben, da Prozesse schneller und effizienter ausgestaltet werden können.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zitiervorschlag

Hasso Suliak, Interview mit dem Präsidenten der Bundesnotarkammer: Notare suchen Nachwuchs . In: Legal Tribune Online, 23.07.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/29881/ (abgerufen am: 12.12.2018 )

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Kommentare
  • 23.07.2018 11:38, Mazi

    Es ist kein Geheimnis, dass kein Berufsstand für die erbrachte Leistung so fürstlich bezahlt wird. An der Bezahlung kann es also nicht liegen.

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    • 23.07.2018 14:01, @Mazi

      Vor diesem unfassbaren Einkommen (dass es auch nur der Legende nach gibt und sehr vom Standort abhängt) liegt allerdings die Zeit als Notarassessor, die mit dem Lächerlichen Hungerlohn von R1 vergütet wird, drei Jahre dauert und danach weiß man nicht, wohin es einen verschlagen wird. Wenn man Pech hat, landet man in einem Dreckskaff in Hinterpfuiteufel, wo die Grundstückspreise niedrig und die Geschäftsanfälle selten sind. Wer tut sich das mit 12+ Punkten im Examen an, wenn er alternativ 140k/Jahr ab dem Examen machen kann?

    • 23.07.2018 14:27, Mazi

      In der Tat, ich denke an die Grundstückspreise in Ballungszentren und die wahnsinnigen Notargebühren,d die für das Vorlesen von Standardverträgen verlangt werden.

      Es ist richtig und nachvollziehbar, wenn Sie diese Unterschiede anführen.

    • 23.07.2018 14:40, Schubra

      So horrend sind die Gebühren nicht. Sie müssen auch die die lange Ausbildungs sein sehen die sie befähigt überhaupt solche Verträge zu fertigen. Sie sollten - zB beim Grundstückskauf- eher mal die weitaus höhere Maklergebühr hinterfragen

    • 23.07.2018 14:50, @@mazi

      von einem "Lächerlichen Hungerlohn von R1" zu sprechen, ist natürlich selbst lächerlich...

    • 23.07.2018 19:37, Max

      So also denken die Herren und Damen Notare über die Besoldung der Richterschaft. Gut zu wissen.

    • 23.07.2018 22:12, @Max

      Welche Notare meinen Sie, Max?

    • 23.07.2018 22:48, Mazi

      "@Mazi" oder "@@Mazi" sind differente Personen zu "Mazi".

    • 24.07.2018 16:00, @Mazi

      Sorry, aber R1 IST lächerlich in Ansehung der Qualifikation. Jeder der das anders sieht hat ganz offenkundig keine zwei vollbefriedigenden Examina und kennt nicht die Tarife, die dafür andernorts gezahlt werden. R1 mag ja viel sein - verglichen mit einem Maurer. Aber verglichen mit einem anderen juristischen Topjob ist es eher ein Witz. Da bleiben am Anfang ja nicht mal 2.700 übrig. Dafür steht ein anständiger Elektroingenieur morgens gar nicht auf.

    • 25.07.2018 11:33, Dr. A.Peus

      Niemand hindert irgendjemanden, als Elektroingenieur tätig mehr zu verdienen, wenn er denn meint. Oder auch Handwerksmeister. suum cuique. Allerdings ist inttelektual-flachbrettlerhaften Ausreichend-Juristen mancher Weg versperrt.

    • 25.07.2018 11:34, Dr. A.Peus

      Aber auch eine Meisterprüfung besteht nicht jeder!

    • 26.07.2018 10:56, @BraunerPeus

      Nazisprüche auf Latein bleiben trotzdem Nazisprüche. Schmieden Sie sich doch einen hübschen Torbogen, anstatt hier Ihre braunen Kommentare zum Besten zu geben...

