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Ermittlungen wegen Untreue: Causa Wendt beschäf­tigt Staats­an­walt­schaft

23.03.2017

Die Affäre um den Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, beschäftigt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt wegen Untreue. Das Verfahren läuft gegen Unbekannt.

In der Gehaltsaffäre um den Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue eingeleitet. Das Verfahren richte sich derzeit gegen Unbekannt, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Insoweit in Strafanzeigen konkrete Personen beschuldigt worden seien, habe sich gegen diese kein Anfangsverdacht ergeben. Die Aachener Nachrichten hatten zuerst darüber berichtet.

Wendt war Anfang März heftig in die Kritik geraten, nachdem bekannt geworden war, dass er trotz kompletter Freistellung für die Gewerkschaftsarbeit viele Jahre lang ein Teilzeitgehalt als Polizist des Landes NRW kassiert hatte. Bislang ist unklar, wer dafür verantwortlich ist, dass Wendt offenbar über viele Jahre hinweg ohne Gegenleistung bezahlt wurde.

Zudem hatte er als Aufsichtsrat des Versicherungskonzerns Axa über weitere Einnahmen von rund 50.000 Euro im Jahr verfügt, die er dem Land als Arbeitgeber nicht mitgeteilt haben soll. Deshalb hatte die Landespolizei auf Anweisung des NRW-Innenministeriums gegen Wendt ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Der 60-Jährige war vor wenigen Wochen als Polizist in den Ruhestand gewechselt.

dpa/acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Ermittlungen wegen Untreue: Causa Wendt beschäftigt Staatsanwaltschaft . In: Legal Tribune Online, 23.03.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22460/ (abgerufen am: 27.01.2021 )

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Kommentare
  • 23.03.2017 23:56, Keller

    Also kein Anfangsverdacht gegen Rainer Wendt? Hat Wendt möglicherweise die Zahlungen auf sein Konto gar nicht bemerkt und ist erst durch die Report-München-Recherche darauf aufmerksam geworden? Und hat dann vor lauter Überraschung nur irrtümlich behauptet, "sein Minister" wisse Bescheid? So dass deshalb auch kein Anfangsverdacht gegen Ralf Jäger besteht?! Ja, das klingt plausibel - in Düsseldorf, zehn Wochen vor der Landtagswahl.

    • 24.03.2017 04:17, Botlike1337

      Meiner Ansicht nach wird Wendt gar nicht zum Personenkreis des § 266 StGB gehören. Oder hat ein Polizist eine Vermögensbetreuungspflicht für die Staatskasse?

    • 24.03.2017 19:59, Keller

      Eine Vermögensbetreuungspflicht hat Wendt sicherlich nicht. Doch es kommt eine strafbare Teilnahme in Betracht, namentlich Anstiftung.

  • 24.03.2017 18:47, Noah

    Muss ja eine lustige Konstellation sein, wenn dann die Staatsanwaltschaft mit Hilfe der Polizei Durchsuchungen beim Innenministerium durchführen muss um die Personalakte von Herrn Wendt und die Gehaltsanweisungen zu finden.