Verbot sexistischer Reklame: "Wer­bung formt und ver­fes­tigt Gesch­lech­ter­rollen"

Berit Völzmann hat zu Verbotsmöglichkeiten sexistischer Werbung promoviert und das Justizministerium bei der Entwurfsarbeit beraten. Den Vorwurf der Bevormundung weist sie zurück: Der Staat sei verpflichtet, Diskriminierungen zu verhindern.

Einen Referenten- oder gar Regierungsentwurf gibt es nicht, dennoch schlagen die Wellen der Empörung hoch, seit bekannt wurde, dass das Justizministerium ein Gesetz zum Verbot sexistischer Werbung vorbereitet. Dabei eingebracht hat sich unter anderem der Verein Pinkstinks, der "gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte agiert, die Kindern eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen". Berit Völzmann ist als Juristin bei Pinkstinks und wurde 2015 vom Deutschen Juristinnenbund für ihre Promotion unter dem Titel "Geschlechtsdiskriminierende Werbung. Zur Rechtmäßigkeit eines Verbots geschlechtsdiskriminierender Werbung im UWG" ausgezeichnet.

LTO: Frau Völzmann, fühlen Sie sich durch Werbung diskriminiert?

Völzmann: Immer wieder, ja. Rollenbilder, die die Gesellschaft eigentlich zu überwinden versucht, werden in der Werbung oft noch völlig apodiktisch als richtiger bzw. einfach selbstverständlicher Lebensentwurf präsentiert: Der dominante, hemdsärmelige Chef ist natürlich ein Mann, die sanfte, devote Hausfrau ist – naja, der Name sagt es ja schon.

"Verbot soll nur eindeutige Diskriminierung erfassen"

LTO: Und das wollen Sie ernstlich verbieten?

Völzmann: Nein, natürlich nicht. Die Grenze, ab der man Werbung verbieten kann, ohne zu sehr in die Rechte der Werbenden einzugreifen, liegt deutlich höher als die Grenze, ab der sie mich persönlich stört. In meinem Entwurfsvorschlag definiere ich drei Kategorien von Werbung, die typischerweise geschlechterdiskriminierend ist und damit unzulässig wäre.

Die erste betrifft Fälle, in denen Menschen auf Grund ihres Geschlechts Eigenschaften, Fähigkeiten und soziale Rollen in Familie und Beruf zugeordnet werden. Dafür reicht wohlgemerkt noch nicht das reine Zusammentreffen von Geschlecht und Darstellung aus. Wenn z.B. auf dem Werbebild für eine Waschmaschine eine Frau zu sehen ist, ist das grundsätzlich kein Problem, solange nicht der Eindruck vermittelt wird, dass Wäschewaschen für Frauen die richtige und natürliche Rolle sei. Wenn ein Unternehmen also z.B. im Rahmen einer Kampagne gleich zehn Motive erstellt, auf denen Waschmaschinen ausschließlich von verschiedenen Frauen beworben werden, dann wäre das diskriminierend.

Die zweite Fallgruppe umfasst Motive, in denen Sexualität als einziger Wert von Frauen dargestellt wird, wie z.B. bei dem Slogan eines Goldhändlers "Warum Sie lieber in Gold als in eine schöne Frau investieren sollten".

Die dritte Gruppe sind Fälle, in denen Frauen auf die Rolle als Objekt zum sexuellen Gebrauch reduziert werden, also z.B. ein Stringtanga mit der Aufschrift "24h Open", oder auch die klassische Blickfangwerbung, bei der (halb)nackte Frauen ohne jeden inhaltlichen Bezug zu dem beworbenen Produkt abgebildet werden. Wenn ein Dessoushersteller leicht bekleidete Frauen zeigt, ist das in der Regel sinnvoll und in Ordnung, aber nicht bei einem Reiseveranstalter  oder einem Umzugsunternehmen.

"Mit dem Gleichbehandlungsgebot gegen Geschlechterstereotype"

LTO: Natürlich gibt es mitunter plumpe oder auch sexistische Werbung. Das muss einem nicht gefallen. Aber ein Verbot, das schließlich in die Berufs-, vielleicht auch in die Kunst- oder Meinungsfreiheit der Werbenden eingreift, können Sie kaum mit geschmacklichen Erwägungen begründen.

Völzmann: Das tue ich auch nicht. Aber ich sehe einen Handlungsauftrag aus Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz an den Staat, tätig zu werden.

Artikel 1 Grundgesetz ist meiner Meinung nach nur in Ausnahmefällen betroffen, auch wenn der BGH das 1995 in der "Busengrapscher/Schlüpferstürmer"-Entscheidung anders gesehen hat (v. 18.05.1995, Az. I ZR 91/93, Anm. d. Red.). So sehr, dass man ernstlich behaupten kann, sie würde die Menschenwürde verletzen, schlägt Werbung dann doch nur in seltenen, besonders krassen Fällen über die Stränge.

Geschlechtsdiskriminierende Werbung ist vielmehr ein Fall für Artikel 3 Absatz 2, also den staatlichen Auftrag, für die Herstellung tatsächlicher Gleichberechtigung zu sorgen und dabei auch der Verfestigung von Geschlechtsrollenstereotypen entgegenzuwirken.

