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Weimaraner-Hündin darf nicht eingesperrt werden: Hundehaltung in Autobox verstößt gegen Tierschutz

13.03.2015

Zu eng, zu wenig Ansprache: Ein Angestellter darf seine Weimaraner-Hündin während der Arbeitszeit nicht stundenlang in einer engen Box im Auto unterbringen. Das VG Stuttgart wies am Donnerstag eine Klage des Mannes gegen eine Verfügung des Landratsamts Ludwigsburg ab.

Die Autobox sei nur für den Transport bestimmt und das Tier habe darin nur eingeschränkte Bewegungsfreiheit, entschied das Verwaltungsgericht (VG) Stuttgart. Der Platz sei nicht ausreichend, auch nicht für kleine Hunde. Der Hundehalter verstoße gegen das tierschutzrechtliche Gebot der verhaltensgerechten Unterbringung, wenn er Hündin Cosima während seiner Arbeitszeit in seinem Fahrzeug einsperrt. Ein Kraftfahrzeug ist nicht für die Unterbringung eines Hundes geeignet - auf die individuelle Situation, etwa, ob der Mann das Tier in seinen Pausen bewegt, kommt es nicht an (VG Stuttgart, Urt. v. 12.03.2015, Az. 4 K 2755/14).

Die inzwischen dreijährige Cosima misst eine Schulterhöhe von 65 Zentimetern und wiegt 27 Kilogramm. Der Angestellte, Anfang 40, hatte im Sommer 2013 das Tier in einer Autobox gehalten, während er bei seiner Firma bei Ludwigsburg sechs bis sieben Stunden arbeitete. Er machte geltend, dass er sich regelmäßig um das Tier kümmere und mit ihm in der Mittagspause spazieren gehe. Als die Hündin dann anders betreut wurde, sei ihre Bindung zu ihm abgekühlt.

"Die Hündin konnte nur mit eingezogenen Kopf stehen"

Arbeitskollegen hatten Alarm geschlagen und das Landratsamt informiert. Das Auto war in einer Garage geparkt. Die Behörde verwies bei dem Verbot auf das Tierschutzrecht. Ein Aufenthalt über Stunden hinweg auf weniger als zwei Quadratmetern an regelmäßig vier Werktagen verstoße gegen das Gesetz. Bei einer Haltung im Zwinger müsse dem Tier eine Fläche von sechs Quadratmetern zur Verfügung stehen, argumentierte die Behörde.

Der Anwalt des Mannes hielt dagegen: Cosima sei es gut gegangen. Sie habe keine Ausfallerscheinungen gezeigt, weder körperlich noch psychisch. Der Vertreter des Landratsamts entgegnete: "Die Hündin konnte nur mit eingezogenen Kopf stehen."

Richter Ulrich Bartels sagte, in dem Fall gehe es nicht um die individuelle Situation des Tiers. "Ich gehe davon aus, dass es dem Hund nicht schlecht ging". Der Mann fuhr täglich etwa eine Stunde vom Alb-Donau-Kreis nach Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) zu seiner Arbeitsstätte. Den Job dort gab er inzwischen auf. Nun wird Cosima bei ihm zu Hause bereut. Dort hat sie Auslauf im Garten. Der Anwalt des Hundeebesitzers ließ zunächst offen, ob dieser gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen wird.

dpa/age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Weimaraner-Hündin darf nicht eingesperrt werden: Hundehaltung in Autobox verstößt gegen Tierschutz . In: Legal Tribune Online, 13.03.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/14933/ (abgerufen am: 22.11.2020 )

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Kommentare
  • 14.03.2015 09:17, Hannah Czerny

    Ich kenne zwar den Fall nicht und würde jetzt auch nicht urteilen wollen, inwieweit die eine oder andere Partei recht hat, aber generell würde ich mir wünschen, daß Tierschutz viel öfter tatsächlich auch durchgesetzt wird (siehe z.B. auch Fälle in der Massentierhaltung, wo z.B. Geldstrafen verhängt werden, aber der Betrieb fröhlich weitermacht wie bisher).

  • 05.03.2017 12:15, ulrike

    Ich halte es nicht für besonders tragisch wenn ein hund in einer seiner groesse entsprechenden autobox im Schatten oder einer tiefgarage mal 1stunde waehrend eines arztbesuchs oder aehnlichem gehalten wird. Voraussetzung er hst vorher und na hher zur belohnung ausreichend bewegung und mindestens zwei fenster sind einen spalt offen. Ich halte es aber fuer verwerflich und als fall fuer den Tierschutz wenn z.b.ein weimaraner zum uebernachten im auto in der box im freien untergebracht wird, z.b. bei null oder auch weniger grad aussentemperatur. Wenn er morgens bis zu einer stunde und mehr laut gibt, bis man sich um ihn kuemmert. Einmal habe ich mir die freiheit ge ommen anzurufen. Antwort der hund ist erst kurz im auto. Und man kuemmert sich. Wenn der besitzer dann sofort gassi geht die strasse entlang kann der hund wohl nicht erst kurz im auto verbracht worden sein. Ich finde das gehoert sich nicht und wenn das regelmaessig vorkommt ist es ein fall fuer den tierschutz. Wenn man einen hund nicht mit in die wohnung bringen darf in der man sich regelmaessig aufhaelt und uebernachtet muss man eine andere loesung finden und sich notfalls von dem hund trennen.

  • 05.03.2017 20:26, ulrike

    Ich halte es nicht für besonders tragisch wenn ein hund in einer seiner groesse entsprechenden autobox im Schatten oder einer tiefgarage mal 1stunde waehrend eines arztbesuchs oder aehnlichem gehalten wird. Voraussetzung er hst vorher und na hher zur belohnung ausreichend bewegung und mindestens zwei fenster sind einen spalt offen. Ich halte es aber fuer verwerflich und als fall fuer den Tierschutz wenn z.b.ein weimaraner zum uebernachten im auto in der box im freien untergebracht wird, z.b. bei null oder auch weniger grad aussentemperatur. Wenn er morgens bis zu einer stunde und mehr laut gibt, bis man sich um ihn kuemmert. Einmal habe ich mir die freiheit ge ommen anzurufen. Antwort der hund ist erst kurz im auto. Und man kuemmert sich. Wenn der besitzer dann sofort gassi geht die strasse entlang kann der hund wohl nicht erst kurz im auto verbracht worden sein. Ich finde das gehoert sich nicht und wenn das regelmaessig vorkommt ist es ein fall fuer den tierschutz. Wenn man einen hund nicht mit in die wohnung bringen darf in der man sich regelmaessig aufhaelt und uebernachtet muss man eine andere loesung finden und sich notfalls von dem hund trennen.