Saudischer Prinz verklagt Forbes Magazin: Mit 20 Mil­li­arden viel zu arm geschätzt

08.06.2013

Bescheidenheit sieht anders aus. Der saudi-arabische Multimilliardär Prinz Alwaleed Bin Talal hat Klage gegen das US-amerikanische Forbes Magazine eingereicht, weil dieses ihn in seiner Liste der 100 reichsten Menschen der Welt "nur" auf Platz Nr. 26 aufführt. Mit 20 Milliarden sei sein Vermögen aber viel zu niedrig geschätzt, meint der Prinz, der um seinen guten Ruf fürchtet.

Manche Leute haben Probleme, die andere gern hätten. Prinz Alwaleed Bin Talal ist entschiedenermaßen einer davon. Der saudi-arabische Prinz, dessen private Boeing 747 (Spitzname: "Der fliegende Palast") ein goldener Thron ziert, hat nach Informationen des britischen Guardian Klage gegen das Forbes Magazine erhoben. Das weltweit erfolgreiche Wirtschaftsblatt hatte das Vermögen des Geschäftsmannes auf 20 Milliarden Dollar geschätzt, was diesem den 26. Platz auf der Liste der 100 reichsten Menschen weltweit bescherte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Superreichen, die ihr Vermögen möglichst gering angeben und versuchen, gar nicht bei Forbes aufzutauchen, will Talal sich nun eine höhere Platzierung erstreiten. Dazu hat er Klage gegen Verlag, Herausgeber und zwei Journalisten des Magazins wegen übler Nachrede vor einem Gericht in London erhoben.

"Forum Shopping" bei englischen Gerichten

Die Wahl des Gerichtsstands kommt wohl nicht ganz von ungefähr: Der Guardian zitiert Richard Green, Partner der Kanzlei Hill Dickinson, mit den Worten, Londons Status als Welthauptstadt für Rufschädigungsklagen werde durch diesen Fall in Stein gemeißelt. Zwar werde das Forbes Magazin auch in England verlegt, jedoch dürfte Ursache für die Klageerhebung ausgerechnet dort wohl eher die vermeintlich klägerfreundliche Haltung der Gerichte sein.

Ob Talal von dieser Haltung profitieren wird, bleibt jedoch noch abzuwarten. "Er wird das Gericht zunächst davon überzeugen müssen, dass England wirklich der richtige Ort für die Klage ist, und dass sein wirtschaftlicher Ruf hier ernsten Schaden genommen hat", erläuterte Sarah Webb, Partner der Kanzlei Payne Hicks Beach, gegenüber dem Guardian.

cvl/LTO-Redaktion

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Saudischer Prinz verklagt Forbes Magazin: Mit 20 Milliarden viel zu arm geschätzt . In: Legal Tribune Online, 08.06.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/8881/ (abgerufen am: 04.10.2022 )

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