    • 26.07.2018 11:59, Dr. A.Peus

      Ich weiß nicht,wer der feige anonyme @-ler hier ist. Bildung scheint ihm fern,wenn er nicht zu wissen vorgibt, dass die Weisheit suum cuique vertreten und formuliert wurde von Platon,Aristoteles, Cicero und im Gesetzbuch Justinians. Da wir hier ja nun eigentlich juristisch orientiert sind.

  • 23.07.2018 11:43, Max

    Und die Dinge, die wenig einbringen, etwa Beurkundungen bzgl. Vaterschaft, werden mit fadenscheinigen Argumenten abgewimmelt. Von "machen wir nicht" bis "Termin erst in drei Monaten" ... hähtr ich hingegen einen Hauskauf beurkunden wollen ...
    Kohle scheint nicht alles zu sein. Gesellschaftliches Ansehen gilt auch noch was. Zum Glück.

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    • 26.07.2018 11:02, @Max

      Ansehen. Wo genau kriegt man das dnnn noch?
      Ärzte? "Alles überbezahlte Kurpfuscher"
      Anwälte? "Alles Winkeladvokaten"
      Richter? "Selbstgerechte Größenwahnsinnige"
      Notare? "Faule Gelddruckmaschinen"

      Man hat doch heutzutage mehr Achtung vor jedem Handwerker. Und es wäre tatsächlich sehr schön, wenn wir einfach unabhängig vom Beruf Achtung voreinander hätten... Haben wir aber nicht. Weil Menschen eben unterschiedlich viel Wert sind. Sagen jedenfalls Herr Gauland, Frau von Strolch, Bernd Höcke und Horst Seehofer... Der sich erstaunlich homogen in die Aufzählung einfügt...

    • 26.07.2018 11:44, Dr. A.Peus

      Die Reihung ist seltsam. Herr Seehofer hat mittlere reife, war dann im mittleren (nicht gehobenen, schon gar nicht höheren ) Dienst, irgendeine Verwaltungszusatzqualifikation. Da sind die Assessoren v. Storch (Rechtsanwältin), Asssessor Dr. iur. Gauland und der Vollakademiker (Höherer Dienst, Lehramt, Oberstudienrat) Höcke doch andere Kaliber. Und zu beachten - gerade solche akademisch höchstqualifizierten Politiker haben die echte Wertschätzung gerade auch für Handwerker und Arbeiter. Darunter verstehen sie echt "Arbeitende", Schaffende" - nicht eindringende unqualifizierte Beutegeier.

  • 23.07.2018 12:14, M.D.

    Lösung: Rechtslage von vor 2010 wieder einführen, d.h. die NotFV abschaffen. Wie Magie gibt es wieder genügend Notare, wie es 100 Jahre lang davor auch keine Nachwuchsprobleme gab. So einfach kann es sein, aber für manche kann einfach nichts schwierig genug sein. Das sind die Leute, die Probleme schaffen.

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    • 24.07.2018 08:36, Ex-Referendar

      Gute Idee, das sichert auch den Landgerichten etwas Beschäftigung und hat damit positive Nebeneffekte. ;-)

    • 26.07.2018 20:53, Lucas

      Dann hätten wir wieder die Situation, dass jeder Anwalt, der die Mindestanforderungen erfüllt und bei „drei“ nicht auf dem Baum ist, zum Notar bestellt wird. Man mag mit guten Gründen das „dritte“ Staatsexamen kritisieren. Es sichert aber doch einen gewissen Qualitätsstandard der Beurkundungen und der Urkunden.
      Zwar soll die Fachprüfung die Bestenauslese gewährleisten. Angesichts der Tatsache, dass es mittlerweile in fast allen OLG Bezirken weniger Bewerber als offene Stellen gibt, läuft diese leider faktisch leer. Denn bereits die bestandene Fachprüfung die Bestellung.
      Problematisch im Bereich des Anwaltsnotariats sind vielmehr die regional sehr unterschiedlichen sog. Fallzahlen, die für die Berechnung der auszuschreibenden Notarstellen zugrunde gelegt werden. Warum bspw. in Berlin pro Anwaltsnotar 250 Urkunden jährlich rechnerisch angesetzt werden (auf deren Basis man kein funktionierendes Notariat wirtschaftlich dauerhaft betreiben kann), in Frankfurt/Main hingegen 450 Urkunden jährlich als Messgröße, erschließt sich mir nicht.

