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Prof. Dr. Pannen Rechtsanwälte: Flughafen Lübeck ist insolvent

28.04.2014

Vor wenigen Tagen hat das Amtsgericht Lübeck das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der Yasmina Flughafenmanagement GmbH angeordnet. Yasmina ist die Betreibergesellschaft des Regionalflughafens Lübeck-Blankensee. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Klaus Pannen bestellt.

Der seit fast 100 Jahren bestehende Flughafen wird im Rahmen der vorläufigen Insolvenzverwaltung uneingeschränkt fortgeführt. Er prüfe derzeit die Möglichkeit der Sanierung der Yasmina Flughafenmanagement GmbH, sagte Insolvenzverwalter Prof. Dr. Klaus Pannen, Namensgeber von Prof. Dr. Pannen Rechtsanwälte. Auch Gespräche mit potentiellen Investoren sollen kurzfristig aufgenommen werden.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der bisherige Eigentümer, der ägyptische Investor Mohamad Rady Amar, seine Anteile an der 3-Y-Logistic und Projektbetreuung GmbH verkauft hat. Das ist die Muttergesellschaft der Yasmina Flughafenmanagement GmbH. Neuer Inhaber und gleichzeitig Geschäftsführer der Yasmina ist der Berliner Geschäftsmann Adam Wagner. Sowohl Wagner als auch Amar sind Medienberichten zufolge nicht erreichbar, daher wurde als Notgeschäftsführer Siegmar Weegen eingesetzt. Dieser hat dann die Insolvenz angemeldet.

Amar hatte den Regionalflughafen im vergangenen Jahr für den symbolischen Preis von einem Euro kaufen können, weil er Investitionen von 20 Millionen Euro bis zum Jahr 2018 zugesagt hatte.

Beteiligte Personen

Prof. Dr. Pannen Rechtsanwälte für Yasmina Flughafenmanagement GmbH

Prof. Dr. Klaus Pannen, Insolvenzverwaltung

Beteiligte Kanzleien

Quelle: Prof. Dr. Pannen Rechtsanwälte, dpa/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Prof. Dr. Pannen Rechtsanwälte: Flughafen Lübeck ist insolvent . In: Legal Tribune Online, 28.04.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/11810/ (abgerufen am: 21.08.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 28.04.2014 21:37, Albert

    Besteht nicht die Gefahr eines Konfliktes eventuel widerstreitender Interessen, wenn ein Insolvenzverwalter, der die Interessen der Gläubiger wahrnehmen soll, zugleich Mitinhaber und Chef ausgerechnet der Rechtsanwaltskanzlei ist, welche die Schuldnerin vertritt?
    Sowas kommt zwar in der Praxis nicht selten vor, aber ich finde das sich die Frage trotzdem stellt.

  • 29.04.2014 00:50, Düsseldorfer Berliner

    War es nicht der teilweise aus deutschen Steuergeldern finanzierte Flughafen Lübeck, der der irischen Billigfluglinienie Ryanair großzügige Geldspenden hat zukommen lassen?
    Wer so mit dem Geld um sich wirft, braucht sich wohl nicht zu wundern, wenn er insolvent wird.
    Und zu allem Überfluss versucht Ryanair auch noch mit Hilfe von so geschaffenen Dumpinpreisen der seriösen Konkurrenz Marktanteile wegzunehmen.
    Falls es hierzulande bei Air-Berlin nun einen drastischen Stellenabbau gibt, haben wir das wohl auch ein Stück weit Ryanair sowie dem Ryanair sponsorenden Flughafen Lübeck zu verdanken.

  • 29.04.2014 00:58, Wikipedia Leser

    Das Landgericht Kiel entschied am 8. August 2006, dass eine eventuelle Unterstützung, die Ryanair vom Flughafen Lübeck erhalten haben könnte, nicht rechtmäßig sei. Der Flughafen Lübeck wurde vom Landgericht aufgefordert, die Verträge mit Ryanair offenzulegen. Der Flughafen hat gegen diesen Entscheid Einspruch eingelegt. Das Oberlandesgericht Schleswig hat dem Flughafen Lübeck Recht gegeben. Gegen diese Entscheidung strengte Air Berlin ein Revisionsverfahren vor dem BGH an. Ist das Verfahren eigentlich inzwischen entschieden?
    Und wird der Insolvenzverwalter nun die Veträge zwischen dem Flughafen Lübeck und Ryanair offenlegen, sowie die von Flughafen Lübeck an Ryanair erfolgten Zahlungen zurückfordern?