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Associate-Vergütung: "Wer mehr arbeitet, soll auch mehr ver­dienen"

Interview von Dr. Anja Hall

10.05.2017

Während immer mehr Law Firms ihren Associates anbieten, die Stundenzahl zu reduzieren, führt DLA Piper eine Vergütungsstruktur ein, die den belohnt, der am meisten arbeitet. Stefan Engels findet das weniger paradox, als es den Anschein hat.

LTO: DLA Piper hat zum Februar eine neue Vergütungsstruktur für die Associate-Gehälter eingeführt. Wie kam es dazu, Herr Professor Engels?

Prof. Dr. Stefan Engels: Wir haben zum einen auf unsere Mitarbeiter reagiert, die sich über eine Intransparenz bei der Bezahlung beklagten. Zum anderen wollten wir für den Markt ein attraktives Gesamtpaket schnüren. Wir haben deshalb einerseits das Grundgehalt angehoben. Andererseits haben wir einheitliche Erhöhungen pro Berufsjahr eingeführt. Neu ist, dass diese Gehaltsstruktur für alle gleich ist, egal ob es sich um ein Eigengewächs handelt oder um einen Anwalt, der von einer Kanzlei zu uns gewechselt ist, die zu den Spitzenbezahlern gehört.

LTO: Neben dem Grundgehalt gibt es neuerdings auch den "Zielbonus", eine variable Komponente, gestaffelt nach der Zahl der Billable Hours: Wer 1.750 Stunden auf Mandaten arbeitet, bekommt einen Bonus von 10.000 Euro, bei 2.150 Billables sind es 30.000 Euro. Setzen Sie damit nicht die falschen Anreize, indem Sie Anwälte belohnen, die sich womöglich überarbeiten?

(c) DLA Piper 

Engels: Im Gegenteil. Wir wollen nicht, dass jetzt jeder so viel wie möglich arbeitet. Wissen Sie, in den ganzen Diskussionen um die Spitzengehälter wird selten offen über die Zahl der Stunden gesprochen, die erwartet werden. Wir machen es hier aber einmal transparent. Unsere Grunderwartung variiert in Deutschland aktuell von Praxisgruppe zu Praxisgruppe zwischen 1.450 und 1.600 Stunden.

"Kein Geheimnis, dass viele Kanzleien mehr als 2.000 Billables erwarten"

Wenn ein Mitarbeiter innerhalb dieser Grunderwartung arbeitet, dann erhält er am Anfang 90.000 bis 105.000 Euro. Aber wer mehr arbeitet, der soll auch mehr verdienen. Das Gehalt kann dann durch den verbindlichen Zielbonus auch bei DLA so hoch sein wie in den Kanzleien, die zu den Top-Bezahlern im deutschen Markt mit entsprechenden Stundenvorgaben gehören. Im Übrigen ist es doch eigentlich kein Geheimnis, dass es zahlreiche Kanzleien gibt, in denen schon die Grunderwartung bei deutlich mehr als 2.000 Billable Hours liegt. Im Vergleich dazu sind unsere Erwartungen mehr als moderat.

Und noch etwas: Neben dem verbindlichen Zielbonus sehen wir einen freiwilligen Erfolgsbonus vor, der unabhängig vom bloßen Arbeitsumfang weitere Leistungen für die Kanzlei honoriert, zum Beispiel die Generierung von Geschäft oder die Entwicklung eines neuen Bereichs. Damit haben wir ein sehr differenziertes Entlohnungsmodell geschaffen.

Zitiervorschlag

Anja Hall, Associate-Vergütung: "Wer mehr arbeitet, soll auch mehr verdienen" . In: Legal Tribune Online, 10.05.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22874/ (abgerufen am: 24.06.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 10.05.2017 14:43, Glücklicher Jurist

    Herr Engels sollte sich seine Argumentation dafür, dass mehr als 2150 Billables vernünftig wären, noch einmal anschauen. Und ggf. einfach dazu schweigen.

    Dass Überstunden erforderlich sein können: Unbenommen.