LTO: Männer und Frauen sind aber nicht gleich.

Völzmann: Ohne in die Tiefen anderer Forschungsdisziplinen eintauchen zu wollen: Ein nicht unerheblicher Teil dessen, was wir als "typisch männlich" bzw. "typisch weiblich" verstehen, ist kulturell bedingt. Das Rollenbild der Frau – und auch des Mannes – hat sich über die letzten 100 Jahre bereits erheblich gewandelt. Aber auch heute noch ist die Selbsteinschätzung, das eigene Verhalten und die Bewertung des Verhaltens anderer Menschen durch geschlechtsspezifische gesellschaftliche Erwartungen und kulturelle Übungen geprägt.

Die Werbeindustrie hat ein Interesse daran, genau diese Geschlechtsrollenstereotype aufrecht zu erhalten. Je mehr Produkte angeblich nur "für Männer" bzw. "für Frauen" sind, desto mehr kann insgesamt verkauft werden. Nehmen Sie z.B. Lego: Das war früher ein völlig geschlechtsneutrales Spielzeug. Irgendwann hat das Unternehmen dann angefangen, seine Bausätze  gezielt nur an Jungen (Raumschiffe, Ritterburgen) oder an Mädchen (Ferienhäuser, Friseurstudios) zu vermarkten. Wer einen Sohn und eine Tochter hat, kauft dann eben doppelt so viel. Und dem Nachwuchs wird von Kindesbeinen an vermittelt, was angeblich zu ihm passt.

Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, Verbot sexistischer Reklame: "Werbung formt und verfestigt Geschlechterrollen" . In: Legal Tribune Online, 14.04.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/19071/ (abgerufen am: 14.12.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 14.04.2016 11:59, Horst Meerhofer

    Was für ein Unsinn. Diese Emanzen sollten sich nicht so lächerlich machen und sich mal wieder auf den Verstand besinnen. Mittlerweile ist das sich-als-Opfer-Deklarieren Trend.

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    • 14.04.2016 23:32, julia thurnau

      was für ein niveauloser dümmlicher ungebildeter kommentar!

    • 21.06.2016 18:24, D.Schubert

      @Julia Thurnau: Es ist Ihnen hoffentlich bewusst, dass sich in Ihrem Satz mit 7 Worten immerhin 4 Rechtschreibfehler aufhalten. Wenn man jemanden mangelnde Bildung vorwirft, sollte man sich diese Blöße nicht geben.

      @: Berit Völzmann: Es ist mir klar, dass mein Kommentar ziemlich spät kommt, leider ist mir der Artikel jedoch jetzt erst "über den Weg gelaufen". Vielleicht lesen Sie ihn dennoch. Es ist Ihnen sicherlich bekannt, dass es Sexismus auch gegen Männer gibt. (Falls nicht gogglen Sie bitte mal nach "Champions League des Sexismus".) Warum sollte der Gesetzgeber nicht gezielt auch gegen Sexismen vorgehen, wenn sie sich gegen Männern richten?

  • 14.04.2016 12:50, Meer Horsthofer

    Was für ein Unsinn. Diese Horsts sollten sich nicht so lächerlich machen und sich mal wieder auf den Verstand besinnen. Mittlerweile ist das Feministinnenbashing Trend.

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    • 14.04.2016 12:56, Paddington

      Natürlich, wenn man Probleme findet die keine sind und die auch niemand bestätigen kann außer ein sich gegenseitig zitierender Kreis.

  • 14.04.2016 12:55, Paddington

    Ach ja, die angeblich kulturellbedingten Geschlechterunterschiede die seltsamerweise kein Naturwissenschaftler bestätigen kann. Auch interessant ist das der aktuelle Stand zur Medienwirkungsforschung mal eben komplett ignoriert wird. Aber wenn kein Problem existiert, dann wird eben eines geschaffen und die Lösung gleich dazu.

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    • 14.04.2016 13:36, Quellenneugier

      Dazu hätte ich jetzt gerne mehr gelesen...

  • 14.04.2016 13:15, Männlicher Leser

    Der plumpe Kommentar passt sehr schön zu dem aggressiven Befragungsstil in dem Interview und zeigt in die Richtung, in der das gesellschaftliche Problem liegt.

    Oder sind Sie, Herr Meerhofer, doch nur ein Troll? Wie denken Sie eigentlich über männliche Erzieher im Kindergarten? Vorurteilsfrei? Oder sind die weibisch, schwul und/oder pädophil?

    Diskriminierung im Sinne einer ungerechtfertigten Benachteiligung wegen eines personenspezifischen Merkmals ist weit verbreitet. Sie betrifft nicht nur, aber in erster Linie, Frauen und Minderheiten. Das ist deutlich jenseits anekdotischer Evidenz erkenn- und belegbar.

    Macht sich jeder "lächerlich", der für Gleichbehandlung (nicht: Gleichschaltung) ist? Was wäre denn ein aus Ihrer Sicht akzeptabler Standpunkt gegen Diskriminierung und wer darf ihn wie äußern?

