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Arbeitszeiten in Kanzleien: Uner­reich­bare Stun­den­vor­gaben?

von Bernfried Rose

06.06.2017

Rund 2.000 Billable Hours sollen Anwälte in Großkanzleien pro Jahr produzieren, ihre Kollegen in mittelständischen Kanzleien schaffen oft nur die Hälfte davon. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz? Ein Kommentar von Bernfried Rose.

Rund 1.000 abgerechnete Stunden im Jahr – das schaffen Wirtschaftsrechtler in unserer Kanzlei durchschnittlich. Wenn Sie in einer Großkanzlei tätig sind, empfinden Sie jetzt vermutlich irgendetwas zwischen Verwunderung und Mitleid. Bei Ihnen müssen schon viele Berufsanfänger 1.500 oder mehr "Billable Hours" produzieren. Jetzt lese ich, dass die Grunderwartung in zahlreichen Kanzleien bei "deutlich mehr als 2.000 Billable Hours" liegt.

Da würden wir auch gerne hinkommen, wenn wir nur wüssten wie. Dabei sind unsere Voraussetzungen gar nicht so schlecht. Der typische Anwalt unserer Kanzlei ist Fachanwalt mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung, betreut Mittelständler, arbeitet Vollzeit und hat in der Regel mehr Mandatsanfragen als er annehmen kann. Trotzdem nur rund 1.000 Billable Hours. Was läuft schief bei uns?

Problem: der Acht-Stunden-Tag

Starten wir unsere Analyse mit nackten Zahlen. Das Jahr hat 52 Wochen. Zieht man davon sechs Wochen Urlaub, zwei Wochen für Feiertage, eine Woche für Fortbildungsveranstaltungen, Seminare, Kanzleiveranstaltungen, Betriebsausflüge etc. ab, verbleiben etwa 43 Wochen. Berücksichtigt man noch eine Woche Ausfall durch Erkrankung (der Durchschnittswert liegt bei zwei Wochen), landet man bei 42 effektiven Arbeitswochen eines Anwalts.

Bei einer Fünf-Tage-Woche und der gesetzlichen Höchstarbeitszeit von täglich durchschnittlich acht Stunden kommt man auf eine jährliche Arbeitszeit von 1.680 Stunden. Wir kontrollieren die Einhaltung der 40-Stunden-Woche mit einer Zeiterfassung. Erfordert ein Mandat Überstunden, werden diese bei nächster Gelegenheit abgefeiert. Sie sehen schon – so wird das bei uns nichts mit den 2.000 Billable Hours.

Vermutlich nutzen hier die Großkanzleien die Möglichkeit des Arbeitszeitgesetzes, von einer Sechs-Tage-Woche auszugehen, obwohl der Samstag auch dort vielleicht gar kein regulärer Arbeitstag ist. Mit diesem Trick könnten auch wir die zulässige Anwesenheitszeit auf 2.016 Stunden erhöhen.

Der Unterschied zwischen Anwesenheit und Billable Hours

Damit ist das größere Problem aber noch nicht aus der Welt. Und dieses ist hausgemacht: Bei uns wird dem Mandanten nur die Zeit in Rechnung gestellt, die wir mit der Bearbeitung seines Auftrags verbringen. Leider gibt es eine schrecklich lange Liste mehr oder weniger unvermeidbarer Tätigkeiten, die nicht dazu gehören. Hier einige Beispiele:

-    Akquise, zum Beispiel durch Vorträge, Fachveröffentlichungen oder ein Abendessen mit dem Mandanten
-    Mandatsanbahnung: Es sind Anfragen per Telefon oder Email zu beantworten, Konditionen müssen verhandelt werden, es gilt, Vorgaben für die Aktenanlage zu erstellen und so weiter.
-    Laufende Fortbildung: etwa durch das Studium von Fachzeitschriften oder juristischen Newslettern
-    Mandatsverwaltung: Mitwirkung bei der Rechnungserstellung oder Inkasso etc.

Summiert man diese Tätigkeiten auf mindestens sechs Stunden pro Woche, schrumpfen die möglichen abrechenbaren Stunden schon wieder auf 1.764 jährlich.

Zitiervorschlag

Bernfried Rose, Arbeitszeiten in Kanzleien: Unerreichbare Stundenvorgaben? . In: Legal Tribune Online, 06.06.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/23109/ (abgerufen am: 24.05.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 06.06.2017 11:27, Gewusst, wie

    Auch mit Prädikatsexamina war mir schon immer klar, mich nicht an eine Großkanzlei zu verkaufen. Ich möchte nebenher noch leben und mein Kind aufwachsen sehen =) Dafür bedarf es natürlich einer Ehepartnerin, die das nachvollziehen kann und nicht in Saus und braus leben möchte.