    Dass er und die Kanzlei aber mehr als 2150 Billables entsprechend berücksichtigt und als Realität hinnimmt widerspricht stark seiner Aussage, man könne dafür dann auch mal "erst um 10 Uhr morgens" kommen.

    Die (von außen betrachtet) aberwitzige Schönrechnerei von mit der wissenschaftlichen Forschung zu Konzentration und Produktivität überhaupt nicht zu vereinenden Arbeitspensen in Großkanzleien wird auch mit dieser bahnbrechenden Idee nicht enden. Vermutlich erst, wenn wir Juristen zu rechnen lernen – und zwar nicht nur absolute Geldbeträge, sondern auch Zeit und ein zeitbezogenes Einkommen.

    Glück auf!

  • 10.05.2017 15:08, Ein-Mann- Kanzlei- Soldat

    Manchmal beneide ich meine ambitionierten Kolleginnen und Kollegen, welche in Frankfurt oder München auf der oberen Ebene arbeiten und extrem viel Schotter machen und sich schon in Anfangsjahren ein neues Architektenhaus leisten können. Dann habe ich um 18 Uhr Feierabend und bin doch froh, dass ich das ganze Wochenende für meine kleinen Kindergarten- Rambos zur Verfügung habe.

  • 10.05.2017 15:46, Ano

    Bei 2000 abrechenbaren Stunden pro Jahr kommt man auf - 250 Arbeitstage unterstellt - auf 8 Stunden täglich. Da man nun auch mal Urlaub hat oder ggf. krank ist, ist dieser Wert kaum zu erreichen. Das gilt insbesondere, als (so hört man) der geschätzte vorgesetzte Partner gerne aus "mandatspolitischen Gründen" den Rotstift an die Stundenaufstellung setzt. Die Vorgabe von sogar mehr als 2.000 h ist schlicht frech. Über den realen Stundenlohn nach Steuer wollen wir hier lieber mal kein Wort verlieren ... .

  • 10.05.2017 17:10, RA Nicolas

    Der UBT von DLA lag laut Juve zuletzt bei 392 TEUR. Die Erwartung von 1450 bis 1600 Stunden dürfte daher der Realität entsprechend und ist ohne Überstunden (aufs Jahr gesehen) machbar. Wenn jemand deutlich mehr arbeitet als seine Kollegen, finde ich es mehr als in Ordnung, wenn er dann auch mehr verdient.

    • 10.05.2017 17:19, Glücklicher Jurist

      Niemand stellt das in Abrede.

      Wieder aber wird "mehr arbeiten" zumindest fast ausschließlich zeitlich betrachtet, aller Floskeln zum Trotz.

      Mehr arbeiten ist aber auch: Mehr Effizienz, mehr Erfolg, mehr Qualität, mehr Mandantenzufriedenheit, mehr Leistung-pro-Stunde, nicht zuletzt mehr Umsatz – nicht nur mehr Stunden Arbeit (am Ende gar: für dasselbe Ergebnis).

      Dass sich für die Kanzleien Billables der Weisheit letzen Schluss zu bedeuten scheinen, wird sich in der Sekunde drehen, liegt alleine daran, dass sie (teilweise) (weniger werdend) den Mandanten Stunden in Rechnung stellen (können), ohne dass die sich über die tatsächliche Notwendigkeit dieser Stunden scheren."Das wird schon alles Hand und Fuß haben."

      Diese Strategie wird sich rächen, wenn Unternehmen ihre Erwartungen endlich von unnötiger 24/7-Verfügbarkeit auf Qualität umstellen.

