AG Frankfurt beschäftigt sich mit Waffennarr: Gra­na­ten per Post be­stellt, Flak-Roh­re im Keller

07.07.2015

Flak-Rohre im Keller und Granaten in der Post? Vor dem AG Frankfurt muss sich seit Dienstag ein Waffennarr verantworten, der das Kriegsgeräte per Flugzeug nach Deutschland beordert hatte.

Weil er bei einem US-amerikanischen Händler Granaten bestellt und darüber hinaus Flak-Rohre und mehrere Pistolen im Keller aufbewahrt hat, muss sich seit Dienstag ein 53 Jahre alter Mann aus Rheinland-Pfalz vor dem Amtsgericht (AG) Frankfurt verantworten. Die Anklage legt ihm Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz (KrWaffKontrG) zur Last.

Der Angeklagte hatte den Händler angewiesen, die Granaten per Post nach Deutschland zu schicken. Auf dem Frankfurter Flughafen wurde das Paket jedoch geöffnet und statt des Paketboten kam die Polizei zu dem Empfänger, um dessen Haus zu durchsuchen. 200 Kilogramm an Waffen und Munition wurden dabei beschlagnahmt.

Vor Gericht räumte der Mann aus dem Kreis Germersheim den Waffenbesitz ein. Er habe aber mit diesem Hobby mittlerweile "nichts mehr am Hut", sagte er. Bei der Bestellung in den USA sei er davon ausgegangen, dass es sich lediglich um leere Granatenhülsen gehandelt habe. Zollbeamte stellten in dem Paket jedoch schweres Geschütz fest. Die Beamte sollen bei einem zweiten Verhandlungstermin als Zeugen gehört werden. Danach will das Gericht entscheiden, ob noch eine Bewährungsstrafe möglich ist.

dpa/avp/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

AG Frankfurt beschäftigt sich mit Waffennarr: Granaten per Post bestellt, Flak-Rohre im Keller . In: Legal Tribune Online, 07.07.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16124/ (abgerufen am: 19.10.2018 )

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Kommentare
  • 07.07.2015 17:51, Synonym

    Bewährung sollte nicht in Frage kommen. Illegaler Waffenbesitz ist kein Spaß!

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 07.07.2015 20:23, El Oso

      Im Gegenteil wäre alles andere als eine Bewährung absurd. Nichts deutet darauf hin, dass der Mann damit jemanden erschießen oder irgendetwas in die Luft jagen wollte. Jemanden für ein (bescheuertes) Hobby, mit dem er niemandem geschadet hat, ins Gefängnis zu schicken, wäre hochgradig absurd.

    • 08.07.2015 08:19, Metropolis

      Nicht der Käufer sollte bestraft werden, sondern
      der Verkäufer, im Besitz hatte er die Granaten (-hülsen)
      wohl noch nicht!

    • 08.07.2015 08:21, Metropolis

      Ich bestell mir jetzt auch ne G38, ach so is gar keine
      Kriegswaffe, weil es eh vorbei schießt!

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