OVG Lüneburg lässt Berufung zu: Schim­panse Robby darf vor­erst im Zirkus bleiben

24.01.2018

Der Zirkus-Schimpanse Robby darf vorerst weiter bei seiner Schaustellerfamilie bleiben. Das OVG hat die Berufung des Circus Belly gegen ein Urteil zugelassen, nach dem der Affe seinen Lebensabend in einer Auffangstation verbringen soll. 

Der deutschlandweit wohl letzte Zirkus-Schimpanse Robby darf vorerst weiter bei seiner Schaustellerfamilie bleiben. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat die Berufung des Circus Belly gegen ein Verwaltungsgerichtsurteil zugelassen, wonach der Affe seinen Lebensabend mit Artgenossen in einer Auffangstation verbringen soll. Bis das Urteil rechtskräftig ist, darf Robby auf Grundlage des zunächst ergangenen Eilbeschlusses zunächst weiter im Zirkus bleiben.

Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, steht ein Termin zur mündlichen Verhandlung noch nicht fest. Die Tierrechtsorganistion Peta hatte jahrelang für eine Befreiung Robbys gekämpft, sie spricht von einem "traurigen Leben".

Der inzwischen 43 Jahre alte Robby wurde in einem deutschen Zoo geboren und lebt seit seinem fünften Lebensjahr bei der Zirkusfamilie. Der Direktor von Circus Belly bezeichnet Robby als sein "siebtes Kind". Das Verwaltungsgericht hatte zunächst entschieden, dass Robby wegen Verhaltensstörungen an eine auf die Resozialisierung von Schimpansen spezialisierte Einrichtung abgeben werden muss. Das will der Zirkus auf jeden Fall verhindern.

Tierärzte, die Robby begutachteten, kamen zu einer unterschiedlichen Einschätzung, was das Beste für den betagten Affen sei. Robby leide an Verhaltensstörungen und könne seine Sexualität nicht ausleben, urteilte ein Experte. Der Affe solle deshalb in die niederländische Auffangstation AAP umziehen, die auf die Resozialisierung von Affen in schlechter Haltung spezialisiert ist. Eine andere Expertin meinte indes, Robby verstehe die Schimpansensprache gar nicht. Ihn aus seiner vertrauten Umgebung herauszunehmen, sei brutal und potenziell lebensbedrohlich.

dpa/pl

Zitiervorschlag

OVG Lüneburg lässt Berufung zu: Schimpanse Robby darf vorerst im Zirkus bleiben . In: Legal Tribune Online, 24.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26665/ (abgerufen am: 11.12.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 24.01.2018 22:04, FinalJustice

    Ist mir schleierhaft, warum Zirkustiere in Deutschland IMMER noch nicht vollkommen verboten sind

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 24.01.2018 22:13, Afriend

      Mir ist schleierhaft, warum es in Deutschland,Menschen mit Ihrer Einstellung gibt?

    • 25.01.2018 08:10, Entchen

      Wenn man sich wirklich für das Thema interessiert und mal hinter die Kulissen schaut kommt man zu dem Schluss, dass Tiere im.Zirkus völlig ok sind. Tierlehrer lieben ihre Tiere und umgekehrt und nichts von Zwang ist zu sehen.Natürlich in einem gut geführten Zirkus

    • 25.01.2018 08:38, Ralf Staab

      Das einzige was mir wichtig erscheint ist, der Gesetzgeber muss dem Spuck verwirrter Menschen die sich Tierrechtler schimpfen, ein zügiges Ende bereiten.
      Die Täter sitzen dort bei den sog. Rechtlern. Nicht aber in den Zirkussen.