    Bin ich, als männlicher Deutscher zwischen 18 und 49 ohne Migrationshintergrund oder Behinderung, aus Ihrer Sicht "berechtigter", Diskriminierung zu erkennen, als solche zu bezeichnen und zu bekämpfen? Oder bin ich ein Geschlechts-/Vaterlands-/Wasauchimmer-Verräter?

    Auch wenn die Erkenntnis vielleicht schwer fällt, Herr Meerhofer: Wer nicht differenziert, sondern pauschalisiert, der diskriminiert.

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  • 14.04.2016 13:52, Christoph

    Ich halte den Grundgedanken eines Verbots für falsch. Vielmehr sollten Richtlinien aufgestellt werden, in welchem Kontext wie geworben werden kann.

    Trotzdem stellt sich wie überall die Frage, wo hört es auf und wo fängt es an. Muss dann auch die Kinder-Pingui-Werbung neu gestaltet werden, weil daraus der Anschein erweckt werden könnte, nur die Mütter können sich tagsüber um ihre Kinder kümmern? Ergo: Hausfrauenrolle?

    Und das Beispiel von Frau Völzmann, eine halbnackte Frau habe mit einem Reiseveranstalter nichts zu tun, ist wohl recht abwägig. Oder laufen an Stränden weltweit alle Frauen mit Burkinis herum?

    Sexismus sollte in der Werbung untersagt werden, damit eine hübsche junge Frau eben nicht als reines Lustobjekt deklariert wird. Dennoch gibt es genügend gegenläufige Beispiele, wo Werbung schon auf den Bruch der veralteten Rollenverteilung setzt.

    Sollte es tatsächlich zu einem Verbot kommen, höre ich schon den Aufschrei der Motorrad- oder Auto-Tuning-Fachzeitschriften, dass sie dann vollbusige Frauen in kurzen Hotpants und zu engen Tops nicht mehr in ihren Magazinen aufführen dürfen.

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    • 14.04.2016 14:32, Männlicher Leser

      In der Tat sehe ich auch eine enge, plausible Verbindung zwischen leicht bekleideten Menschen und (Strand-)Urlaub. Ging mir direkt bei der Lektüre durch den Kopf.

      Mir stellt sich immer wieder die Frage, wo die Grenze zwischen einem berechtigten Diskriminierungsvorwurf und einer Überempfindlichkeit / Überinterpretation liegt. Exakt wird sie kaum bestimmbar sein. Da hilft nur ein Meinungsaustausch ...

      Schätze, je öfter jemand diskriminiert wird, desto empfindlicher wird der/die Betreffende.

  • 14.04.2016 14:15, Frank

    Sehr geehrte Frau Kollegin Völzmann,

    ich erlaube mir - als hemdsärmelig-dominanter Berufstätig und sanft-devoter Ehemann, um ihre bereits zu Beginn des Artikels polarisierende Sprache aufzugreifen, einer gleichwertig qualifizierten Frau - die folgenden Anmerkungen zu dem Artikel bzw. zu ihnen persönlich.

    - Sie argumentieren einerseits mit dem Anspruch aus Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG auf staatliche Durchsetzung einer tatsächlichen Gleichberechtigung. Zum anderen räumen Sie selbst ein, dass Rollenbilder nicht unumstößlich sind, sondern (was Sie so deutlich nicht aussprechen: als Extrakt eines gesellschaftlichen Konsenses) dem Zeitgeist und gesellschaftlichen Entwicklungen unterliegen. Was Sie dabei übersehen ist, dass die Kehrseite dieser Rollen- bzw. Geschlechterbilder ebenfalls auf einer breiten gesellschaftlichen Grundlage steht. Solange jemand (oder gar: weite Teile der Bevölkerung) denken möchte, dass Waschmaschinen vor allem an Frauen verkauft werden sollten, ist auch das eine grundrechtliche geschützte Meinung bzw. eine grundrechtlich geschützte Berufsausübung, Art. 5, 12 GG.
    Eine "Vermeidung der Verfestigung von Geschlechterrollen" als staatlichen Schutzauftrag aus Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG können Sie nur innerhalb der verfassungsimmanenten Schranken dieser Artikel ziehen. Bei allem Verständnis für den begrenzten Raum des Artikels, es wäre wünschenswert gewesen, hätten Sie der praktischen Konkordanz hier Raum eingeräumt.

    - (Quoten-)Vorgaben halten sie für "auf gar keinen Fall" wünschenswert. Das ist in der Sache wohl zustimmungswürdig, wirkt aber hybrid, gemessen daran, dass Sie der Werbung einen besonderen Einfluss auf die Erzeugung "menschlicher Idealbilder" attestieren. Dann müssten doch zumindest auch in nahezu jeder pornografischen Schrift, aber auch in Sendungen die eindeutige Geschlechter- und Rollenbilder vermitteln, wie z.B. Castingshows, gesetzliche Verbote angemessen, ja verglichen mit der Werbung: geradezu notwendig, sein. Eine derartige Forderung (z.B. transsexuelle Teilnehmer in Castingshows) vermisse ich hier.