    • 10.05.2017 22:34, jcm

      Dass jemand, der mehr arbeitet, am Ende auch mehr verdienen sollte, versteht sich von selbst. Kann ja tatsächlich nicht sein, dass der 70-Wochenstunden-Anwalts gegenüber seinem 45-Stunden-Kollegen im Nachbarzimmer, gleiche Effizienz vorausgesetzt, allenfalls die besseren Beförderungschancen hat. Das dürfte für Missbildungen im Haus sorgen, und mit Verlaub: Wir streiten uns schon genug mit Dritten.
      Wenn auch die Zeit in der Coffee Lounge und die Spiegel-Online-Lektüre billable sind, setzt das System falsche Anreize. Aber da ist ja gottlob (zumindest bei europäischen Mandanten) ein Mentalitätswandel zum Besseren absehbar.
      Diesen Wandel sehe ich aber nicht von 24/7-Verfügbarkeit hin zu Qualitätsansprüchen. Erstens bieten die Kollegen in den Großkanzleien seit eh und je gute hohe Qualität. Zweitens wird die Erwartungshaltung "bitte am besten bis gestern" nicht aussterben, insbesondere nicht gegenüber hochbezahlten Spezialdienstleistern. Meines Erachtens rührt es von insgesamt zunehmender Beratungsqualität in Wirtschaftskanzleien her. Die großen Mittelständler müssen sich weiß Gott nicht (mehr) verstecken, koste aber bedeutend weniger. Und sobald eine Rechtsabteilung die Anwaltskorrespondenz koordiniert, sinkt auch die Schwelle, verschiedene Kanzleien zu engagieren, was den Boutiquen zugute kommt. Auch die Kosten im Zweifel noch etwas weniger als die großen.
      Vor dem Hintergrund hätte ich es interessanter gefunden, wenn DLA nicht die Boni hochgestuft hätte, sondern einen innovativen Ansatz entwickelt hätte, wie man Effizienz in die Mandatsarbeit bringt. Damit belohnte man zukunftsweisend gute Arbeit und zeitigen Feierabend mit mehr Gehalt. Das wäre mal ein Anreiz!

  • 11.05.2017 08:47, Sascha Nopf

    Wenn sich weiterhin genug Sklaven finden, die für den Stundenlohn eines Busfahrers 2150 billables machen, sei ihnen das gegönnt. Aber wer denkt, dass man damit reich wird, sollte mal die Augen öffnen und rechnen. Auch bei 120k im Jahr kannst du ganz sicher kein Haus, wie jemand oben sagte, innerhalb weniger Jahre finanzieren. Nur der Partner macht die ganze Asche. Also wozu die ganze vertane Lebenszeit? Weiß niemand richtig, eigentlich nur für das ego. Glücklich ist der, der sich davon löst.

  • 11.05.2017 14:16, asf

    Im Grundsatz mag das plausibel erscheinen, aber "billable" ist nicht gleich Arbeitszeit. Wenn der Partner den einen Associate Mandatsarbeit machen lässt, den anderen aber einen Vortrag erarbeiten lässt, damit er sich als Experte für XY verkaufen kann (obwohl er eigentlich vom Thema kaum Ahnung hat, weswegen der Associate ihm das ja mundgerecht in uU. tagelanger Arbeit aufbereiten soll/muss), dann fragt sich schon, warum dies - da ja nicht billable - keine Berücksichtigung findet. Denn der Associate kann das nicht ändern.
    Über 2000 billables unter Berücksichtigung von Urlaub usw. ergeben an Arbeitszeit dann was? Jedenfalls wohl >10h ? ArbeitzeitG lässt grüßen.

  • 11.05.2017 15:51, Falko

    So ein Witz. Niemand, wirklich fast niemand, kann monate- oder sogar jahrelang jeden Tag 10-14h gute Leistung bringen. Warum koennen sich die Kanzleien nicht mal hinsetzen, und dieses absurde Arbeitszeitenkonstrukt beenden? 8h pro Tag, harte&vernuenftige Arbeit, kurze Pausen, fertig. Dann stimmt auch der Stundenlohn (ist sonst echt auf 10Euro Niveau), die Leute haben nicht nach einem Jahr Burn-Out sondern noch ein Sozialleben, und die Arbeit stimmt trotzdem.