  • 24.07.2018 10:43, bergischer Löwe.

    Keine Notare, keine Ärzte, keine Soldaten - hier wird zuviel übers Geld nachgedacht.

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    • 24.07.2018 16:05, @Löwe

      WTF? Haben Sie schon mal einen Soldaten kennengelernt, der Geld verdient? A8 ist doch kein Gehalt - und das ist jetzt nur mal aus der Hüfte und kein UOffz am ersten Tag sondern Leute die Jahre bei der Truppe sind. Es ist nicht jeder Major - und selbst die werden ja nun auch wirklich nicht fürstlich entlohnt.

      Und Ärzte? Mal einen Klinikarzt fragen, was er für seine 48-Stundnn-Schicht bekommt, während der er die Verantwortung für Menschenleben trägt? Da wirds ganz finster. Nicht jeder hat eine Privatklinik am Bodensee, um fetten Managergattinnen den Bauch zu straffen...

    • 25.07.2018 09:57, bergischer Löwe.

      Nein, das Geld ist es nicht, auch wenn hier nur wohlhabende, gutverdienende Eliten zu kommentieren scheinen.

    • 26.07.2018 12:04, Dr. A.Peus

      Bergisch: Leider nein, auch feige anonyme, wie (auch) ein "braun@", der nicht einmal weiß (der so tut), woher suum cuique stammt und was es bedeutet.

    • 26.07.2018 12:39, bergischer Löwe.

      Woher stammt suum cuique und was bedeutet es? Aber Spass beiseite - man kann nicht einerseits sagen Notare verdienen "fürstlich" und andererseits konstatieren, dass es an Nachwuchs fehlt. Die beliebtesten Ausbildungsberufe sind Kaufmann oder Frau im Büro oder Einzelhandel gefolgt von Verkäufer. Verdienst im 1. Jahr um 760 €. Ca. 75.000 Ausbildende jährlich. Und hier wird ausschließlich - soweit es die Sache überhaupt betrifft - und pointiert über Geld palavert. Ich war in den letzten Wochen bei zwei Notaren - im Duisburger Süden und in der Nähe von Bergheim, einer aldeingesessen einer ganz neu. Ich möchte weder mit dem einen noch mit dem anderen tauschen.
      Die Diskussion geht hier - wie so oft - am Kern vorbei. Ich kann lto verstehen, wenn sie wiederholt die Kommentarfunktionen sperren.

    • 26.07.2018 18:06, Dr. A.Peus

      Vorsorglich bergischer: 11:59 Uhr lesen , oben! Antike macht aber nicht jedem Spaß!

    • 27.08.2018 06:35, bergischer löwe

      @ 26.07.2018 18:06, Dr. A.Peus
      Typisch "Hutbürger"!

  • 24.07.2018 18:34, Dr. A.Peus

    Herzerwärmend noch die Erinnerung daran, wie ein BNotK-Präsident, wohl im Gesetzgebungsverfahren über die UG, zu Protokoll des Rechtsausschusses mit werblich-wärmenden Worten intensiv dartat, Gründung einer kleinen Gesellschaft koste doch nur 20€ Notargebühr. Ja das tat wohl! Man wusste: wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.

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  • 26.07.2018 17:40, AS

    Bei den jungen Kollegen muss der Eindruck entstehen, dass man nur in einer Großkanzlei ein angemessenes Einkommen erzielen kann. Warum sagt der Verbandsvertreter nicht, dass man als Notar fantastisch verdienen kann?