    - Ein Verbot würden Sie, bei umgekehrten Rollenbildern in der Werbung, wegen eines von Ihnen ausgemachten "Konventionsbruchs" nicht befürworten. Mit anderen Worten: sexistische Werbung ist dann in Ordnung, wenn sie Rollenbilder propagiert, die derzeit in der Gesellschaft nicht vorherrschend sind und daher keine Geschlechterrollen perpetuieren sondern einen Gegenentwurf zum status quo darstellen.
    Bis zu welchem vorherrschenden Rollenverständnis sind Sie denn gewillt, diese Abwägung vorzunehmen? Mit anderen Worten: Was passiert, wenn eine tatsächliche Gleichberechtigung erreicht ist? Wird dann jede Form sexistischer Werbung automatisch verboten (das entspräche ihrem Ansatz gegenüber gezielt anti-feminin sexistischer Werbung) oder wird jede Form erlaubt (das entspräche ihrem Ansatz gegenüber gezielt anti-maskulin sexistischer Werbung). Beides zugleich geht nun aber nicht.

    Abschließend vielleicht noch ein Hinweis auf etwas, das Ihnen sicherlich bewusst ist, und was Sie - in einem Akt der geschlechtlichen Abgrenzung, den ich persönlich ebenso sexistisch wie lächerlich finde - vermutlich absichtlich ignorieren: Der Titel Doktorin lautet abgekürzt auf "Dr.", nicht auf "Dr.in". Es sind solche, sprachlich schlicht unrichtige, Akte der Darstellung des eigenen Geschlechts die (zumal bei Ihrem Namen nun nicht wirklich notwendig) den Eindruck erwecken, dass die akademische Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen, für die Sie gerade die Autorität ihrer Promotion in Anspruch nehmen, nicht sachlich, sondern emotionalisiert geführt wird. Was bedauerlich ist.

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    • 15.04.2016 06:05, Applaus

      Besser kann man es nicht ausdrücken. Leider werden "gesellschaftliche" Debatten selten oder nie mit so einer Sachlichkeit und Klarheit in der Argumentation geführt. Ich hoffe, an anderer Stelle mal wieder von Ihnen zu lesen. Danke!

    • 15.04.2016 11:36, Berit Völzmann

      Danke für den sachlichen Kommentar.

      Die praktische Konkordanz finden Sie in meiner Antwort auf die Frage „Wie wäre es mit einer Quote für weibliche Romanfiguren oder Filmdarstellerinen?“. Die Meinungsfreiheit (und erst recht die Berufsfreiheit) wird nicht schrankenlos gewährleistet. Das Gleichberechtigungsgebot überwiegt, da Werbung weniger schutzwürdig ist – aufgrund ihrer besonderen Wirkung und der relativ weiten Entfernung von klassischen Meinungsäußerungen.

      Zu den Casting-Shows : Hier überwiegt die Meinungsäußerungs- bzw. Pressefreiheit, wie in eben genannter Antwort schon ausgeführt. Das ist nicht hybrid sondern Ergebnis grundrechtlicher Abwägung, die hier – anders als bei Werbung – schlicht zugunsten der Meinungsäußerung ausfällt.

      In einer vollständig gleichberechtigten Gesellschaft gibt es keine sexistische Werbung. Jegliche Aussagen und Darstellungen, die jetzt geschlechtsdiskriminierend sind, sind es, weil sie bestehende Strukturen bestätigen und verfestigen. Gibt es die Strukturen in dieser Weise nicht mehr, ist die Aussage oder Darstellung eine von vielen, die genauso gut auch mit Menschen anderen Geschlechts gezeigt werden könnte (diese „Umkehren“ mutet heute in vielen Fällen noch sehr seltsam an). Und vermutlich gibt es viele Arten heutiger sexistischer Werbung auch an sich gar nicht mehr – wer könnte sich heute noch vorstellen, dass mit dem Klischee der besonderen Stärker Schwarzer Männer geworben wird?

      Zum letzten Absatz: Den Sexismus-Vorwurf verstehe ich nicht. Wie ich meinen Titel führe und Sprache verwende, die nicht „ist“ sondern sich stets weiterentwickelt, konstruiert wird und selbst konstruiert, ist meine Sache. Woher in zwei Buchstaben die Emotionen kommen, erschließt sich mir nicht, und ist vermutlich eher eine Frage der Rezeption.

  • 14.04.2016 14:55, Paule

    Wie kommt die Dame nur drauf das Geschlechterrollen Mutter, Vater, Kind diskriminierend sind?
    Immerhin haben wir es so vom Voraffen über den Sklaven zum freien Menschen gebracht.
    Muß man jetzt den umgekehrten Weg einschlagen? Oder geht’s nur darum endlich wieder Sklaven zu haben?
    Ach ja, die Stute stammt ja aus einem guten Stall mit dem richtigen Geruch: SPD.