  • 11.05.2017 17:03, Schmidt

    Da kenne ich einen alten Petrus-Witz aus den U.S.A.:
    Attorney Jones wird auf der Fifth Avenue überfahren und kommt in den Himmel. Er stellt sich bei Petrus vor und sagt:
    Ich bin ja froh, dass ich jetzt im Himmel bin, ist ja sicher besser als die Hölle. Aber ich finde, mit 46 Jahren ist das doch ziemlich früh, das möchte ich doch jetzt hier mal vorbringen.
    Petrus sagt lange nichts, blättert in einem dicken Folianten, liest, macht Notizen, rechnet.
    Dann knurrt er : Nun, wenn ich alle Stunden zusammenrechne, die Sie Ihren Mandanten in Rechnung gestellt haben, dann komme ich auf ein Lebensalter von 93 Jahren, wo ist da das Problem ?

  • 11.05.2017 21:50, Frankfurt am Main

    Es macht wirklich unheimlich viel Spaß, diesen Beitrag und die Kommentare dazu zu lesen.

    Zum Beitrag:
    1. Die Autorin
    Leider Gottes hat Frau Hall offensichtlich keine Ahnung, wie der Alltag in einer (internationalen) Wirtschaftskanzlei aussieht ("Mehr arbeiten als in einem Jahr überhaupt möglich"). Deshalb sollte zukünftig - nach Möglichkeit - jemand diese Art von Interviews führen, der weiß, worum es geht. Wer Arbeitszeit mit abrechenbaren Stunden gleichsetzt, ist wie ein Blinder, der von der Farbe redet.
    2. Das Konzept der abrechenbaren Stunden
    Das Konzept, dass jemand, der deutlich mehr arbeitet als andere, ist zu begrüßen. Aus Sicht der Kanzlei ist es sinnvoll, weil damit natürlich ein Anreiz für die angestellten Anwälte geschaffen wird, mehr Zeit und Einsatz zu investieren. Aus Sicht der Anwälte ist es sinnvoll, weil damit eben gewisse Unterschiede hinsichtlich der Arbeitsauslastung und -verteilung reflektiert werden. Das ist absolut fair.
    Natürlich kann man kritisieren, dass die Kanzlei die Leistung der angestellten Anwälte im Wesentlichen anhand des erwirtschafteten finanziellen Ertrags messen. Ich maße mir für die Frage, ob es sinnvollere Modelle gibt, kein Urteil an. Wer meint, bessere Konzepte zu kennen, soll seine eigene Kanzlei aufmachen und dadurch weitere Arbeitsplätze schaffen. Bislang jedenfalls überwiegt in den Kanzleien der Blick auf die abrechenbaren Stunden.
    3. tatsächliche Arbeitszeiten
    Herr Engels hat vollkommen Recht, wenn er sagt, dass in vielen Kanzleien mehr als 2.000 abrechenbare Stunden im Jahr verlangt werden. Ich kenne kaum jemanden, der in den deutschen Büros der amerikanischen Kanzleien unter dieser Marke bleibt. Ist das verwerflich? Sind die Anwälte in diesen Kanzleien deswegen dumm und gehorchen blind? Wohl eher nicht. Man hat nur eben die eigenen Prioritäten entsprechend gesetzt. Es macht eben auch Spaß, international zu arbeiten, wirtschaftliche Themen und unterschiedliche Geschäfts-und Industriebereiche kennenzulernen und zu verstehen. Was nur viele Berufsanfänger unterschätzen ist, dass zusätzlich zu den abrechenbaren Stunden nochmal ca. 25% Arbeitszeit hinzu kommt, die man dem Mandanten nicht in rechnung stellen kann, zum Beispiel wenn man auf die Anmerkungen seines Partners oder der Gegenseite wartet.
    4. gestörte Erwartungshaltung der Bewerber
    In den letzten Jahren ist die Erwartungshaltung der Bewerber sehr stark angestiegen (Generation Y). Am liebsten würden die meisten im Jahr 100k (mittlerweile wohl eher 120k) verdienen, dafür aber nur 40 Stunden die Woche arbeiten und Samstag und Sonntag komplett in Ruhe gelassen werden. Viele scheinen zu vergessen, dass die Kanzleien solche Gehälter aufrufen, weil sie mit ihren Anwälten Geld verdienen wollen. Je mehr Zeit ein Anwalt dem Mandenten in Rechnung stellen kann, umso mehr verdient die Kanzlei. Die Gehälter werden nicht gezahlt, weil jemand gute Noten in den völlig überbewerteten Staatsexamina bekommen hat.
    Ich persönlich sehe das Ganze eher so, dass ich, obwohl ich nur Angestellter bin, und damit selbst kein wirtschaftliches Risiko eingehen muss, ein Gehalt bekomme und weitgehend selbständig arbeiten kann, wie es sonst eben in der Regel nur bei einem Selbständigen der Fall ist, der allerdings das komplette wirtschaftliche Risiko trägt.
    5. Entwicklung neuer Vergütungsmodelle
    Insgesamt sehe ich die Entwicklung positiv, dass sich viele Kanzleien neue Konzepte überlegen, um für Bewerber attraktiver zu werden. Dadurch haben die Bewerber mehr Möglichkeiten, den für sie geeigneten Arbeitsplatz zu finden.