    • 07.06.2017 08:41, Daniel Grosse

      Das ist 100-prozentig nachvollziehbar!

  • 06.06.2017 12:14, M

    Bemerkenswert ist, dass für das Thema "LegalTech" in den lto-Artikeln stets ein Platz reserviert zu sein scheint ;)

    • 06.06.2017 14:28, Sponsored?

      Wenn sonst keiner das Thema "legal tech" hypt, hypt es eben LTO.

  • 06.06.2017 12:21, Maximus Pontifex

    Das Zauberwort lautet wie immer: 40-Stunden-Woche.

  • 06.06.2017 12:49, boris maskow

    einfach ein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt zahlen, das das Dreifache der Bezugsgröße nach § 18 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch überschreitet, dann § 18 ArbZG genießen

    • 06.06.2017 13:07, Das wird nicht klappen!

      Zu kurz gedacht. Einfach mal in die Kommentierungen zu § 5 BetrVG schauen. Es ist völlig unbestritten dass Abs. 4 Nr. 4 nur dann anwendbar ist, wenn erstens Zweifel bei der Subsumtion unter Nr. 3 des Abs. 3 Satz 2 und zweitens über Abs. 4 Nr. 3 bestehen. Dass angestellte RA aber die Voraussetzungen von Abs. 3 Satz 2 typischerweise nicht erfüllen, liegt auf der Hand.

  • 06.06.2017 12:59, D.R.

    Sehr viele Billable Hours kommen zustande, indem auf bereits Bestehendes zurückgegriffen wird. Selbstverständlich werden Standards, die ein Anwalt einmal sehr sorgfältig und mühsam ausgearbeitet hat (und in dieser Höhe auch dem Erstmandanten hierfür nicht in Rechnung gestellt wurde), mit mehr Arbeitszeit in Rechnung gestellt, als es dauert, diese Unterlagen herauszusuchen und hinsichtlich Kleinigkeiten anzupassen.
    So kommt man - mit steigender Berufserfahrung umso häufiger - auf bspw. 1 Billable Hour, für die man lediglich 10 Minuten investiert hat. Dies gilt nach meiner Erfahrung umso mehr bei Mittelständlern als Mandanten, da diese sehr viel häufiger Standards anfragen.

    • 06.06.2017 13:20, RealityCheck

      Das ist aber dann auch entweder wieder "Beschiss am Mandanten", denn man stellt ihm Arbeit in Rechnung, die man gar nicht erbracht hat, oder aber Arbeit, die man dem anderen Mandanten nicht in Rechnung gestellt hat. Unter dem Strich kommt man bei der zweiten Alternative daher nicht zu einer Erhöhung der abrechenbaren Stunden.
      Also sind wir wieder bei Alternative Nummer 1: Dem Beschiss am Mandanten, wenn man ein leicht angepasstes Vertragsmuster - dessen Erstellung von Null auf sicherlich unbestritten zehn Stunden oder mehr in Anspruch genommen hätte - statt mit der tatsächlichen Arbeitszeit von 30 Minuten eben mit mehreren Stunden in Rechnung stellt.

    • 07.06.2017 14:55, D.R.

      Ich empfinde es als praxisnahen und fairen Kompromiss.
      Zum einen werde ich nicht jedes Mal erneut von vorne anfangen, wenn ein Mandant bspw. einen Leitfaden zum Ausspruch arbeitsrechtlicher Kündigungen anfragt, wenn ich einen solchen bereits einmal erstellt habe. Selbstverständlich werde ich darauf zurückgreifen.
      Zum anderen werde ich dem ersten Mandaten kaum (beispielsweise) 10 Arbeitsstunden für die Ausarbeitung in Rechnung stellen, den darauffolgenden Mandaten nur (beispielsweise) 10 Minuten (weil der erste Mandant zufällig für diese "mitgezahlt" hat).
      Wenn stattdessen jeder Mandant einen Preis von (beispielsweise) 2 Arbeitsstunden zahlt, hat meines Ermessens jeder etwas davon.

    • 08.06.2017 07:05, SAS

      Dann bietet man eine fixed fee an, aber man schreibt nicht einfach ohne Absprache mehr Stunden auf. Letzteres ist m.E. strafbarer Betrug.

    • 08.06.2017 11:23, D.R.

      Das ist "nur" eine Frage der externen Abwicklung und selbstverständlich der richtige Weg - wie das intern gerechnet wird (nämlich als Billable Hours) ist mE eine andere Frage.