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    • 26.07.2018 18:04, Dr. A.Peus

      Die Welt wie auch das Notariat sind bunt und vielfältig. Im NOtarkurs um 1986/87 hörten wir den launigen Spruch,: zum Notar im Notariat Köln 1 bestellt zu sein, ist wie die amtliche Erlaubnis, sich Geld zu drucken. Wie so viele zackige Sprüche gelten sie nicht flächendeckend. Die Arbeit des Notars ist vielfäig, spannend, qualitativ anspruchsvoll, fordernd, und fordert auch Rückgrat und Charakter. Ich glaube, die allermeisten Kollegen haben sie. Jüngst wurde, auch auf lro, die Frage debattiert einer Werbung bzw. angebliches Qualitätsranking für Notare, wohl angezettelt durch Juve-Aktivitäten. Ja, je nach Fachbereich gibt es Qualitätsunterschiede. Übrigens - ich hätte meine Kunde aus anwaltlicher Praxis nicht dabei missen mögen. Reputation? Nun, im allgemeinen gut. In der Bevölkerung und unter Unternehmern gibt es die Billigheimer-Gier - am liebsten ohne Notar. Das wird auch von GB- und US-befeuerten Kanzleien angestachelt. Nun, salopp gesagt: den Anwaltsnotar kratzt das weniger. Leute, die sich den Notar sparen wollten, haben hinterher nicht selten sehr erfreulich massiv und ergiebig anwaltshonorarpflichtigen und generierenden Ärger.

    • 26.07.2018 20:59, Lucas

      Dieser verbreiteten Meinung liegt die irrige Annahme zugrunde, dass alle Notare gleich verdienen. Tatsächlich gibt es innerhalb der Notare - und zwar sowohl im Bereich des Nur-Notariats als auch der Anwaltsnotare - ganz erhebliche Einkommensunterschiede. So gibt es in Hamburg ebenso wie in Berlin Notare, die 7-stellige Einkommen erzielen, und solche, die angesichts der hohen laufenden Kosten, die ein Notariat erfordert, weit davon entfernt sind.

    • 26.07.2018 21:42, AS

      Wenn man sich über Nachwuchssorgen beklagt, sollte man aber nicht über Einkommensergänzung reden. Dass die Welt der Notare bunt ist, ist doch völlig klar. Aber lt. Stat. Bundesamt handelt es sich immerhin um die bestverdienende Gruppe der Freiberufler.

    • 26.07.2018 22:19, Dr. A.Peus

      AS: Bitte Fundstelle. Ich finde dazu nichts.

    • 26.07.2018 22:24, AS

      https://www.daserste.de/information/ratgeber-service/geldcheck/wer-verdient-was-er-verdient-interview-statistisches-bundesamt-100.html

      272k im Schnitt ist doch wohl nicht so übel, oder?

    • 26.07.2018 22:49, Dr. A.Peus

      Danke. Der Hinweis im Artikel ließ sich so umsetzen: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/FinanzenSteuern/Steuern/LohnEinkommensteuer/LohnEinkommensteuer2140710137004.pdf?__blob=publicationFile Das ist zwar weder ganz frisch, noch genau die Zahl 272.000, aber die Größenordnung wie auch Relation stimmen. Also, freies Land - jeder dahin. Man kann es versuchen. Nach der Tabelle sind wohl die Nur-Notare gemeint. Da hier in der Debatte Einkommen auch von Richtern erörtert werden - bei Aktengesellschaften werden mittlerweile auch die Aufwendungen für Pernsionen ausgewiesen selbstredend als Aufwand für Organmitglieder. asselbe hat eigentlich stets für diverse Berufe im Verglech zu gelten. Notare müssen wohl selbst an Versorgungswerke einzahlen - und bekommen längst nicht Ruhestandsbezüge wie Richter, geschweige denn daraus solche Witwen- und Kinderabsicherungen. Etwas unklar ist bei destatis auch, was "Einkünfte" bedeutet. wohl nicht steuerpflichtiges Einkommen ( das wäre nach Abzug etwa von abziehbaren Vorsorgeaufwendngen zB für Versorgungskasse). Wie steht es um Gesundheits-/Heilfürsorge? KOsten?