    • 25.01.2018 14:01, FinalJustice

      Es bestreitet kaum jemand, dass in einem gut geführten Zirkus die Tiere von ihren Betreuern geliebt und ordentlich gepflegt werden. Ich persönlich erachte es jedoch schlicht als unethisch, Tiere zur Unterhaltung von Menschen in Käfige zu sperren, Kunststückchen vorführen zu lassen und sie nicht in einer ihrer Art entsprechenden Umgebung leben zu lassen. Ja, natürlich lässt sich sagen, dass Tiere in Gefangenschaft, etwa im Zoo, länger und auch gesünder leben als ihre Artgenossen in der freien Wildbahn. Ich habe auch nichts gegen Tierparks und Zoos, wenn diese die Tiere in großen Freigehegen halten und die eigentlich nie einen Käfig von innen sehen. So halte ich es auch mit Schlachttierhaltung: Ich bin nicht per se dagegen, wenn die Tiere das erste mal Gebäude von innen sehen, wenn sie zur Schlachtbank geführt werden.
      Ich sehe natürlich auch einen Unterschied zwischen Tieren wie Affen oder Elefanten, die intelligent genug sind und "Freude" am Erlernen von Dingen haben und Tieren wie Raubkatzen, die man allerhöchstens dressieren kann. Ändert für mich wenig an dem Umstand, dass gerade Affen wie der im hier vorliegenden Fall Zeugnis dazu legen, welche Auswirkungen es hat, ein Tier über so lange Zeit wider seine Natur zu zwingen.
      Es gibt genügend Zirkusspektakel die belegen, dass man Tiere dafür nicht braucht. Cirque du Soleil oder Flic Flac machen absolut geniale Shows, bei denen einem der Atem stockt.

    • 25.01.2018 17:55, Gonzo

      Kommen nicht gerade Millionen freiwillige übers Meer?
      Ich finds auch blöd mit Tieren in der Manege. Könnte man die nicht essen?

    • 25.01.2018 22:51, Beat Decker

      ..ist mir schleierhaft warum Tierrechtssektierer in Deutschland weiterhin ihre unqualifizierten Lügen ungestraft weiterverbreiten dürfen!

    • 26.01.2018 13:59, FinalJustice

      Okay, wer hat wo unqualfiziert gelogen? Wenn mir jemand mit Argumenten aufzeigt, warum ich falsch liege (macht erstaunlicher Weise kaum einer hier ;) ), dann lass ich mich überzeugen. Aber ich lese eigentlich immer nur "Omfg alles Lüge hier!" Tiere sind nicht zu unserer Unterhaltung da, das ist zusammengefasst mein Standpunkt und ich sehe diesen Affen, der NATÜRLICH nicht irgendwie "ausgewildert" oder in eine Auffangstation eingegliedert werden und das soll er auch nicht, wenn es ihm schaden würde. Er ist auf Menschen und sein Leben im Zirkus geprägt, dort soll er bleiben. Er sollte aber in erster Linie gar nicht erst dort sein.

  • 24.01.2018 22:27, Panem er circenses

    Schlimm ist, dass diese selbsternannten Tierrechtler mittlerweile bei überforderten Kreisveterinären, die keine Ahnung von Wildtieren haben, immer mehr auf Gehör stoßen. Die Zuständigkeit sollte bei einer Fachbehörde konzentriert werden, um die eingetretene Rechtsunsicherheit zu beenden.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 25.01.2018 18:07, Gonzo

      Deutschland hat ein Behördenproblem das zwingend zum Untergang eures Landes führt. Weiberwirtschaft.. Eine Amtsleiterin machte der Wildtierrettung Rottgau das Aus.
      Vergessen wir den Affen. dem gehts gut. HaT er Aua kommt der Doktor.
      Hier sollen Tiernotfälle auf amtliche Anweisung verrecken.
      Ist das Praxis in Deutschland? Zumindest damals war Tierschutz - wie es halt mal so ist in edlen Gesellschaften - ganz oben angesiedelt.
      Heute lässt man Wildtiere auf Anweisung vom Amt verrecken:

      Wohin dann mit den vielen Notfällen?
      Amt will „Wildtierarche Rodgau“ dicht machen-
      https://www.op-online.de/region/rodgau/will-wildtierarche-rodgau-dicht-machen-wohin-dann-vielen-notfaellen-6745037.html

    • 05.04.2018 00:53, Hanuman

      Ohne die Tierrechtler hätten wir heute keine Tierrechte. Die Welt braucht manchmal zornige, junge Menschen, die irgendwas bewegen.
      Wenn man so eine Tierbehörde hätte, würden dort nach einer Weile auch nur wieder Vertreter aus Politik und Wirtschaft, vielleicht auch Kirchenvertreter, herumsitzen, die noch weniger Ahnung haben und sich den Arsch wärmen. Ich persönlich, und ich mag mich irren, denke nicht, dass noch mehr Behörden den Behördenwahnsinn stoppen können, sondern ich bin der Überzeugung, dass genau diese radikalen Gruppierungen, die die falschen Fragen stellen, eventuell in Personalunion mit Rechtswissenschaftlern oder Ökologen/ Biologen die richtigen Anstöße geben werden. Ich vertraue da auf die Demokratie und die Vernunft des Menschen, aber vielleicht ist das der völlig falsche Ansatz, denn je mehr ich über Schimpansen weiß, desto besser verstehe ich die Menschen.