    Kurzer Arbeitsnachweis der SPD-Stute:
    „Pinkstinks – Kampagne gegen Produkte, Werbeinhalte und Mar-
    ketingstrategien, die Mädchen eine limitierende Geschlechterrolle
    zuweisen
    Gründung: 2009 in London (Web-Initiative von Abi und Emma
    Moore), 2012 in Hamburg (als gemeinnütziger Verein)
    Geschäftsführung: Dr. Stevie Meriel Schmiedel
    Recherche und Kampagnen: Nils Pickert
    Buchhaltung: Tom Müller
    Theaterarbeit: Blanca Fernandez
    Lobbyarbeit: Dr. Berit Völzmann, Ingrid Holzmayer
    Kampagnen und Fundraising: Jacob Fricke
    Design: Jenny Harbauer“

    Was will man weiter sagen: rot-grün, kinderlieben, internationalistisch, halt Neue SED.
    Gruß Paule
    Ach ja Stuten sind zum Decken da. Und Der Hegst in der Herde macht das gerne. Ergebnis, die Herde wächst und ist in seiner Existenz gesichert.
    P.

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    • 14.04.2016 15:28, Männlicher Leser

      .. und auch dieser Mensch darf wählen und seine Meinung kundtun. Nun ja, hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

    • 14.04.2016 17:49, Weiterer Leser

      ...selten nichts mehr so Ekelhaftes gelesen wie den Kommentar von Paule. Seltsam, dass immer diejenigen die Evolutions-Argumente bringen, von denen man hofft, ihre Meinung würde langsam ausgerottet.

    • 14.04.2016 18:16, Dumm Paule

      Wegen Menschen wie ihnen, die solch ein Vokabular für Frauen und Männer verwenden, dass Diskrimierung impliziert, bestätige sie dass es unbedingt eine Entwicklung in der Werbung mit Sexismus geben muss! Pfui sie sind wohl eher ein Wallach!

  • 14.04.2016 15:55, Eine Leserin

    Bezeichnend, dass sich hier ausschließlich Männer mockieren. Dass Männer - sorry für die Pauschalierung - wohl grundsätzlich kein Problem mit sexistischer Werbung haben, liegt wohl daran, dass sie auch schlicht und einfach kein Problem mit Sexismus haben weil sie niemals Angriffsziel von Sexismus sein können. Glückwunsch hierzu!

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    • 14.04.2016 16:57, Christoph

      Absolut lächerlicher Einwand: Wie war das noch mit der "Müller Reine Buttermilch"-Werbung?
      Wird/Wurde da nicht ein Mann quasi vollkommen zusammenhangslos zum Sexobjekt gemacht?
      Männer können und werden sehr wohl Angriffsziel von Sexismus sein. Wie viele sexistische Witze habe ich schon gelesen, wo es darum ging, dass Männer nur der Samenlieferant für die Fortpflanzung der Frau sind.
      Das ist nicht sexistisch?
      Und sollten Sie jetzt den Einwand bringen, das mit den Witzen hat nichts mit Werbung zu tun, so kontere ich, Sie haben auch nicht explizit geschrieben, dass Männer niemals Angriffsziel von Sexismus in der Werbung sein können.

      Sexismus gibt es auf beiden Seiten.

    • 14.04.2016 16:58, Paule

      Viele Hennen wollten schon immer Hahn sein, und fanden deswegen den Hahn sexistisch.

      Bis der Habicht kam.
      Da riefen sie nach dem Hahn.
      Deswegen ist der Hahn ein Hahn, immer.
      Und das ist auch gut so!
      Oder es gibt keine Küken, dafür fette Habichte!
      Gruß Paule

    • 14.04.2016 20:29, Peter

      Also wenn wir Männer zum Sexobjekt degradiert werden, empfinde ich persönlich eher Trauer, dass Frauen mich (oder meine Cola) niemals so ansehen wie in diesem Spot: https://youtu.be/Z6Sre-wpGHE, als das ich mich in eine Rolle gezwängt sähe.

      @Paule: Bist du dieser Schmock hier: https://youtu.be/0uEkUtohDSw? Das ist ja mal ein beschränktes Rollenbild was du hier von Männlein und Weiblein hast..

    • 19.04.2016 14:10, Danny

      Also ich befürworte Sexismus, insbes. auch in der Werbung.
      Warum?
      Jeden das seine. Würden sich Frauen wie Jungs anziehen oder umgekehrt gäbs noch weniger Kinder. Frauen sehen in weiblicher (also sexistischen) Kleidung, in weiblichen Posen, etc. eben viel besser aus. Frauen sehen das in Bezug auf Männer auch so.

      Sexismus verschönert also den öffentlichen Raum, verbessert die Laune, verhindert Depressionen und senkt damit den Krankenstand. Davon profitiert auch die Autorin, weil es mehr Reichtum gibt den Sie enteignen (lassen) kann.

      Bei mir hat übrigens niemand ein Recht auf Gleichberechtigung. Habituell diskriminiere ich Frauen in meinem Paarungsverhalten, allerdings positiv; aber mangelnde bisexualität ist vermutlich auch so eine kultureller Missstand für dessen Beseitigung sie staatliche Gewalt einsetzen wollen.

  • 14.04.2016 18:42, Thorben H.

    Wenn man zum Beispiel der Nordsee-Kampagne "Fisch macht sexy" Sexismus attestiert, nur weil ein schlankes Model einen Zusammenhang von fettarmer Ernährung und attraktivem Aussehen nahelegt - und wenn man interpretiert, die männliche Version sei nur dazu da, die frauenfeindliche Aussage zu neutralisieren, dann ist man doch dem wahnhaften Denken und Verfolgen fixer Ideen nicht mehr sehr fern, oder?