  • 03.08.2018 19:19, AS

    Da haben Sie wohl alle in Grund und Boden geschrieben...
    Schade, dass wir hier künftig nicht mehr diskutieren können. Mit hat es eigentlich immer Spaß gemacht.

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    • 03.08.2018 21:04, Lucas

      Nun, das stimmt nicht ganz. Im Interview doch ausdrücklich bestätigt, dass im Bereich des Anwaltsnotariats es keine Einkommen Ergänzung gibt. Diese muss viel mehr durch Anwaltstätigkeit erwirtschaftet werden. Bei den hohen laufenden Kosten, in Sonderheit die Kosten für ausreichend qualifizierte Notariatsmitarbeiter , Ist das Anwaltsnotariat für viele Anwaltsnotare überhaupt nicht mit der notwendigen Qualität zu erbringen. Hier müssen die Fallzahlen erhöht werden. Denn auch in Anwaltsnotariat gibt es eine – sinnvolle und notwendige – Konzentration auf die Notariatstätigkeit. Angesichts der immer komplexeren Rechtsprechung und aktuellen Entwicklungen Notariat ist dies auch zu begrüßen. Jedoch für das auf der anderen Seite dazu, dass bei einer Bemessungsgröße von 250 Urkundennummern pro Jahr etwa in Berlin und gleichzeitig vielen sehr professionellen Anwaltsnotaren, die zwischen 1500 und 2000 Urkunden pro Jahr Produzieren, zwangsläufig viele Notariat, die mit ihren jährlichen Urkunds aufkommen nicht annährend die laufenden Kosten erwirtschaften können. Dies muss nicht, kann aber problematisch werden, wie die Beispiele der Mitternachtsnotare in Berlin gezeigt haben produzieren, zwangsläufig viele Notariat, die mit ihren jährlichen Urkundsaufkommen nicht annährend die laufenden Kosten erwirtschaften können.

    • 04.08.2018 11:15, AS

      Schön, dass Sie noch da sind, Lucas. Ich gebe Ihnen in allen Punkten recht. Die Frage ist nur: Was soll der Nachwuchs, um den es hier ja geht, damit anfangen, dass es einerseits Notare mit über 2.000 UR-Nummern im Jahr gibt und andererseits solche, die sich kaum über Wasser halten können? Das ist einer freiberuflichen Tätigkeit nun einmal immanent. Wenn das ein Problem wäre, müssten wir die Aufgaben der Notare auf staatliche Stellen übertragen. Will auch keiner, oder?

  • 28.09.2018 16:47, RP

    Über 140k lacht ein Notar, selbst in Hintertupfingen.
    Bin Notarassessor und habe mit R1 (Bund, Stufe 2) ca. 3,7k netto im Monat. Keine Sozialabgaben, beihilfeberechtigt und alle 2 Jahre Stufenaufstieg (wobei hier sogar ehemalige Tätigkeiten mitberücksichtigt werden, etwa meine vorige 2-jährige Anwaltstätigkeit in einer Großkanzlei).
    War die absolut beste Entscheidung, die Tätigkeit in der GK hinzuschmeißen und NotAss zu werden.

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    • 28.09.2018 18:35, Dr. A.Peus

      Gratulation! Vor allem könnte man mit Ludwig Erhard sagen: Freiheit. Freiheit des Einzelnen. Jeder kann eben auch für sich gewichten. Und Ihre Qualifikation war augenscheinlich auch sehr gut. Es scheint nämlich so, dass im öffentlichen Diskurs vor allem die loser, die ausreichender, die Irrelevanten schwadronieren. Allerdings auch Neidlinge, die nach einiger Zeit stets nur die Nachteile des Gewählten und Vorteile beim selbst Abgelehnten sehen. So eben auch her - worauf es ankommt, ist elitengemäße Exzellenz und Charakterstärke.

  • 28.09.2018 16:49, RP

    Würde eine Notarstelle nicht lukrativ sein, würde sie nach Ausscheiden des amtierenden Notars eingezogen/weggekürzt werden.

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