  • 25.01.2018 07:07, M. Langer

    Gute Entscheidung!
    Robby in seinem Alter noch in eine Auffangstation zu bringen, würde seinen Tod bedeuten. Er kann sich mit anderen Schimpansen nicht verständigen, er müsste zunächst monatelang von den anderen Tieren getrennt gehalten werden, zugleich dürfte er keine menschlichen Kontakte haben - er würde komplett vereinsamen. Und das mit 43, einem Alter, das die meisten Schimpansen selbst in Zoos nicht erreichen.

    Es ist nicht zu erwarten, daß Robby noch viele Jahre vor sich hat. Ihn jetzt aus seiner gewohnten Umgebung, weg von den ihm vertrauten Menschen zu holen, wäre nichts anderes als Tierquälerei.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 25.01.2018 20:24, Florina Sperlich

      Ich schließe mich mit dem Vorredner an. Und freue mich das hier einmal die Wahrheit und nichts als die waren Worte gesprochen/ geschrieben wurde. Es ist ein wirklich altes Tier ! Ein Kommentar habe ich gelesen. Das der Affe eine Tierquälerrei ausgesetzt ist. Weil er seine Sexualität nicht ausleben kann. Wenn man sagt, dass der Mensch vom Affen abstammt, dann frage ich mich, ob wirklich ein Mann mit 93 Jahren noch kann??? Oder wirklich noch Lust auf sexuelen handlungen verspüren möchte. Also wirklich was haben mansche Menschen im Kopf? Man sollte sich eher um Sexule geschädete Kinder machen. Und wie man das Gesetz ändern kann das solche geschädigte Menschen dauerhaft von der Gesellschaft weg Gesperrt werden kann. Und mehr für die Opfer tuen kann. Es gibt so viel menschliches eelent. Denkt man nur an die alten Menschen die ihr Dasein ohne liebe und Masche ohne Familie ihr Dasein im Altenheime verbringen müssen. Wo bleibt da die Solidarietät ????

  • 25.01.2018 17:09, Sralf Staab

    An finaljustice,

    Es gibt kein veganes Fleisch und keine Vergane Wurst. Genausowenig gibt Zirkus ohne Tiere, denn das würde sich Varieté nennen.

    Zum Zirkus gehören Tiere das weis eigentlich jeder. So soll und so wird es bleiben. Und Kämpfer gegen Zirkus haben bisher noch keine Gegenwehr gespürt. Die Missionare in Deutschland soll der Teufel holen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 27.01.2018 09:37, FinalJustice

      Mal den Wikipediaeintrag zu Zirkus und Varieté lesen, feststellen, dass Tiere kein zwingend erforderliches Merkmal eines Zirkus' ist und nicht das wesentliche Kriterium zur Abgrenzung von Varieté ist, Haupt in Demut mit Asche bedecken. Das wäre meine Handlungsempfehlung. Ach ja, und zu

      "Zum Zirkus gehören Tiere das weis eigentlich jeder. So soll und so wird es bleiben. Und Kämpfer gegen Zirkus haben bisher noch keine Gegenwehr gespürt. Die Missionare in Deutschland soll der Teufel holen."

      sage ich nur: Zur Feldarbeit auf Plantagen gehören afrikanische Sklaven, das weiß eigentlich jeder. So soll und so wird es bleiben. Und Kämpfer gegen die Sklaverei haben bisher noch keine Gegenwehr gespürt. Die Missionare in Deutschland soll der Teufel holen ;)

      Na, merken Sie was? Man könnte FAST meinen, dass bestimmte Dinge dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen und das, was wir früher als richtig und "natürlich" angesehen haben, aus heutiger Sicht nicht mehr korrekt ist.

  • 25.01.2018 18:33, Gonzo

    Deutschland und sein Behördenterror. Daran ist das ganze Land nun zu Grunde gegangen.

    Mit ihrer Einstellung zum Kreisveterinäramt ist Petra Kipper im Landkreis Offenbach nicht alleine. Wie berichtet, hatten im Mai Tierschützer beklagt, sie fühlten sich vom Kreisveterinäramt gegängelt. Sie warfen Amtsärzten vor, ehrenamtliche Betreiber von Tierherbergen und Auffangstationen systematisch und so lange mit Vorschriften, Durchsuchungen und Klagen zu traktieren, bis sie entnervt aufgeben.