    • 08.06.2017 16:38, Tim

      Die Lösung wäre hier über eine Anpassung des Stundenlohns zu reden. Bei früherer Expertise kann man eigentlich auch mehr Geld verlangen. Aber das ist wiederum schwer, dem Mandanten zu verkaufen.

  • 06.06.2017 13:27, Dante

    40h-Woche, da ist der Clou. Einfach mal als Praktikant oder wiss. Mit. reinschnuppern, dann sieht man ja, wie lang die Arbeitstage gehen :). Zudem, wer eine 40h-Woche will, sollte vielleicht woanders hin. Gibt genug Großkanzleien, die sich sogar mit hohen Arbeitszeiten brüsten.

  • 06.06.2017 13:53, Jemand_NRW

    Schöner Artikel - auch die Sache mit dem HSV :D

  • 06.06.2017 14:25, Mark

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Das Verlangen von unerreichbaren Stunden ist schon ein kleines Problem. Hierbei ist es sicherlich immer ratsam, sich an einen Rechtsanwalt zu wenden: http://www.kanzlei-am-markt-hoexter.de/

    • 07.06.2017 09:02, Ex-M&A'ler

      Dass es schon wieder regnet, ist schon ein kleines Problem. Hierbei ist es sicherlich immer ratsam, sich an einen Rechtsanwalt zu wenden.

    • 07.06.2017 12:45, Praktikant

      Hoexter, Sie müssen Ihre Praktikanten besser schulen. Langsam fällt es auf..

  • 06.06.2017 15:42, Fake News

    Wenngleich sich der Beitrag zugegebenermaßen gut liest und zuweilen sogar amüsant ist, ist die dahinter stehende Motivation des Autors - Namenspartner einer "nicht-betrügerischen" und "Arbeitsgesetz-konformen" kleineren Sozietät - augenscheinlich.

    Das Ziehen von Rückschlüssen aus zweifelhafter (oder sogar gänzlich fehlender?) Faktenlage und die Darstellung von Halbwahrheiten scheint also nicht nur in der aktuellen politischen Diskussion sonderlich en vogue zu sein.

    Die hier erfolgende pauschale Herabwürdigung von Großkanzleien - ja sogar der Vorwurf rechtswidrigen Verhaltens! - soll so jedenfalls nicht unkommentiert bleiben. Nach vielen Jahren im Dienste der "dunklen Seite der Macht" kann ich die erhobenen Vorwürfe weder teilen noch nachvollziehen.

    (1.) Wenngleich Vorgaben von 2000 Stunden wohl angeblich vorkommen sollen, bildet dies absolute Ausnahmen. Worauf stützt Herr Rose überhaupt seine verallgemeinernde Behauptung "rund 2.000 Billable Hours sollen Anwälte in Großkanzleien pro Jahr produzieren" ? Ernsthafte Untersuchungen hierzu bestätigen diese Darstellung jedenfalls nicht (vgl. z.B. http://www.juve.de/nachrichten/namenundnachrichten/2016/05/billable-hour-vorgaben-fuer-berufsanfaenger-von-250-bis-zu-1-900-stunden-im-jahr).

    (2.) Ob derartige Vorgaben - sollte es diese tatsächlich vereinzelt geben - dann auch erreicht werden, wird bezweifelt. Auch dies wäre für die erhobenen Vorwürfe aber unabdingbar.

    (3.) Entgegen der reinen Wortbedeutung, werden im Übrigen in aller Regel - je nach Kanzlei - auch umfassend Tätigkeiten als "Billable Hours" erfasst, welche per se nicht zur Abrechnung gebracht werden sollen (z.B. Marketing, Fortbildungen, Pro-Bono Tätigkeiten usw.). Es handelt sich somit im Ergebnis in der Regel um nichts anderes als einen Faktor zur Bestimmung der Produktivität, losgelöst von "reiner" Mandatsarbeit".

    Das Verfassen dieses Kommentars wurde meinen Mandanten jedenfalls nicht in Rechnung gestellt. Ebenso wenig muss ich dafür am Wochenende nacharbeiten. All dies, obwohl ich in einer Großkanzlei arbeite...

    • 07.06.2017 12:24, Wer's glaubt...

      ...wird bekanntermassen seelig !

    • 09.06.2017 13:42, Jemand_NRW

      mal nur zu den Billable Hours:
      Sie werfen dem Autor vor, dass die angegebenen 2.000 h übertrieben seien und geben zum Beleg einen Bericht an, wonach bei Berufsanfängern bis zu 1.900 h üblich seien...