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    • 14.04.2016 19:17, Dumm Paule

      Macht fisch wirklich sexy? Oder anders herum gedacht - wär die Werbung ohne diese sexy Frau ( Sex sells) genauso wirkungsvoll? Nehmen sie doch einfach eine dicke Frau wenn man hier ohne Sexismus arbeiten kann - oder ist nicht Frau gleich Frau?!!!

    • 15.04.2016 09:11, Christoph

      @Dumm Paule: Sie verwechseln Art. 3 GG -> "Gleichheitsgrundsatz" mit Sexismus bzw. vermischen dies nach belieben.
      Sexismus ist, wenn jemand aufgrund seines Äußeren und der daraus resultierenden Außendarstellung zum bloßen Sexobjekt herabgewürdigt wird.
      Es gibt garantiert Männer, die eine "vollschlanke" Frau als Sexobjekt ansehen. Aber wo ist der Inhalt der Werbung hinsichtlich Fisch bzw. einer fettarmen Ernährung, wenn ich mit einer übergewichtigen Frau werbe?
      Sicher hätte man dafür auch ein "Mens Health"-Model nehmen können. Darüber würde sich natürlich niemand aufregen, weil es ja ein Mann ist.
      Aber warum ist es plötzlich kein Sexismus, wenn man für diese Kampagne einen durchtrainierten Mann nimmt, der sich im Muskel-Shirt den Fisch zubereitet?

      Ich bin für eine Begrenzung schlicht herabwürdigender Werbung. Aber die meisten Argumente, die hier vorgebracht werden, können nicht überzeugen, weil Sexismus überwiegend mit Feminismus gleichgestellt wird.
      Bei Sexismus geht es aber nicht um die Herabwürdigung von Frauen, sondern um die Herabwürdigung eines jeden Menschen aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes.

  • 14.04.2016 19:26, Paule - noch mal

    Das hat der Paule doch richtig gut gemacht.

    Endlich ist der Fuchs auf dem Geflügelhof und alle Puten, Gänse und Hühner flattern wild durcheinander und rennen um ihr Leben.
    Warum? Na der Hofhund ist jetzt erfolgreich Vegetarier geworden und außerdem auf die Wohnzimmercouch zum Frauchen gezogen. Wache schieben ist ja sooo uncool, wird weder belohn noch belobigt! Und das geschnatterte erst...
    Gender in Vollendung!
    Gruß P.

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  • 14.04.2016 19:49, Rosa Roth

    Ach Jungs, euch sollte man einfach mal den Hintern versohlen und euch euer Schwänzchen lang ziehen

    liebe Grüße Rosa Roth

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    • 15.04.2016 09:12, Christoph

      Na endlich mal ein gelungener Beitrag :)

  • 15.04.2016 00:44, fiat iustitia

    Was Frank sagt, und: Selbstverständlich verliert eine künstlerische Gestaltung und/oder eine Meinungsäußerung nicht den Schutz des Artikels 5 GG, nur weil sie im Rahmen einer Werbeanzeige erfolgt.

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  • 15.04.2016 11:31, heinz

    Mir fällt bei diesem Thema immer nur der schöne Vergleich ein: Der Gender-Irrsinn (und pseudofeministische Thesen wie hier) ist für manche Deutsche sowas wie für manche Amerikaner der Kreationismus: Es entspricht so herrlich dem eigenen Weltbild, das alle Fakten einfach egal sind...

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  • 15.04.2016 13:02, Berit Völzmann

    @ Christoph: Sie verwechseln Sexism mit Lookism ("Bei Sexismus geht es aber nicht um die Herabwürdigung von Frauen, sondern um die Herabwürdigung eines jeden Menschen aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes." > Das ist Lookism.).

    @ Alle:
    Sexismus ist Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
    Sexualisierung kann diskriminierend sein, muss es aber nicht. Insbesondere Sexualisierungen von Männern sind zum einen deutlich seltener und zum anderen auch von völlig anderer Qualität (aktiv, selbstbestimmt, kraftstrotzend, etc.). Versuchen Sie doch einmal, das typische Bild einer Frau in der sexualisierten Blickfangwerbung durch einen Mann zu ersetzen.

    Natürlich sind bestimmte Werbeaussagen meinungswertig und unterfallen der Meinungsfreiheit. Auch diese wird aber nicht schrankenlos gewährleistet. Ich habe das an obiger Stelle ausgeführt.

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    • 16.04.2016 21:16, Paule

      Ihnen geht es als stinkypinky-Lesben-Lobbyistin nicht um sexistische Werbung, sondern um die Umerziehung des normativen Heteros, noch zumal er männlich, weiß, aktiv, selbstbestimmt, kraftstrotzend und klug ist und damit um die Abschaffung der traditionellen Familie als Keimzelle der Gesellschaft.
      Mehr ist nicht zu sagen, geben sie es ehrlich zu und gut ist es.
      Dass die SPD dabei den Dildo hält scheint Zeitgeist ist aber nichtsdestotrotz zerstörerisch für Partei, Land und die Deutschen.