    Bei einem Krisentreffen machten die Betroffenen ihrem Ärger Luft und nannten Beispiele: Schließung der Igel-Insel Mühlheim (2011), Aus für eine Papageien-Pension in Mühlheim (2012/13), Auseinandersetzung um die Tierherberge in Egelsbach, Beschlagnahmung einer Schafherde in Obertshausen (2009) und von Tauben (2014).

    Da denkt man unwillkürlich und mit entsetzen an den Vorfall im LRA Hameln.

    jetzt kommt auch noch die von mir bislang geschätzten PETA-Nasen hinzu, die Spendengelder sinnlos in dem Affentheater verprassen-
    Und neulich kam eine Petition einer Tierrechtepartei, die diverse AfD Politiker anzeigen will. .. eine wohl getarnte politische Gruppe mit antideutschen Inhalten, wie ich das so sehe. http://www.ethia.de/2017/12/07/warum-brauner-tierschutz-zum-himmel-stinkt/

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 05.04.2018 00:26, Hanuman

      Wenn ich schon antideutsch lese ... aber ich lasse mich mal herab. In Deutschland ist Tierschutz historisch mit der NS-Diktatur verknüpft. Es ging den Herren Hitler & Co. ursprüngich darum, Juden zu diskriminieren und darum wurde die Schächtung geächtet. Dies nur nebenbei. Grün in seinen Anfängen war nationalsozialistisch.
      Sich davon zu befreien war ein hartes Brot für deutsche Tier- und Naturschützer. Ich wurde sogar schon als Nazi beschimpft, weil ich finde, dass der nordamerikanische Waschbär nicht in den deutschen Wald gehört, wo er sensible einheimische Marderarten bedroht. Der Waschbär muss also bejagt werden, wobei einige meiner Mitstreiter andere Vostellungen von der Evolution im Anthropozän haben.
      Auch das nur mal so nebenbei. Das gehört alles gar nicht hier her!
      Es stört mich extrem, dass jedes beliebige Thema für rechte Propaganda missbraucht wird. Ich will hier was von Robby dem Affen lesen und nicht diese gequirlte braune Scheiße ohne jegliche Reflektion oder Neuigkeitswert. Dann kommen auch noch irgendwelche Links - ist es jemandem schon mal aufgefallen, dass dies die Seite eines juristischen Magazins ist?
      Seid Ihr nicht in der Lage, interdisziplinär dialektisch zu debattieren oder löscht hier keiner irrelevante Kommentare wie meinen?

  • 26.01.2018 09:17, esfehltdiegründlicheReform

    Anderswo werden Affen erschlagen um sie zu essen, wobei Epidemien wie Ebola und HIV in die Bevölkerung getragen wurden.

    Wir dagegen haben NGOs, Experten und Gerichte, die sich jahrelang damit beschäftigen ob ein einziger 43jähriger Affe, der als "siebtes Kind" in einer Zirkusfamilie aufwächst, gegen den Willen seiner Besitzer (!) auf seine alten Tage noch in eine ausländische Affentherapiegruppe überstellt werden soll.

    Den Wahnsinnigen von PETA sollte man keinen Fuss breit nachgeben.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 04.04.2018 23:40, Hanuman

    Es ist ja wirklich schlimm zu lesen, wie hier die Extremisten wieder aus ihren Löchern kriechen und jedes, wirklich JEDES Thema der Welt zu einem Politikum machen. Da will man ja direkt wieder zurück auf den Baum. Immer geht es nur um Ideologie, nie um das Individuum oder um den Sonderfall. Meint Ihr, dieser Affe weiß, was PETA ist? Meint Ihr, PETA weiß, wer dieser Affe ist?
    Es ist sicher tragisch, dass man vor 40 Jahren noch kaum Kenntnisse von den kognitiven Fähigkeiten großer Menschenaffen hatte und sie im Zirkus ausbeutete, aber es hat sich sehr viel im Tierschutz geändert (auch dank PETA) und der Affe ist jetzt alt und auf Menschen geprägt und man muss ihm einen schönen Lebensabend bereiten. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre 80 und wäre von Wölfen aufgezogen worden und müsste jetzt noch sprechen lernen, dann würde ich weglaufen oder aus dem Fenster springen. Man möchte doch in seiner gewohnten Umgebung sein, gerade als alter Affe. Da kann man sich ruhig mal so 1:1 hineinversetzen, nur weil Robby keine BILD-Zeitung lesen kann, heißt das ja noch lange nicht, dass er anders ist als wir in seinen Bedürfnissen und Emotionen. Und sich sexuell auszuleben ist nicht für alle Affen oberste Priorität, denn wenn dem so wäre, hätte dieses Exemplar hier seinen Chef schon vor 20 Jahren kaltgemacht und dessen Gattin vergewaltigt. Hat er aber nicht, die zwei dicken Opas vertragen sich, ist doch alles gut!
    Kein Grund für Merkel-Bashing, Peta-Bashing und die Ausländer sind diesmal auch nicht schuld.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 05.04.2018 01:55, Hanuman