      Ihr Ernst? Wegen einer Abweichung von lächerlichen 5%, die noch dazu ausdrücklich nur bei Berufsanfängern besteht, wollen Sie dem Autor jetzt ans Bein fahren???

    • 11.06.2017 09:12, le D

      "Ihr Ernst?"

      Großkanzleiameise halt...

    • 13.06.2017 09:59, Fake News

      @Jemand_NRW: Nein, ich möchte hier niemandem ans Bein fahren. Ich habe nur Probleme damit, populistische Meinungskundgaben auf alternativer Faktengrunde widerspruchslos zu akzeptieren.

      Es geht auch nicht um eine Abweichung von 5% (lesen!). Arbeite seit einigen Jahren in einer internationalen Großkanzlei; Vorgaben in Sachen "Billable Hours" gibt es bei uns nicht. Mein Durchschnitt über die letzten 5 Jahre lag bei knapp 1.500 Stunden.

      @le D: Vielen Dank für Ihren wertvollen Beitrag. Sachliche Argumentation durch Beschimpfungen zu ersetzen spricht für sich.

      Schönen Tag an Alle!

  • 06.06.2017 17:04, Eljustitio

    An Fake News: Besser wäre es, sich sachlich mit der Aussage auseinanderzusetzen.

    Natürlich werden Stundenvorgaben gemacht, natürlich wird die Produktivität eines Associates nach billable hours bemessen und natürlich liegen die Zahlen, die das Unternehmen Wirtschaftskanzlei erwartet, irgendwo zwischen 1.4 und 2.0 Std p.a. Dass das "nur Rechengrößen" sind, ist klar. Aber dass eben der einzelne danach bemessen wird und alle Anwälte, die Großkanzleien von innen kennen, wissen, dass man durchaus ein paar Jahre lang 1.600 - 2.000 Std. gut erreichen kann, stimmt auch. Billable hours sind nicht gebillte hours. Rechnerisch ist das nur möglich, wenn der Associate, der das leistet, eben keine Veranstaltungen besucht, non-billable-Aufsätze schreibt oder aufwändige Akquisegespräche führt, die Zeit fressen. Nach dem HSV fragen und Kaffeeholen bleibt dann übrig und ist ok. Und den Rest erledigen Pauschal-Akten, auf die viel gebillt wird, was sowieso nicht abgerechnet wird, und die Abendstunden von 18 - 22 Uhr, wenn man in Ruhe abarbeiten kann.

  • 07.06.2017 08:59, Ex-M&A'ler

    Wenn man schon in der allererstem Prämisse einen grundsätzlichen Fehler macht, dann hat die ganze Deduktion keinerlei Wert. Natürlich gibt es in der Welt der Wirtschaftskanzleien keine 8-Stunden-Tage! Und das weiß auch Herr Rose sehr genau, der es immerhin geschafft hat, die 200 Stunden Billable Hour-Vorgabe zu recherchieren. Dann trotzdem darauf einen ganzen Artikel zu basieren, ist doch völlig scheinheilig! Und im Ergebnis dem Großkanzlei-Anwälten zu unterstellen, sie würden ihre Mandanten betrügen, ist eine Pauschalverleumdung!
    Anständig geschrieben hätte der Artikel darlegen können, worin die Unterschiede in der Tätigkeit in einer Großkanzlei vs. mittelständischer Kanzlei liegen und welche Konsequenzen das hat, für Arbeitszeit, Gehalt, Freizeit, Lebensglück. Aber so ist der gesamte Artikel einfach nur dummes Geschwätz wider besseres Wissen des Autors.
    Und zum Inhaltlichen: Natürlich arbeitet man in der Großkanzlei, besonders im Bereich M&A, deutlich mehr als 8 Stunden am Tag oder 40 Stunden in der Woche. War selbst mal in der Mühle und weiß wovon ich rede (wie die meisten anderen hier mit Ausnahme des Autors). Und natürlich gibt es unterschiedliche Abrechnungspraktiken. Wenn ich zB zu einer Verhandlung in eine andere Stadt geflogen bin, dann beginnt die abzurechnende Zeit mit Verlassen des Büros oder der Wohnung, dh zB um 5.30 Uhr, und endet bei Rückkehr um 0.30 Uhr. Das ist standesrechtlich zulässig, den Mandanten bekannt und allgemein üblich. Bleibe ich nach zwei solchen Tagen dann Mittwoch bis Freitag zu Hause? Klar dass da mehr als 40 Stunden in der Woche zusammenkommen.Und natürlich kontrolliert keiner die 40- (oder 48-)Stunden-Vorgabe des Arbeitszeitgesetzes.
    Und natürlich hat man als Associate nicht den ganzen "Overhead" wie ein Partner (vor allem einer mittelständischen Kanzlei). Keine oder weniger Akquise, keine Vorträge, keine Kanzleiorganisation.
    Das alles erklärt, warum man in der Großkanzlei sagen wir 30% mehr Stunden arbeitet, 50% mehr Billables erreicht und 100% mehr Honorare erzielt (Umsatz pro Berufsträger 600-800k vs. in mittelständischen Kanzleien 200-400k). Zahlen natürlich nicht belegt, es geht mir ums Prinzip. Je nachdem, wieviel von den Honoraren bei einem selbst hängenbleibt, muss man dann sehen, ob es einem das wert ist, denn natürlich geht die Freizeit gegen Null, weil man ja dummerweise auch noch schlafen muss.

