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Rechtsextremismus: Razzia gegen rechtsextremistische Gefangenenhilfe "HNG"

dpa/msa/LTO-Redaktion

07.09.2010

Bei einer großangelgeten Razzia in mehreren Bundesländern hat die Polizei am Dienstag Räume der neonazistischen "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG) durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt.

Hintergrund der Aktion ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums die eingeleitete Prüfung eines Verbots der Organisation. "Rechtsextremistische Gruppierungen wie die HNG stehen nicht auf dem Boden unserer Verfassung und bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt", sagte Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche.

Die HNG ist mit 600 Mitgliedern laut Verfassungsschutzbericht die bundesweit größte Neonazi-Vereinigung. Der 1979 gegründete Verein hat seinen Sitz in Frankfurt am Main, wird von Mainz aus geleitet und unterstützt inhaftierte Gesinnungsgenossen materiell und ideologisch. In einer monatlich erscheinenden Schrift veröffentlicht der Verein regelmäßig die Namen der betreuten "nationalen Gefangenen" und verbreitet laut niedersächsischem Verfassungsschutz eindeutig rechtsextremes Gedankengut.

Mit ihrer Arbeit, zu der auch materielle Hilfe für Angehörige gehört, will die HNG verurteilte Rechtsextremisten auch hinter Gittern weiter an die Szene binden und sie in ihrer ideologischen Ausrichtung bestärken.

Zitiervorschlag

dpa/msa/LTO-Redaktion, Rechtsextremismus: Razzia gegen rechtsextremistische Gefangenenhilfe "HNG" . In: Legal Tribune Online, 07.09.2010 , https://www.lto.de/persistent/a_id/1390/ (abgerufen am: 19.09.2019 )

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