    Weil es vielleicht manchen Tieren Spaß macht, Kunststückchen zu zeigen?
    Geht es uns Menschen nicht genauso oder warum sucht Deutschland den Superstar? So ein Hund sollte dasselbe Recht haben, bejubelt und von allen geliebt zu werden.
    Der Sänger singt, der Feuerspucker spuckt Feuer, der Hund tanzt auf den Hinterbeinen, alle haben sich lieb und sind eine Familie.
    Das Problem ist doch die Kommerzialisierung und Ausbeutung des einzelnen (gleich welcher Spezies).
    Ich glaube schon, dass ein Zirkus-Schimpanse gerne ein Show-Star ist. Wenn er das sein Leben lang gemacht hat und es geliebt hat, im Rampenlicht zu stehen (gewiss wurde er finanziell ausgebeutet, aber wer sind wir, den Kapitalismus infrage zu stellen und geht es uns nicht gleich?) dann nimmt man ihm doch einen Teil der Lebensqualität, wenn er das nicht mehr darf.
    Es gab nach Abschaffung der Freak-Shows in den USA viele Kleinwüchsige, die sich das Leben genommen haben, weil die Alternative zum Show-Star die bemitleidenswerte Krüppel-Existenz war.

    Man soll Tiere ja nicht mit Menschen gleich setzen, in der Tat gibt es einige unerfreuliche historische Fehlleistungen diesbezüglich. Aber wenn so ein Tier mit hochentwickeltem Nervensysten (h.sapiens inclusive) in einer bestimmten Umgebung aufgewachsen ist, dann möchte es diese Umgebung stabil erhalten.
    Zirkus abschaffen, Kriege abschaffen, Diskriminierung abschaffen, das klingt alles toll, aber widerspricht gesellschaftlicher Realität. Unsere Zivilisation würde z.B. zusammenbrechen, wenn Frauen sich nicht mehr wie typische Frauen verhalten würden. Warum sind Tiere wichtiger als Frauen? Also, mir ist schleierhaft, warum Menschen in Deutschland immer noch nach Herkunft, Religion, Geschlecht oder Hautfarbe bewertet werden, obwohl im Gesetz explizit das Gegenteil steht.
    Was bringt ein Gesetz, wenn es nichts bringt?
    Der Zirkus ist so alt wie die Menschheit selbst, sogar Schimpansen unterhalten sich gegenseitig mit Schabernack. Das kann man nicht abschaffen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 30.10.2018 14:00, Hannes

    Tierschutz bedeutet auch, das Wohl des Tieres zu berücksichtigen und nicht nur die menschliche Sicht im Umgang mit Tieren in den Vordergrund zu stellen. Offenbar können die selbsternannten Tierschützer, die durchaus gute Arbeit leisten, im Fall Robby nicht von ihrer Denkweise abweichen. Hunde und Katzen dürfen bei uns Menschen leben. Genau so und noch besser könnte dies Robby, weil das hochentwickelte Nervensystem ähnlich uns Menschen ist. Traurig ist, dass gerade diejenigen Menschen, die es vermeintlich gut mit ihm meinen, ihm die seit Jahrzehnten gewohnte Lebensumgebung entziehen wollen. Schade, dass diese Tierschützer ihre Berufung in diesem Fall vollkommen falsch verstehen.
    Möge das Gericht ein Einsehen haben und diesem Affen mit seiner besonderen Situation den glücklichen Lebensabend mit seinen bisherigen Mitmenschen genehmigen, den dieser Primat verdient hat. Alles andere wäre Tierquälerei.

    Auf diesen Kommentar antworten
Neuer Kommentar