    • 08.06.2017 10:47, Fake News

      @ Ex-M&A'ler: ...stimme Dir voll und ganz zu! Die Intention des Verfassers bei seiner Darstellung "alternativer Fakten" liegt m.E. auf der Hand!

  • 07.06.2017 11:00, Peter Wassermann

    Das Gespräch, ob der HSV absteigt, fällt ja zum Glück sehr kurz aus: Ja.

  • 07.06.2017 11:12, WissMit

    @ Ex-M&A'ler: Sie übersehen schlicht und ergreifend § 23 ArbZG. Es darf schlicht nicht mehr als 8h im Schnitt pro Tag gearbeitet werden.

    Ich finde es übrigens ganz erstaunlich, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt oder die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen der Nichtverfolgung von § 23 ArbZG seit Jahren Strafvereitelung begehen. Die Voraussetzungen von § 23 ArbZG sind so offensichtlich bei Großkanzleien erfüllt. Jeder Eingehungsbetrug wirkt dagegen wie der Katzenkönig. Und mit Eingehungsbetrügerein halten sich Amtsgerichte auch keine 5 Minuten auf.

    • 07.06.2017 15:54, Ex-M&A'ler

      @WissMit:
      Nein, § 23 und auch die ganzen anderen Schönwetternormen am Anfang des ArbZG übersehe ich natürlich nicht! Aber wir sind doch hier nicht bei Christian Morgenstern, was nicht sein darf das nicht sein kann! Es darf auch nicht im Halteverbot geparkt werden, und stellen Sie sich vor, das passiert TROTZDEM!!!
      Und wenn man in einem Aufsatz die Behauptung, Großkanzleien würden ihre Mandanten betrügen, weil sie mehr als die tatsächlich gearbeitete Zeit abrechnen, darauf stützt, dass niemand mehr als 8 Stunden am Tag arbeiten DARF, dann ist das einfach nur lachhaft und es verbietet sich eigentlich jede Auseinandersetzung damit.
      Als nächstes kommt er und sagt es gibt kein Verbrechen weil das ja verboten ist...

    • 07.06.2017 16:50, Dante

      Es wären wohl mehr als nur die beiden Staatsanwaltschaften ;)

    • 08.06.2017 13:20, WissMit

      @ Ex M&A'ler: Man darf nicht im Halteverbot parken und stellen Sie sich vor, anders als für die beharrliche Überschreitung der Arbeitszeit, werden Sie dafür auch mitt Bußgeldern belegt ;-)

      Ja es wären wohl mehr als diese beiden. Bei den beiden steht es aber gewissermaßen auch auf der Stirn, wenn man auch Zweifel am Vorsatz haben kann.

    • 09.06.2017 08:44, AB

      Ex-M&A'ler, der Ton des Artikels scheint ein bisschen an Ihnen vorbei gegangen zu sein. Der Autor behauptet gar nicht, dass Großkanzleien ihre Mandanten betrügen, weil niemand mehr als 8 Stunden arbeiten darf, er leitet bloß her, dass sie ihre Mandanten betrügen müssten, wenn sie nicht gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen würden. Um das Betrügen von Mandanten geht es nicht wirklich.

    • 09.06.2017 10:23, D.R.

      Sie übersehen leider § 3 Satz 2 ArbZG "Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden." Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass Werktage den Samstag einschließen, ergeben sich 48 zulässige Wochenstunden (8 x 6), nicht 40 (8 x 5).

      Darüber hinaus gilt das ArbZG nicht für Selbständige, § 18 ArbZG.

  • 30.06.2017 14:51, Kleinkanzlei

    Interessant wäre mal der Vergleich des Stundenlohns der Großkanzleianwälte mit dem Rest. Vielleicht sollten wir mal die Kollegen des Autors fragen, ob sie so zufrieden sind, wie sie aussehen: https://www.rosepartner.de/team.html

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