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Hoeneß geht ins Gefängnis: Verzicht auf Revision und Rücktritt beim FC Bayern

14.03.2014

Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück. Das teilte der 62-Jährige am Freitag in einer persönlichen Erklärung mit.

"Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich", hieß es in der Erklärung von Hoeneß. Er war am Donnerstag wegen der Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern verurteilt worden.

"Außerdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder", schrieb er weiter. "Ich möchte damit Schaden vom meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben.

Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben solange ich lebe. Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung."

dpa/mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Hoeneß geht ins Gefängnis: Verzicht auf Revision und Rücktritt beim FC Bayern . In: Legal Tribune Online, 14.03.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/11337/ (abgerufen am: 25.09.2020 )

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Kommentare
  • 14.03.2014 15:04, dekkname

    Welch großmütiges Verhalten! Was für ein großer, edler Mann! Ein Vorbild für uns alle! Mit einer großen Geste sagt er "Nein" zum Freispruch in der Revision und sagt "Ja" zur demütigen Buße! Man mag - vielleicht! - sagen, dass er gefehlt hat, aber er nimmt das Kreuz auf sich - wohl für uns alle, die wir Sünder wider das Finanzamt sind. Oh!

    • 14.03.2014 21:42, JuraStudentin

      Als ob er in der Revisionsinstanz mit einem Freispruch hätte rechnen können. Wahrscheinlicher wäre gewesen, dass dann auch die Staatsanwaltschaft Revision einlegt hätte und die Strafe eventuell deutlich höher ausgefallen wäre. Sein Verhalten ist somit schlau, aber in wie fern handelt es damit großmütig? Was ist daran groß und edel, zu wissen, wann man gut weggekommen ist und besser still halten sollte?

    • 15.03.2014 09:53, Sarkasm

      Einmal bitte das Sarkasmus Schild hochhalten für die Jura Studentin!

    • 15.03.2014 11:28, JuraStudentin

      Es gibt überall im Internet genug Kommentare mit fast identischem Wortlaut, die nicht sarkastisch, sondern ernst gemeint sind. Ich bin mir nicht so sicher, dass dieser nicht einer davon ist

  • 16.03.2014 02:21, Sarkasm

    großmütiges Verhalten...großer, edler Mann...ein Vorbild für uns alle...
    Sarkasmus in der Champions League. Also kurz mal erwähnt, der Kommentar ist wirklich spitzenklasse, ein riesen Kompliment an den Verfasser. Aber wer da kein Sarkasmus rauslesen kann, dem fehlt eindeutig ein Enzym, oder heißt einfach nur Sheldon!

    • 16.03.2014 17:33, JuraStudentin

      ich habe allein ein dutzend Mal genau diese Wörter im Zusammenhang mit dem Revisionsverzicht von Hoenes auf Facebook gelesen, so wie auch unter Artikeln von Onlinemagazinen. Und sofern das sarkastisch gemeint war, war es ja wohl, genau wie meine nicht-sarkastische Erwiderung, auf solche Kommentare abgezielt. Je nachdem, ob es sarkastisch gemeint war oder nicht, habe ich also dem Kommentar entweder widersprochen oder mich angeschlossen. Weshalb ich mich deswegen mit einem Fernsehcharakter mit (schätzungsweise) Asperger und Zwangsneurosen vergleichen lassen muss, leuchtet mir nicht ein.

    • 17.03.2014 00:43, dekkname

      Liebe JuraStudentin,
      nun habe ich einige Zeit überlegt, ob ich zu der Korrespondenz etwas sagen soll - ich möchte Dich aber nicht im Ungewissen lassen.
      Ja, ich habe es sarkastisch gemeint.
      Nun steht U.H. wieder als Guter und Edler da, ein Reumütiger, der sich demütig zu seiner Fehltat bekennt und der daher die Buße auf sich nehmen will.
      Dabei ist er doch glimpflich davongekommen und konnte realistischer Weise durch eine Revision nicht auf ein milderes Urteil hoffen. Das wird ihm auch sein Anwalt gesagt haben.
      Die gleiche Masche wie 1979 im Aktuellen Sportstudio. Geschickter konnte er sich aus dieser Geschichte gegenüber der Öffentlichkeit nicht verabschieden.

      Was also konnte er Besseres für sein Image tun als dies?

  • 17.03.2014 00:26, Sarkasm

    Sie haben natürlich vollkommen recht!

  • 17.03.2014 18:29, JuraStudentin

    Dann sind wir ja alle einer Meinung