    Zu den Kommentaren:
    Vielleicht sollten alle mal akzeptieren, dass manchen Menschen eben die Freizeit wichtiger ist, als ein hohes Gehalt, und anderen eben die Arbeit auch so viel Spaß macht, dass sie gerne mehr arbeiten, dafür dann aber eben auch ein höheres Gehalt haben möchten als Aufwandsentschädigung.
    Dieses ständige Gegenüberstellen von willenlosen Sklaven, die ausschließlich von der Geldgier getrieben sind, und den Arbeitsverweigerern, die nach dem Motto leben, lieber arm und faul.
    Jeder, dem die Arbeit in der (internationalen) Wirtschaftskanzlei zu viel, kann kündigen und sich eine andere Stelle suchen. Niemand wird angekettet oder ausgepeitscht.
    Und wer lieber zeitig Feierabend macht, um mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen zu können, der findet eine entsprechende Stelle. Allerdings sollte derjenige dann nicht neidisch auf die Gehälter von anderen schauen.
    Beides hat Vor- und Nachteile, weshalb jeder für sich entscheiden muss, was ihm besser gefällt.

    Fazit:
    Jeder sollte sich im Rahmen seiner Ausbildung einmal verschiedene Arbeitgeber und Tätigkeiten anschauen und für sich entscheiden, welchen Stellenwert der eigene Job im Leben haben soll.

  • 15.05.2017 11:06, Frank

    Grundsätzlich finde ich es richtig: wer mehr arbeitet, soll auch mehr verdienen. Aber wie immer sind derartige Modelle kritisch, wenn viele sich das zum Vorbild nehmen, ein Trend daraus wird und die gesellschaftlichen Kosten allen egal sind.

    Vorteilhaft ist, dass die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit (hoffentlich) selbstbestimmt festlegen können. Die Work-Life-Balance stimmt individuell und der Arbeitgeber bietet ein gerechtes System an. Vorteilhaft für den Arbeitsmarkt ist weiterhin, dass Stellen für Psychiater und Psychologen geschaffen werden, die den überarbeiteten Juristen bei ihren Burn-Outs helfen.

    Nachteilig sehe ich, dass den Juristen offensichtlich das deutsche Arbeitszeitrecht schnurzegal ist. Auch ich halte es für reformbedürftig, aber ich finde es bemerkenswert, dass so offen über die Verletzung von Gesetzen geredet wird. Gefährlich sind auch die Konsequenzen für die Sicherheit auf unseren Straßen, wenn die übermüdeten oder überdrehten Arbeitnehmer morgens/abends zur Arbeit oder von der Arbeit unterwegs sind. Dass damit zusätzliche Kosten auf unser Gesundheitssystem zukommen, ganz zu schweigen. Gottseidank sind wahrscheinlich die meisten der betroffenen Juristen privat versichert.

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