      Ergänzung:
      Genaueres hier: http://www.danisch.de/blog/2016/04/14/heiko-maas-das-bundesverfassungsgericht-und-der-feministische-korruptionskreislauf/
      Gruß Paule

  • 15.04.2016 16:46, McSchreck

    ich stimme zunächst mal dem Beitrag von "Frank" in jeder Hinsicht zu. Ergänzen möchte ich. Es ist keineswegs der staatliche Auftrag, den Bürger zu einem anderen Rollenverständnis zu erziehen. Wenn die Menschen in Deutschland sich in Richtung eines "fortschrittlichen" Verständnisses entwickeln, mag die Frau "Dr.in" dies begrüßen, es ist aber ihre freie Entscheidung. Wenn sie irgendwann mehrheitlich auf die Idee kommen, die klassische Hausfrauenehe war doch irgendwie besser, ist auch das eine zulässige Lebensgestaltung, die den Staat exakt "GAR NICHTS" angeht. Ich möchte weder in die eine noch in die andere Richtung erzogen werden, es könnte ja auch mal eine Regierung die Wahlen gewinnen, die so katholisch-altmodisch denkt wie einige im ehemaligen Ostblock.

    Geradezu absurd finde ich, dass ein Schutzauftrag bestehen soll, eine angebliche Diskriminierung zu beseitigen, deren Bestehen nicht einmal unumstritten ist. Das sog. "Gender-Pay-Gap" nimmt niemand ernst, der sich damit näher beschäftigt hat und sich mit Statistik auskennt (und nicht Frauenlobbyist ist). Und auf so einer Grundlage soll eine "Pflicht" kontruierte werden, eine umstrittene Diskriminierung zu beseitigen. Ich halte dies für absurd und im übrigen krass verfassungswidrig, weil es den Kerbereich der Meinungsfreiheit betrifft. Wenn für mich Frauen reine Sexualobjekte wären, ich mich aber so unter Kontrolle hätte, dass ich aufgrund dieses Menschenbildes keinerlei Rechtsverstöße begehe, darf mich der Staat nicht zu "bessern" versuchen. Ich dachte, dies sei unumstritten.

    Jedenfalls wäre jeder Eingriff ohnehin unverhältnismäßig, weil ungeeignet. Solange in Filmen, Büchern, Zeitschriften, Musiktexten usw. das angeblich falsche Frauenbild weiter transportiert wird, oft weit extremer als in jeder Werbung, wird man durch Verbote in der Werbung nichts erreichen und damit den (angeblichen, tatsächlich gibt es ihn nicht) "Schutzauftrag" nicht umsetzen können. Eine nutzlose Freiheitsbeschränkung ist aber als ungeeignet schon in der ersten Stufe des Übermaßverbotes abzulehnen, darauf, dass sie auch die Rechte der Werbetreibenden unverhältnismäßig einschränkt, kommt es gar nicht mehr an.

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  • 15.04.2016 17:29, Dumm Paule

    @christoph
    Wegen Menschen wie ihnen, die solch ein Vokabular für Frauen und Männer verwenden, dass Diskrimierung impliziert, bestätige sie dass es unbedingt eine Entwicklung in der Werbung mit Sexismus geben muss! Pfui sie sind wohl eher ein Wallach!


    Vielen Dank for die Differenzierung ihrerseits!
    So ähnlich dachte ich das bereits.

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    • 15.04.2016 17:30, Dumm Paule

      Oh verstehen sie das nicht falsch !;)
      Das war meine erste Antwort auf schlau ;), Paulus Kommentar!;)

  • 16.04.2016 00:00, ET

    1. Rechtspolitisch halte ich derartige Initiativen für illiberalen Unfug. Solche Debatten laufen grundsätzlich unter der Prämisse, das ja kein "wünschenswertes" oder "notwendiges" Verhalten verboten werde. Aus meiner Sicht stimmt dabei schon der argumentative Ansatzpunkt nicht. Es geht doch überhaupt nicht darum, ob derartige Werbung "wirkt" oder nicht. Es geht auch nicht darum, ob man Autoteile mit leichtbekleideten Models bewerben "muss" oder nicht. Es geht darum, ob man es darf. Das alles darf gern der Markt regeln. Der Versuch der Erziehung erwachsener Menschen zu bestimmten Verhaltensweisen steht einem freiheitlichen Staat nicht gut zu Gesicht. Eine tragfähige Begründung dafür, dass der Staat stärker erzieherisch einwirken darf, wenn es "nur" darum geht Geld zu verdienen, wird ebenfalls nicht gegeben.

    2. Juristisch vermisse ich die Frage (und eine Antwort), auf welcher Grundlage der Justizminister eine solche Vorschrift in das UWG integrieren möchte. Die UGP-Richtlinie ist vollharmonisierend. Das Verbot der gehäuften Abbilung von Frauen an Waschmaschinen, welches Frau Völzmann anführt, passt in keine der Kategorien der Richtlinie. Es ist keine Irreführung, es ist keine aggressive geschäftliche Handlung i.S.d. Richtlinie und mit der Verbrauchergeneralklausel kommt man allenfalls im Einzelfall einmal weiter. Das letzte Vertragsverletzungsverfahren wegen fehlerhafter Umsetzung der UGP-Richtlinie ist ja immerhin inzwischen schon abgearbeitet.

