LTO.de - Legal Tribune Online - Aktuelles aus Recht und Justiz
 

OVG NRW zu Tätowierung: Polizei darf Bewerber ablehnen

29.09.2014

Tattoos auf den Unterarmen sind keine Seltenheit. Bei der Polizei haben sie aber nichts verloren. Das finden zumindest die Verantwortlichen in NRW. Und das OVG stützt diese Meinung. Nach einem aktuellen Beschluss der Münsteraner Richter darf der Dienstherr Bewerber aufgrund großflächiger Tätowierungen ablehnen.

Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) darf Bewerber für den Polizeivollzugsdienst ablehnen, wenn diese großflächige Tattoos tragen, die im Dienst sichtbar sind. Das stellte das Oberverwaltungsgericht (OVG) NRW im einstweiligen Rechtsschutz klar (Beschl. v. 26.09.2014, Az. 6 B 1064/14).

Der Bewerber hat an den Unterarmen tätowierte jeweils 15 cm breite und 2,5 cm hohe Schriftzüge von den Vornamen seiner beiden Töchter. Weil diese jedenfalls in Sommeruniform sichtbar wären, lehnte der Dienstherr seine Bewerbung ab. Die Begründung: Im Dienst müsse jede Individualität hinter der neutralen Erfüllung des Auftrags zurücktreten. Es bestehe die Gefahr, dass die Autorität des Polizeibeamten durch Tätowierungen beeinträchtigt werde.

Das Angebot des Bewerbers, auch im Sommer langärmlige Hemden zu tragen, fand kein Gehör. Sowohl das Verwaltungsgericht (VG) Arnsberg als auch nun das OVG wiesen seinen Antrag ab.

Die Verwaltungsvorschriften ließen es zu, dass der Dienstherr Bewerber mit sichtbaren großflächigen Tätowierungen ablehne, so die Münsteraner Richter. Diese Bestimmungen seien nicht unverhältnismäßig, schließlich seien Tattoos nicht ausnahmslos verboten. Solange sie von der Uniform verdeckt werden könnten oder nicht sonderlich auffallen, seien sie weiterhin zulässig.

Erst im Juni dieses Jahres hat eine Entscheidung des VG Darmstadt für Aufregung gesorgt, welches ein Zitat aus dem "Kleinen Prinzen" auf dem Unterarm für ausreichend hielt, um eine Polizistin nicht in den gehobenen Polizeidienst der Bundespolizei aufzunehmen

una/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

OVG NRW zu Tätowierung: Polizei darf Bewerber ablehnen . In: Legal Tribune Online, 29.09.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/13338/ (abgerufen am: 22.09.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 30.09.2014 23:37, Mißtrauischer Thomas

    Würde ich einen Mann in Polizeiuniform sehen, der offensichtlich großflächige Tattoos aufweist, so würden mir unwillkürlich Zweifel kommen, ob da tatsächlich ein echter Polizist vor mir steht, oder nicht vielleicht ein Krimineller, der sich lediglich als Polizist verkleidet hat, und mich mittels der Uniform täuschen und überfallen will.

    • 01.07.2015 15:40, Kerstin

      Wie alt sind Sie denn, misstrauischer Thomas, dass Sie bei einem Tattoo an einen Kriminellen denken? Bei Geburtsjahrgängen früher als 1950 kann ich das ja noch akzeptieren. Ansonsten würde ich sagen, kommen Sie mal in der Gegenwart an! Tattoos und Piercings sind "in", und in der heutigen Jugendkultur gang und gebe. Selbst bei Profifußballern stellen sie kein Hindernis dar.
      Wenn es wie im konkreten Fall nur um zwei Vornamen geht, kann ich das Urteil des OVG Münster in keinster Weise nachvollziehen.

    • 07.11.2015 16:03, Martin

      Das hat doch nichts mit Alter oder "Gegenwart" zu tun Kerstin ! In diesen verrückten Zeiten wird vieles was schlecht und unsinnig ist als normal angesehen, das ist doch kein Massstab.
      Wer meint er müsse sich mit Dingen zieren die früher üblicherweise bei Seeräubern und Kriminellen üblich waren soll das tun, aber er darf sich nicht wundern, wenn Ihm das hier und da Probleme bereitet. Bei der Polizei hat das nichts verloren.

  • 13.03.2017 17:20, Mr. D

    Also Mißtrauischer Thomas und Martin,
    Tattoos sind vollkommen normal und bloß, weil ihr Einfallspinsel sowas nicht versteht, heißt dass nicht, dass es schlecht ist. Eure Argumentationsweise ist schön 3. Reich.

    Mit freundlichen Grüßen

    Die Jugend

    • 13.03.2017 18:01, Martin

      Also Mr.D,

      Du möchtest uns "Einfaltspinsel" nennen und nennst uns "Einfallspinsel", das ist das Erste was mir auffällt. Abdersherum kann man das auch möglicherweise als Kompliment verstehen, denke aber eher nicht, da Du unsere begründete Meinung nicht teilst. Davon ab äusserst Du mal mir nichts, - Dir nichts Deine Meinung, lässt aber jegliche Herleitung Deiner Ansicht fehlen. Das ist Dein gutes Recht aber doch eher wertlos. Viele würde es sicher interessieren auf Grundlage welcher Fakten Du zu Deiner Ansicht kommst. Mache Dir mal die Müheund argumentiere, führe Beispiele an, verweise auf Traditionen etc..
      So ist das nicht mehr als Deine Meinung.