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  • 20.04.2016 07:17, Paddington

    @Berit Völzmann: Ihre Bemühungen in allen Ehren nur ich gebe zu bedenken das die von Ihnen behauptete "besondere Wirkung" von Werbung wissenschaftlich nicht belegt ist. Schaut man sich die Forschungen der letzten Jahre und Jahrzehnte dazu an, lässt sich umschwer feststellen das die von Ihnen behaupteten Effekte entweder "empirisch nicht nachweisbar" sind oder aber mehrere Phänomene zusammenwirken, so dass von "der" Wirkung nicht gesprochen werden kann.
    Insofern ist es nicht von Relevanz ob eine Waschmaschine von einem Mann, einer Frau oder der Milka-Kuh beworben wird. Die von Ihnen behauptete Wirkung auf Rollenbilder ist, wissenschaftlich betrachtet, nicht nachweisbar. Und zwar unabhängig davon ob, ausgehend von Ihrer These, im positiven oder negativen Sinne gehandelt.

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  • 20.04.2016 16:10, WissMit

    https://www.youtube.com/watch?v=2Rzd2UmpkZs

    Es tut mir leid Frau Völzmann, aber Männer und Frauen sind nicht gleich. Sexismus als Diskriminierung anzusehen, erscheint mir auch weit hergeholt. Durch Werbung verliert eben niemand eine Rechtsstellung aufgrun seines Geschlechtes, was m.E. aber konstitutiv für Diskriminierung ist.

    Im Prinzip wollen Sie die hinter der Werbung stehende Aussage verbieten. Das hält doch aber nie vor Art 5 Abs. 2 GG. Ein verbot wäre kein allgemeines Gesetz, da es sich eben einzig und allein gegen die Aussage richtet. Mir ist klar, dass seit Wunsiedel alles möglich ist. Sie, und das meine ich ganz ernst, sollten die Begründung lieber darauf verlagern, darzustellen, warum ein Verbot der sexistischen Werbung ein Gegenmodell zur NS Ideologie wäre. Damit hat ihr Vorschlag, den ich im übrigen (aus anderen Gründen) begrüße, wesentlich bessere Aussichten.
    Derzeit wollen Sie nämlich schlicht und einfach eine Aussage, eine Meinungskundgabe verbieten. Mit Art 3 Abs. 2 GG können Sie das aber nicht rechtfertigen, da dafür eben eine erhebliche Beeinträchtigung für mittelbare Diskriminierungen erforderlich ist.

    "Diese mittelbare oder faktische Diskriminierung setzt voraus, dass eine Regelung erstens erhebliche Nachteile aufbürdet, die zweitens überwiegend ein Geschlecht treffen (BVerfGE 113, 1 (16) = NJW 2005, 2443 (2444); BVerfGE 104, 373 (393) = NJW 2002, 1256 (1259)).
    (BeckOK GG/Kischel GG Art. 3 Rn. 186, beck-online)"
    Das gilt zwar für Regelungen, dürfte aber auch umgekehrt die Voraussetzungen abstecken, unter denen eine solche Regel im Rahmen der praktischen Konkordanz überhaupt als verfassungsimmanente Schranke in Frage kommt. Das ist aber die einzige Schranke, die Ihnen für Art 5 Abs. 1 GG bleibt.

    Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber "wissenschaftlich" schießen Sie hier ins Blaue. Wie meine Vorredner schon sagten, können Sie einen Einfluss der Werbung auf Rollenbilder nicht nachweisen. Sie können nicht einmal eine konkrete mittelbare Diskriminierung belegen. Wenn doch früher alles so schrecklich diskriminierend war, wieso haben sich die Rollenbilder dann geändert? Wir leben in einer Zeit, in denen die Gleichberechtigung immer besser wird, trotzdem müssen mehr und mehr Verbote her. Das verstehe ich einfach nicht.

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  • 21.04.2016 16:03, Riemer

    Mir fällt bei diesen Diskussionen um Frauenbilder immer wieder auf, dass sie vor allem von jenen Frauen vorangetrieben werden, die in ihrem eigenen Selbstbild nicht gefestigt sind.
    Wer die Figur hat, um Bikini mit jeder Berechtigung zu tragen, kratzt sich viel weniger an derarten Bildern auf.
    Es sind eben die von Natur aus eher zu kurz gekommenen Damen, die fordern, verbieten zu zeigen, wie sie eben NICHT sind.
    Fordern wir Männer das Verbot von Schwarzenegger-Filmen, weil unsere Schultern nicht so breit sind?? Oder ein Verbot von Fussballern mit Sixpack-Bäuchen, weil uns Fastfood zu gut schmeckt und man uns dies leider ansieht??
    Verbietet doch einfach alles, was ihr nicht habt und anderen neidet: Cabrios, Designmöbel, Eigentumswohnungen, glückliche Familien ... einer gleicheren Gesellschaft kommt ihr damit gleich näher.

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